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Die Lage der sozioprofessionellen Gruppe der "laboureurs" am Vorabend der Französischen Revolution

Title: Die Lage der sozioprofessionellen Gruppe der "laboureurs" am Vorabend der Französischen Revolution

Term Paper , 2013 , 18 Pages , Grade: 2,0

Autor:in: Laura Baier (Author)

History of Europe - Modern Times, Absolutism, Industrialization
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Die Bauern konstituieren am Vorabend der Französischen Revolution keineswegs eine homogene Gesellschaftsschicht, im Gegenteil. An ihrer sozialer Spitze befinden sich die sog. „laboreurs“, wohlhabende oder reiche Bauern mit Grundbesitz, denen genug Land zur subsistenziellen Versorgung gehörte. Wohl deshalb bezeichnet Soboul sie als „ländliche Bourgeoisie“. Zwar stellten sie eine kleine, aber eine wirtschaftlich umso mächtigere Gruppe dar. Doch ist dies nur eine einseitige Betrachtung der sozio-professionellen Gruppe. Die vorliegende Hausarbeit beschäftigt sich mit Lefebvre, Soboul etc.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

Einleitung

Der regional- und sozialhistorische Begriff laboureur

Der laboureur als Angehöriger der bäuerlichen Oberschicht- soziale, ökonomische und politische Merkmale

Die laboureurs der Picardie- kontrastive Einordnung in heterogene bäuerliche Sozialstrukturen

Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die soziale Lage der sozioprofessionellen Gruppe der laboureurs am Vorabend der Französischen Revolution, um zu klären, ob diese tatsächlich durchgehend als wohlhabende bäuerliche Oberschicht zu definieren sind oder ob eine differenziertere Betrachtung notwendig ist.

  • Analyse des Begriffs laboureur im regional- und sozialhistorischen Kontext
  • Untersuchung der ökonomischen, sozialen und politischen Merkmale der bäuerlichen Oberschicht
  • Kontrastive Fallstudie zu den laboureurs in der Picardie
  • Hinterfragung der sozialen Mobilität und der bäuerlichen Heterogenität
  • Bewertung der Machtstrukturen innerhalb dörflicher Gemeinschaften

Auszug aus dem Buch

Der regional- und sozialhistorische Begriff laboureur

Die Bezeichnung laboureur findet in Frankreich im 18. Jh. regional und sozial unterschiedliche Anwendung, sodass ein kaleidoskopisches Bild dieses Bauerntyps entsteht. Für Marc Bloch ist es seit dem Mittelalter ein Bauer, “[…] der über ein Gespann, d.h. Pferde oder Ochsen verfügte, und der seinen Unterhalt als relativ wohlhabender Landwirt mit ausschließlich landwirtschaftlicher Tätigkeit bestreiten konnte“20, worauf auch P.M. Jones21 rekurriert. Soboul akzentuiert die laboureurs hingegen deutlich im Gegensatz zu Blochs relativierender These als „wohlhabende oder sogar reiche Bauern mit Grundbesitz“22, die subsistenzwirtschaftsfähig und damit, so van den Heuvel, unabhängig seien und eine nur „geringe Empfindlichkeit gegenüber Konjunkturschwankungen und witterungsbedingten Agrarkrisen“23 aufwiesen. Van den Heuvel verweist in diesem Zusammenhang weiter auf Regionalstudien und zeitgenössische Aussagen, die diese Definition des Terminus laboureur insofern erweitern, als dass laboureur „[…] je nach Landschaft nahezu jeden Bauern, vom Lohnarbeiter bis zum landwirtschaftlichen Unternehmer, bezeichnen konnte […]“24. Damit wird der Begriff weit weniger erhaben konnotiert und der laboureur rückt in die Nähe der haricotiers bei P.M. Jones oder bezeichnet gar, wie der Autor zeigt, den Lohnempfänger in der Region Carcasonne.25 Die Bezeichnung wird also vermögensunabhängig angewandt, weshalb sie nicht progressiv zur „Klärung sozialer Schichten im 18. Jh. beiträgt“26. Eine weitere Problematik ist die regionalspezifische Dimension des laboureur: Im Bas-Dauphiné war z.B., anders als in Carcasonne, mit dem Begriff laboureur der Getreidebauer und in der Bourgonge ein Angehöriger der absteigenden Mittelschicht gemeint.27

Zusammenfassung der Kapitel

Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die prekäre Lage der Bauernschaft am Vorabend der Französischen Revolution und führt in die theoretische Problematik der gesellschaftlichen Heterogenität ein.

Der regional- und sozialhistorische Begriff laboureur: Dieses Kapitel arbeitet die begriffliche Unschärfe und die regional unterschiedliche Bedeutung des Terminus laboureur heraus.

Der laboureur als Angehöriger der bäuerlichen Oberschicht- soziale, ökonomische und politische Merkmale: Hier werden die Merkmale der laboureurs als vermeintliche „ländliche Bourgeoisie“ analysiert, einschließlich ihrer wirtschaftlichen Macht und sozialen Exklusivität.

Die laboureurs der Picardie- kontrastive Einordnung in heterogene bäuerliche Sozialstrukturen: Dieses Kapitel nutzt eine regionale Fallstudie, um zu zeigen, dass laboureurs entgegen der gängigen Lehrmeinung in verschiedenen bäuerlichen Schichten zu finden waren.

Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und kommt zu dem Schluss, dass der Status des laboureur komplexer ist und nicht pauschal der Oberschicht zugeordnet werden kann.

Schlüsselwörter

Französische Revolution, Ancien Régime, laboureur, Bauernschaft, soziale Stratifikation, Agrargeschichte, Picardie, ländliche Bourgeoisie, Sozialstruktur, Bodenbesitz, Interessenkonflikte, soziale Mobilität, Bourgeoisie rurale, Agrarkrise, bäuerliche Oberschicht

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit untersucht die soziale Gruppe der laboureurs in Frankreich am Ende des 18. Jahrhunderts und hinterfragt, ob sie einheitlich der wohlhabenden bäuerlichen Elite angehörten.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Im Zentrum stehen die soziale Schichtung der Bauernschaft, die wirtschaftliche Bedeutung des Bodenbesitzes sowie der Einfluss politischer und sozioökonomischer Krisen auf die ländliche Bevölkerung.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage der Arbeit?

Die zentrale Forschungsfrage lautet: Ist der laboureur ein typischer Vertreter der bäuerlichen Oberschicht?

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Autorin nutzt einen sozialgeschichtlichen Ansatz, kombiniert mit der Auswertung von Quellen zeitgenössischer Beobachter und einer kontrastiven Analyse regionaler Fallstudien.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil behandelt die begriffliche Definition des laboureur, die Merkmale der bäuerlichen Oberschicht sowie eine spezifische Einordnung der laboureurs anhand von Daten aus der Region Picardie.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Untersuchung?

Zu den wichtigsten Begriffen zählen laboureur, Französische Revolution, soziale Heterogenität, Agrarstruktur und Bodenbesitzkonzentration.

Wie unterscheidet sich die Situation der laboureurs in der Picardie von der allgemeinen Definition?

Während der Begriff oft als Synonym für reiche Großbauern verwendet wird, zeigt die Studie in der Picardie, dass laboureurs dort in verschiedenen sozialen Schichten, bis hin zur Mittelschicht, vertreten waren.

Welche Rolle spielt der Bodenbesitz bei der sozialen Einstufung der Bauern?

Der Bodenbesitz ist das zentrale Kriterium für wirtschaftliche Unabhängigkeit und sozialen Status; die Konzentration von Land führte zu einer Marginalisierung der bäuerlichen Unter- und Mittelschicht.

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Details

Title
Die Lage der sozioprofessionellen Gruppe der "laboureurs" am Vorabend der Französischen Revolution
College
University of Bremen  (Geschichtswissenschaft)
Grade
2,0
Author
Laura Baier (Author)
Publication Year
2013
Pages
18
Catalog Number
V275134
ISBN (eBook)
9783656683964
ISBN (Book)
9783656683940
Language
German
Tags
lage gruppe vorabend französischen revolution
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Laura Baier (Author), 2013, Die Lage der sozioprofessionellen Gruppe der "laboureurs" am Vorabend der Französischen Revolution, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/275134
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