In dieser Hausarbeit wird anhand des Textes „Tabak in Bremen - die Anfänge“ von Johannes Herwig-Lempp die Kulturgeschichte Bremens dargestellt und zwar in Bezug auf den Tabak, der nach der Zeit der Reformation den Alkohol substituierte. Die Kapitel sind thematisch gegliedert, einleitend mit der ersten historischen Erwähnung des Tabaks in Bremen, über die Produzenten und die wirtschaftlichen sowie politischen Hintergründe bis hin zu den Verbrauchern.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Die Anfänge in Bremen
3. Händler und Fabrikanten
4. Wirtschaft und Steuern
4.1. Die wirtschaftliche Relevanz
4.2. Die Steuererhebungen
5. Kontroversen mit dem Umland Bremens
6. Tabaksorten und -briefe
7. Tabakkonsum
8. Schluss
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die historische Entwicklung des Tabakhandels und -konsums in der Hansestadt Bremen. Dabei steht insbesondere die kulturelle Bedeutung des Tabaks im Vordergrund, der nach der Reformationszeit den Alkohol als Genussmittel zunehmend substituierte.
- Historische Ursprünge und erste Erwähnungen des Tabaks in Bremen
- Wirtschaftliche Strukturen, Handelspraktiken und steuerliche Rahmenbedingungen
- Konflikte mit dem Umland bezüglich Monopolstellungen und Handelsbeschränkungen
- Verbreitung des Tabakkonsums und soziale sowie ordnungsrechtliche Aspekte
- Unternehmensgeschichtliche Entwicklung und die Bedeutung des Tabaks für den Standort Bremen
Auszug aus dem Buch
4. Wirtschaft und Steuern
Die Bedeutung des Tabaks wurde wirtschaftlich immer wichtiger, sodass in der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts auch der Staat durch den wachsenden Tabakkonsum profitieren wollte (vgl. Herwig-Lempp, 1994, S. 118 – 120).
4.1. Die wirtschaftliche Relevanz
Durch eine bessere Infrastruktur und durch eine erhöhte Nachfrage nahmen der Handel und Konsum des Tabaks in Bremen zu Beginn des 18. Jahrhunderts zu. Durch seine Handelserfahrung spielte Bremen und auch Hamburg eine „zentrale Rolle“ (Herwig-Lempp, 1994, S. 112) im Handel mit Tabak.
Durch die vermehrte Fabrikation gab es in der Mitte des 18. Jahrhunderts bereits circa 120 Fabrikanten. „Als seit etwa 1700 der Handel, Vertrieb und die Verarbeitung des Tabaks in bremischen Kaufmannshäusern zunehmend Boden faßten, da war das Innere dieser Häuser bereits bis zur Überfüllung mit Stuben, Kammern, Kojen und Galerien zugebaut […]“ (Grohne, 1937; zit. nach Herwig-Lempp, 1994, S. 113).
Dieses Zitat lässt ersichtlich werden, wie eng es in den bremischen Häuser gewesen ist und jeder freie Platz dazu genutzt wurde, Tabak herzustellen.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Arbeit führt in die Kulturgeschichte des Tabaks in Bremen ein und erläutert die Substitution des Alkohols durch den Tabak nach der Reformation.
2. Die Anfänge in Bremen: Dieser Abschnitt beschreibt die frühe Tabakgeschichte anhand des Werkes „Tabacologia“ und zeigt die Orientierung des Bremer Handels nach Holland auf.
3. Händler und Fabrikanten: Es wird die Entwicklung der frühen Tabakhändler wie Thomas Payne zu den ersten Fabrikationsstätten in der Hansestadt dargestellt.
4. Wirtschaft und Steuern: Das Kapitel analysiert die zunehmende wirtschaftliche Bedeutung der Tabakindustrie und die fiskalische Behandlung der Handelsware durch den Staat.
5. Kontroversen mit dem Umland Bremens: Hier werden die Konflikte mit den Herzögen von Braunschweig und Lüneburg bezüglich Tabakmonopolen und deren Auswirkungen auf den Bremer Handel behandelt.
6. Tabaksorten und -briefe: Die Entstehung verschiedener Geschmacksrichtungen sowie die Entwicklung der Verpackung als Marken- und Werbefläche stehen hier im Fokus.
7. Tabakkonsum: Das Kapitel beleuchtet den privaten Konsum, ordnungspolitische Rauchverbote und die Etablierung des Tabakkonsums im allgemeinen Sprachgebrauch.
8. Schluss: Abschließend wird die langjährige Bedeutung des Tabaks für die wirtschaftliche Prosperität Bremens bis in die heutige Zeit zusammengefasst.
Schlüsselwörter
Tabak, Bremen, Kulturgeschichte, Tabakhandel, Tabakfabrikation, Wirtschaftsgeschichte, Genussmittel, Tabakkonsum, Kolonialwaren, Tabacologia, Steuerwesen, Stadtentwicklung, Industrialisierung, Rauchverbot, Hansestadt.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Kulturgeschichte des Tabaks in Bremen und untersucht dessen Etablierung als wichtiges Handels- und Konsumgut seit dem 17. Jahrhundert.
Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Die zentralen Themen sind die historische Einführung des Tabaks, die Entwicklung der Handelsstrukturen, die wirtschaftliche Bedeutung der Fabrikation sowie die sozialen und politischen Begleiterscheinungen des Konsums.
Welches primäre Ziel verfolgt die Autorin?
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie der Tabak den Alkohol als Genussmittel ablöste und welche zentrale Rolle diese Entwicklung für die wirtschaftliche Macht der Hansestadt Bremen spielte.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer kulturhistorischen Literaturanalyse, bei der primäre und sekundäre historische Quellen ausgewertet werden, um die Entwicklung des Bremer Tabakwesens nachzuzeichnen.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in historische Phasen: von den ersten Anfängen und dem Handel über wirtschaftspolitische Auseinandersetzungen bis hin zu Details über die Produktion, das Marketing durch Verpackungsdesigns und den alltäglichen Konsum.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die wichtigsten Begriffe sind Tabak, Bremen, Kulturgeschichte, Wirtschaftsgeschichte, Handel, Fabrikation, Genussmittel und Konsum.
Warum gab es Konflikte mit dem Umland Bremens?
Die Konflikte entstanden durch Monopolbestrebungen der Nachbarstaaten, wie Braunschweig und Lüneburg, die den Bremer Händlern den Absatz ihrer Waren erschwerten und zu Schmuggelaktivitäten führten.
Welche Rolle spielte Johannes Neander für die Tabakgeschichte?
Johannes Neander verfasste mit „Tabacologia“ (1622) die erste wichtige wissenschaftliche Quelle, die sich mit dem Gebrauch, der Zubereitung und der medizinischen Wirkung von Tabak in Bremen befasste.
Wie wurde der Tabakkonsum in der Stadt reguliert?
Der Konsum wurde durch ordnungsrechtliche Maßnahmen, wie beispielsweise Rauchverbote in der Nähe von brandgefährdeten Gebäuden oder Ställen, städtisch reguliert.
Wie entwickelte sich die Tabakwirtschaft in Bremen langfristig?
Bremen entwickelte sich durch den Handel und später durch große Fabriken wie Brinkmann zu einem der bedeutendsten Zentren der europäischen Tabakindustrie, was die wirtschaftliche Relevanz der Stadt über Jahrhunderte festigte.
- Arbeit zitieren
- Janina Heins (Autor:in), 2011, Die Kulturgeschichte des Tabaks in der Hansestadt Bremen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/275182