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Biologische Invasionen und ihre Bedeutung für die Biodiversität

Title: Biologische Invasionen und ihre Bedeutung für die Biodiversität

Seminar Paper , 2003 , 17 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Oliver Burkert (Author)

Geography / Earth Science - Miscellaneous
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In den Medien werden sie meist als „Aliens, Eindringlinge, Kolonisten [oder] Fremdlinge“ (MERTENS, 23.07.2003) betitelt und mit überwiegend negativen Eigenschaften versehen: Pflanzen und Tiere, die durch direkte oder indirekte Hilfe des Menschen Gebiete außerhalb ihres ursprünglichen Verbreitungsareals besiedeln und sich dort ausbreiten. Diese Form der Arealerweiterung nennt man biologische Invasionen.

Sie wirken sich auf die „räumliche (...) Erscheinung der Lebensgemeinschaften von Tieren und/oder Pflanzen sowie deren funktionellem Mitwirken im (...) Ökosystem“ (LESER 1997: 87) aus und sind daher Thema im Rahmen der Biogeographie und der vorliegenden Abhandlung.

Meine Arbeit gliedert sich in vier Kapitel: Während in Kapitel 1 die Terminologie zum Thema dargestellt wird, zeigt das zweite Kapitel Möglichkeiten der Einführung bzw. Einschleppung gebietsfremder Arten und die Rolle des Menschen dabei auf. Kapitel 3 setzt sich mit dem Ablauf des Invasionsprozesses und einigen seiner Einflussfaktoren auseinander. Abschließend werden im vierten Kapitel die Auswirkungen biologischer Invasionen auf die Biodiversität diskutiert.

Da diese Arbeit nicht das ganze Spektrum des The mas abdecken kann, beschränkt sie sich in ihren Beispielen - trotz des globalen Auftretens von biologischen Invasionen - auf Pflanzen und Tiere, die in den mitteleuropäischen Raum eingeführt und eingeschleppt wurden.

Den Literaturschwerpunkt bilden das im Jahr 2003 erschienene Werk „Biologische Invasionen: Neophyten und Neozoen in Mitteleuropa“ des Berliner Ökologen Ingo Kowarik sowie zwei Publikationen des Rostocker Zoologen Ragnar Kinzelbach.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

Einleitung

1. Terminologie

1.1 Von einheimischen und nicht-einheimischen Organismen

1.2 Sonderfall: Bundesnaturschutzgesetz

2. Biologische Invasionen und die Rolle des Menschen

2.1 Absichtliche Einführungen

2.2 Unabsichtliche Einschleppungen

2.3 Sekundäre Ausbringungen

3. Der Invasionsmechanismus

3.1 Der Invasionsprozess als Modell

3.2 Time-Lags

3.3 Erfolg und Prognose biologischer Invasionen

4. Auswirkungen biologischer Invasionen auf die Biodiversität

4.1 Biodiversitätskonvention

4.2 Bereicherung oder Gefahr?

Schlussbemerkung

Literatur

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die vorliegende Arbeit untersucht das Phänomen der biologischen Invasionen und deren Auswirkungen auf die Biodiversität, mit einem spezifischen Fokus auf Pflanzen- und Tierarten in Mitteleuropa. Das primäre Ziel ist es, den menschlichen Einfluss, die Mechanismen der Ausbreitung sowie die ökologischen Folgen dieses globalen Phänomens kritisch zu beleuchten.

  • Terminologische Abgrenzung von Neobiota und invasiven Arten.
  • Analyse der menschlichen Rolle bei absichtlichen und unabsichtlichen Einschleppungen.
  • Untersuchung der Invasionsmechanismen und beeinflussender Faktoren wie Time-Lags.
  • Diskussion der Auswirkungen auf die Biodiversität und den Naturschutz.

Auszug aus dem Buch

2.2 Unabsichtliche Einschleppungen

Die Zahl an Arten, die unabsichtlich ein neues Gebiet erreicht haben, ist vermutlich deutlich größer als die absichtlicher Einbringungen. Im Gegensatz zu den Einführungen spricht man von Einschleppungen. Auch in diesem Fall bildet das Jahr 1492 eine Grenze zwischen Archäophyten/-zoen und Neophyten/-zoen. Historisch führten die selben Ereignisse wie bei den absichtlichen Einführungen zu Invasionsspitzen.

Bereits während der Neolithischen Revolution gab es unabsichtliche Einschleppungen. Durch die anthropogene Bearbeitung von Standorten, wie beispielsweise der Rodung von Wäldern zur Anlage von Äckern, sind dort Bedingungen entstanden, die gebietsfremden Arten (z. B. Unkräutern) für eine dauerhafte Ansiedlung von Vorteil waren. Zur Zeit der römischen Herrschaft wurden weitere Wildkräuter aus Südeuropa eingeschleppt. Transportiert wurden diese Archäophyten zusammen mit „Kulturpflanzen, mit Herdentieren, Saatgut und anderen Waren“ (KOWARIK 2003: 61). Es wurde nachgewiesen, dass Schafe in ihrem Fell, in den Klauen oder ihren Ausscheidungen Tierarten (z. B. Schnecken) und Diasporen über weite Distanzen transportierten können (vgl. a. a. O.: 62).

Die Zahl unabsichtlich eingeschleppter Arten stieg mit Beginn der Neuzeit rapide an. Aus allen Teilen der Welt wurden Neobiota eingeschleppt. Mit der Entwicklung von Dampfschifffahrt und Eisenbahn, später von Flugzeugen und Kraftfahrzeugen konnten Menschen und Güter nahezu jeden Ort auf der Erde erreichen.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Terminologie: Dieses Kapitel definiert grundlegende Fachbegriffe wie Neobiota, Archäophyten und Neozoen und grenzt diese von einheimischen Arten ab.

2. Biologische Invasionen und die Rolle des Menschen: Hier werden die Ursachen von Invasionen beleuchtet, wobei zwischen absichtlichen Einführungen, unabsichtlichen Einschleppungen und sekundären Ausbringungen differenziert wird.

3. Der Invasionsmechanismus: Dieses Kapitel erläutert den Prozess der Invasion als Modell, geht auf Latenzzeiten (Time-Lags) ein und diskutiert Methoden zur Erfolgsprognose.

4. Auswirkungen biologischer Invasionen auf die Biodiversität: Abschließend wird die kontroverse Debatte geführt, ob gebietsfremde Arten eine Bereicherung der Vielfalt darstellen oder eine Gefahr für bestehende Ökosysteme bedeuten.

Schlüsselwörter

Biologische Invasionen, Neobiota, Biodiversität, Neophyten, Neozoen, Invasionsprozess, anthropogener Einfluss, ökologische Ausbreitung, gebietsfremde Arten, Einschleppung, Ökosystemmanagement, Artenvielfalt, Naturschutz, Tens-Rule, Latenzzeiten.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit dem biogeographischen Phänomen biologischer Invasionen, bei denen Arten durch den Menschen in Gebiete außerhalb ihres ursprünglichen Verbreitungsareals gelangen.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Die zentralen Felder umfassen die Definition von Neobiota, die verschiedenen Wege der Einschleppung, die Dynamik des Invasionsmechanismus sowie die Auswirkungen auf die Biodiversität.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es, den menschlichen Einfluss auf die Ausbreitung gebietsfremder Arten darzustellen und die ökologischen Konsequenzen für die Biodiversität im mitteleuropäischen Raum zu diskutieren.

Welche wissenschaftliche Methode liegt der Arbeit zugrunde?

Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturanalyse einschlägiger biogeographischer Werke, insbesondere der Arbeiten von Ingo Kowarik und Ragnar Kinzelbach.

Welche Inhalte stehen im Hauptteil im Fokus?

Im Hauptteil stehen die verschiedenen Formen der Ausbringung (absichtlich/unabsichtlich), die Phasen des Invasionsprozesses und die Risikoabschätzung bei gebietsfremden Arten im Vordergrund.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind insbesondere Neobiota, Invasion, Biodiversität, Anthropogener Einfluss und das Jahr 1492 als historische Zäsur.

Warum wird das Jahr 1492 als entscheidende Grenze genannt?

Das Jahr 1492 markiert den Beginn des globalen Austauschs von Tieren, Pflanzen und Gütern durch die Entdeckung Amerikas, was historisch als Zäsur für die Einschleppung gebietsfremder Arten dient.

Gibt es eine eindeutige Bewertung, ob Invasionen gefährlich sind?

Nein, die Bewertung ist kontrovers: Während einige Aspekte als Bereicherung der Artenvielfalt wahrgenommen werden, warnen andere vor einer Verdrängung einheimischer Arten und der Gefährdung der Biodiversität.

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Details

Title
Biologische Invasionen und ihre Bedeutung für die Biodiversität
College
Friedrich-Alexander University Erlangen-Nuremberg  (Institut Für Geographie)
Course
Proseminar
Grade
1,0
Author
Oliver Burkert (Author)
Publication Year
2003
Pages
17
Catalog Number
V27518
ISBN (eBook)
9783638295505
Language
German
Tags
Biologische Invasionen Bedeutung Biodiversität Proseminar
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Oliver Burkert (Author), 2003, Biologische Invasionen und ihre Bedeutung für die Biodiversität, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/27518
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