Die Macht der Konzerne. Der wirtschaftliche und politische Einfluss von Großunternehmen


Seminararbeit, 2004
19 Seiten, Note: 1

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung
1.1 Entstehung von Großunternehmen und Konzernen
1.2 Formen von Konzernen
1.3 Konzerntypische Branchen

2 Wirtschaftliche Konzernmacht
2.1 Konzernmacht gegenüber Unternehmen
2.2 Konzernmacht gegenüber der Bevölkerung

3 Politische Konzernmacht

4 Widerstand gegen die Macht von Konzernen

5 Positive Bedeutung und Schwierigkeiten aus Sicht von Konzernen
5.1 Vorteile von Großkonzernen
5.2 Schwierigkeiten für Konzerne

6 Zusammenfassung und Fazit

7 Literaturverzeichnis

1 Einleitung

Wirtschaft und Politik wird Großteils von einigen wenigen sehr großen Unternehmen, Konzernen gelenkt und beeinflusst. Sie bestimmen neben wirtschaftlichen Faktoren wie Warenangebot und Preis von Produkten auch das Leben und das Verhalten der meisten Menschen und viele politische Entscheidungen in einem Staat, wobei deren Mittel wie Spionage, Korruption, Datenfälschungen bis hin zu organisierter Kriminalität oftmals bereits jenseits der Grenze der Legalität liegen.(Rammer, et al., 2005, p. 2)

Neben der Frage ob eine derartige Machtverteilung legitim ist, stellt sich auch jene wie sie zu Stande kommt und ob bzw. wie sich der Widerstand dagegen manifestiert. Wäre es im Gegensatz überhaupt denkbar, Konzerne zu eliminieren oder kann doch nicht auf sie verzichtet werden? In der vorliegenden Arbeit wird im Folgenden auf derartige Fragestellung vertieft eingegangen.

1.1 Entstehung von Großunternehmen und Konzernen

Die Entstehung von Großunternehmen und das damit verbundene erreichen einer Machtposition ist ein Phänomen, das weder neu, noch zufällig ist. Stattdessen ver- läuft es nach einem üblichen Muster: In der kapitalistischen Wirtschaft streben die meisten Unternehmen durch die geeignete Strategie mit dem Ziel der Gewinnmaxi- mierung nach Wachstum, wobei dies einigen besser, anderen weniger gut gelingt. Größere Unternehmen erlangen dauerhafte Vorteile gegenüber den Kleineren, wo- durch sie weiter expandieren können (siehe Abbildung 1). Die Größe von Unterneh- men verschafft als nächstes durch Monopolstellungen und die stärkere Finanzkraft eine gewisse Marktmacht. Diese kann durch die geschickte Beeinflussung von Staat und Politik, sogenanntes Lobbying sogar zu einer politischen Macht ausgebaut wer- den, wodurch den großen internationalen Konzernen dann ganz neue Möglichkeiten eröffnet werden.

(Rammer, et al., 2005, p. 2),(Bathelt & Glückler, 2012, p. 280)

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1: Entstehung Rückbildung von Großunternehmen

(Bathelt & Glückler, 2012, p. 286)

Als frühes Beispiel wird oftmals der Augsburger Konzern der Fugger im 15. Jahrhundert. Der geschickte Kaufmann Jakob Fugger schaffte durch den Aufkauf von Bergwerken den Aufbau eines Kupfermonopols. Durch die Vergabe von Krediten an Landherrn und Kaiser und die Beteiligung am vatikanischen Ablasshandel erlangten die Fugger bedeutenden Einfluss in Europa. Schlussendlich übernahmen sie sogar politische Funktionen. (Focus Online, 2009)

1.2 Formen von Konzernen

Konzerne sind also Organisationen oder Gruppen von Großunternehmen, die im Markt eine beherrschende Stellung erreicht haben. Sie sind durch komplexe Beziehungs- und Kapitalverflechtungen verbunden.

Es gibt hinsichtlich der Strategie verschiedene Formen von Konzernen:

- Horizontale Integration:

Es werden neue Märkte erschlossen, indem Unternehmen aufgekauft werden, welche in denselben oder in ähnlichen Märkten tätig sind. Dadurch wird der Konzern größer und schaltet Konkurrenten aus. Vor allem Autohersteller gehören zu diesem Typ.

- Vertikale Integration:

Bei dieser Strategie schließen sich Unternehmen zusammen, die zueinander Lieferanten bzw. Abnehmer sind. Im Extremfall übernimmt der Konzern alle Schritte von der Rohstoffgewinnung bis zum konsumfertigen Produkt. Dadurch werden durch die günstigere Produktion die Konkurrenten verdrängt.

- Differenzierung:

Hier versucht das Unternehmen durch besondere Qualitäts- und Imagemerkmale sich von der Konkurrenz abzuheben und so eine monopolähnliche Stellung zu erlangen.

- Diversifikation:

Ziel dieser Strategie ist die Erweiterung des Marktbereiches durch Erweiterung der Produktpallette bzw. des erschlossenen Raumes (siehe Kasten 1).

- Wettbewerbsorientierte Strategie:

Großunternehmen versuchen durch niedrige Lohn- und Steuerniveaus sowie Massenproduktion die Stückkosten unter dem der Konkurrenten zu senken. Dadurch wird vor allem eine Markteintrittsbarriere gegenüber aufkeimenden Konkurrenten geschaffen und damit die Oligopolstellung (siehe Absatz 2.1) gesichert.

Mittlere Unternehmen dagegen versuchen durch Kooperation eine gemeinsame Wertschöpfungskette aufzubauen um dadurch gegenüber Großunternehmen Konkurrenzfähig zu bleiben.

(Bathelt & Glückler, 2012, p. 281 ff)

Nestlé Waters erwartet "Kampf der Giganten"

Als globaler Player im Bereich der abgepackten Wässer reklamiert Nestlé Waters inzwi- schen weltweit einen Marktanteil von 17 Prozent und sieht seine Führungsposition damit weiter verstärkt. In Europa liegt der Anteil bei 18 Prozent, in Nordamerika bei 31,9 Prozent. Auf Europa und Nordamerika entfallen bei Nestlé Waters zusammen zwei Drittel des welt- weit erzielten Ertrags. Insgesamt zählt die Gruppe heute 77 lokale, regionale und internatio- nale Marken. Die Weltmarke Nestlé Pure Life sowie das in Europa vertriebene Nestlé Aquarel rangieren noch im mittleren bzw. unteren Feld, entwickelten sich aber "zu echten Wachstumsmotoren für die Zukunft".

Angebotsbreite, Reaktionsschnelligkeit, Innovationskraft, effiziente Produktions- und Vertriebsstrukturen und schneller Ausbau der Aktivitäten im Bereich der Water-Cooler seien Waffen, mit denen sich Nestlé Waters auch für die Coca-Cola-Herausforderung durch Dasani gewappnet sieht.

Kasten 1: Lebensmittel Zeitung 12 vom 19.03.2004 S. 18

1.3 Konzerntypische Branchen

Konzerne übernehmen typischerweise Branchen, die für kleinere Unternehmen uner- reichbar bleiben, weil sie hinsichtlich der Konkurrenzfähigkeit deutlich unterlegen sind, sie nicht über das notwendige Kapital für Investitionen (Forschung, Produkti- onsanlagen, Börse) verfügen und ihnen die hierfür notwendigen Vernetzungen und Beziehungen politische Einflüsse fehlen (Konzessionen und Förderrechte).

Solche Branchen sind vor allem:

- Energie:

Vor allem Erdölförderung und Raffinieren (z.B. Exxon Mobil, BP) aber auch der Betrieb von Elektrizitätswerken wie beispielsweise Wasserkraftanlagen (z.B. Tiroler Wasserkraft AG, Montecattini / Montedison).

- Elektronik, Telekommunikation:

Große Konzerne können in Innovation und Netzausbau investieren, Computerprogramme entwickel und zu monopolähnlichen Stellungen gelangen (z.B. Samsung, Apple, Microsoft, Telekom)

- Transportmittel, Maschinenbau:

Automobilindustrie (z.B. General Motors, DaimlerChrysler), öffentliche Ver-kehrsmittel (z.B. ÖBB, Boeing / Airbus), Raumfahrt.

- Pharmazeutik und Kosmetik (z.B. Bayer)

- Bauwirtschaft:

Ausführung und Planung von großen internationalen Bauprojekten (Tunnelbau, Wasserkraft, Infrastruktur) kann nur von sehr großen Unternehmen ausgeführt werden. (z.B. Porr, Strabag, Svietelsky)

- Landwirtschaft und Lebensmittel:

Züchtung neuer, rechtlich geschützter Sorten, Gentechnik, Produktion von Dünge- und Pflanzenschutzmittel (z.B. Monsanto), Aufbau internationaler Lebensmittelmarken Kontrolle über das Trinkwasser (z.B. Nestle).

- Banken und Versicherungen:

Sehr große Finanzkonzerne (z.B. Allianz) haben anhand des hohen Kapitals die Möglichkeit, große Kredite zu vergeben und das Risiko in der Versicherungsbranche zu übernehmen.

(Rammer, et al., 2005, p. 5)

[...]

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Details

Titel
Die Macht der Konzerne. Der wirtschaftliche und politische Einfluss von Großunternehmen
Hochschule
Leopold-Franzens-Universität Innsbruck  (Geographie)
Veranstaltung
Seminar zur Wirtschaftskunde / Wirtschaftsgeographie
Note
1
Autor
Jahr
2004
Seiten
19
Katalognummer
V275219
ISBN (eBook)
9783656679974
ISBN (Buch)
9783656697862
Dateigröße
4370 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Konzerne, Konzern, Großunternehmen, Konzernmacht, wirtschaftliche Macht, politische Macht, Lobby, Lobbying, Technologie, Multis, transnationale Konzerne, internationale Konzerne, Ausbeutung
Arbeit zitieren
Dipl. Ing. Jonas Stecher (Autor), 2004, Die Macht der Konzerne. Der wirtschaftliche und politische Einfluss von Großunternehmen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/275219

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