Diese Proseminararbeit beschäftigt sich mit der kolonialen Machtergreifung in Afrika durch Großbritannien während der Phase des "Scramble for Africa". Die Abgrenzung der Arbeit erfolgt dahingehend, dass als zeitlicher Rahmen der "Scramble for Africa" (1880 – 1900) im Blickpunkt stehen soll. Als Akteur wird Großbritannien genauer betrachtet, der Ort des Geschehens
soll sich auf den afrikanischen Kontinent beschränken und andere britische Kolonialgebiete ausschließen. Die Fragestellung lautet folglich: Warum kam es zur kolonialen Machtergreifung in Afrika durch Großbritannien?
Welche Gründe waren für Großbritannien ausschlaggebend, Gebiete in Afrika zu kolonialisieren?
Inhaltsverzeichnis
1.Einleitung
2.Kolonialismus
2.1.Kurze Beschreibung von Kolonialismus
2.2.Britischer Kolonialismus in Afrika
3.Vorgeschobene Gründe für den britischen Kolonialismus
3.1.Entwicklung für Afrika
3.2.Beendigung der Sklaverei
4.Tatsächliche Gründe für den britischen Kolonialismus
4.1.Wirtschaftsinteressen
4.2.Globale Machtinteressen
5.Resümee
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Hintergründe der britischen kolonialen Machtergreifung in Afrika während des "Scramble for Africa" (1880–1900). Dabei wird der Hypothese nachgegangen, dass moralische und humanitäre Begründungen als vorgeschobene Rechtfertigung dienten, um ökonomische Interessen und globale Machtansprüche in der Praxis zu verschleiern.
- Analyse der Diskrepanz zwischen offiziellen Rechtfertigungsdoktrinen und tatsächlichem kolonialen Handeln
- Untersuchung ökonomischer Motive, insbesondere der Sicherung von Ressourcen und Märkten
- Bewertung globaler machtpolitischer Interessen und geostrategischer Erwägungen Großbritanniens
- Kritische Hinterfragung der humanitären Argumente wie der Missionierung und der Beendigung der Sklaverei
Auszug aus dem Buch
3.2. Beendigung der Sklaverei
Der innerafrikanische Sklavenhandel wurde oftmals als Grund für die koloniale Machtergreifung in Afrika durch Großbritannien genannt. Doch inwiefern war dies eine tatsächliche Motivation, oder war dieser Grund nur vorgeschoben, um afrikanische Gebiete zu kolonialisieren und die moralische Komponente dabei entsprach nicht der Realität?
Nach den Anstrengungen von Großbritannien, den Sklavenhandel zu unterbinden, und einem gesetzlichen Verbot von diesem, kam es zwar zu einem Rückgang des transatlantischen Sklavenhandels, jedoch nahm die Sklaverei in Afrika zu. In letzter Konsequenz kam dies den Großmächten nicht ungelegen. Die Grausamkeiten der Sklaverei in Afrika führten dazu, dass diejenigen Strömungen in Großbritannien, welche sich für die Besitznahme von Kolonien in Afrika aussprachen, Wasser auf ihre Mühlen erhielten und dahingehend agierten, dass die im Rahmen des Scramble for Africa durchgeführten Bemächtigungen von afrikanischen Gebieten als ein Kampf gegen Sklavenhandel verkauft werden konnte (vgl. Wirz 2003: 73).
Auch das Schlussdokument der Berliner Westafrikakonferenz bezog sich in einem Artikel explizit auf die Sklaverei. Es wurde daraufhingehend eingegangen, den Schutz der einheimischen Bevölkerung und die Verbesserung der Lebenssituation zu fördern sowie gegen die Ausbeutung durch Sklaverei und Menschenhandel vorzugehen. So wurde unter dem Schutzmantel der Zivilisation für die BewohnerInnen Afrikas die eigentlichen Ziele der britischen Kolonisatoren, wie etwa ökonomische Motive und globale Machtinteressen, verdeckt und somit tatsächliche Motive auf eine humanitäre Ebene verlagert (vgl. Grau 2006: 78).
Zusammenfassung der Kapitel
1.Einleitung: Dieses Kapitel definiert den zeitlichen Rahmen (1880–1900), den Akteur Großbritannien und die zentrale Hypothese, dass moralische Argumente lediglich als Vorwand für ökonomische Interessen dienten.
2.Kolonialismus: Hier wird der theoretische Begriff des Kolonialismus definiert und ein Überblick über die britische Präsenz auf dem afrikanischen Kontinent gegeben.
3.Vorgeschobene Gründe für den britischen Kolonialismus: Dieses Kapitel analysiert moralische Argumente wie die Zivilisierungsmission und die Bekämpfung der Sklaverei, die als propagandistische Rechtfertigung dienten.
4.Tatsächliche Gründe für den britischen Kolonialismus: Hier werden die ökonomischen Motive, wie die Sicherung von Rohstoffen und Absatzmärkten, sowie die globalen machtpolitischen Interessen Großbritanniens dargelegt.
5.Resümee: Das Schlusskapitel fasst die Ergebnisse zusammen und stellt einen kritischen Vergleich zwischen den historischen kolonialen Rechtfertigungsmustern und modernen politischen Interventionen her.
Schlüsselwörter
Großbritannien, Afrika, Kolonialismus, Scramble for Africa, Wirtschaftsinteressen, Machtpolitik, Sklaverei, Berliner Konferenz, Missionierung, Rohstoffe, Machtansprüche, koloniale Machtergreifung, Imperialismus, Außenpolitik, Ausbeutung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Proseminararbeit grundlegend?
Die Arbeit untersucht die Motive Großbritanniens für die koloniale Machtergreifung in Afrika Ende des 19. Jahrhunderts.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Die Arbeit fokussiert sich auf die Unterscheidung zwischen vorgeschobenen humanitären Argumenten und tatsächlichen ökonomischen bzw. machtpolitischen Interessen.
Was ist die zentrale Forschungsfrage?
Warum kam es zur kolonialen Machtergreifung durch Großbritannien und welche Gründe waren dafür ausschlaggebend?
Welche wissenschaftliche Methode wird angewendet?
Es wird ein analytischer Ansatz gewählt, der theoretische Rechtfertigungsrhetorik mit tatsächlichen praktischen Handlungen vergleicht, um Diskrepanzen aufzudecken.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil analysiert spezifische Themen wie die Sklaverei-Debatte, ökonomische Wirtschaftsinteressen und globale geostrategische Machtansprüche.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?
Die Arbeit ist durch Begriffe wie Kolonialismus, Scramble for Africa, Wirtschaftsinteressen, Machtpolitik und imperiale Expansion gekennzeichnet.
Welche Rolle spielte die Berliner Konferenz in der Argumentation des Autors?
Der Autor wertet die Konferenz nicht als Aufteilungsorgan, sondern als Wegbereiter für spätere Machtansprüche, wobei die dortigen humanitären Klauseln als „nobles Mäntelchen“ für ökonomische Interessen fungierten.
Zieht der Autor eine Verbindung zur Gegenwart?
Ja, im Resümee zieht der Autor Parallelen zwischen historischen kolonialen Legitimationen und modernen Rechtfertigungen für militärische Interventionen, wie etwa den Irakkrieg.
- Arbeit zitieren
- Wolfgang Krumm (Autor:in), 2008, Motive für Großbritanniens koloniale Machtergreifung in Afrika, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/275242