Die Hausarbeit behandelt die Forschungsfrage „Hat die Kooperation der Firma Krupp die Mobilmachung des Dritten Reiches ermöglicht?“. Für die Fragestellung sprechen der wirtschaftspolitische Einfluss des Unternehmens, durch die Mitgliedschaft in der Ruhrlade und dem RDI, sowie das Generieren hoher Umsätze durch die Rüstungsindustrie. Allerdings beruhte die Kooperation mehr auf Drängen der Nationalsozialisten.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Historischer Kontext
2.1 Die Familie Krupp
2.2 Gustav Krupp von Bohlen und Halbach
2.3 Die wirtschaftliche Situation Deutschlands
3 Die Großindustriellen
3.1 Ruhrlade
3.2 Machtfülle der Unternehmen
4 Beziehung Firma Krupp – NS Regime
4. 1 Innovationen für Hitler
4.2 Vorteile für das Unternehmen
4.3 Präsenz der Nazis
5 Fazit
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht die Forschungsfrage, inwieweit die Kooperation der Firma Krupp die Mobilmachung des Dritten Reiches ermöglichte, wobei die wirtschaftspolitische Vormachtstellung des Unternehmens im Kontext der gesamten Großindustrie analysiert wird.
- Historische Entwicklung der Familie Krupp und wirtschaftlicher Kontext nach 1918
- Einfluss der Großindustriellen und Bedeutung der "Ruhrlade"
- Wechselwirkung zwischen Firmeninteressen und dem NS-Regime
- Analyse der Machtverhältnisse und Bevormundung durch das nationalsozialistische System
Auszug aus dem Buch
4. 1 Innovationen für Hitler
Laut Gustav Luntowski hatte es Gustav Krupp schon zu Zeiten der Weimarer Republik als „seine vaterländische Pflicht angesehen, die technologischen Voraussetzungen für eine moderne Rüstungsproduktion“ 40 zu schaffen. Diese Ansicht vertritt er auch zu Zeiten der NSDAP. Der Aufstieg Hitlers ist teilweise auf die, speziell für ihn entworfenen, Innovationen zurückzuführen. Außerdem hatte die Umstellung auf die Rüstungsindustrie einen positiven Einfluss auf die militärische Stärke der deutschen Truppen innerhalb des Zweiten Weltkrieges. So gingen im Geschäftsjahr 1938/1939 „ 40 Prozent des Umsatzes auf Aufträge der Wehrmacht zurück.“41.
Schon zu Kaiserzeiten war die Firma Krupp der Regierung sehr angetan und darin bestrebt in Rüstungsfragen zu kooperieren. Das Unternehmen entwickelte im Ersten Weltkrieg für das deutsche Heer den „ 42- Zentimeter-Mörser – Dicke Berta“42, wodurch das Ansehen des Konzerns wuchs.
Solch entscheidende Innovationen gab es auch zu Zeiten der Nationalsozialisten und ermöglichten teilweise deren Mobilmachung. Nach Kriegsende entwarf die Forschungsableitung des Unternehmens die „8,8-Zentimeter-Flugabwehrkanone“43, welche dem Heer später von Nutzen sein konnte. Außerdem konstruierte die Krupp AG riesige Geschütztürme44 für die Schlachtschiffe Bismark und Tirpitz in den Jahren 1940 /41. Zudem entwickelten Ingenieure 1938 „Dora“, ein „Kaliber von 80 Zentimetern und einer Rohrlänge von 40 Metern“45. Diese war der bisher größte, auf dem Markt erhältliche, Schießapparat. Unter anderem wegen diesen Entwicklungen wird die Firma Krupp im Jahr 1940 zum „nationalsozialistischen Musterbetrieb“46 ernannt.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Vorstellung der Forschungsfrage bezüglich der Kruppschen Kooperation mit dem NS-Regime und Erläuterung der literaturbasierten Methodik.
2 Historischer Kontext: Darstellung der Familiendynastie Krupp und der wirtschaftlichen Notlage Deutschlands in der Zwischenkriegszeit.
3 Die Großindustriellen: Untersuchung des Einflusses der Schwerindustrie auf das politische System und die Rolle der Interessenvertretung "Ruhrlade".
4 Beziehung Firma Krupp – NS Regime: Analyse der technischen Innovationen für die Rüstung, der wirtschaftlichen Vorteile und der zunehmenden staatlichen Kontrolle über das Unternehmen.
5 Fazit: Zusammenfassende Bewertung der Machtbefugnisse Krupps und Erkenntnis, dass das Unternehmen eher unter staatlicher Bevormundung stand als ein eigenständiger Wegbereiter zu sein.
Schlüsselwörter
Krupp, Mobilmachung, Ruhrlade, Nationalsozialismus, Rüstungsindustrie, Zweiter Weltkrieg, Gustav Krupp, Wehrmacht, NS-Regime, Lex Krupp, Industrielle, Wirtschaftspolitik, Gussstahl.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert die historische Rolle der Firma Krupp und deren Beziehung zum NS-Regime während der Vorbereitungsphase und Durchführung des Zweiten Weltkriegs.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Felder umfassen die Familiengeschichte Krupp, die wirtschaftliche Situation in Deutschland nach 1918, das Wirken der Großindustrie in der "Ruhrlade" sowie die Rüstungsproduktion unter den Nationalsozialisten.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist die Beantwortung der Frage, ob die Kooperation der Firma Krupp die Mobilmachung des Dritten Reiches aktiv ermöglicht hat.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine literaturbasierte Analyse, die primär auf dem Werk "Krupp: Höhen und Tiefen eines Industrieunternehmens" von Frank Stenglein basiert.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Im Hauptteil werden die historische Entwicklung, die Machtstrukturen der Industriellen, die spezifischen Innovationsleistungen für die Wehrmacht und die wirtschaftliche Abhängigkeit des Unternehmens vom NS-Regime detailliert betrachtet.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind unter anderem Krupp, Mobilmachung, Ruhrlade, Nationalsozialismus, Rüstungsindustrie und Zweiter Weltkrieg.
Was besagt die "Lex Krupp"?
Die "Lex Krupp" war eine Verordnung von Adolf Hitler aus dem Jahr 1943, die Krupp wieder in ein eigenständiges Unternehmen umwandelte, jedoch mit finanziellen Abgaben an den Staat verbunden war.
Wie bewertet die Autorin die Macht des Unternehmens?
Die Autorin kommt zu dem Schluss, dass Krupp nicht die oft unterstellte totale Macht besaß, sondern zunehmend unter der Kontrolle und Bevormundung des NS-Staates stand.
- Arbeit zitieren
- Tricy Unger (Autor:in), 2013, Die Krupp AG und die Mobilmachung des Dritten Reichs, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/275247