Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Texte veröffentlichen, Rundum-Service genießen
Zur Shop-Startseite › Soziologie - Kultur, Technik, Völker

Biopolitik. Wird der Körper zum politischen Schauplatz?

Titel: Biopolitik. Wird der Körper zum politischen Schauplatz?

Hausarbeit , 2013 , 23 Seiten , Note: 2,0

Autor:in: Verena Schindler (Autor:in)

Soziologie - Kultur, Technik, Völker
Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

"Flatrate"-Schönheitsoperationen inklusive Urlaub in einer sehenswürdigen Stadt, Stammzellenforschung, Gesundheitspolitik, die Untersuchung von Föten auf Erberkrankungen, Schwangerschaftsabbrüche, Rauchverbot, Gentechnik, der Wunsch eines schwerkranken Patienten sterben zu dürfen, Diätpillen oder einfach nur die bewusst gesunde Ernährung von Menschen. – All das sind Phänomene, die etwas mit der sogenannten Biopolitik zu tun haben. In unserer heutigen, modernen und schnelllebigen Leistungsgesellschaft wird es immer wichtiger, noch schöner, gesünder oder perfekter zu sein. Für viele wird es deshalb zum Lebensmotto, alles zu tun, was den Körper noch besser und leistungsfähiger macht.
Um die Hintergründe dieser modernen Lebensführung zu verstehen, widmet sich die folgende Arbeit dem Gegenstand der Biopolitik und der Frage, ob der Körper zum politischen Schauplatz wird. Die Biopolitik umfasst mittlerweile unzählig viele Bereiche, die oft stark in den Medien diskutiert werden. Außerdem sind fast alle Menschen aktuell von Biopolitik betroffen, oder üben sie selbst aus. Dennoch weiß man meist nicht, was sich genau alles hinter dem Begriff der Biopolitik verbirgt.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Was ist Biopolitik?

3. Beispiele moderner Biopolitik

3.1. Schönheitschirurgie

3.2. Pränataldiagnostik

3.3. Sterbehilfe

4. Der Körper als politischer Schauplatz

5. Fazit

6. Literaturverzeichnis

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die Arbeit untersucht den Begriff der Biopolitik und geht der zentralen Forschungsfrage nach, ob und inwiefern der menschliche Körper zu einem politischen Schauplatz geworden ist. Dabei wird analysiert, wie staatliche Regelungen und gesellschaftliche Erwartungen individuelle Körperdiskurse und Entscheidungszwänge formen.

  • Grundlagen und Definition der Biopolitik nach Michel Foucault
  • Die Rolle der Selbstregulierung des Individuums in modernen Gesellschaften
  • Einfluss der Schönheitschirurgie als "Technologie des Selbst"
  • Ethische und politische Implikationen der Pränataldiagnostik
  • Debatten um Sterbehilfe als Ausprägung biopolitischer Macht

Auszug aus dem Buch

3.1. Schönheitschirurgie

Die Schönheitschirurgie als Beispiel moderner Biopolitik thematisiert das oben beschriebene Phänomen, dass Menschen auf sich selbst Einfluss nehmen und sich regulieren wollen. Die Motive sich aufschneiden zu lassen sind verschieden, jedoch geht es oftmals den Klienten nicht nur darum, einfach schön zu sein. Viele leiden unter einem psychischen Druck, entstanden durch das Gefühl, wegen einem körperlichen Makel entstellt zu sein. Eine Schönheitsoperation könnte somit helfen, Selbstvertrauen und Lebensfreude zurückzugewinnen (Maasen 2008: 99). Die meisten Frauen wollen durch die kosmetischen Eingriffe nicht „die Schönste“, sondern wieder „normal“ sein, um nicht negativ in der Gesellschaft aufzufallen. Die moderne und aktuelle Denkweise in der Bevölkerung vermittelt dem Individuum das Gefühl, dass jeder Mensch das Beste aus sich herausholen und an seinem Körper und seinem Selbst ständig arbeiten muss, damit er sich und der Gesellschaft den optimalen Nutzen bringt und ihr nicht zur Last fällt (Villa 2008: 12). Gemäß einiger Autoren befinden wir uns aktuell in einem Zeitalter, dass durch einen übermäßigen und zweifelhaften Zwang zur Schönheit und Fitness geprägt ist (Maasen 2008: 100).

Der oft gehörte Ausspruch „Wer schön ist, ist ganz sie selbst, fühlt sich gut und hat Erfolg“ (ebd.: 104) gekoppelt mit Ratgebern, Zeitschriften und Fernsehsendungen über Schönheitsoperationen wollen mögliche Kunden von kosmetischen Eingriffen überzeugen. Entschließen sich Frauen schließlich zu einer Operation, steht wie oben angedeutet, das Motiv des „Normal Seins“ an oberster Stelle. Viele haben Angst, in der Gesellschaft abgehängt zu werden. Laut der Autorin Sabine Maasen kristallisieren sich in modernen Gesellschaften immer öfter „Mechanismen der flexiblen Selbststabilisierung“ (ebd.: 105) heraus. Das bedeutet, dass sich neue Maßstäbe bilden, was „normal“ ist und sich zunehmend die Menschen daran orientieren. Es entstehen also immer wieder andere Einschätzungen in der Bevölkerung, was normal oder schön zu sein scheint (ebd.: 104f.).

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Einführung in die Thematik der Biopolitik und Darlegung der Fragestellung zur Politisierung des menschlichen Körpers.

2. Was ist Biopolitik?: Theoretische Verortung des Begriffs Biopolitik, insbesondere unter Bezugnahme auf Michel Foucault und die Steuerung von Lebensprozessen.

3. Beispiele moderner Biopolitik: Untersuchung dreier zentraler Anwendungsfelder, in denen politische und individuelle Macht auf den Körper einwirken.

3.1. Schönheitschirurgie: Analyse der Schönheitschirurgie als Instrument der Selbstoptimierung und gesellschaftlichen Konformität.

3.2. Pränataldiagnostik: Diskussion der Pränataldiagnostik im Kontext von Selektion, ethischen Spannungsfeldern und dem unbewussten Druck auf werdende Mütter.

3.3. Sterbehilfe: Beleuchtung der Debatten um Sterbehilfe als Bereich, in dem staatliche Regulierung und individuelle Autonomie in Konflikt geraten.

4. Der Körper als politischer Schauplatz: Synthese der Argumente, warum der Körper in modernen Gesellschaften zu einem zentralen Ort politischer Intervention und Disziplinierung wird.

5. Fazit: Zusammenfassende Betrachtung der Ergebnisse und Ausblick auf die zukünftige Entwicklung biopolitischer Grenzverschiebungen.

6. Literaturverzeichnis: Auflistung der verwendeten Quellen und wissenschaftlichen Publikationen.

Schlüsselwörter

Biopolitik, Körperpolitik, Michel Foucault, Selbstregulierung, Schönheitschirurgie, Pränataldiagnostik, Sterbehilfe, Normalität, Autonomie, Macht, Biomacht, Leistungsgesellschaft, Selektion, Fremdtötungsmoral, Ethik.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit behandelt das Konzept der Biopolitik und untersucht, wie moderne Gesellschaften durch technologische und politische Maßnahmen den menschlichen Körper regulieren und beeinflussen.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Die Arbeit konzentriert sich auf die Bereiche Schönheitschirurgie, Pränataldiagnostik und Sterbehilfe als aktuelle Anwendungsfelder biopolitischer Diskurse.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, dass der menschliche Körper in der Moderne zunehmend zum politischen Schauplatz wird und wie individuelle Entscheidungen durch gesellschaftliche Erwartungen und Machtstrukturen beeinflusst werden.

Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit verwendet?

Die Autorin nutzt eine Literatur- und Diskursanalyse, um verschiedene wissenschaftliche Positionen zu biopolitischen Fragestellungen zusammenzuführen und kritisch zu reflektieren.

Was wird im Hauptteil der Arbeit detailliert behandelt?

Der Hauptteil analysiert die Motive und moralischen Debatten hinter den Beispielen Schönheitschirurgie, Pränataldiagnostik und Sterbehilfe und verknüpft diese mit der theoretischen Definition von Biopolitik.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Zentrale Begriffe sind Biopolitik, Selbstregulierung, Autonomie sowie der Körper als Ort der politischen Aushandlung.

Inwiefern beeinflusst das Streben nach "Normalität" die Entscheidung zu Schönheitsoperationen?

Laut der Arbeit entsteht ein gesellschaftlicher Druck, der Individuen dazu veranlasst, an ihrem Körper zu arbeiten, um dem Ideal des "Normalen" zu entsprechen und soziale Stigmatisierung zu vermeiden.

Warum wird Pränataldiagnostik im Text kritisch hinterfragt?

Die Autorin hebt hervor, dass Pränataldiagnostik oft nicht der Heilung dient, sondern als Werkzeug zur Selektion fungiert und einen unbewussten moralischen Druck auf Schwangere ausübt.

Ende der Leseprobe aus 23 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Biopolitik. Wird der Körper zum politischen Schauplatz?
Hochschule
Universität Augsburg
Note
2,0
Autor
Verena Schindler (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2013
Seiten
23
Katalognummer
V275256
ISBN (eBook)
9783656680666
ISBN (Buch)
9783656680673
Sprache
Deutsch
Schlagworte
biopolitik wird körper schauplatz
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Verena Schindler (Autor:in), 2013, Biopolitik. Wird der Körper zum politischen Schauplatz?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/275256
Blick ins Buch
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
Leseprobe aus  23  Seiten
Grin logo
  • Grin.com
  • Versand
  • Kontakt
  • Datenschutz
  • AGB
  • Impressum