In dieser Hausarbeit konzentriere ich mich ausschließlich auf die negative Seite der Medien, auch wenn natürlich nicht vergessen werden darf, dass Medien durch ihre integrale Funktion durchaus positive Auswirkungen haben können. Im Verlauf der Arbeit werde ich Fakten aufzeigen, die deutlich machen, dass Medien ein Verstärker
der sozialen Ungleichheit sein können. Hierbei wird zuerst auf die Definition von sozialer Ungleichheit eingegangen, im nächsten Schritt der „Digital Divide“ näher beleuchtet, der auf Ungleichheiten beim Zugang von Medien einerseits und andererseits
auf Ungleichheiten bei der Qualität der Nutzung von Medien zu sprechen
kommt. Im Anschluss daran erläutere ich noch verschiedene Dimensionen der Ungleichheit
über die Themen Medienproduktion, Migranten in den Medien und Internet.
Eine Zusammenfassung und ein Fazit runden die Arbeit zum Schluss ab.
Inhaltsverzeichnis
1. Problemaufriss
2. „Digital Divide“
2.1. Ungleichheiten beim Zugang zu Medien
2.2. Ungleichheiten in der Qualität der Nutzung von Medien
3. Verstärkende Ungleichheiten durch Medien
3.1. Ungleichheiten bei der Medienproduktion
3.2. Ungleichheiten bei medialen Migranten
3.3. Ungleichheiten im Internet
4. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht die Forschungsfrage, ob und wie moderne Medien soziale Ungleichheiten in der Gesellschaft verstärken können. Dabei wird insbesondere beleuchtet, ob Medien Barrieren eher abbauen oder bestehende Unterschiede in Bildungsstand, Herkunft und sozialem Status reproduzieren.
- Der "Digital Divide" und seine Dimensionen (Zugang vs. Nutzungsqualität)
- Soziale Selektionsprozesse bei der Medienproduktion
- Mediennutzung und deren Auswirkungen auf Migrantengruppen
- Reproduktion von Ungleichheitsmustern in digitalen Beziehungsmedien
- Die Rolle der Medienkompetenz für die Teilhabechancen am Arbeitsmarkt
Auszug aus dem Buch
3.1. Ungleichheiten bei der Medienproduktion
Nicht nur bei der Medien-Nutzung werden Ungleichheiten deutlich, sondern auch bei der Medien-Produktion, auf die ich im nächsten Teil der Arbeit zu sprechen komme. Gemäß einer Studie, die deutsche Journalistenschulen untersucht hat, stellen Journalistenschüler aus der höchsten gemessenen Herkunftsgruppe die große Mehrheit mit 68 % dar. Diese Herkunftsgruppe beinhaltet Berufe wie Ärzte, Wissenschaftler oder Professoren zum Beispiel. Erstaunlich ist, dass aus der Herkunftsgruppe „Niedrig“, die zum Beispiel Beamte des einfachen und mittleren Dienstes, Angestellte, sowie Facharbeiter einbezieht, kein Schüler dabei ist. Journalistenschulen können deshalb als ein Ort gesehen werden, an dem sozial selektiert wird (Lueg 2012 : 151ff.).
An diesem Zitat wird das sehr anschaulich dargestellt:
„Auch im journalistischen Feld greift also die Logik der Distinktion: Die Zugänge zu Bildungseinrichtungen werden für die breiten Schichten umso geschlossener, je exklusiver und etablierter diese Einrichtungen sind.“ (ebd.: 151)
Menschen, die hauptsächlich eine ähnliche Erziehung, Vermögen, sowie allgemeine Denkweisen besitzen, finden sich folglich schwerpunktmäßig in der Journalismus-Branche. Diese geschlossene Gruppe hat spezifische Handlungspraktiken und Denkweisen gemäß ihrer Herkunft, die sich unter anderem auch auf eine Auswahl der journalistischen Themen und der Berichterstattung auswirken kann. Demnach sehen und beurteilen Journalisten Ereignisse durch eine Brille und sehen Dinge, die anderen verborgen bleiben (ebd.: 152f.).
Zusammenfassung der Kapitel
1. Problemaufriss: Einleitung in die allgegenwärtige Rolle der Medien und Darlegung der Fragestellung zur Verstärkung sozialer Ungleichheit.
2. „Digital Divide“: Definition des digitalen Grabens hinsichtlich technischem Zugang sowie qualitativer Nutzung und deren Auswirkungen auf soziale Teilhabe.
3. Verstärkende Ungleichheiten durch Medien: Detaillierte Analyse der Faktoren Medienproduktion, mediale Migranten und soziale Selektion im Internet.
4. Fazit: Zusammenfassende Beantwortung der Forschungsfrage mit dem Ergebnis, dass Medien bestehende Ungleichheiten oft reproduzieren und verstärken.
Schlüsselwörter
Soziale Ungleichheit, Digital Divide, Medienproduktion, Mediennutzung, Journalismus, Migranten, soziale Selektion, Medienkompetenz, Bildungsstand, Internet, digitale Spaltung, Teilhabe, Beziehungsmedien, Habituszirkel, soziale Herkunft
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit?
Die Arbeit analysiert kritisch, inwieweit Medien – entgegen ihrer oft unterstellten integrativen Kraft – bestehende soziale Ungleichheiten in der Gesellschaft aktiv verstärken können.
Welches sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Felder umfassen den "Digital Divide", die soziale Herkunft von Journalisten, die spezifische Mediensituation von Migranten sowie die Mechanismen sozialer Ausgrenzung in sozialen Netzwerken und Dating-Portalen.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Ziel ist es aufzuzeigen, dass Medien soziale Ungleichheit nicht nur spiegeln, sondern als Verstärker wirken, wobei ein besonderer Fokus auf dem Einfluss des Bildungshintergrundes liegt.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine theoretische Arbeit, die aktuelle soziologische Studien und Literatur zu den Themen Mediensoziologie und soziale Ungleichheit synthetisiert und analysiert.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung des digitalen Zugangs, die exklusive Zusammensetzung des journalistischen Nachwuchses, sprachliche Barrieren bei Migranten und die selektiven Algorithmen sozialer Online-Plattformen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie digitale Spaltung, Bildungsungleichheit, soziale Selektion, Medienproduktion und Partizipation geprägt.
Warum spielt das soziale Herkunftsmilieu bei Journalisten eine Rolle?
Die Autorin verdeutlicht, dass der journalistische Nachwuchs fast ausschließlich aus privilegierten Milieus stammt, was zu einem selektiven, einseitigen Blick in der Berichterstattung führt.
Welche Schlussfolgerung zieht die Autorin bezüglich der Internetnutzung?
Das Internet fungiert als Ort der Reproduktion sozialer Ungleichheit, da selbst in digitalen Räumen soziale Statusmerkmale wie Bildung und Status weiterhin die Interaktionen und Partizipationsmöglichkeiten steuern.
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- Verena Schindler (Author), 2013, Können Medien soziale Ungleichheit verstärken?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/275257