Entwicklungspfade von High-Tech-Regionen. Das Silicon Valley


Hausarbeit, 2014
13 Seiten, Note: 2,5

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

1. Einführung und Zielsetzung

2. Begriffliche Klärung
2.1. High – Tech
2.2. High – Tech – Region

3. Die Entwicklung des Silicon Valley
3.1. Einordnung in den geographischen Kontext
3.2. Geschichtliche Entwicklung des Standortes
3.3. Faktoren für den Erfolg des Silicon Valleys
3.4. Die heutige Lage

4. Zusammenfassung und Fazit

Literaturverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Abb. 1 Das Silicon Valley

Abb. 2 Die Lage der Stanford Universität.

1. Einleitung und Zielsetzung

Das Silicon Valley ist nicht nur ein geographischer Begriff für einen Ort auf der Weltkarte. Es ist hingegen das Mekka aller High – Tech – Unternehmen. Google, eBay, Facebook, Intel und Microsoft sind nur ein kleiner Teil von Wirtschaftsgiganten, die sich hier niedergelassen haben. Der Begriff Silicon Valley wird vor allem mit diesem Wirtschaftssektor verbunden, anstatt mit einer geographischen Bezeichnung und steht sinnbildlich für die rasante Entwicklung des neuen quartären Sektors. Es gibt einige Standorte, die versuchen den Erfolg des Silicon Valleys zu wiederholen. Dies gelingt nur bedingt, da sich das Silicon Valley einen derartigen Marktvorteil erarbeitet hat, dass es für andere Regionen sehr schwer ist zu konkurrieren.

Der quartäre Sektor wurde vor Kurzem erst extra für Dienstleistungsunternehmen, die sich vor allem mit der Sammlung und Weiterverarbeitung von Daten befassen und Firmen in der Halbleiterindustrie geschaffen. Dies ist auch dem rasanten Wachstum und dem steigenden Stellenwert dieser Unternehmen geschuldet.

In dieser Arbeit wird zunächst mit Definitionen begonnen, um die Begriffe High – Tech und High – Tech – Region zu klären. Darauf aufbauend wird sich hauptsächlich mit dem Beispiel des Silicon Valleys beschäftigt. Hierbei wird sowohl auf die Geschichte als auch auf die geographische Lage eingegangen. Danach werden die Faktoren, die für den Erfolg dieser Region Voraussetzung waren betrachtet und als Abschluss dieses Punktes die heutige Lage mit möglichen Problemen betrachtet. Als Abschluss werden die wichtigsten Punkte noch einmal zusammengefasst und ein kurzes Fazit gezogen.

Nach Betrachtung aller Punkte stellten sich zwei Ausgangsfragen: Was ist das Silicon Valley? Aus wirtschaftsgeographischer Sicht die Hauptausgangsfrage für diese Arbeit: Welche Standortfaktoren trugen dazu bei, dass sich im Silicon Valley solch eine Anzahl an High – Tech – Unternehmen ansiedelten?

2. Begriffliche Klärung

2.1. High – Tech

„High – Tech“ steht für Technik auf dem neuesten Stand der Entwicklung. Da dies jedoch sehr vage ist und ebenso eine zeitliche Komponente besitzt, herrscht hier starke Unklarheit, was eigentlich noch aktuell beziehungsweise auf dem neuesten Stand ist. Heißt es nicht so schön: „Kauft man sich heute einen Computer, ist dieser morgen schon überholt.“ Aktuell wird vor allem bei Computern und Elektronikgeräten mit Kleinstbauteilen, wie Widerständen oder Halbleitern, von High – Tech gesprochen.

2.2. High – Tech – Region

„Eine High – Tech – Region zeichnet sich durch einen weit über dem nationalen Durchschnitt liegenden Besatz an Betrieben und Beschäftigten in High – Tech Branchen aus“ (STERNBERG 1994, S. 7).

3. Die Entwicklung des Silicon Valley

3.1. Einordnung in den geographischen Kontext

Das Silicon Valley liegt in Kalifornien an der Westküste der Vereinigten Staaten von Amerika. Es erstreckt sich entlang der San Francisco Bay bis San Jose.

Die nebenstehende Karte zeigt die Lage des Silicon Valleys im Raum südöstlich von San Francisco. Das Zentrum liegt in der Nähe San Joses. Das Silicon Valley erstreckt sich über die vier kalifornischen Counties Santa Cruz, Alameda, San Mateo und Santa Clara. Innerhalb des Silicon Valleys sind jedoch auch die Einkommen differenziert. Dies liegt daran, dass auch die Unternehmen einzelne Arbeitsschritte an verschiedene Standorte verlagert haben. Südöstlich und im Zentrum von San Jose ist eher das produzierende Gewerbe der Firmen ansässig, was zu einem geringeren Lohn beiträgt. Dies ist darauf zurückzuführen, dass zur Produktion meist eine niedrigere Schulbildung von Nöten ist. Derzeit leben zirka 1,8 Millionen Menschen in diesem Großraum. Davon der größte Teil in San Jose. Geographisch interessant ist ebenfalls, dass diese Region, wie ganz Kalifornien, stark von Erdbeben gefährdet ist. Dies liegt an der San Andreas Verwerfung, da hier die Pazifische und Nordamerikanische Erdplatte eine Transformstörung bilden. Diese beiden Platten gleiten hier aneinander vorbei, während dieses Prozesses kann es zum Verkanten der Platten kommen wodurch enorme Spannungen entstehen können. Dies führte in der Vergangenheit schon häufiger zu schwerwiegenden Erdbeben (vgl. LAUX; THIEME o.J.). Dies zur geographischen Einordnung. Im nachfolgenden Abschnitt wird auf die Geschichte des Silicon Valleys eingegangen.

3.2 Die geschichtliche Entwicklung des Standortes Silicon Valley

Frederick Terman (1900-1982) war Professor an der Stanford Universität in Palo Alto. Die Universität Stanford und Frederick Terman sind sehr stark an der Entwicklung des Silicon Valleys beteiligt. Die Stanford Universität, aber vor allem auch Terman, halfen und ermutigten Studenten der Universität neue Unternehmen in diesem Raum zu gründen. Doch er, der auch „Father of Silicon Valley“ genannt wurde verstand, sich auch darin weitere Maßnahmen zu ergreifen, um das Silicon Valley attraktiv für Firmengründer zu gestalten. Dies führte dazu, dass auch größere, schon etablierte Luftfahrt- und Elektronikindustrie hier ihre Forschungs- und Entwicklungsabteilungen ansiedelten und dadurch wiederum Kapital und auch Arbeitsplätze und Aufträge mit sich brachten (vgl. NUHN 1989: S.258).

Terman gründete 1951 den Industriepark von Stanford und schuf somit die Voraussetzungen, um Kapital aus staatlichen Forschungsaufträgen in die Region und an die Universität Stanford zu holen. „Eine wichtige Rolle spielten auch staatliche Forschungs- und Entwicklungsaufträge. Der Aufstieg der High – Tech – Industrie im Silicon Valley wurde entscheidend begünstigt durch die Vergabe von lukrativen Aufträgen seitens der Bundesregierung an die Rüstungs- und Raumfahrtindustrie, die einen Standortschwerpunkt in Kalifornien hatte. Von diesem Industriezweig ging eine starke Nachfrage nach spezialisierten und innovativen Produkten des Elektroniksektors aus, die von den ständig neu entstehenden und höchst flexiblen Kleinbetrieben in idealer Weise bedient werden konnte“ (vgl. LAUX; THIEME o.J.). Durch diesen Einsatz half auch er auch den bis dahin unbekannten Firmengründern Hewlett und Packard sich in dieser Region anzusiedeln und sich als internationales Unternehmen zu etablieren ( ebd.). Die Unternehmen siedelten sich rasch an und expandierten sich Richtung Süden nach San Jose. Hauptsächlich waren es junge weiße Männer, die zumeist Absolventen der Stanford Universität oder des Massachusetts Institute for Technology waren, die hier ihre Firmen gründeten. Diese Unternehmen waren Vorreiter in der Halbleitertechnologie, einem neuem Industriezweig, der sich hier konzentrieren sollte (vgl. SAXENIAN 1994a: S.30).

Neu war auch das Erscheinungsbild der Jungunternehmer und ihre Einstellung untereinander. Ihnen war es wichtig sich von den Managern der Ostküste abzuheben. Dies wollten sie aber nicht nur durch ihre Produkte, Firmen oder Ähnliches erreichen, sondern auch durch ihre Kleidung. Der Anzug und Krawatte-Stil der Ostküste war den Neugründern zu strikt. Sie setzten auf legeres Auftreten in Jeans und T-Shirts, was sich auch heute noch im Silicon Valley zeigt. Die Einstellung und der Respekt untereinander ruht auf der „Fairchild Semiconductor Corporation“, ein auf Halbleiter spezialisiertes Unternehmen. Da viele der Jungunternehmer vor ihrer Firmengründung bei diesem Unternehmen als Ingenieure tätig waren, kannte und schätzte man sich. Das gilt jedoch nicht nur für die Ingenieure, selbst sondern auch für ihre Frauen, die sich auf Grund des Beschäftigungsverhältnisses ihrer Männer untereinander persönlich sehr gut kannten (vgl. SAXENIAN 1994a: S.30).

Das Silicon Valley dient aber nicht als Sprungbrett zum wirtschaftlichen Erfolg. Es ist eher vergleichbar mit einer Studentenverbindung. Viele Unternehmen, wie HP, verloren die Region nach dem weltweiten Erfolg nicht aus den Augen, sondern begannen, wie auch Frederick Terman, diese Region durch Projekte zu unterstützen. Die hohe Dichte an Unternehmen förderte die Zusammenarbeit. Durch diese Zusammenarbeit kam es zu Kontakten bei denen sich die Unternehmer untereinander austauschen konnten. Dies wurde und wird als wichtiger Teil der Wirtschaft im Silicon Valley angesehen. Aus diesen Kontakten heraus wurden Verbände/Clubs gegründet, unter anderem der „Homebrew Computer Club“. Der „Homebrew Computer Club“ brachte aus den mehr als 500 Mitgliedern 20 Computerunternehmen hervor. Eines dieser Mitglieder war Steve Jobs, der Gründer von Apple, eines der erfolgreichsten Unternehmen der Welt (vgl. SAXENIAN 1994a: S. 34).

Der Terminus „Silicon Valley“ wurde von Don Hoefler eingeführt. Don Hoefler war einer der ersten Beobachter der Entwicklungen im Silicon Valley. Als Journalist schrieb er für die „Electronic News“ und führte 1971 den Begriff Silicon Valley ein. Dieser wurde rasch übernommen und steht heutzutage für eine beispiellose Entwicklung einer Region (vgl. SAXENIAN 1994a: S. 31). Was die Gründe für den Erfolg waren, und wie diese Region zu einem so stark boomenden Wirtschaftsstandort wurde, gilt es in dem nächsten Punkt zu erarbeiten.

[...]

Ende der Leseprobe aus 13 Seiten

Details

Titel
Entwicklungspfade von High-Tech-Regionen. Das Silicon Valley
Hochschule
Universität Bayreuth  (Geographische Fakultät)
Veranstaltung
Seminar Wirtschaftsgeographie
Note
2,5
Autor
Jahr
2014
Seiten
13
Katalognummer
V275302
ISBN (eBook)
9783668502888
ISBN (Buch)
9783668502895
Dateigröße
830 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Silicon Valley, Wirtschaftsgeographie, Entwicklung, Wirtschaft
Arbeit zitieren
Björn Böhringer (Autor), 2014, Entwicklungspfade von High-Tech-Regionen. Das Silicon Valley, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/275302

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