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Ludwig Tiecks "Leben und Tod des kleinen Rotkäppchen - eine Tragödie" im Verhältnis zur Märchentradition

Titre: Ludwig Tiecks "Leben und Tod des kleinen Rotkäppchen - eine Tragödie" im Verhältnis zur Märchentradition

Thèse de Bachelor , 2013 , 44 Pages , Note: 2,0

Autor:in: Franziska Beermann (Auteur)

Philologie Allemande - Genres
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Résumé Extrait Résumé des informations

Kaum eine andere Gattung kann eine so lange Tradition und ungebrochene Popularität
vorweisen, wie die des Märchens. Einige Märchenmotive, die uns heute bekannt sind,
lassen sich schon in den Schriftzeugnissen der frühen Hochkulturen des Orients finden.
Lange vor der Zeit der Kreuzzüge brachten Seefahrer, Kaufleute und Pilger die Stoffe der
Märchen nach Europa. Märchen (mittelhochdeutsch Maere: Kunde, Nachricht, Bericht)
sind kurze Prosaerzählungen von phantastischen, wundersamen Begebenheiten. Diese
Erzählungen haben zwei unterschiedliche Ursprünge: So entstammt das Volksmärchen
mündlicher Überlieferung des Volkes, ein Autor ist in der Regel unbekannt, während das
Kunstmärchen aus der Feder eines eindeutigen Verfassers entstanden ist. Schon im
Mittelalter wurden jedoch einige mündliche Volksmärchen verschriftlicht, sodass diese
alte Textgattung hier bereits Eingang in die Literatur fand. Das Märchen als Textgattung
ist bis heute ein bedeutender Forschungsgegenstand verschiedener wissenschaftlicher
Disziplinen wie die der Literaturwissenschaft, der Psychologie oder der Volkskunde.
Zudem sind Märchen ein kulturelles Gut, das bereits schon in den jüngeren Schulklassen
der Grundschule als Unterrichtsgegenstand an Kinder herangetragen wird.
Der vorliegenden Arbeit liegt das Märchen Rotkäppchen zugrunde. Dieser Märchenstoff
des Rotkäppchens ist besonders häufig neu aufgegriffen, bearbeitet und interpretiert
worden. Dies geschah auch schon bevor das Märchen 1812 im ersten Band der Kinder- und
Hausmärchen der Brüder Jakob und Wilhelm Grimm erschien und allseits bekannt
wurde. So ist die Grimmsche Fassung, anders als ihre Popularität vermuten lässt,
keineswegs die erstmalige Niederschrift dieses Stoffes. Oft wird durch die Fixierung auf
schriftliche Versionen, insbesondere eben jener traditionellen der Brüder Grimm,
vergessen, dass ein Märchen eine Wandlung gleich einer Metamorphose erfährt, die sein
Wesen ausmacht. Ein klassisches Märchen, wie wir es von den Brüdern Grimm kennen,
bleibt weiter lebendig, wenn es an unterschiedlichen Orten in ganz verschiedenen
gesellschaftlichen Zusammenhängen neu erzählt und variiert wird. [...]

Extrait


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Stoffgeschichte

2.1 Ursprünge des Märchenstoffes Rotkäppchen und deren Einflüsse auf Perrault

2.2 Le Petite Chaperon rouge

2.3 Entwicklungen nach Perrault

3 Leben und Tod des kleinen Rotkäppchens. Eine Tragödie

3.1 Entstehungs – und Publikationsgeschichte

3.1.1 Tiecks Phantasus

3.2 Analyse und Interpretationsansätze

3.2.1 Erste Szene

3.2.2 Zweite Szene

3.2.3 Dritte Szene

3.2.4 Vierte Szene

3.2.5 Fünfte Szene

3.3 Tragödie oder Parodie?

3.4 Rezensionsgeschichte

4 Vergleich: Perrault – Tieck – Grimm

4.1 Abweichungen von Perrault

4.2 Das Rotkäppchen der Brüder Grimm

5 Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht das weitgehend unbekannte Märchendrama "Leben und Tod des kleinen Rotkäppchens. Eine Tragödie" von Ludwig Tieck aus dem Jahr 1800 und setzt es in den Kontext der literarischen Entwicklung des Rotkäppchen-Stoffes. Ziel ist es, die Transformation des Märchens von der Vorlage Charles Perraults über Tiecks dramatische Bearbeitung bis hin zur Fassung der Brüder Grimm zu analysieren und dabei sowohl inhaltliche Unterschiede als auch Einflüsse des jeweiligen Entstehungshintergrunds, insbesondere politischer und sozialer Art, herauszuarbeiten.

  • Stoffgeschichte und Entwicklung des Rotkäppchen-Märchens
  • Analyse der Tieckschen Tragödie unter Berücksichtigung von Gattungskonventionen
  • Vergleichende Untersuchung der Versionen von Perrault, Tieck und Grimm
  • Interpretation symbolischer Motive (z. B. die rote Kappe) im zeithistorischen Kontext

Auszug aus dem Buch

3.2.2 Zweite Szene

Die zweite Szene spielt im Wald, der Jäger tritt auf. Auch er beginnt mit einem kurzen Monolog. Er beklagt sich bitter über seinen Beruf als Jäger und beneidet die übrigen Dorfbewohner um ihre ruhigen Feierabende, während er sich im Wald herumschlagen muss. Der Jäger wirkt also zunächst rundum unzufrieden und spricht davon, dass nur der Tabak und seine Pfeife ihn noch bei Laune halten. Gleichzeitig hängt er aber seinen Gedanken nach, bewundert die Wissenschaft und die Klugheit der Menschen, durch die schon viel Nützliches und Kunstvolles geschaffen wurde (vgl. S.369, Z.20 ff.). Als das Rotkäppchen, das sich gerade auf dem Heimweg von der Großmutter durch den Wald befindet, auf den Jäger trifft, scheint sich dessen Mine aufzuhellen und er begrüßt es mit den Worten: „Ei Rotkäppchen, sei tausendmal willkommen!“ (S.370, Z.15). Es stellt sich im Gespräch der beiden heraus, dass der Jäger auf der Jagd nach dem von der Großmutter bereits angekündigten Wolf ist. Diesmal reagiert das Rotkäppchen zwar auf die Nachricht, dass ein Wolf in der Nähe sei, indem es sich um den Jäger sorgt: „O sprecht nicht so, wenn er nun käme, / Und Euch so unversehens näme.“ (S.370, Z.32). Jedoch ist bei dem Mädchen von tatsächlicher, eigener Angst immer noch nichts zu spüren.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Die Einleitung führt in die Bedeutung des Märchens als Gattung ein und stellt das wenig diskutierte Werk Ludwig Tiecks als zentralen Untersuchungsgegenstand der Arbeit vor.

2 Stoffgeschichte: Dieses Kapitel beleuchtet die Ursprünge des Rotkäppchen-Stoffes, die Entwicklung zum Warnmärchen und den Einfluss der französischen Version von Charles Perrault.

3 Leben und Tod des kleinen Rotkäppchens. Eine Tragödie: Dieses Hauptkapitel analysiert Tiecks Märchendrama hinsichtlich seiner Entstehungsgeschichte, der Figurenkonstellation, der Struktur und der Frage nach dem parodistischen Charakter des Werkes.

4 Vergleich: Perrault – Tieck – Grimm: In diesem Teil werden die drei Fassungen in ihren Unterschieden und Gemeinsamkeiten gegenübergestellt, wobei insbesondere auf die pädagogischen und sozialen Intentionen der Autoren eingegangen wird.

5 Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und betont die Bedeutung von Stoffgeschichte und soziokulturellen Einflüssen für die Wandlung des Märchens im Laufe der Zeit.

Schlüsselwörter

Ludwig Tieck, Rotkäppchen, Märchendrama, Tragödie, Charles Perrault, Brüder Grimm, Stoffgeschichte, Literaturwissenschaft, Frühromantik, Warnmärchen, Rezeptionsgeschichte, Motivforschung, Gattungstheorie, intertextuelle Analyse, Märchen

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Bachelor-Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit beschäftigt sich mit Ludwig Tiecks weitgehend unbekanntem Märchendrama "Leben und Tod des kleinen Rotkäppchens. Eine Tragödie" aus dem Jahr 1800 und dessen Position innerhalb der Entwicklung des Rotkäppchen-Stoffes.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Die Arbeit behandelt die Stoffgeschichte des Märchens, die Analyse von Tiecks Drama, den Vergleich mit den Fassungen von Charles Perrault und den Brüdern Grimm sowie Einflüsse des zeithistorischen Kontexts, wie etwa der Französischen Revolution.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, die Transformation des Märchens über die Jahrhunderte hinweg aufzuzeigen und zu analysieren, wie gesellschaftliche und zivilisatorische Prozesse die Bearbeitungen der verschiedenen Autoren beeinflusst haben.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Es wird eine literaturwissenschaftliche Analyse durchgeführt, die auf der Untersuchung des Dramentextes, einem Vergleich der Stoffvarianten und der Einbeziehung literaturhistorischer Sekundärliteratur basiert.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Im Hauptteil liegt der Fokus auf der tiefgehenden Analyse der einzelnen Szenen des Tieckschen Dramas, der Erörterung von Gattungsfragen (Tragödie vs. Parodie) und dem systematischen Vergleich mit den Versionen von Perrault und Grimm.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit ist durch Begriffe wie Ludwig Tieck, Rotkäppchen, Märchendrama, Frühromantik, Stoffgeschichte, Intertextualität und literarische Rezeption gekennzeichnet.

Welche Rolle spielt der Wolf in Tiecks Interpretation?

Tieck vermenschlicht und individualisiert den Wolf, der in philosophischen Monologen seine gescheiterte Lebensgeschichte offenbart und aus Menschenhass heraus zum tragisch-komischen Antagonisten wird.

Wie bewerten zeitgenössische Kritiker das Werk?

Die Rezeptionsgeschichte zeigt, dass das Werk heute wie damals weitgehend unbekannt ist, teils als "gescheitertes Stück" verissen wurde und aufgrund seines für ein Märchen ungewöhnlichen Endes wenig populär blieb.

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Résumé des informations

Titre
Ludwig Tiecks "Leben und Tod des kleinen Rotkäppchen - eine Tragödie" im Verhältnis zur Märchentradition
Université
University of Osnabrück
Note
2,0
Auteur
Franziska Beermann (Auteur)
Année de publication
2013
Pages
44
N° de catalogue
V275324
ISBN (ebook)
9783656801245
ISBN (Livre)
9783656796855
Langue
allemand
mots-clé
ludwig tiecks leben rotkäppchen tragödie verhältnis märchentradition
Sécurité des produits
GRIN Publishing GmbH
Citation du texte
Franziska Beermann (Auteur), 2013, Ludwig Tiecks "Leben und Tod des kleinen Rotkäppchen - eine Tragödie" im Verhältnis zur Märchentradition, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/275324
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Extrait de  44  pages
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