Im Sommersemester 2003 beginnt an der Universität Oldenburg ein kunstwissenschaftliches Seminar mit dem Titel „Auf den Spuren von Joseph Beuys: Der Niederrhein als Kunstlandschaft“ unter der Leitung von Prof. Dr. Peter Springer. Ziel der Veranstaltung ist die Auseinandersetzung mit dem Leben, Werk und Wirken des zeitgenössischen Künstlers Joseph Beuys in der Region des Niederrheins. Die Veranstaltung gliedert sich in Präsenzphasen in der Universität und eine zweiwöchige Exkursion in verschiedene Städte und Gemeinden am Niederrhein. Vor Ort bietet sich den Kunststudierenden 1 die Möglichkeit, die im Seminar erworbenen Kenntnisse durch Studien in Stiftungen und Museen zu erweitern. Zu den einzelnen Stationen erarbeiten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer kurze Vorträge und Präsentationen im Seminar; darin stellen sie die wichtigsten Sehenswürdigkeiten und Besonderheiten der jeweiligen Orte dar. Vorträge und Referate dienen einerseits als unverzichtbares Hintergrundwissen, andererseits auch als Diskussionsimpulse in nahezu jeder Sitzung. Während der Exkursion übernehmen die jeweiligen Referenten als temporäre ´Fachfrauen´ und ´Fachmänner´ vor Ort die Gestaltung und Leitung der Ausflüge, moderieren Fachgespräche und stehen als kompetente Ansprechpartner für Rückfragen zu Verfügung. Zum Ende der Veranstaltung erstellen die TeilnehmerInnen ein kurzes schriftliches Resümee ihrer Präsentationen. Diese Ausarbeitung fasst die Ergebnisse der Präsentation „Stadt Xanten – 2000 Jahre lebendige Tradition“ zusammen. Abschnitt 1 beschreibt die Stadt in ihrer aktuellen Situation und Lage. Im Abschnitt 2 kommen bedeutende historische Ereignisse in der Entwicklung des Xantener Raums zur Darstellung. Abschließend verortet Abschnitt 3 Xantens heutige kulturelle Bedeutung.
Inhaltsübersicht
1. Einführung
1.1 Hintergründe der Veranstaltung
1.2 Xanten im Überblick
1.3 Einbettung der Stadt in den regionalwirtschaftlichen Kontext des Niederrheins
2. Meilensteine der regionalen Geschichte
2.1 Das römische Legions- und Standlager Vetera Castra
2.2 Die alte Römerstadt Colonia Ulpia Traina
2.3 Stadtentwicklung im Überblick – Vom Mittelalter bis zur Gegenwart
2.4 Der Dom St. Viktor
3. Kunst- und Kultur in Xanten an der Schwelle zum 21. Jahrhundert
3.1 Regionalmuseum Xanten
3.2 Der Archäologische Park Xanten
3.3 Abschlussbetrachtung und Ausblick
Zielsetzung und Themen
Die Arbeit untersucht die historische Entwicklung der Stadt Xanten von ihren römischen Anfängen bis zur modernen touristischen Bedeutung. Ziel ist es, den Wandel der Stadtlandschaft und ihre heutige kulturelle Verankerung vor dem Hintergrund der regionalen Geschichte darzustellen.
- Römische Geschichte und archäologische Stätten (Vetera Castra, Colonia Ulpia Traiana)
- Mittelalterliche Stadtentwicklung und die Bedeutung des Doms St. Viktor
- Die Rolle von Kunst und Kultur als identitätsstiftende Elemente
- Strategische Positionierung der Stadt als touristischer Erholungsort
- Verhältnis zwischen musealer Aufbereitung und moderner Stadtentwicklung
Auszug aus dem Buch
Die alte Römerstadt Colonia Ulpia Traiana
Im Schutze des Legionslagers entsteht, ähnlich anderen Kastellstandorten, eine groß angelegte zivile Siedlung, die so genannte Lagervorstadt. Kaiser Trajan verleiht ihr im 2. Jahrhundert die Stadtrechte und vergibt den Namen Colonia Ulpia Traiana. Ihre Einwohner besitzen entsprechend dem Status der Siedlung als ´Colonia´ dieselben Rechte und Pflichten wie römische Staatsbürger.
Kaiser Trajan gehört zu den fünf so genannten guten Kaisern, welche durch das Adoptionsprinzip zum Oberhaupt des römischen Imperiums aufsteigen. Unter seiner Führung erreicht das Reich seine größte Ausdehnung.
Neben dem heutigen Köln entwickelt sich die Colonia Ulpia Traiana zum zweitwichtigsten Handelsplatz und Hafen der Provinz Niedergermanien. Ihre Architektur und Anlage entspricht dem Schema der meisten Römerstädte: Auf dem Reißbrett entworfen ist die Stadt von einem Netz rechtwinklig verlaufender Straßen durchzogen und von einer hohen Mauer mit Wehrtürmen umgeben. Der Stadtgrundriss enthält Haupt- und Querachsen, seine Begrenzung bildet an einer Seite die parallel zum Limes verlaufende Römerstraße. Ungefähr die Hälfte des Stadtgebietes bildet heute das Gelände des Archäologischen Parks Xanten; auf den teilweise noch vorhandenen Fundamenten rekonstruiert man verschiedene römische Gebäude und Anlagen.
Auf einer Rekonstruktion mittels CAD als Planungsgrundlage des APX sind Häuserblöcke, die so genannten Insulae, erkennbar, außerdem wichtige Gebäudekomplexe wie das Forum, Haupttempel, Arena in einer klassischen Pfeiler – Bogen – Konstruktion, Badanlagen, Podiumstempel sowie die Handwerkerviertel. Die schweren Tuffsteinblöcke bewegen die Römer in ihrer fortgeschrittenen Technik mittels kleinen Kränen. Ein Teil dieser wichtigen Gebäude und Werkzeuge sind im APX rekonstruiert.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einführung: Beschreibt den Kontext des kunstwissenschaftlichen Seminars an der Universität Oldenburg und das Ziel der Ausarbeitung.
2. Meilensteine der regionalen Geschichte: Analysiert die historischen Phasen von der römischen Zeit bis zur modernen Stadtentwicklung und die Bedeutung des Doms St. Viktor.
3. Kunst- und Kultur in Xanten an der Schwelle zum 21. Jahrhundert: Untersucht das Regionalmuseum und den Archäologischen Park als kulturelle Anziehungspunkte und deren touristische Bedeutung.
Schlüsselwörter
Xanten, Niederrhein, Römerstadt, Colonia Ulpia Traiana, Archäologischer Park Xanten, Dom St. Viktor, Stadtgeschichte, Mittelalter, Tourismus, Denkmalpflege, Museale Struktur, Regionale Geschichte, Stadtentwicklung, Industriegeschichte, Kulturerbe.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beleuchtet die historische Entwicklung Xantens und dessen Transformation vom römischen Legionsstandort hin zum modernen kulturellen Tourismuszentrum am Niederrhein.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Die Schwerpunkte liegen auf der römischen Geschichte der Colonia Ulpia Traiana, der mittelalterlichen Stadtwerdung rund um den Dom St. Viktor sowie dem aktuellen Umgang mit dem archäologischen Erbe im heutigen APX.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist die Darstellung der Verbindung zwischen historischer Identität und heutiger touristischer Ausrichtung der Stadt Xanten.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Es handelt sich um eine kunstwissenschaftliche Ausarbeitung, die auf Literaturrecherche und der Analyse historischer Gegebenheiten sowie bestehender musealer Konzepte basiert.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine historische Analyse der antiken Siedlungen, eine Untersuchung der mittelalterlichen Entwicklung sowie eine Betrachtung der modernen musealen Präsentation im APX und Regionalmuseum.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zentrale Begriffe sind Xanten, römische Siedlung, Archäologischer Park, Dom St. Viktor, Stadtgeschichte und museale Struktur.
Warum ist die Ausrichtung des Doms St. Viktor ungewöhnlich?
Aufgrund der Orientierung an einem römischen Doppelgrab aus dem 4. Jahrhundert ist der Dom nicht wie üblich geostet, sondern nordöstlich ausgerichtet.
Welche kritische Perspektive nimmt der Autor gegenüber dem APX ein?
Der Autor hinterfragt, ob durch die starke touristische Ausrichtung des Archäologischen Parks wissenschaftliche Forschungsaspekte in den Hintergrund rücken könnten.
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- Frank Kretschmann (Author), 2004, Stadtgeschichte und Entwicklung von Xanten am Niederrhein, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/27539