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Deutschland im Steuerwettbewerb. Eine mikroökonomische Analyse

Titel: Deutschland im Steuerwettbewerb. Eine mikroökonomische Analyse

Akademische Arbeit , 2008 , 4 Seiten , Note: 1,3

Autor:in: Dennis Sauert (Autor:in)

VWL - Mikroökonomie, allgemein
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Der Steuerwettbewerb verschafft, durch seine eindeutige Position, den Anreiz, einzelnen Länder zu einem komparativen Standortvorteil zu verhelfen, wenn sie am Wettbewerb partizipieren. Im Zuge der Steuerreform für Unternehmen, die 2008 in Kraft tritt, ist es interessant zu analysieren, welchen Schwierigkeiten Deutschland bei der Reformierung gegenübersteht. Durch die Mobilität des Faktors Kapital haben die Individuen die Möglichkeit, sich der staatlichen Besteuerung zu unterziehen. Um die Abwanderung des Steuersubstrats in das Ausland zu vermeiden, versetzt es den Staat notwendigerweise in einen Steuerwettbewerb. Dabei beschreibt der Steuerwettbewerb ein Konkurrenzverhalten einzelner Staaten um mobile Besteuerungsgrundlagen. Bei einer genaueren Betrachtung wird deutlich, dass sowohl innerhalb der Europäischen Union als auch global der Wettlauf um Steuersubstrat die Körperschaftssteuer juristischer Personen scheinbar massiv nach unten drückt. Dieser von den Wirtschaftslobbyisten ausgelöste Druck, hat die Senkung der Körperschaftssteuersätze zur Folge, um gegen konkurrierende Länder als Investitionsstandort attraktiv zu bleiben. Aus diesem Grund sollen gesetzlich geregelte Steuersenkungen in dem jeweiligen Land, den Abfluss von Steuersubstrat verhindern. Wenn sich jedoch alle konkurrierenden Länder für eine gemeinsame Kooperation zu den Steuersätzen aussprechen würden, gäbe es keinen Grund für die Körperschaften ihre Unternehmensgewinne in andere Länder zu verlagern. Aus diesem Grund sind die Regierungen intensiv bestrebt einen kollektiven Konsens zu finden und sich glaubhaft zu verpflichten den Steuerwettbewerb zu unterlassen, um für alle das beste Ergebnis erzielen zu können.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Erklärung zum spieltheoretischen Verhalten im Steuerwettbewerb

2. Symmetrisches Modell

3. Asymmetrisches Modell

4. Schlussfolgerung

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die vorliegende Arbeit untersucht das spieltheoretische Verhalten von Staaten im internationalen Steuerwettbewerb, um zu analysieren, warum Deutschland bei der Unternehmensbesteuerung vor spezifischen Herausforderungen steht und wie sich nationale Entscheidungen im globalen Kontext auf das Steueraufkommen auswirken.

  • Grundlagen des Steuerwettbewerbs und der Kapitalmobilität
  • Analyse des symmetrischen Modells mittels Gefangenendilemma
  • Untersuchung asymmetrischer Interessenlagen zwischen großen und kleinen Staaten
  • Implikationen von Steuerharmonisierung versus nationalen Alleingängen
  • Nash-Gleichgewichte in steuerpolitischen Entscheidungssituationen

Auszug aus dem Buch

2. Symmetrisches Modell

Dennoch besteht aus rationalen Gründen für jedes Land der Anreiz, nicht mit den anderen Ländern zu kooperieren, um das ausländische Steuersubstrat anzuziehen, indem man die Steuersätze der anderen Staaten unterbietet. Mit dieser Steuersenkung erhoffen sie sich, dass der Zufluss von neuen Arbeitsplätzen und zusätzlichem Kapital die damit verbundenen Einnahmeverluste kompensiert oder sogar überkompensiert, da die steigenden Direktinvestitionen wiederum das Steueraufkommen im Inland erhöhen könnten. Mit dem Eintritt in den Wettbewerb verfolgen die Länder das Ziel, sich einen komparativen Vorteil gegenüber ihren Konkurrenten zu verschaffen, indem Steuern auf mobiles Steuersubstrat wie etwa Finanzkapital, Unternehmen oder hohe Einkommen gesenkt werden.

Dadurch, dass alle Länder wieder in Konkurrenz treten werden, wird der internationale Steuersatz ebenfalls sinken um wettbewerbsfähig auf dem Markt zu bleiben. Sobald sich wieder ein einheitlicher Steuersatz eingependelt hat, wird erneut ein wettbewerbsorientiertes Land damit beginnen die Steuern zu senken, um wiederum einen komparativen Vorteil gegenüber allen anderen zu erlangen. Als Resultat findet ein so genanntes „Race to the bottom“ der Steuersätze statt. Somit wird sich im Verlauf ein Steuersatz von null einstellen. Es ist hierbei erkennbar, dass sich die Staaten offensichtlich in einem Gefangenendilemma befinden. Denn durch das nicht kooperative Verhalten der einzelnen Länder, stellt sich am Ende keines besser. Im Hinblick einer Kooperation hätte eine Steuerharmonisierung allen Beteiligten einen höheren Nutzen verschafft. In diesem symmetrischen Fall hat das nicht kooperative Verhalten allen das schlechteste Ergebnis eingebracht.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Erklärung zum spieltheoretischen Verhalten im Steuerwettbewerb: Das Kapitel führt in die Problematik des Steuerwettbewerbs ein, der durch die Mobilität von Kapital entsteht und Staaten in einen Konkurrenzkampf um Steuersubstrate zwingt.

2. Symmetrisches Modell: Hier wird anhand des Gefangenendilemmas aufgezeigt, dass rational handelnde Staaten im symmetrischen Fall oft in einem suboptimalen Gleichgewicht mit niedrigen Steuersätzen enden.

3. Asymmetrisches Modell: Dieses Kapitel erläutert, warum kleine Staaten im Gegensatz zu großen Volkswirtschaften strategische Vorteile durch Steuersatzsenkungen erzielen können, was Kooperationen erschwert.

4. Schlussfolgerung: Die Ergebnisse aus den beiden Modellen werden zusammengeführt und verdeutlichen die schwierige Ausgangslage für Deutschland bei der Suche nach einem internationalen Steuerkonsens.

Schlüsselwörter

Steuerwettbewerb, Spieltheorie, Kapitalmobilität, Steuersubstrat, Gefangenendilemma, Nash-Gleichgewicht, Steuerharmonisierung, Symmetrisches Modell, Asymmetrisches Modell, Race to the bottom, Unternehmensbesteuerung, Standortvorteil, Steuerparadiese, Körperschaftssteuer, Volkswirtschaft.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert mit Hilfe spieltheoretischer Modelle das Verhalten von Staaten im internationalen Steuerwettbewerb und die resultierenden Konsequenzen für die nationale Steuerpolitik.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themen sind die Auswirkungen von Kapitalmobilität, die Dynamik von Steuerkriegen ("Race to the bottom") und die Unterschiede zwischen symmetrischen und asymmetrischen wirtschaftlichen Konstellationen.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, zu erklären, warum Deutschland trotz wirtschaftlicher Logik in eine schwierige Position im Steuerwettbewerb gerät und welche strategischen Anreize Staaten dazu bewegen, von Kooperationen abzusehen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Untersuchung nutzt die Spieltheorie, insbesondere die Modellierung von Auszahlungsmatrizen und das Konzept des Nash-Gleichgewichts, um staatliches Handeln zu erklären.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Im Hauptteil werden das symmetrische Modell, welches zu einem Gefangenendilemma führt, sowie das asymmetrische Modell, das die unterschiedlichen Interessen von kleinen und großen Staaten beleuchtet, detailliert analysiert.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?

Die Arbeit lässt sich am besten mit Begriffen wie Steuerwettbewerb, Spieltheorie, Gefangenendilemma, Nash-Gleichgewicht und Kapitalmobilität beschreiben.

Warum haben kleine Staaten wie die Schweiz einen Anreiz, nicht zu kooperieren?

Kleine Staaten profitieren vom sogenannten Baseneffekt, bei dem sie durch Steuersenkungen ausländisches Kapital anziehen können, ohne dabei so hohe Einnahmeverluste an der eigenen Basis zu erleiden wie große Staaten.

Welche Schlussfolgerung zieht der Autor für Deutschland?

Deutschland befindet sich in einer Position, in der es sowohl im symmetrischen als auch im asymmetrischen Modell bei rationalem Verhalten der Gegenspieler Schwierigkeiten hat, optimale Ergebnisse durch Kooperation zu erzwingen.

Ende der Leseprobe aus 4 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Deutschland im Steuerwettbewerb. Eine mikroökonomische Analyse
Hochschule
Hochschule für Wirtschaft und Recht Berlin
Note
1,3
Autor
Dennis Sauert (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2008
Seiten
4
Katalognummer
V275418
ISBN (eBook)
9783656680802
ISBN (Buch)
9783656680796
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Spieltheorie symmetrisches Modell asymmetrisches Modell race to the bottom
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Dennis Sauert (Autor:in), 2008, Deutschland im Steuerwettbewerb. Eine mikroökonomische Analyse, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/275418
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Leseprobe aus  4  Seiten
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