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Katastrophenbewältigung durch Privatunternehmen nach Hurricane Katrina

Titel: Katastrophenbewältigung durch Privatunternehmen nach Hurricane Katrina

Seminararbeit , 2010 , 18 Seiten , Note: 2,0

Autor:in: Bachelor of Arts Sophia Schulze (Autor:in)

Amerikanistik - Kultur und Landeskunde
Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

“If ‘the American government would have responded like Wal-Mart has responded, we wouldn't be in this crisis.’” Ebenso wie Cliff Brumfield, Executive Vice President der Brookhaven-Lincoln County Chamber of Commerce , dessen Zitat der Titel der Hauarbeit ist, hat Aaron F. Broussard, Präsident von Jefferson Parish in New Orleans, im Interview bei Meet the Press auf dem U.S.-amerikanischen Fernsehsender NBC auf den Punkt gebracht, was viele dachten angesichts der katastrophalen Zustände, nachdem einer der schwersten Hurrikans der Geschichte der USA Ende August 2005 den Südosten der USA und vor allem New Orleans getroffen hatte . Als unmittelbar nach Vorüberziehen es Hurrikans die Bilder von hunderttausenden Menschen, die in New Orleans ihr Zuhause verloren hatten und nun ohne Wasser, Nahrungsmittel oder Strom hilflos in der schwülen Hitze ausharren mussten, fragte man sich, wie solch ein Desaster in einem der fortschrittlichsten Länder der Welt passieren konnte. Offenbar waren die lokale, die Staats- sowie die Bundesregierung überfordert, sich auf einen Hurrikan in einem Gebiet vorzubereiten, in dem regelmäßig tropische Wirbelstürme auftauchen, von denen vereinzelte wie Hurrikan Camille (1969) bereits vorher verheerende Schäden angerichtet hatten.
Die Kritik an den Regierungen wurde sofort nach Katrina laut und zwang die Regierung schnell zu handeln um nicht völlig zu versagen. Als dann bekannt wurde, dass Wal-Mart Geld und Waren in Millionenhöhe gespendet und New Orleans versorgen konnte, so weit es die Ressourcen zuließen, kamen schnell Vergleiche zu den Hilfsleistungen vor allem der Bundesregierung und der Arbeit der Federal Emergency Management Agency (FEMA) auf. Die Tatsache, dass Handelskonzerne wie Wal-Mart, Home Depot oder Lowe’s fähig waren, Geld dort zu investieren und Güter dort bereitzustellen, wo es nötig war, beweist, dass die Regierung nicht vor einer unlösbaren Ausgabe stand, sondern diese nicht genügend ernst genommen hat und dadurch die Lage vor und nach Katrina falsch eingeschätzt hat. Wal-Mart dagegen konnte so exzellent reagieren, weil das Handeln vor und nach Katrina auf der täglichen Arbeit des Unternehmens beruht – der effizienten Koordination, Logistik und Distribution um schnell sichtbare Ergebnisse zu erreichen. Dabei Wal-Mart jedoch auch den Anreiz den Verlust des Marktes im Katrina-Gebiet so gering wie möglich zu halten und das eigene angeschlagene Unternehmensbild zu verbessern. [...]

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Warum Wal-Mart so wichtig wurde – Das Versagen der Regierungen

3. Fallbeispiel Wal-Mart

3.1 Gründe für Wal-Marts Eingreifen

3.1.1 Erfahrungen und Voraussetzungen nutzen um Betroffenen zu helfen

3.1.2 Verluste begrenzen und Profite sichern

3.1.3 Imagekrise bewältigen

4. Lehren für die Organisation zukünftiger Katastrophenbewältigung

5. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Rolle privater Großkonzerne am Beispiel von Wal-Mart bei der Katastrophenbewältigung nach Hurrikan Katrina und analysiert, warum diese teilweise effektiver als staatliche Institutionen wie die FEMA agierten. Ziel ist es, aus dem erfolgreichen Management des Unternehmens Lehren für eine effizientere Neustrukturierung der staatlichen Katastrophenhilfe abzuleiten.

  • Analyse staatlicher Versäumnisse bei Hurrikan Katrina
  • Logistische Leistungsfähigkeit und Strategien von Wal-Mart
  • Eigennützige Motive und Marketingaspekte des Engagements
  • Vergleich zwischen staatlicher Bürokratie und privater Effizienz
  • Vorschläge zur Umstrukturierung künftiger Katastrophenvorsorge

Auszug aus dem Buch

3.1.1 Erfahrungen und Voraussetzungen nutzen um Betroffenen zu helfen

Als die Vorbereitungen für Katrina anfangen sollten, fragte Lee Scott sich „’How do we use the natural infrastructure that exists in American retail?’“17. Er war sich bewusst, dass die Voraussetzungen für die Versorgung eines von einem Hurrikan bedrohten Gebiets vorhanden waren und wollte diese effektiv nutzen, um den Kunden von Wal-Mart und seinen Mitarbeitern zur Seite zu stehen und ihnen zeigen, dass sich Wal-Mart um ihr Wohlergehen sorgt. Für Wal-Mart und andere Großkonzerne war die Arbeit, die sie vor und nach Katrina geleistet haben, keine ungewöhnliche Aufgabe. Genau genommen, haben sie das getan, was sie täglich tun und worin sie sich professionalisiert haben: Große Mengen von Gütern auf schnellstem Wege dorthin transportieren, wo Nachfrage besteht.

Natürlich bildete Katrina eine Ausnahme, weil die Märkte so ausgestattet werden mussten, dass sie in kürzester Zeit nach dem Hurrikan wieder öffnen konnten, und zusätzlich Notunterkünfte versorgt werden mussten. Führungskräfte von Konzernen wie Wal-Mart sind es jedoch gewohnt, Risiken einzugehen und sich in kurzer Zeit neuen Bedingungen anzupassen. Damit ein Unternehmen Erfolg hat, muss es Ideen umsetzen und Ergebnisse vorweisen können. Im Gegensatz zu Regierungsbeamten können Unternehmen Entscheidungen nicht lange abwägen, da sich ihr Erfolg schneller ändern kann als alle paar Jahre durch Wahlen. Dementsprechend ist es nicht außergewöhnlich, dass sich Scott zum Ziel gesetzt hat, Hilfsleistungen zu bieten und diese auch schnell und erfolgreich umgesetzt hat.18

Vorteilhaft war natürlich nicht nur der Entscheidungswille Scotts, sondern auch die bereits erwähnte vorhandene Infrastruktur. Wal-Mart hat überall in den USA seine Märkte, so auch im von Hurrikan Katrina betroffenen Gebiet. Das bedeutet, dass sich das Unternehmen genau mit den Handelswegen in diesem Gebiet auskennt und ein ausgezeichnetes Vertriebsnetz hat. Laut einer Studie von Steven Horwitz, Wirtschaftsprofessor and der St. Lawrence University in Canton, New York, haben Unternehmen wie Wal-Mart all ihr Wissen und ihre Mittel genutzt um Hilfslieferungen in die betroffenen Gebiete zu transportieren und ihre Filialen so schnell wie möglich wiederzueröffnen.19 FEMA dagegen besaß dieses Wissen und diese Voraussetzungen nicht, da die Behörde in diesem Gebiet nicht täglich operiert und von Washington aus gesteuert wird.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung thematisiert die Kritik an den staatlichen Hilfsmaßnahmen nach Hurrikan Katrina und kontrastiert diese mit dem vorbildlichen Engagement von Unternehmen wie Wal-Mart.

2. Warum Wal-Mart so wichtig wurde – Das Versagen der Regierungen: Hier werden bürokratische Hürden und Koordinationsprobleme der staatlichen Stellen sowie die Unfähigkeit zur Nutzung bestehender Notfallpläne detailliert beleuchtet.

3. Fallbeispiel Wal-Mart: Dieses Kapitel liefert eine zahlenbasierte Übersicht der Hilfsleistungen von Wal-Mart und dient als empirische Grundlage für die weiteren Analysen.

3.1 Gründe für Wal-Marts Eingreifen: Dieser Abschnitt unterteilt die Motive des Konzerns in operative Stärken, ökonomische Interessen und strategische Imagepflege.

3.1.1 Erfahrungen und Voraussetzungen nutzen um Betroffenen zu helfen: Hier wird dargelegt, wie Wal-Marts bestehende logistische Infrastruktur und Erfahrung in der Versorgung für eine schnelle Krisenreaktion instrumentalisiert wurden.

3.1.2 Verluste begrenzen und Profite sichern: Dieses Kapitel analysiert das wirtschaftliche Kalkül hinter den Investitionen, um durch die schnelle Wiedereröffnung von Filialen den Marktanteil zu sichern.

3.1.3 Imagekrise bewältigen: Hier wird untersucht, wie Wal-Mart das Krisenengagement strategisch zur Verbesserung des öffentlichen Ansehens nutzte, um sich von der Kritik an internen Arbeitsbedingungen abzulenken.

4. Lehren für die Organisation zukünftiger Katastrophenbewältigung: Es werden Handlungsempfehlungen formuliert, wie eine stärkere Einbindung des privaten Sektors die Effizienz staatlicher Katastrophenhilfe erhöhen könnte.

5. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und bekräftigt die Notwendigkeit einer Neustrukturierung der Katastrophenhilfe durch dezentrale Ansätze und die Nutzung privater Kompetenzen.

Schlüsselwörter

Hurrikan Katrina, Wal-Mart, FEMA, Katastrophenbewältigung, Logistik, Krisenmanagement, Staatliches Versagen, Öffentlichkeitsarbeit, Privatisierung, Notfallversorgung, Unternehmensverantwortung, Handelsketten, Effizienz, Marktsicherung, Katastrophenvorsorge.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht das unterschiedliche Krisenmanagement von Regierung und Privatwirtschaft während der Katastrophe um Hurrikan Katrina im Jahr 2005.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Die Schwerpunkte liegen auf der Analyse staatlicher Versäumnisse, der logistischen Effizienz von Großkonzernen wie Wal-Mart sowie der Verflechtung von humanitärer Hilfe und Unternehmensinteressen.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage der Arbeit?

Ziel ist es zu ergründen, warum Wal-Mart effektiver als die Regierung reagieren konnte und wie diese Erkenntnisse zur Verbesserung künftiger Katastrophenbewältigung genutzt werden können.

Welche wissenschaftliche Methode verwendet die Arbeit?

Die Untersuchung basiert auf einer Fallstudien-Analyse unter Einbeziehung von Fakten, Zahlen, Medienberichten und wissenschaftlichen Sekundärquellen.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil widmet sich der Fehleranalyse der staatlichen Behörden, der detaillierten Betrachtung der Hilfsleistungen von Wal-Mart sowie der Analyse der zugrunde liegenden Motive (Logistik, Profit, Image).

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zu den wichtigsten Begriffen gehören Katastrophenbewältigung, Wal-Mart, FEMA, Logistik, Krisenmanagement und staatliches Versagen.

Warum konnte Wal-Mart schneller reagieren als die staatlichen Behörden?

Wal-Mart verfügte über eine bestehende logistische Infrastruktur, lokale Marktkenntnisse und Entscheidungswege, die auf Effizienz und Schnelligkeit ausgelegt sind, während die FEMA durch bürokratische Hürden gelähmt war.

Hat Wal-Mart nur aus rein humanitären Gründen geholfen?

Die Arbeit legt dar, dass neben humanitären Aspekten auch ökonomische Faktoren wie die Sicherung von Marktanteilen und strategische Public-Relations-Ziele eine wesentliche Rolle spielten.

Wie lautet die abschließende Empfehlung der Autorin für die Zukunft?

Es wird empfohlen, Katastrophenhilfe zu dezentralisieren, mehr Verantwortung an private Firmen zu delegieren und staatliche Behörden stärker an ihre eigenen Katastrophenpläne zu binden.

Wird Wal-Mart in der Arbeit ausschließlich gelobt?

Nein, die Arbeit kritisiert explizit, dass Wal-Mart trotz des Krisenengagements die Arbeitsbedingungen der eigenen Mitarbeiter vernachlässigt hat und die Hilfe teilweise als Marketingstrategie einsetzte.

Ende der Leseprobe aus 18 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Katastrophenbewältigung durch Privatunternehmen nach Hurricane Katrina
Hochschule
Freie Universität Berlin  (John-F.-Kennedy-Institut)
Veranstaltung
Lessons learned? Hurrikan Katrina als Beispiel für gescheitertes Katastrophenmanagement
Note
2,0
Autor
Bachelor of Arts Sophia Schulze (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2010
Seiten
18
Katalognummer
V275480
ISBN (eBook)
9783656681946
ISBN (Buch)
9783656682097
Sprache
Deutsch
Schlagworte
katastrophenbewältigung privatunternehmen hurricane katrina
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Bachelor of Arts Sophia Schulze (Autor:in), 2010, Katastrophenbewältigung durch Privatunternehmen nach Hurricane Katrina, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/275480
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Leseprobe aus  18  Seiten
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