Zuflucht unterm Hakenkreuz. Deutsche in Palästina 1939-1950


Forschungsarbeit, 2014

71 Seiten


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Vorwort

Einleitung: Beginn und Aufstieg der NS Bewegung im Britischen Mandat Palästina 1932 1939

1. Leben im Internierungslager

2. Deutsche und deutsch arabische Aktionen
a) Rommel in Nordafrika
b) Operation Atlas

3. Deportation nach Australien 1941

4. Drei Austauschoperationen
a) Erster Austausch 1941
b) Zweiter Austausch 1942
c) Dritter Austausch 1944

5. Palästinadeutsche zwischen den Fronten

6. Die letzten Tage der Deutschen in Palästina

Zusammenfassung und Schlussbetrachtung: Anziehungskraft Nationalsozialismus ?

Liste der Abkürzungen

Bibliografie

Vorwort

Eine bizarre Fußnote in der Geschichte des Nationalsozialismus stellt die Einführung der Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei (NSDAP) im Britischen Mandat Palästina[1] dar. Hakenkreuzfahnen wurden zu Nationalfeiertagen auf den deutschen Konsulaten in Palästina[2] gehisst. Auch deutsche, private Häuser wurden zu diesen Anlässen mit Hitlerfahnen geschmückt, und junge Palästinadeutsche hielten Aufmärsche in Uniform und mit Heil-Hitler-Rufen innerhalb und außerhalb ihrer Siedlungen ab. Die Propagierung der nationalsozialistischen Ideologie in Palästina von 1932 an führte in nur wenigen Jahren zu einem gut organisierten NS-Netzwerk mit vielen verschiedenen NSDAP-Gruppen und angeschlossenen Verbänden für alle Altersstufen, denen sich bis 1939 mindestens ein Drittel der Palästinadeutschen angeschlossen.

In englischer Sprache sind bereits einige Veröffentlichungen über die Einführung von NS-Organisationen und die Verbreitung der nationalsozialistischen Ideologie im Mandatsgebiet Palästina erschienen, so zum Beispiel von H. Schmidt 1952, Donald McKale 1977, Francis Nicosia (1985) und Raffi Berg 2013.[3] Auch in Hebräisch wurden zahlreiche Artikel über die Aktivitäten der NSDAP und ihrer Mitglieder im Britischen Mandat geschrieben.[4] In deutscher Sprache aber sind bisher nur sehr wenige Publikationen zum Nationalsozialismus in Palästina veröffentlicht worden. Der Historiker Paul Sauer widmete 1985 in seinem Buch über die Geschichte der Tempelgesellschaft lediglich ein Kapitel diesem Thema. Der Theologe Roland Löffler ging sowohl in seinem Aufsatz über die Gemeinden des Jerusalemsvereins in Palästina (2000) als auch in seiner veröffentlichten Dissertation (2008) auf die politische Haltung der evangelischen Gemeinden in Palästina zum Nationalsozialismus ein. Ralf Balke schrieb in seiner Dissertation Hakenkreuz im Heiligen Land (2001) als erster deutscher Historiker ausführlich und detailliert über die NSDAP-Landesgruppe in Palästina. Er stellt in seinem Buch sehr detailliert die Anfänge der NS-Bewegung und deren weitere Entwicklung bis 1939 dar.[5]

Die vorliegende Arbeit konzentriert sich auf die sich anschließende Zeitspanne von 1939 bis 1950. Sie behandelt vor allem die Ereignisse in Palästina, die das Leben sowie die religiöse und politische Einstellung der Palästinadeutschen betraf vom Beginn des Zweiten Weltkriegs 1939 bis zum Jahr 1950, als schließlich auch die letzten Deutschen aufgefordert wurden, das Land zu verlassen. Änderten die Erfahrungen von Internierung, Deportation, Gefangenenaustausch und Evakuierung etwas an ihrer patriotischen und nationalistischen Haltung? Oder suchten die in Palästina lebenden, nichtjüdischen Deutsche weiterhin Zuflucht unter der Fahne des Hakenkreuzes? Was waren die Gründe und Ursachen für ihr Verhalten?

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Deutsche Templerkolonien, Palästina

(Raffi Berg, The Templers: German settlers who left their mark on Palestine. BBC News Magazine, 12. Juli 2013, http://www.bbc.com/news/magazine-22276494)

Einleitung: Beginn und Aufstieg der NS-Bewegung im Britischen Mandat Palästina 1932-1939

Noch vor der Machtergreifung Hitlers marschierten schon 1932 deutsche Jugendliche im Britischen Mandat Palästina mit Heil Hitler- Rufen durch Haifa. Ab 1933 wurden an deutschen Nationalfeiertagen bei den deutschen Konsulaten Hakenkreuzfahnen gehisst. Auch bei anderen Feierlichkeiten, wie Vereidigung und Mitgliederaufnahme in eine NSDAP-Organisation oder bei sportlichen Wettkämpfen, fanden Aufmärsche mit Hakenkreuzfahnen statt.[6] Wie war es zu dieser Entwicklung gekommen? Warum fanden sich unter den Palästinadeutschen relativ viele Sympathisanten für Hitlers Nationalsozialismus?

In den 1930er Jahren lebten im Britischen Mandat Palästina zwischen 1.800 und 2.500 Deutsche.[7] Sie kamen aus katholischen, protestantischen und pietistischen Kreisen und begingen regelmäßig ihre christlichen und nationalen Feiertage. Ihre grundsätzliche politische Einstellung kann als national-konservativ beschrieben werden. Sie standen der Demokratie und einem Mehrparteiensystem skeptisch bis ablehnend gegenüber. Sie waren stolz auf die deutsche Kultur und auch auf ihre Errungenschaften und Leistungen, die sie in Palästina Ende des 19. und Anfang des 20. Jahrhunderts vollbracht hatten, wie zum Beispiel den Ausbau der Infrastruktur (Straßenbau, Beförderungsdienste, soziale Einrichtungen usw.), die Verbesserung der Landwirtschaft und die Einführung technischer Neuerungen im Land (Weinpresse, Dreschmaschinen, Sägewerke).[8] Die meisten Palästinadeutschen lebten in ihren Siedlungsgemeinschaften unter sich. Begegnungen mit Arabern und Juden fanden vorwiegend auf der geschäftlichen Ebene statt.[9] Was sie miteinander verband, waren ihre deutsche Tradition und Kultur und ihre christlich geprägten Werte. Sie stammten aus unterschiedlichen, christlich-religiösen Kirchengemeinden und Organisationen und waren aus sehr verschiedenen Gründen nach Palästina gekommen. Einige waren im Land, um über einen längeren Zeitraum in einer deutschen, christlichen Einrichtung tätig zu werden, wie zum Beispiel in Krankenhäusern, Kinderheimen, Schulen oder in deutschen, evangelischen oder katholischen Gästehäusern.[10] Eine weitere Gruppe von Deutschen hielt sich vorübergehend für nur eine begrenzte Zeitspanne in Palästina auf, zum Beispiel Konsuln, Konsulatssekretäre und Diplomaten und Repräsentanten der evangelischen oder katholischen Kirche. Die überwiegende Mehrheit der Palästinadeutschen gehörte der Tempelgesellschaft an, deren Mitglieder unbefristet nach Palästina eingewandert waren.[11]

Die Tempelgesellschaft wurde von Christoph Hoffmann (1815-1885) in Württemberg gegründet. Ihre Mitglieder – einst Angehörige der protestantischen Kirche – waren pietistisch geprägt und schlossen sich 1861 zu einer unabhängigen christlichen Organisation zusammen. Der Name Tempelgesellschaft sollte nicht mit dem Templerorden der Kreuzfahrerzeit verwechselt werden. Das Wort Tempel bezieht sich auf Aussagen aus dem Neuen Testament, wo die Idee einer christlichen Gemeinschaft, deren Mitglieder als heiliger Tempel Gottes leben und handeln, beschrieben wird (1. Korintherbrief 3, 16; 1. Petrusbrief 2, 5 und Epheserbrief 2, 21). Was die Templer miteinander verband, war das Ziel, Gottes Königreich auf Erden zu errichten. Sie waren davon überzeugt, dass sie die Welt vor dem Untergang bewahren könnten, wenn sie als reines und heiliges Volk Gottes, sprich als Gottes Tempel, auf Erden lebten. Sie waren von der baldigen Wiederkehr Jesu überzeugt und erwarteten diese in Jerusalem. Daher fassten 1868 etwa dreizehn Mitglieder den Plan, in das Heilige Land auszuwandern, was zu der Zeit zum Osmanischen Reich gehörte. Im Lauf der Jahre kamen immer mehr Templer-Familien nach, so dass ihre Zahl in Palästina auf etwa 750 Personen im Jahre 1875 anstieg. Sie errichteten Kolonien in Haifa (1868/69), Jaffa (1869), Sarona (1871), Jerusalem (1873), Wilhelma (1902) und Bethlehem in Galiläa (1906).[12] Die Siedlung Waldheim wurde 1907 von ehemaligen Templermitgliedern, den sogenannten Kirchlern gegründet, die sich 1885/86 wieder der evangelischen Kirche angeschlossen hatten.[13]

Karl Ruff (geb. 1904), ein deutscher Architekt und Angehöriger der Tempelgesellschaft in Haifa, war der Initiator der Nazi-Bewegung in Palästina. Nachdem er in den 1920er Jahren in Deutschland studiert hatte, kehrte er 1929/30 nach Haifa zurück und begann dort, sich politisch zu engagieren. Im November 1931 nahm er Kontakt auf zu dem Herausgeber der Zeitschrift Völkischer Beobachter. Anfang 1932 beantragte er die Mitgliedschaft in der NSDAP und fing an, unter seinen deutschen Zeitgenossen die nationalsozialistische Idee zu propagieren. Schon im Sommer 1932 konnte er mit Stolz der Auslands-Abteilung[14] in Hamburg melden, dass sich im Britischen Mandat Palästina sechs NSDAP-Mitglieder aus Haifa, Bethlehem in Galiläa, Jaffa und Jerusalem zu einer Gruppe zusammengefunden hatten.[15] Unterstützt und ermutigt von der Auslands-Abteilung im Deutschen Reich, begannen Karl Ruff und seine Parteifreunde, NS-Propagandamaterial zu verteilen und Vorträge über nationalsozialistische Themen zu halten, um so den Aufbau eines NS-Netzwerks in Palästina voranzutreiben. NS-Bücher und Broschüren wurden innerhalb Palästinas versandt. Nazi-Filme wurden zu verschiedenen Anlässen in den deutschen Siedlungen gezeigt. Auch wurden Volksempfänger (Kurzwellenradios) von der AO ins Britische Mandat geschickt, um die Auslandsdeutschen über die Entwicklung und politische Verwirklichung der nationalsozialistischen Idee auf dem Laufenden zu halten.[16] Die Palästinadeutschen liebten es, sich in kleinen Gruppen um einen Volksempfänger zu versammeln und mit großem Interesse den politischen Ereignissen in Deutschland zu folgen. Sie lauschten mit Andacht den Reden von Hitler, Goebbels und Rudolf Hess.[17] Für manche, wie zum Beispiel für den zukünftigen NSDAP-Landesgruppenführer Cornelius Schwarz, waren Hitlers Reden im Rundfunk wie ein wahrer Gottesdienst. In einem Brief an seinen Sohn in Kairo schrieb er im März 1933: „Es war ein Gottesdienst. Den Frauen hier und auch mir wurden die Augen nass.”[18]

Schon Ende 1933 stieg die Zahl der Parteimitglieder in Palästina auf insgesamt 114 an, und bereits 1934 umfasste die junge NS-Bewegung NSDAP-Ortsgruppen in Haifa, Jaffa, Jerusalem und Sarona sowie Stützpunkte in Wilhelma und Bethlehem-Waldheim in Galiläa.[19] Im Jahr 1935 wurde Karl Ruff von Cornelius Schwarz, ebenfalls ein Mitglied der Tempelgesellschaft, als Leiter des NSDAP-Landeskreises Palästina abgelöst. Unter Schwarz‘ strenger und ehrgeiziger Führung erlebte die Organisation einen kräftigen Aufschwung. Der politische Einfluss und die Kontrolle auf die deutschen Siedlungen konnten verstärkt werden. Außerdem befestigte die sehr gute Zusammenarbeit zwischen Cornelius Schwarz und dem neuen Generalkonsul Walter Doehle die Hegemonie der NSDAP vor Ort. Anlässlich Hitlers Geburtstag im Jahr 1937 erhielt der NSDAP-Landeskreis Palästina den Rang einer Landesgruppe, an deren Spitze Cornelius Schwarz nun als ihr offizieller NSDAP-Landesführer stand.

Innerhalb nur weniger Jahre, von 1932 bis 1939, waren von nichtjüdischen Deutschen im Britischen Mandat Palästina NSDAP-Ortsgruppen und Stützpunkte sowie ein Programm für die Jugend und zahlreiche NS-Gruppen für verschiedene Berufsgruppen aufgebaut worden. Schon Anfang 1934 strebte Karl Ruff gemeinsam mit ausgewählten Mitarbeitern erfolgreich die Gleichschaltung der gesamten deutschen Jugendarbeit in Palästina an.[20] Es entstanden Gruppen der Hitler-Jugend (HJ), des Bundes Deutscher Mädel (BDM) und des Jungvolks (JV).[21] Ferner bildeten sich in Palästina Ortsgruppen der Deutschen Arbeitsfront (DAF), die Organisation Kraft durch Freude, ein NS-Kraftfahrerkorps und ein Nationalsozialistischer Lehrerbund (NSLB), dem bis Mitte 1938 alle reichsdeutschen Lehrer in Palästina, abgesehen von den Missionsschwestern an kirchlichen Schulen, angehörten. Die NS-Volkswohlfahrt setzte sich für die Sammlungen fürs Winterhilfswerk ein.[22]

Das „Schlusslicht“ der Gründungen von nationalsozialistischen Gruppen bildete 1938 die Einführung der Arbeitsgemeinschaft der deutschen Frau im Ausland in Palästina, ein Pendant zur NS-Frauenschaft im Deutschen Reich.[23] Beate Wurst (1886-1942), Mitglied der Tempelgesellschaft und Ehefrau des deutschen Konsuls Tim Wurst, besuchte Mitte März 1938 die deutsche Kolonie in Haifa und warb dort unter den Frauen und jungen Mädchen für die Gründung der neuen nationalsozialistischen Arbeitsgemeinschaft. Nach kurzem, anfänglichem Zögern war die Reaktion der Frauen so positiv, dass nur wenige Tage später der gesamte Frauenverein der Templergemeinde in Haifa der neuen Organisation beitrat und am 24. April 1938 die offizielle Gründungsfeier im deutschen Sportklub vor Ort stattfinden konnte.[24] Nur wenige Wochen vor dem Beginn des Zweiten Weltkriegs, im Juli 1939, setzten sich Beate Wurst und andere sogar noch für die Verleihung des Ehrenkreuzes für kinderreiche Mütter (Mutterkreuz) an deutsche Frauen in Palästina ein.[25]

Zusammenfassend kann festgehalten werden, dass sich zwischen 1932 und 1939 etwa 33% der Palästinadeutschen (mehr als 740 Personen) dem nationalsozialistischen Netzwerk im Britischen Mandat Palästina angeschlossen haben. Dazu gehörten in der Mehrzahl Templer, aber auch Protestanten und einige Katholiken.[26] Schätzungsweise 19% der Deutschen vor Ort gehörten der NSDAP an oder warteten auf ihre Aufnahmebestätigung.[27] Damit lagen die Palästinadeutschen im Vergleich zu anderen NS-Landesgruppen prozentual weit über dem Durchschnitt. Nach Angaben der AO von 1937 gehörten kaum fünf Prozent aller im Ausland lebenden Staatsbürger der NSDAP an.[28]

Es sollte nicht unerwähnt bleiben, dass es auch hier und da Proteste gegen die Einrichtung von NSDAP-Organisationen und deren Aktivitäten in Palästina gab. Einige Palästinadeutsche stimmten der NS-Ideologie nicht zu und brachten dies auch verbal zum Ausdruck.[29] Andere folgten bestimmten Anweisungen von lokalen Naziführern nicht oder nur zögerlich.[30] Unter den Opponenten befanden sich sowohl NSDAP-Mitglieder als auch abgelehnte Mitgliedsbewerber. Aber auch einige, die fest davon überzeugt waren, dass Hitler von Gott gesandt worden war und das Deutsche Reich ihn als Führer brauchte, artikulierten ihren Unwillen, der Partei beizutreten.[31] Missfallen und Ablehnung wurden vor allem wegen religiöser, kommerzieller oder privater Bedenken geäußert. So erklärten zum Beispiel die Gegner, dass man befürchtete, dass die NS-Politik sich negativ auf die Geschäftsbeziehungen mit der jüdischen Klientel auswirken könnte.[32] Ältere Mitglieder der Tempelgesellschaft zögerten sehr, sich der Nazi-Partei anzuschließen, weil sie um die Einheit ihrer Gemeinde besorgt waren und eine Spaltung durch die Einführung einer politischen Partei verhindern wollten.[33] Philipp Wurst, der Leiter der Tempelgesellschaft ab 1935, lehnte die NS-Bewegung zunächst ab, weil er deren Anführer als arrogante und unangenehme Emporkömmlinge empfand. Er trat 1938 dann aber doch der NSDAP bei.[34] Auch einige geistliche Vertreter der evangelischen Kirchen in Palästina schlossen sich der Partei nie an, so zum Beispiel Probst Ernst Rhein in Jerusalem und Pfarrer Detwig von Oertzen in Haifa. Dennoch zeigten sich diese in ihren Briefen, Berichten und Äußerungen als stolze, deutsche Protestanten. Sie begrüßten die neue NS-Regierung in Deutschland und fühlten sich Hitler gegenüber treu und ergeben. Ihre Entscheidung, nicht der NSDAP beizutreten, begründeten sie damit, dass sie der Überzeugung waren, ein Geistlicher sollte sich jeglicher politischen Aktivität enthalten.[35] Alles in allem war der Widerstand gegen die NSDAP in Palästina nicht stark und entschlossen genug, um die Aktivitäten der Nazis aufzuhalten. Keiner der Proteste richtete sich gegen den Nationalsozialismus in seiner Gesamtheit; keiner gründete sich auf Menschenrechte, Antirassismus oder Antisemitismus.

Während in der Mitte und gegen Ende der 1930er Jahre die Nazi-Bewegung in Palästina einen kräftigen Aufschwung an neuen Mitgliedern erlebte und bis 1938 die gesamte deutsche Jugend sowie fast alle deutschen Lehrer im Lande erfolgreich gleichgeschaltet hatte, erfuhr sie mit dem Beginn des Zweiten Weltkriegs einen herben Rückschlag und ihr offizielles Ende. Fast alle Palästinadeutschen, ob Parteimitglied, NS-Sympathisant, Opponent, Mitläufer oder schweigender Zuschauer, wurden ab September 1939 nach und nach interniert und später außer Landes gebracht. Hatte dies eine verändernde Auswirkung auf ihre überwiegend Hitler-freundliche Einstellung? Veränderte sich in den Jahren des Krieges ihre Weltsicht?

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Hitlerportrait in Die Warte des Tempels, Jan. 1934 (Foto: H. Wawrzyn, 2006)

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NSDAP-Treffen, Nazareth, Britisches Mandat Palästina, vor August 1939 (Fotoarchiv, Yad Vashem, Jerusalem).

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Hakenkreuzfahne in Jerusalem, Hotel Fast, 1933 (http://commons.wikimedia.org/wiki/File:Swastika_flag_in_Jerusalem.jpg)

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Israelische Soldaten halten triumphierend zwei HJ-Fahnen, die sie nach der Einnahme der Deutschen Kolonie in Jerusalem 1948 gefunden haben (http://commons.wikimedia.org/wiki/File:Palastina-Nazi.jpg)

1. Leben im Internierungslager

Am 1. September 1939 begann mit dem Einmarsch deutscher Truppen in Polen der Zweite Weltkrieg. Zwei Tage später am 3. September erklärte Großbritannien dem Deutschen Reich den Krieg. Allen deutschen Männern in Palästina war Ende August 1939 von der deutschen Reichsregierung die Empfehlung übermittelt worden, das Land zu verlassen, weil das Deutsche Reich sich nicht in der Lage sah, seine Staatsbürger in Palästina zu schützen. Alle wehrpflichtigen Deutschen aber erhielten den strikten Befehl, umgehend aus dem Britischen Mandat abzureisen. Der Code für diese Operation lautete: „Der Chauffeur ist vorgefahren.“ Der deutsche Vizekonsul in Jerusalem, Otto Ernst Eckert, war mit der vollständigen Evakuierung aller deutschen Wehrpflichtigen beauftragt worden. Am 29. August verließen sieben Wehrpflichtige das Land auf einem rumänischen Dampfer. Einen Tag später folgten diesen acht weitere mit einer italienischen Flugzeuglinie. In der Nacht vom 31. August zum 1. September 1939 verließ der griechische Dampfer Paris den Hafen von Haifa mit 232 deutschen Wehrpflichtigen und 88 Familienmitgliedern an Bord.[36]

Infolge des vom Deutschen Reich ausgelösten Kriegs wurden fast alle deutschen Geschäfte und Unternehmen in Palästina von der britischen Mandatsregierung geschlossen. Die Hakenkreuzfahne am deutschen Konsulat in Jerusalem wurde für immer entfernt. Die Tageszeitung Palestine Post berichtete Anfang September 1939 über die Festnahme von Palästinadeutschen in Jerusalem und auch über die Durchsuchung des dortigen deutschen Konsulats, vor dem sich eine große Menge jüdischer Einwohner versammelt hatte.[37] Die Leiter und Mitarbeiter des Syrischen Waisenhauses[38] wurden festgenommen; das Waisenhaus und seine Werkstätten wurden geschlossen. Die Tempelbank wurde am 3. September 1939 ebenfalls geschlossen. Die Abreise vieler deutscher Geschäftsleute und Hauseigentümer machte es notwendig, das gesamte deutsche Eigentum, einschließlich der leeren Geschäfte und Wohnungen, umgehend unter Polizeischutz zu stellen. Die Gefahr einer Plünderung war groß. Da die deutschen Betriebe und Geschäfte als gutgehende, blühende Unternehmen bekannt waren, waren auch viele im Land daran interessiert, diese zu mieten oder zu kaufen. Ein Verwalter für das feindliche Vermögen wurde eingesetzt. Dieser war für die Verwaltung des Vermögens der Deutschen, die das Land bereits verlassen hatten, verantwortlich. Der britische Hochkommissar verfügte, dass die im Land verbliebenen Deutschen ihr Besitztum weiterhin selber verwalten konnten. Deutsches Kircheneigentum wurde von neutralen Geistlichen beaufsichtigt.[39]

Obwohl es 232 deutschen Wehrpflichtigen gelungen war, Palästina am Vorabend des Zweiten Weltkriegs zu verlassen, hatten mehr als 110 Wehrpflichtige aus Jaffa, Sarona und Wilhelma die Abfahrt des griechischen Dampfers verpasst. Die Weigerung der Templer, Eigentum und landwirtschaftliche Arbeit in Palästina zurückzulassen, aber auch Kompetenzgerangel und organisatorisches Unvermögen auf Seiten der NSDAP-Landesgruppenführung hatten offensichtlich zu widersprüchlichen Anordnungen und Informationen geführt.[40] Auch mag es einigen NS-Funktionären und älteren Palästinadeutschen an der nötigen patriotischen Begeisterung gefehlt haben. Der britische Geheimdienst vermerkte dazu: „Keine wirkliche Kriegsbegeisterung unter den deutschen Nazi-Elementen in Palästina.“[41] Fast alle deutschen Männer, die in Palästina geblieben waren, wurden sofort verhaftet und kurz danach in das Gefangenenlager in Akko gebracht, das zuvor für festgenommene, arabische und jüdische Untergrundkämpfer benutzt worden war.[42] Die deutsche Zeitschrift des Jerusalemsvereins, Neueste Nachrichten aus dem Morgenlande, informierte seine Leser, dass die deutschen Männer in Akko in ein „Konzentrationslager“ eingesperrt worden seien.[43] Nach einem Bericht des Schweizer Vizekonsuls Carl Lutz[44] (1895-1975), der für die Wahrung der deutschen Interessen in Palästina im September und Oktober 1939 verantwortlich war, wurde die Festnahme der deutschen Männer vom C.I.D. (Criminal Investigation Department) durchgeführt. Fast jeder deutsche Mann in Jerusalem und Haifa wurde verhaftet und dann nach Akko nahe der syrischen Grenze gebracht. In Jaffa waren von dieser Maßnahme nur die deutschen Männer bis zu einem Alten von 50 Jahren betroffen.[45] Die deutschen Templer Gotthilf Wagner, Philipp Wurst und Johannes Pross durften auf freiem Fuß bleiben, um sich um die zahlreichen Probleme, die durch die Inhaftierung und Internierung verursacht worden waren, zu kümmern.[46]

Um den Leiter der NSDAP-Landesgruppe in Palästina, Cornelius Schwarz, vor einer möglichen Verhaftung und Internierung zu schützen, erhielten er und seine Frau auf Veranlassung von Vizekonsul Eckert den Status von Konsulatsangestellten. Somit konnten sich Cornelius Schwarz und seine Frau im Konsulat in Jaffa versteckt halten. Doch am 4. September 1939 verließ Schwarz das Konsulatsgelände und wurde sofort vom C.I.D. verhaftet. Er verbrachte die folgenden Kriegswochen als Internierter im Gefangenenlager von Akko, bis ihm im Oktober 1939 die Ausreise nach Deutschland von der britischen Mandatsmacht genehmigt wurde.[47]

Insgesamt waren etwa 200 Häftlinge im Gefängnis von Akko untergebracht worden. Neben den ‘arischen‘ Deutschen wurden auch Juden, die mit deutschen Ehefrauen verheiratet waren, dort festgehalten. Auch Araber, die freundschaftliche Beziehungen zu den Deutschen gepflegt hatten, wurden in Akko gefangen gehalten. Unter ihnen befanden sich der Lehrer Elias Haddat und Dr. Kanaan vom deutschen Diakonissen-Krankenhaus in Jerusalem. Das ehemalige Gefängnis wurde um einige Holzbaracken erweitert, in denen jeweils etwa dreißig Gefangene einquartiert wurden. Die Insassen mussten das Kochen und Reinigen selber organisieren. Am Anfang erschien den Häftlingen das Leben in Akko als sehr hart und karg. Aber dann wurden die Bäckerei und die Küche fachkundigen Insassen übergeben. Wilhelm Stoll zum Beispiel, ein Kirchenältester der evangelischen Kirche in Haifa, übernahm das Brotbacken. Langsam änderte sich die Situation zum Besseren.[48]

[...]


[1] Britisches Mandat Palästina: Gemeint ist das Gebiet westlich des Jordans (ohne Transjordanien), siehe: Wawrzyn 2005, 102-103.

[2] Siehe Fußnote 1.

[3] H. Schmidt, The Nazi Party in Palestine and the Levant, 1932-1939, in: International Affairs 28, Nr. 4, 1952, S. 460-469; Donald M. McKale, The Swastika outside Germany, 1977, S. 125-126; Francis R. Nicosia, The Third Reich and the Palestine Question, 2000 (1. Auflage 1985); Raffi Berg, The Templers: German settlers who left their mark on Palestine. BBC News Magazine, 12.07.2013 (http://www.bbc.com/ news/magazine-22276494). Siehe auch: G. Dolev, Ausstellungskatalog: Chronicle of a Utopia. The Templers in the Holy Land, 1868-1948, 2006; H. Wawrzyn, Nazis in the Holy Land 1933-1948, 2013.

[4] Alex Carmel, What’s This? Making Fun of Nazis? Haaretz, 29. Okt. 1999; Moshe Temkin, The History of the Hitler Youth in Jerusalem, Yediot Achronot, 1. Okt. 1999; L. Bahat, Hitler Boulevard at the Corner of Kaplan, Yediot Achronot, 3. März 2006; D. Kroyanker, The German Colony and Emek Refaim Street. Jerusalem, 2008. Siehe auch Rezension zu D. Kroyanker, 2008: Dalia Karpel, Swastika in Jerusalem, Haaretz, 28. Feb. 2008 (in Englisch).

[5] Paul Sauer, Uns rief das Heilige Land. Die Tempelgesellschaft im Wandel der Zeit, 1985; Rolalnd Löffler, Die Gemeinden des Jerusalemsvereins in Palästina im Kontext des kirchlichen und politischen Zeitgeschehens in der Mandatszeit, in: Seht, wir gehen hinauf nach Jerusalem. Hrsg: A. Nothnagle, 2000, S. 185-212 und Protestanten in Palästina: Religionspolitik, sozialer Protestantismus und Mission in den deutschen evangelischen und anglikanischen Institutionen des Heiligen Landes 1917-1939, 2008; Ralf Balke, Hakenkreuz im Heiligen Land. Die NSDAP-Landesgruppe Palästina, 2001.

[6] ISTA, 821/4-פ, Brief an die Auslands-Organisation in Berlin, 24. März 1936; vgl. ISTA, 821/7-פ, Briefe, 14. und 17. Juli 1935; Balke 2001, 46.

[7] Nicosia 2000, 93-94 u. 253: 1.800 Deutsche wohnten 1933 in Palästina und 2.500 in 1937. YVA, R 3/11, 6. Juni 1937: 450 Deutsche in Jerusalem (345 Erwachsene, 105 Kinder), 600 in Haifa, 607 in Sarona-Jaffa, 240 in Wilhelma, 89 in Bethlehem-Waldheim. Insgesamt: 1,986 Deutsche. Deutschen Konsulatsunterlagen zufolge lag die Zahl der Deutschen in Palästina bei 2,500 (YVA, R 3/27, Brief, Deutscher General-Konsul, Jerusalem 1937; YVA, R 3/30, Brief, Deutscher General-Konsul, Jerusalem 1938; siehe auch YVA, P 19/23, Brief, Schweizer Vize-Konsul Carl Lutz, 1939). Zur Berechnung der prozentualen Beteiligung der Deutschen an den NSDAP-Organisationen in Palästina wurde ein geschätzter Mittelwert von 2.250 Palästinadeutschen zur Grundlage genommen.

[8] Kark/Thalmann 2003: Technological Innovation in Palestine: The Role of the German Templers. Siehe auch: Gottlieb Samuel Ruff: Aus der Jugendzeit eines alten Templers, 17/2010.

[9] Balke, 2001, 160; Perry 2006, 27-28.

[10] Hierzu zählen u. a. die von der Pilgermission St. Chrischona ausgesandten Handwerkermissionare und die Kaiserswerther Diakonissen. Weiterführende Informationen siehe: Carmel 1981, 23ff, Lückhoff 1998, 165ff, Raheb 1990, 62-63, Eisler 1999, 18-19; Wawrzyn 2005, 37-51.

[11] Geldbach 1991, 153.

[12] Sauer 1985, 19-20, 41, 56-61; Eisler 1998, 81; Carmel 1973, 7-24; Balke 2001, 9-10; siehe auch Geldbach 1991, 150-151.

[13] Glenk 2005, XXIX; siehe auch: Eisler 1998, 81-100.

[14] Die Auslands-Abteilung bzw. Auslands-Organisation (AO) unterstützte und förderte die im Ausland lebenden NSDAP-Mitglieder auf ideologischer und politischer Ebene. Ihr Ziel war es, Deutschlands Einfluss im Ausland zu verstärken und alle Deutschen als ‘Volksgemeinschaft‘ weltweit zu vereinigen (McKale 1977, 3-8).

Mai 1931 – Januar 1934: Auslands-Abteilung in Hamburg; ab Februar 1934 Auslands-Organisation, Sitz in Berlin (Balke 2001, 31-34).

[15] Sauer 1985, 17ff; Balke 2001, 41; Israelisches Staatsarchiv (ISTA), 821/1-פ, Briefwechsel 1931/32 und Brief, Bohle/Ruff, Juli 16, 1932.

[16] Evangelisches Gemeindeblatt (EvGB) , Mai 1933: 38; Wawrzyn, Nazis, 2013, 12-16;

[17] EvGB, Mai 1933: 38; Die Warte des Tempels, 31. Jan. 1938: 16; Die Warte des Tempels, 30. Nov. 1937: 185-186; Sauer 1985: 252;

[18] Zitat von ISTA 821/3-פּ, Brief, C. Schwarz, Jaffa, 5. März 1933; siehe auch Balke 2001: 44.

[19] Wawrzyn, Nazis, 2013, 7-8; Löffler 2000, 207.

[20] ISTA, 822/15-פ, Brief, Karl Ruff, 19. Feb. 1934; Wawrzyn, Nazis, 2013, 48-53.

[21] HJ = Hitler-Jugend (14-18j. Jungen), BDM = Bund Deutscher Mädel (14-18 J.) und JV = Jungvolk (Jungen und Mädchen zwischen 10 und 14 Jahren).

[22] Für ausführliche Informationen zu diesen NS-Organisationen siehe: Wawrzyn, Nazis, 2013, 27-34, 48-53, 54-61; Löffler 2000, 207-211.

[23] Wawrzyn, Arbeitsgemeinschaft, 2013, 31-43.

[24] Die Warte des Tempels, 31. Mai 1938: 76; Sauer 1985: 252.

[25] ISTA, 823/2-פ, Brief, Beate Wurst, Jaffa, an Hanna Dreher, Wilhelma 7. Juli 1939.

[26] Etwa 42% der Templer und 22% der deutschen Protestanten gehörten – mit oder auch ohne NSDAP-Mitgliedschaft – in den 1930er Jahren einer oder mehrerer NS-Gruppen in Palästina an. Die Anzahl der deutschen Katholiken in der NS-Bewegung vor Ort war sehr gering. Im Allgemeinen zogen es Katholiken vor, einen gewissen Abstand zu Protestanten zu halten, bedingt durch die negativen Erfahrungen in der Zeit des Kulturkampfes (1871-1878). Darüber hinaus zeigte sich der katholische Klerus dem Nationalsozialismus gegenüber anfangs kritischer und zurückhaltender als die Protestanten (siehe Wawrzyn, Nazis, 2013, 73-74).

[27] Detaillierte Zahlen siehe: Wawrzyn, Nazis, 2013, 73-78.

[28] McKale 1977, 122.

[29] ISTA, 3160/9-פ, Brief, Hans Frank, 25. Okt. 1933; ISTA, 821/6-פ, Brief, Cornelius Schwarz, 9. März 1935. Siehe auch Wawrzyn, Nazis, 2013 , 62-72.

[30] Wawrzyn, Nazis, 2013, 68-70.

[31] ISTA, 821/6-פ, Brief, Cornelius Schwarz, 20. Dez. 1934.

[32] Wawrzyn, Nazis, 2013, 68-69,

[33] Cf. ISTA, 821/5-פ, Bericht von einem Treffen von Nazi-Leitern in Jerusalem, 31. Jan. 1935.

[34] Balke 2001, 83-84.

[35] EZA 56/188, Jahresbericht, Ernst Rhein, Okt. 1932 bis Dez 1933; Jerusalemsverein, Berlin, B 536: Brief, D. von Oertzen, 20. Juni 1934: Wawrzyn, Nazis, 2013, 63-65, 70.

[36] Balke 2001, 73-76, 79; Sauer 1985, 273; http://www.germanaustralia.com/d/d-palestine3.htm

[37] Palestine Post, 4. Sept. 1939, 2; Palestine Post, 7. Sept. 1939, p. 2; Wawrzyn, Nazis, 2013, 98.

[38] Das Syrische Waisenhaus war von Johann Ludwig Schneller 1860 in Jerusalem gegründet worden mit dem Ziel, arabische Kinder und Waisen schulisch und handwerklich auszubilden. Siehe Raheb 1990, 66-77.

[39] Palestine Post, 4. Sept. 1939, 2; Sauer 1985, 273; Balke 2001, 76; Wawrzyn, Nazis, 2013, 98-99; YVA, P 19/23: Carl Lutz, Die Wahrnehmung der deutschen Interessen in Palästina im Zweiten Weltkrieg 1939 (Bericht vom 10. Dez. 1939).

[40] Balke 2001, 75-76.

[41] Zitiert nach Balke 2001, 74.

[42] Sauer 1985, 273-274.

[43] NNM, April 1940, 9, 18.

[44] Die Quellen zum beruflichen Status von Carl Lutz für das Jahr 1939 sind nicht eindeutig. Einige zeigen ihn zwischen 1935-1940 als Schweizer Kanzleisekretär in Palästina, andere als Vizekonsul. Einigkeit herrscht über seine Tätigkeit als Vizekonsul in Budapest ab 1942. Laut einer biographischen Quelle (Tschuv 2000, 37) ist er mit der Übernahme der Wahrnehmung der deutschen Interessen in Palästina im September 1939 zum Vizekonsul befördert worden ist. Siehe auch Dokument YVA, P 19/23 mit der Unterschrift „Carl Lutz, Vizekonsul“ vom 10. Dezember 1939.

Es sollte nicht unerwähnt bleiben, dass Carl Lutz sich 1939 auch um die Angelegenheiten der deutschen Juden gekümmert hat. Zwei Jahre später rettete er Juden aus Ungarn, während er bei der Schweizer Botschaft in Budapest als Vizekonsul tätig war. Er und seine Frau Gertrud wurden 1964 von Yad Vashem als „Gerechte unter den Völkern“ gewürdigt (siehe: Wawrzyn, Nazis, 2013, 103)

[45] YVA, P 19/23: Carl Lutz, Die Wahrnehmung der deutschen Interessen in Palästina, 1939; Neueste Nachrichten aus dem Morgenland (NNM), Dez. 1939, 111-112

[46] YVA, P 19/23: Lutz, Die Wahrnehmung der deutschen Interessen, 1939; NNM, Dez. 1939, 111-112.

[47] Balke 2001, 76-77. Am 30. März 1942 erhielt C. Schwarz das Kriegsverdienstkreuz 2. Klasse verliehen. Er wurde damit für sein Auftreten als NS-Leiter im britischen Internierungslager und für seinen Kampf gegen den angeblich zerstörerischen Einfluss anderer Einwanderer ausgezeichnet (Balke 2001, 76-77).

[48] YVA, P 19/23: Carl Lutz, Die Wahrnehmung der deutschen Interessen, 1939; NNM, Dez. 1939, 111-112; NNM, April 1940, 18-19.

Ende der Leseprobe aus 71 Seiten

Details

Titel
Zuflucht unterm Hakenkreuz. Deutsche in Palästina 1939-1950
Veranstaltung
Jüdische Geschichte
Autor
Jahr
2014
Seiten
71
Katalognummer
V275494
ISBN (eBook)
9783656681861
ISBN (Buch)
9783656681885
Dateigröße
3436 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Palästinadeutsche, NSDAP, Nazis, Britisches Mandat, Zweiter Weltkrieg, Hitler-Jugend, Tempelgesellschaft
Arbeit zitieren
Dr. Heidemarie Wawrzyn (Autor), 2014, Zuflucht unterm Hakenkreuz. Deutsche in Palästina 1939-1950, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/275494

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