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Mispricing im IPO-Geschäft. Prozess der Preisfindung bei einem Börsengang.

Title: Mispricing im IPO-Geschäft. Prozess der Preisfindung bei einem Börsengang.

Bachelor Thesis , 2014 , 89 Pages , Grade: 1,5

Autor:in: Florian Metz (Author)

Business economics - Banking, Stock Exchanges, Insurance, Accounting
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Summary Excerpt Details

Die Aktie als renditebringende Anlageform hat sich bis heute bei den deutschen Privatanlegern nicht etabliert. Gemessen an der Gesamtbevölkerung ist der Anteil der direkten Aktionäre in Deutschland immer noch vergleichsweise gering.

Gerade in den vergangenen zwei Jahrzehnten war die Anzahl an Aktionären enormen Schwankungen unterlegen. Bedingt durch die Börseneuphorie des Neuen Marktes kam es um die Jahrtausendwende zu einem Anstieg der Aktionärszahlen. Betrug die Zahl der direkten Aktionäre im Jahre 1996 lediglich 3,75 Millionen (Mio.), stieg diese
im Verlauf weiter an, bis sie mit 6,21 Mio. im Jahr 2000 ihren Höhepunkt erreichte. Dieser Anstieg wurde auch durch den Börsengang der Deutschen Telekom im Jahre 1996 verursacht. Gezielte Werbekampagnen für die sog. „Volksaktie“ bewogen die
deutschen Anleger zum Kauf der Telekom-Aktie, welche diesen eine positive Emissionsrendite von 18,95 % bescherte. Bedingt durch das Ende des Neuen Marktes sowie durch die Finanzkrise ab 2007 und die damit verbundene Eurokrise sank die Zahl der direkten Aktionäre im Zeitverlauf wieder auf das Niveau von 1996.

Gerade die Finanzkrise hat gezeigt, wie wichtig es für Unternehmen ist, unabhängig von Banken zu sein. Börsengänge ermöglichen es Unternehmen, ihre Eigenkapitalbasis zu verbessern und sich unter günstigen Konditionen zu finanzieren oder neue Formen der
Finanzierung zu erschließen. [...]

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Der Börsengang – eine Definition von Initial Public Offering

3. Prozess der Preisfindung

3.1. Herausforderung des Pricings

3.2. Vorbereitungsphase

3.2.1. Due Diligence

3.2.2. Unternehmensbewertung

3.2.2.1. Einführung in die Unternehmensbewertung

3.2.2.2. Multiplikatormethode

3.2.2.3. Discounted-Cashflow-Verfahren

3.3. Wahl der Aktiengattung

3.3.1. Der Aktienbegriff

3.3.2. Stammaktien und Vorzugsaktien

3.4. Emissionsverfahren

3.4.1. Festpreisverfahren

3.4.2. Auktionsverfahren

3.4.4. Bookbuildingverfahren

4. Mispricing

4.1. Formen des Mispricings

4.2. Underpricing

4.2.1. Definition von Underpricing

4.2.2. Systematisierung der Erklärungsansätze

4.2.3. Underpricing als Folge von Informationsasymmetrien

4.2.3.1. Informationsasymmetrien zwischen Investoren

4.2.3.2. Informationsasymmetrien zwischen Emittent und Investoren

4.2.3.3. Informationsasymmetrien zwischen Emittent und Emissionsbank

4.2.3.4. Informationsasymmetrien zwischen Emissionsbank und Investoren

4.2.4. Ad-hoc-Erklärungsansätze

4.2.4.1. Underpricing als effiziente Form der Versicherung

4.2.4.2. Underpricing als Folge von eingeschränktem Wettbewerb zwischen den Emissionsbanken

4.2.4.3. Underpricing aufgrund von institutionellen Rahmenbedingungen

4.2.4.4. Underpricing aufgrund von spekulativer Nachfrage

4.2.5. Aktuelle Erklärungsansätze

4.2.5.1. Zusammenhang zwischen Underpricing und der Liquidität am Sekundärmarkt

4.2.5.2. Einfluss des vorbörslichen Handels auf das Underpricing

4.2.5.3. Einfluss der Wahl des Abschlussprüfers auf das Underpricing

4.3. Overpricing

4.3.1. Definition von Overpricing

4.3.2. Erklärungsansätze für das Overpricing

4.3.2.1. Overpricing aufgrund von asymmetrischer Informationsverteilung

4.3.2.2. Zeitpunkt und Volumen der Emission

4.3.2.3. Kleinfirmen-Effekt

4.3.2.4. Hoher Wettbewerb zwischen den Emissionsbanken

4.3.3. Weitere Erklärungsansätze für das Overpricing

4.3.3.1. Das Marktsegment

4.3.3.2. Aktiengattung

5. Empirische Untersuchung zum Under- und Overpricing in Deutschland

5.1. Untersuchungsziel und Datenbasis

5.2. Untersuchungsmethodik

5.3. Untersuchung deutscher IPOs im Zeitraum 2008 bis 2013

5.4. Zusammenfassung der Ergebnisse

6. Fazit

Zielsetzung & Themen

Ziel dieser Arbeit ist die detaillierte Beleuchtung des Preisfindungsprozesses bei Börsengängen, um Ursachen und Ausprägungen von Fehlbewertungen (Mispricing) – unterteilt in Underpricing und Overpricing – fundiert zu analysieren. Dabei wird insbesondere untersucht, ob diese Phänomene bewusst provoziert werden oder auf asymmetrischen Informationen basieren, ergänzt durch eine empirische Prüfung am deutschen Kapitalmarkt im Zeitraum 2008 bis 2013.

  • Prozess der Preisfindung bei IPOs
  • Wissenschaftliche Erklärungsansätze für Underpricing und Overpricing
  • Rolle von Informationsasymmetrien und Signalling-Effekten
  • Empirische Analyse des Mispricings deutscher Börsengänge

Auszug aus dem Buch

3.1. Herausforderung des Pricings

Das Pricing stellt eine der wichtigsten und zugleich auch diffizilsten Prozesse im Rahmen eines Börsengangs dar. Eingebettet ist das Pricing in einen komplexen und mehrstufigen Prozess, in den mehrere Parteien eingebunden sind. Dieser Prozess wird anhand des folgenden Schaubildes verdeutlicht:

Ziel der Preisfindung ist es, einen für alle an der Emission beteiligten Parteien (Alteigentümer, Unternehmensführung, Emissionsbanken, Investoren) angemessenen Emissionspreis zu finden. Dabei soll der Emissionspreis grundsätzlich einem fairen Preis entsprechen und somit den tatsächlichen Unternehmenswert widerspiegeln. Hier besteht die Gefahr von Interessenskonflikten unter den beteiligten Parteien, insbesondere zwischen den Emissionsbanken und dem Emittenten.

Die Aufgabe der Emissionsbanken ist es, einen fairen Preis festzulegen, der die Interessen zwischen Emittenten und Investoren in Einklang bringt. Hierbei liegt es im Interesse der Emissionsbanken, den Emissionspreis nicht zu hoch anzusetzen, mit dem Ziel, alle Aktien auch erfolgreich platzieren zu können. Sollten die Emissionsbanken nicht alle Aktien platzieren können, müssen sie diese in ihre eigenen Bücher aufnehmen. Der Emittent hingegen hat das Interesse, einen möglichst hohen Emissionspreis zu erzielen, um durch den Börsengang möglichst viel Eigenkapital zu generieren. Hier ist das Risiko seitens der Emissionsbanken deutlich höher, da diese das Platzierungsrisiko tragen. Andererseits werden die Emissionsbanken in der Regel (i. d. R.) prozentual am Emissionspreis beteiligt. Somit besteht auch hier ein Anreiz, den Emissionspreis möglichst hoch anzusetzen. Ferner kann eine missglückte Emission auch die Reputation der Emissionsbanken gegenüber ihren Kunden verschlechtern.

Hier wird deutlich, dass die Gefahr von Mispricing bei einem IPO latent gegeben ist. Dies macht den Prozess der Preisfindung „… zu einem komplexen Vorgang, an dessen Ende ein Interessensausgleich stehen muß, wenn die Emission erfolgreich verlaufen soll“.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Relevanz von Börsengängen und die Thematik des Mispricings für Investoren und Emittenten ein.

2. Der Börsengang – eine Definition von Initial Public Offering: In diesem Kapitel wird der Begriff IPO definiert und als erstmalige Emission von Aktien für diese Arbeit konkretisiert.

3. Prozess der Preisfindung: Dieses Kapitel erläutert den komplexen Ablauf der Preisfindung, inklusive Due Diligence, Unternehmensbewertungsmethoden und der verschiedenen Emissionsverfahren.

4. Mispricing: Das vierte Kapitel analysiert das Phänomen des Mispricings, unterteilt in Underpricing und Overpricing, anhand zahlreicher theoretischer Erklärungsansätze.

5. Empirische Untersuchung zum Under- und Overpricing in Deutschland: Hier wird der empirische Teil präsentiert, der Börsengänge am deutschen Kapitalmarkt im Zeitraum 2008 bis 2013 hinsichtlich ihrer Renditeentwicklung untersucht.

6. Fazit: Das Fazit fasst die wesentlichen Ergebnisse der Arbeit zusammen und gibt einen Ausblick auf die Relevanz der Preisfindung für zukünftige Börsengänge.

Schlüsselwörter

IPO, Initial Public Offering, Mispricing, Underpricing, Overpricing, Emissionspreis, Preisfindung, Börsengang, Emissionsrendite, Informationsasymmetrie, Kapitalmarkt, Unternehmensbewertung, Zeichnungsrendite, Deutschland, Finanzierung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Bachelor Thesis analysiert das Phänomen des Mispricings, also die Fehlbewertung von Aktien bei einem Börsengang (Initial Public Offering), und betrachtet dabei sowohl das Underpricing als auch das Overpricing.

Welche zentralen Themenfelder behandelt die Arbeit?

Die Arbeit behandelt den gesamten Prozess der Preisfindung bei Börsengängen, die verschiedenen theoretischen Erklärungsmodelle für Fehlbewertungen und deren empirische Anwendung auf den deutschen Kapitalmarkt.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Das primäre Ziel ist es, die Ursachen für Underpricing und Overpricing zu identifizieren und zu klären, ob diese von Emittenten oder Emissionsbanken bewusst in Kauf genommen oder provoziert werden.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Die Arbeit kombiniert eine theoretische Literaturanalyse zu Erklärungsansätzen für Mispricing mit einer quantitativen empirischen Untersuchung von 35 IPOs am deutschen Kapitalmarkt im Zeitraum von 2008 bis 2013.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Vorstellung des Preisfindungsprozesses, eine umfassende systematische Darstellung von Erklärungsansätzen für Under- und Overpricing sowie die Durchführung einer eigenen empirischen Analyse.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Untersuchung?

Zentrale Begriffe sind IPO, Mispricing, Underpricing, Overpricing, Preisfindung, Emissionsrendite und Informationsasymmetrie.

Gibt es einen Unterschied zwischen Underpricing und Overpricing?

Ja, Underpricing bezeichnet einen Ausgabekurs, der unter dem späteren Börsenkurs liegt (vorteilhaft für Investoren), während Overpricing einen Ausgabekurs beschreibt, der über dem späteren Marktpreis liegt (negativ für Investoren).

Was ist die Rolle des "winner’s curse" in diesem Kontext?

Der "winner's curse" beschreibt das Problem, dass weniger informierte Investoren bei erfolgreichen IPOs meist nur kleine Anteile erhalten, während sie bei überbewerteten Emissionen (Overpricing) eine volle Zuteilung bekommen und somit Verluste erleiden.

Welche Auswirkung hat der vorbörsliche Handel auf die Ergebnisse?

Studien zeigen, dass der vorbörsliche Handel als Instrument zur Vorhersage des späteren Kurses dienen kann und somit die theoretischen Modelle, die auf reinen Informationsasymmetrien beruhen, teilweise entkräftet.

Bestätigt die empirische Untersuchung die Hypothesen?

Die Untersuchung zeigt, dass deutsche Börsengänge im Zeitraum 2008-2013 kurzfristig oft Underpricing aufwiesen, sich jedoch mittel- bis langfristig ein signifikanter Trend zum Overpricing zeigte.

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Details

Title
Mispricing im IPO-Geschäft. Prozess der Preisfindung bei einem Börsengang.
College
University of applied sciences Frankfurt a. M.
Course
Bachelorthesis
Grade
1,5
Author
Florian Metz (Author)
Publication Year
2014
Pages
89
Catalog Number
V275544
ISBN (eBook)
9783656677970
ISBN (Book)
9783656677963
Language
German
Tags
mispricing ipo-geschäft prozess preisfindung börsengang
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Florian Metz (Author), 2014, Mispricing im IPO-Geschäft. Prozess der Preisfindung bei einem Börsengang., Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/275544
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