Die Aktie als renditebringende Anlageform hat sich bis heute bei den deutschen Privatanlegern nicht etabliert. Gemessen an der Gesamtbevölkerung ist der Anteil der direkten Aktionäre in Deutschland immer noch vergleichsweise gering.
Gerade in den vergangenen zwei Jahrzehnten war die Anzahl an Aktionären enormen Schwankungen unterlegen. Bedingt durch die Börseneuphorie des Neuen Marktes kam es um die Jahrtausendwende zu einem Anstieg der Aktionärszahlen. Betrug die Zahl der direkten Aktionäre im Jahre 1996 lediglich 3,75 Millionen (Mio.), stieg diese
im Verlauf weiter an, bis sie mit 6,21 Mio. im Jahr 2000 ihren Höhepunkt erreichte. Dieser Anstieg wurde auch durch den Börsengang der Deutschen Telekom im Jahre 1996 verursacht. Gezielte Werbekampagnen für die sog. „Volksaktie“ bewogen die
deutschen Anleger zum Kauf der Telekom-Aktie, welche diesen eine positive Emissionsrendite von 18,95 % bescherte. Bedingt durch das Ende des Neuen Marktes sowie durch die Finanzkrise ab 2007 und die damit verbundene Eurokrise sank die Zahl der direkten Aktionäre im Zeitverlauf wieder auf das Niveau von 1996.
Gerade die Finanzkrise hat gezeigt, wie wichtig es für Unternehmen ist, unabhängig von Banken zu sein. Börsengänge ermöglichen es Unternehmen, ihre Eigenkapitalbasis zu verbessern und sich unter günstigen Konditionen zu finanzieren oder neue Formen der
Finanzierung zu erschließen. [...]
Inhaltsverzeichnis
- Der Börsengang – eine Definition von Initial Public Offering
- Prozess der Preisfindung
- Herausforderung des Pricings
- Vorbereitungsphase
- Due Diligence
- Unternehmensbewertung
- Einführung in die Unternehmensbewertung
- Multiplikatormethode
- Discounted-Cashflow-Verfahren
- Wahl der Aktiengattung
- Der Aktienbegriff
- Stammaktien und Vorzugsaktien
- Emissionsverfahren
- Festpreisverfahren
- Auktionsverfahren
- Bookbuildingverfahren
- Mispricing
- Formen des Mispricings
- Underpricing
- Definition von Underpricing
- Systematisierung der Erklärungsansätze
- Underpricing als Folge von Informationsasymmetrien
- Informationsasymmetrien zwischen Investoren
- Informationsasymmetrien zwischen Emittent und Investoren
- Informationsasymmetrien zwischen Emittent und Emissionsbank
- Informationsasymmetrien zwischen Emissionsbank und Investoren
- Ad-hoc-Erklärungsansätze
- Underpricing als effiziente Form der Versicherung
- Underpricing als Folge von eingeschränktem Wettbewerb zwischen den Emissionsbanken
- Underpricing aufgrund von institutionellen Rahmenbedingungen
- Underpricing aufgrund von spekulativer Nachfrage
- Aktuelle Erklärungsansätze
- Zusammenhang zwischen Underpricing und der Liquidität am Sekundärmarkt
- Einfluss des vorbörslichen Handels auf das Underpricing
- Einfluss der Wahl des Abschlussprüfers auf das Underpricing
- Overpricing
- Definition von Overpricing
- Erklärungsansätze für das Overpricing
- Overpricing aufgrund von asymmetrischer Informationsverteilung
- Zeitpunkt und Volumen der Emission
- Kleinfirmen-Effekt
- Hoher Wettbewerb zwischen den Emissionsbanken
- Weitere Erklärungsansätze für das Overpricing
- Das Marktsegment
- Aktiengattung
- Definition und Abgrenzung des Begriffs „Mispricing“
- Analyse der Ursachen für Underpricing und Overpricing
- Bewertung der Auswirkungen von Mispricing auf die beteiligten Akteure
- Empirische Untersuchung des Mispricings im deutschen IPO-Markt
- Entwicklung von Handlungsempfehlungen zur Minimierung von Mispricing
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Diese Arbeit befasst sich mit dem Phänomen des Mispricings im IPO-Geschäft. Sie untersucht die Ursachen für Under- und Overpricing und analysiert die Auswirkungen dieser Preisabweichungen auf die beteiligten Akteure.
Zusammenfassung der Kapitel
Das erste Kapitel dieser Arbeit widmet sich der Definition des Begriffs „Initial Public Offering“ (IPO) und erläutert die verschiedenen Phasen des IPO-Prozesses. Das zweite Kapitel beleuchtet die Herausforderungen der Preisfindung im IPO-Geschäft und analysiert die verschiedenen Methoden der Unternehmensbewertung. Im dritten Kapitel werden die verschiedenen Aktiengattungen und Emissionsverfahren vorgestellt. Das vierte Kapitel beschäftigt sich mit dem Phänomen des Mispricings und analysiert die Ursachen für Under- und Overpricing. Das fünfte Kapitel präsentiert die empirische Untersuchung des Mispricings im deutschen IPO-Markt. Das sechste Kapitel fasst die wichtigsten Ergebnisse der Arbeit zusammen und formuliert Schlussfolgerungen.
Schlüsselwörter
Mispricing, IPO, Underpricing, Overpricing, Informationsasymmetrie, Unternehmensbewertung, Emissionsverfahren, Aktien, Kapitalmarkt, Finanzmärkte, Emissionsbanken, Investoren, Emittenten, Deutschland.
- Quote paper
- Florian Metz (Author), 2014, Mispricing im IPO-Geschäft. Prozess der Preisfindung bei einem Börsengang., Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/275544