Unterrichtsstunde: Werfen im Stationsverlauf

Unter Berücksichtigung der koordinativen Fähigkeiten


Unterrichtsentwurf, 2009

22 Seiten, Note: keine Note


Leseprobe

Inhaltsangabe:

1. Didaktische Analyse
1.1. Analyse der individuellen und soziokulturellen Voraussetzungen
1.2. Positionierung der Unterrichtsstunde innerhalb der Unterrichtseinheit
1.3. Intentionen
1.4. inhaltliche thematische Analysen
1.4.1 Sachanalyse
1.4.2 Inhaltliche und thematische Begründung
1.4.3 Ziel der Unterrichtsstunde
1.5 Methodische Vorüberlegung

2. Geplanter Unterrichtsverlauf

3. Reflexion

4. Anhang
4.1 Stationskarten
4.2 Literaturverzeichnis

1. Didaktische Analyse

1.1. Analyse der individuellen und soziokulturellen Voraussetzungen

Seit Oktober 2008 hospitiere ich im Rahmen der schulpraktischen Studien in der Klasse 4.

Die xyz-Schule ist eine sehr kleine Schule, die insgesamt nur 4 Klassen beherbergt.

Generell stehen der Schule zu wenige Fachlehrer zur Verfügung, um beispielsweise AG`s anbieten zu können. Auffällig ist, dass das Lehrpersonal zum einen nur durch Frauen vertreten ist und zum anderen, dass jeder Klassenlehrer fast alle Unterrichtsfächer der eigenen Klasse übernimmt.

Die Klasse 4 besteht aus insgesamt 21 Kindern im Alter von 11-12 Jahren, davon sind 14 Jungen und 9 Mädchen. Der Anteil ausländischer Schüler/innen ist gleich null. Durch den familiären Charakter der Schule ist auch das Lehrer- Schüler- Verhältnis sehr gut.

Das soziale Verhalten der Klasse kann als weitgehend gut betrachtet werden. Das Leistungsvermögen der Klasse ist insgesamt als gut einzuschätzen und entspricht beim Großteil der Schüler/ innen dem durch die Rahmenlinien festgesetzten Kenntnisstand. Allerdings befinden sich sehr leistungsstarke, aber auch einige wenige recht leistungsschwache Kinder in der Klassengemeinschaft. Besonders viel Interesse zeigen die Schüler/innen in den Fächern Sport und Mathematik, sind aber auch im Sachunterricht und Kunst gewöhnlich aktiv und mit Spaß dabei.

Probleme im Unterricht, die aber nicht schwerwiegend sind, werden nur manchmal von wenigen Schülern verursacht. So fällt Js. beispielsweise durch sein unruhiges und manchmal scheinbar nicht kontrollierbares Verhalten auf. Er hat immer wieder das Bedürfnis sich den anderen lautstark bzw. sich den Lehrerinnen mitzuteilen. Aber auch J. fällt gelegentlich auf, der sich manchmal dagegen wehrt, Arbeitsaufträge durchzuführen. Im Sportunterricht verhalten sich die obengenannten Schüler/ innen identisch.

Da die Schüler/innen nicht regelmäßig in der Schule Sportunterricht betreiben, weil die Sporthalle mit einer sehr großen Haupt und Realschule geteilt werden muss, wirkt sich diese Tatsache auf ihre koordinativen Fähigkeiten aus. Dies zeigt sich z.B. bei Js. und Jn., die nicht einmal eine vernünftige Vorwärtsrolle schaffen. Wenn es um das Thema Wurferfahrungen geht, habe ich durch Nachfrage von allen Schülern/innen die Bestätigung bekommen, dass sie zwar diese Erfahrungen schon alle selbst gemacht haben, sie aber bei allen unterschiedlich sind.

1.2. Positionierung der Unterrichtsstunde innerhalb der Unterrichtseinheit

Die Unterrichtseinheit, die Frau F. seit längerer Zeit durchführt, beschäftigt sich mit der Vorbereitung auf den “Haseder Biathlon”. Der “Haseder Biathlon” ist eine jährliche Sportveranstaltung, an der Kinder außerhalb der Schule teilnehmen. Hierbei werden vor allem die Ausdauer, aber auch Wurffähigkeiten vorausgesetzt. Der bisherige Verlauf der Einheit zeigte immer verschiedene Schwerpunkte des zu absolvierendes Laufes. So erlangten die Kinder zum Beispiel das Laufabzeichen in verschiedenen Rängen oder führten eine Fahrradtour durch, die auch zur Verbesserung der allg. Ausdauer beiträgt.

Meine Stunde beinhaltet eine Art Zusammenfassung der einzelnen Elemente mit dem Schwerpunkt des zielorientierten Werfens unter der Berücksichtigung der koordinativen Fähigkeiten. Für meine Unterrichtsstunde habe ich einen Parcour geplant mit 4 Stationen, die in Gruppen zu bewältigen sind. Um diesen Parcour aufzubauen, müssen folgende Voraussetzungen erfüllt sein: Die Sporthalle muss nicht nur für die Unterrichtsstunde frei sein, sondern auch für die Vorbereitungszeit von ca. 15 Minuten, um die von mir benötigten Geräte aufzubauen. Die Klasse 4. muss von der Schule zur Turnhalle begleitet werden, um Unfälle außerhalb des Schulgeländes zu vermeiden. Dieser vorbereitende Teil der Stunde wird von Frau F.und den anderen Studenten übernommen.

Für meine Stunde brauche ich folgende Geräte:

3 Bänke, viele Bälle, 2 Matten, Tennisbälle, 2 Luftballons, 4 Seile, Medizinbälle, 4 Kästen, 2 Weichbälle. Desweiteren wird noch eine Pfeife, Stationskarten und Tonpapier benötigt.

1.3. Intentionen

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

1.4. Inhaltliche und thematische Analysen

Die Schüler dieser Klasse haben unterschiedlich weit entwickelte Grundfähigkeiten in den koordinativen Fähigkeiten und in ihren Wurferfahrungen (s. Analyse der individuellen und soziokultuerellen Voraussetzungen). Auslöser für das zielorientierte Werfen in der geplanten Unterrichtsstunde ist, dass die Schüler/ innen sich auf einen Schulwettbewerb vorbereiten sollten, bei dem es auch um das Werfen geht. Zudem ist es sehr wichtig, koordinative Fähigkeiten bei Kindern in diesem Alter zu fördern, da sie die Basis jedes motorischen Lernens sind.

Die Schulung der koordinativen Fähigkeiten lässt sich keinem speziellen Lernbereich zuordnen. Sie ist vielmehr sehr vielen Lernbereichen übergeordnet. Gerade im Grundschulsport ist es wichtig, die koordinativen Fähigkeiten der Schüler auszubilden, weil diese fundamentalen Grundlagen sowohl für das weitere sportliche Leben als auch für den gesamten Alltag der Schüler von großer Bedeutung sind. D.h., die Ausbildung der koordinativen Fähigkeiten entscheidet bei den Schülern neben den konditionellen Fähigkeiten (Schnelligkeit, Kraft, Ausdauer, und Beweglichkeit) über die allgemeine sportübergreifende Motorik. Die Schüler müssen vielfältige Bewegungserfahrungen machen, um sowohl im Alltag als auch in unterschiedlichen Sportarten handlungsfähig zu sein und verschiedene Bewegungsaufgaben meistern zu können.

Generell gehört es zu den Aufgaben und Zielen des Sportunterrichts in der Grundschule, die Entwicklung der wesentlichen koordinativen Fähigkeiten (Reaktion, Raumorientierung, Rhythmus, Gleichgewicht und Differenzierung) zu fördern, um eine gute Grundmotorik verbunden mit guten sportartspezifischen Fertigkeiten aufzubauen.

1.4.1. Sachanalyse

1.4.1.1 Werfen:

Das Werfen gehört neben dem Laufen und Springen zu den grundlegenden Bewegungsformen. Es unterscheidet sich aber in gehörigem Maße von den beiden anderen. Beim Werfen kommt es nicht wie beim Laufen und Springen in erster Linie darauf an, sich selbst zu bewegen .Dies ist lediglich Mittel zum Zweck. Entscheidend ist, einen Gegenstand zu beschleunigen und ihn auf eine Flugbahn zu bringen. Dazu ist vor allem der Einsatz der Arme und bei größeren Distanzen oder schwereren Gegenständen auch der des Körpers nötig.

Gewicht, Form und spezifische Flugeigenschaften des Wurfobjektes müssen beim Wurf beachtet und in den Bewegungsablauf des Werfers einbezogen werden. Man unterscheidet zwischen a) geradlinigen Würfen, wie z. B. dem Schlagball-, Speer-(Leichtathletik) oder dem b) Sprungwurf (Handball), c) dem Stoßen, wie z. B. dem Kugel- oder dem Steinstoßen und d)Drehwürfen, wie z. B. dem Diskus- oder Schleuderballwurf (Leichtathletik). Bei allen genannten Beispielen handelt es sich um einhändige Würfe. Es gibt aber auch beidhändige Würfe, wie z. B. den Druckpass (Basketball).

Geradlinige Würfe werden in der Regel als Schlagwürfe , d.h., das Wurfgerät wird mit Hilfe des Wurfarmes „weggeschlagen“, ausgeführt. Den Schlagwurf kann man als Oberarm- (Abwurfpunkt vor dem Körper über Brusthöhe), Unterarm- (Abwurfpunkt vor dem Körper unter Brusthöhe) oder als Seithüftwurf (Abwurfpunkt seitlich neben dem Körper auf Hüfthöhe) sowohl aus dem Stand wie auch aus der Bewegung heraus umsetzen. Im Allgemeinen geschieht dies aber aus der Bewegung heraus. Deshalb setzen sich die meisten Würfe aus einem rhythmischen Anlauf (meist einer Drei-Schritt-Folge), einer Aushol-, einer Stemm- und einer Abwurfphase zusammen.

Den Hauptimpuls erhält das Gerät durch eine schnellkräftige Ganzkörperbewegung. Dazu begibt sich der Werfer in eine weite Ausholbewegung, die er dann abrupt abstemmt. So entsteht eine Muskelvorspannung, die sich beim Abwurf von unten her auflöst uns sich auf das Gerät überträgt. Erst zum Schluss folgen Arm- und Handimpuls. Es ist entscheidend, dass die großen, aber langsam kontrahierenden, Muskelgruppen vor den schnell arbeitenden kleinen Muskeln aktiviert werden.

[...]

Ende der Leseprobe aus 22 Seiten

Details

Titel
Unterrichtsstunde: Werfen im Stationsverlauf
Untertitel
Unter Berücksichtigung der koordinativen Fähigkeiten
Hochschule
Universität Hildesheim (Stiftung)  (Institut für Sportwissenschaft und Sportpädagogik)
Note
keine Note
Autor
Jahr
2009
Seiten
22
Katalognummer
V275545
ISBN (eBook)
9783656698685
ISBN (Buch)
9783656699545
Dateigröße
3344 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
unterrichtsstunde, werfen, stationsverlauf, unter, berücksichtigung, fähigkeiten
Arbeit zitieren
Bachelor of Arts (B.A.) Tobias Zapf (Autor), 2009, Unterrichtsstunde: Werfen im Stationsverlauf, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/275545

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