In dieser Hausarbeit sind, neben einer kurzen Einleitung und Begriffsklärung, die verschiedenen Krisenphasen sowie die parallel dazu verlaufenden Entwicklungen in Deutschland zur Zeit der Weimarer Republik betrachtet. Hierzu sind die Ursachen der Weltwirtschaftskrise aus verschiedenen Blickwinkeln kurz dargestellt und auf Ihre Auswirkungen auf die politische Richtung bzw. die politischen Maßnahmen der Regierung, die Handlungen ausgewählter Akteure und generell das Deutschland zur Zeit der Weimarer Republik untersucht.
Ein Schwerpunkt ist hier insbesondere auf dem Bereich der Jahre 1929 – 1933 gelegt, da hier ein zentraler Kernpunkt der Weltwirtschaftskrise verortet werden kann – der „schwarze Freitag“. Gleichzeitig fallen in diesen Zeitabschnitt Turbulenzen in der damaligen deutschen Politik (bspw. häufiger Wechsel in der Regierungsspitzen, Arbeit der Regierung Brüning), die vermutlich massivsten Einschnitte in die deutsche Sozialstaatlichkeit (u.a. Reaktionen der deutschen Wirtschaft sowie Gewerkschaften) sowie die Grundsteinlegung für den Untergang der ersten Deutschen Demokratie (Aufstieg der NSDAP). Daher ist hier der besondere Schwerpunkt in der Bearbeitung des Themas der Hausarbeit zu finden. Abschließend sind die Überwindung der Krise sowie die unmittelbaren Auswirkungen auf Deutschland dargestellt und betrachtet.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Die frühen Jahre der Weimarer Republik – erste Krisenjahre
3. Die späten Jahre der Weimarer Republik – die Weltwirtschaftskrise
3.1 Investition und Nachfrage in Deutschland
3.2 Erste Krisenerscheinungen in Deutschland – die Agrarkrise
3.3 Die Börse 1929 – der Crash des Börsenhandels
3.3.1 Die New Yorker Börse und die Warnzeichen
3.3.2 Die Börse und die Wirtschaft in Deutschland
3.4 Die Regierung(en) Brüning
3.4.1 Ausgangslage und Problemstellungen der Regierung
3.4.2 Regierung Brüning und der Young-Plan
3.4.3 Politischer Wandel – Abkehr von der Demokratie
3.4.4 Deflationskurs der Regierung unter Brüning
3.5 Handeln einiger ausgewählter Akteure
4. Ursachen, welche zur Weltwirtschaftskrise (insbesondere in Deutschland) geführt bzw. diese begünstigt haben
4.1 Einige Ursachen außerhalb Deutschlands
4.2 Einige Ursachen innerhalb Deutschlands
5. Überwindung und Auswirkungen der Weltwirtschaftskrise in Deutschland
6. Fazit und Schlussbetrachtung
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht die komplexen Ursachen und Auswirkungen der Weltwirtschaftskrise in der Weimarer Republik und analysiert kritisch die politischen Maßnahmen sowie das Handeln zentraler Akteure in diesem wirtschaftshistorischen Kontext.
- Historische Krisenphasen der Weimarer Republik
- Mechanismen des Börsencrashs 1929 und dessen Übertragung auf Deutschland
- Politik und Maßnahmen der Regierung Brüning
- Analyse der Ursachen für die wirtschaftliche Destabilisierung
- Konjunkturpolitik und ihre Auswirkungen auf das politische System
Auszug aus dem Buch
3.3.2 Die Börse und die Wirtschaft in Deutschland
Nachdem die Aktienlandschaft im Jahre 1929 von den Auswirkungen des Börsencrashs aus den USA getroffen worden ist, begann auch in Deutschland eine massive Abwärtsspirale. Die Börse in Berlin hatte nicht die Möglichkeit bzw. die Reserven um den abfallenden Kursen aus Amerika etwas entgegen zu setzen. Zumal die Deutsche Börse selbst in den Jahren zuvor wenig stabil war. In den Köpfen der Anleger waren sicherlich noch der massive Anstieg und der anschließende Verfall der Kurse von 1926 – 1928 verankert. Damals sanken die Kurse zeitweise um mehr als 30%, was dann in den Jahren 1927 und 1928 bereits zu einem weniger euphorischem Markthandel geführt hatte. Die Anleger waren sensibilisiert gegen - auch nur geringe - Kursrückgänge und damit zurückhaltender geworden. Darüber hinaus waren die Kurse bereits auf dem Rückzug zu den Durchschnittswerten von 1925/26. Auch wurden Stimmen laut, welche einen sorgsameren Umgang mit den amerikanischen Krediten und eine Begrenzung der Kreditmengen forderten. So bspw. der damalige Reichsbankpräsident Hjalmar Schacht.
In diesen geschwächten Zustand hinein fiel die Meldung des New Yorker Börsencrashs auf fruchtbaren Boden. Die Kurse der Unternehmen rutschten weiter ab. Das Hauptproblem aber war, dass infolge des New Yorker Börsenkrachs, die ausländischen Gläubiger, insbesondere die Banken, damit begannen ihre mittel- und kurzfristig vergebenen Kredite zurückzufordern und damit den deutschen Anlegern, aber vor allem den deutschen Unternehmen, die Überlebensgrundlage in solch einer Position entzogen. Die deutschen Unternehmen begannen finanziell auszubluten und mussten reagieren. Eine Erhöhung der Erträge fiel als Lösung vielfach aus, da aufgrund der fehlenden Kreditbeschaffungsmöglichkeit vielerorts das Geld knapp war und somit die Binnennachfrage gering war.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die politische Instabilität der Weimarer Republik und setzt das Ziel der Arbeit, die ökonomischen Zusammenhänge der Weltwirtschaftskrise in Deutschland zu analysieren.
2. Die frühen Jahre der Weimarer Republik – erste Krisenjahre: Dieses Kapitel behandelt die politischen und wirtschaftlichen Herausforderungen der Republik nach dem Ersten Weltkrieg bis hin zu den Krisen der frühen zwanziger Jahre.
3. Die späten Jahre der Weimarer Republik – die Weltwirtschaftskrise: Der Hauptteil analysiert detailliert die Auswirkungen des Crashs von 1929 auf die deutsche Wirtschaft sowie die restriktive Politik der Regierung Brüning.
4. Ursachen, welche zur Weltwirtschaftskrise (insbesondere in Deutschland) geführt bzw. diese begünstigt haben: Hier werden externe und interne Faktoren gegenübergestellt, die zur Entstehung und Verschärfung der Krise beigetragen haben.
5. Überwindung und Auswirkungen der Weltwirtschaftskrise in Deutschland: Das Kapitel erläutert die späten Versuche aktiver Konjunkturpolitik und die sozialen sowie politischen Folgen der Krise bis 1933.
6. Fazit und Schlussbetrachtung: Das Fazit bewertet die Deflationspolitik der Regierung Brüning und reflektiert über die Lehren aus der Krise für heutige Wirtschaftssysteme.
Schlüsselwörter
Weimarer Republik, Weltwirtschaftskrise, Börsencrash, Heinrich Brüning, Deflationspolitik, Notverordnungen, Reparationsleistungen, Young-Plan, Bankenkrise, Nordwolle, Danatbank, Konjunkturpolitik, Arbeitslosigkeit, Protektionismus, Hyperinflation.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit?
Die Arbeit untersucht die Ursachen, den Verlauf und die politischen sowie wirtschaftlichen Folgen der Weltwirtschaftskrise in Deutschland während der Endphase der Weimarer Republik.
Welche zentralen Themenfelder werden abgedeckt?
Zu den Schwerpunkten gehören der Börsencrash von 1929, die Auswirkungen ausländischer Kredite, die Rolle der Regierung Brüning sowie spezifische Fallbeispiele wie die Bankenkrise und die Krise der Nordwolle.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, die politischen Instrumente und Maßnahmen der Regierung Brüning in Bezug auf die Weltwirtschaftskrise kritisch zu betrachten und deren Einfluss auf die Destabilisierung der Demokratie aufzuzeigen.
Welche wissenschaftliche Methode wird angewendet?
Die Arbeit basiert auf einer historischen Analyse der Ereignisse, gestützt durch Literaturrecherche und die Auswertung zeitgenössischer statistischer Daten sowie offizieller Dokumente.
Was umfasst der Hauptteil der Arbeit?
Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen vor und während der Krise, eine detaillierte Betrachtung der Regierungsarbeit Brünings sowie eine Untersuchung relevanter Akteure und Ursachen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Publikation?
Die wichtigsten Begriffe sind Weimarer Republik, Weltwirtschaftskrise, Deflationspolitik, Regierung Brüning, Bankenkrise und Reparationspolitik.
Welche Rolle spielte die Bankenkrise 1931?
Die Bankenkrise führte zu einer massiven Vertrauenskrise in das deutsche Finanzsystem, was die wirtschaftliche Situation verschärfte und die Regierung zwang, massiv in den Bankensektor einzugreifen, was schließlich in der Übernahme der Dresdner Bank mündete.
Wie bewertet der Autor die Politik Heinrich Brünings?
Der Autor kommt zu einem differenzierten Urteil: Er erkennt zwar die schwierigen Rahmenbedingungen an, kritisiert jedoch die unpopuläre Deflationspolitik, die zwar der Revisionspolitik diente, aber die soziale Not massiv verschärfte und den Weg für den Aufstieg extremistischer Kräfte ebnete.
- Arbeit zitieren
- Gerald Kutscher (Autor:in), 2014, Die Weltwirtschaftskrise in den 1930er Jahren, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/275561