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Architektur der Wallfahrtskirche „Zum Gegeißelten Heiland“ von Dominikus Zimmermann

Title: Architektur der Wallfahrtskirche „Zum Gegeißelten Heiland“ von Dominikus Zimmermann

Seminar Paper , 2010 , 58 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Eliza Grabarek (Author)

Art - Architecture / History of Construction
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Der wessobrunner Stuckateur und Baumeister Dominikus Zimmermann brachte in seinem Alterswerk, der Wallfahrtskirche "Zum Gegeißelten Heiland" seine regional geprägten und aus dem Barock hervorgegangenen individuellen Gestaltungsprinzipien zu solch einer Blüte, dass der Sakralbau gemeinhin als das Werk des süddeutschen Rokokos gilt und so 1983 in den Rang des UNESCO-Weltkulturerbes aufgenommenen wurde.
Als ursprünglich reine Ausstattungskunst mit kleinteiligen, asymmetrischen und schwingenden Ausdrucksformen, die sich in Frankreich in der Spätphase des Barocks entwickelt, wird das Rokoko einerseits als keine selbstständige Stilepoche angesehen und so entsprechend auf die Bezeichnung als „Spätbarock“ beharrt . Anderseits jedoch ist die Eigenständigkeit des Rokokos innerhalb der Kunstgeschichte betont worden, die den barocken Prinzipien nicht nur in Details widerstrebt, vielmehr diese gar punktuell in ihren Grundfesten anfechtet . So kann das Rokoko sowohl als Entelechie des Barocks verstanden werden, die die Steigerung barocker Ideen und Gestaltungsprinzipien bis an ihre äußerste Grenze verbildlicht, als auch als dezenterer Nachkomme des monumental-prunkvollen Stils, der mit dem Willen zur Reduktion bestimmter barocker Charakteristika letztlich eine eigene Formensprache entwickelt und - kunstgeschichtlich betrachtet - in den schmucklos-symmetrischen, der Antike verpflichteten Klassizismus überleitet.
Trotz aller definitorischen Schwierigkeit zur klaren Abgrenzung des Rokokos geht ihre Kunst doch mit einer geistesgeschichtlichen Wende innerhalb der Barockepoche einher, die, vom französischen Hof ausgehend, sich in dem Rückzug ins Private, einer „kultivierte(n) Lebensführung und ein(em) leichtfüßige(m), feinsinnige(n) Lebensgefühl“

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Zum Baumeister

3. Zur Wallfahrts- und Baugeschichte

4. Zur architektonischen Gestaltung

4.1 Zum Außenbau

4.2 Zum Grundriss und seiner Entwicklung

4.3 Zum Innenraum

4.3.1 Der Gemeinderaum

4.3.2 Das Altarhaus

4.3.2.1 Der Hochaltar

4.3.2.2 Zusammenführung und Interpretation

4.4 Zur Orgelempore

5. Zusammenfassung

6. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die architektonische Gestaltung der Wallfahrtskirche „Zum Gegeißelten Heiland auf der Wies“ durch Dominikus Zimmermann und analysiert, inwieweit das Bauwerk als eigenständiges Werk des süddeutschen Rokokos klassifiziert werden kann, wobei insbesondere die Synthese von Architektur, Ausstattung und religiöser Semantik im Vordergrund steht.

  • Analyse der Baugeschichte und des künstlerischen Wirkens von Dominikus Zimmermann
  • Untersuchung der architektonischen Struktur von Außenbau, Grundriss und Innenraum
  • Interpretation des barocken Gesamtkunstwerk-Konzepts im Kontext des Rokokos
  • Vergleichende Betrachtung mit zimmermannschen Vorgängerbauten
  • Deutung der symbolischen und heilgeschichtlichen Dimensionen des Raums

Auszug aus dem Buch

4.3.2.1 Der Hochaltar

Mit dem zweigeschossigen Hochaltar gelingt Zimmermann eine symbiotische Verbindung von Altarraum und Hochaltar, stellt dieser doch selbst zugleich Raumarchitektur dar. Die Stuckmarmorsäulen der Chorempore sind um das Chorhaupt herumgeführt, wobei der Abstand der die Längsachse flankierenden Säulen größer ist, als jener in den Chorflanken. Zudem setzen sich die Säulen farblich von den Chorumgangssäulen ab, weshalb diese formal als Glieder der Hochaltararchitektur ausgewiesen werden.

Zwei mächtige, verdoppelte Postamente tragen zwei in die inneren Chorecken eingestellte Säulen und überbrücken mit ihrer Doppelung die Höhe des Erdgeschosses. Die Säulen entsprechen samt Kapitell formal den Umgangssäulen, doch setzen sich diese mit ihrem rötlichen Stuckmarmor, den goldenen Kapitellen, als auch durch mit ihrem ausladenden, rötlichen Gebälkstücken von den Flankensäulen des Chors ab. Des Weiteren sind sie in einem 45 Grad Winkel schräg gestellt. Auf der Höhe der Säulen sind weiß gefasste Altarfiguren auf Konsolen vor rötlichen Pilastern aus Stuckmarmor angebracht, sodass der Freiraum zwischen den Altarsäulen geschlossen wird.

Das Zentrum des zweigeschossigen Altars bildet im Untergeschoß ein ebenfalls zweigeschossiger Aufbau, der über dem eigentlichen Tabernakel, einer kleinen, vergoldeten Nische des ersten Geschosses, eine Nische mit der Gnadenfigur Christi birgt. Dieser Mittelbau ist wie ein kleiner Rundtempel gestaltet, dessen Kuppelaufsatz als Podest für die Figur eines Pelikans dient. Beide Geschosse werden durch zwei, den Aufbau flankierenden Volutenpilaster formell zusammengefasst.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Einführung in das Thema der Architektur der Wieskirche und die Einordnung des Rokokos als Stilepoche.

2. Zum Baumeister: Biografischer Überblick über das Wirken von Dominikus Zimmermann und seine Entwicklung zum bedeutenden Baumeister des Rokokos.

3. Zur Wallfahrts- und Baugeschichte: Darstellung der Entstehungsgeschichte der Wieskirche infolge des Tränenwunders und der Beauftragung Zimmermanns durch das Kloster Steingaden.

4. Zur architektonischen Gestaltung: Detaillierte Analyse der baulichen Komponenten, vom Außenbau über den Grundriss bis hin zum komplexen Innenraumgefüge und Altar.

5. Zusammenfassung: Synthese der Untersuchungsergebnisse hinsichtlich der Konzeptualisierung als Gesamtkunstwerk.

6. Fazit: Abschließende Einordnung der Wieskirche als Kulminationspunkt von Zimmermanns architektonischer Auflösung und Ausdruck eines spezifischen Rokoko-Zeitgeistes.

Schlüsselwörter

Wallfahrtskirche, Dominikus Zimmermann, Wieskirche, Rokoko, Barock, Architektur, Gesamtkunstwerk, Sakralbau, Grundriss, Stuck, Altarbau, Raumkonzeption, Illusionsmalerei, Baugeschichte, Süddeutsches Rokoko

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der vorliegenden Hausarbeit primär?

Die Arbeit analysiert die Architektur der berühmten Wallfahrtskirche auf der Wies in Bayern und untersucht, wie Dominikus Zimmermann in diesem Alterswerk seine gestalterischen Prinzipien umsetzte.

Welche zentralen Themenfelder behandelt der Autor?

Im Zentrum stehen die Bau- und Entstehungsgeschichte, die architektonische Struktur von Außen- und Innenraum, die spezifische Altargestaltung sowie die theoretische Verortung des Rokoko als Stilrichtung.

Was ist das primäre Forschungsziel?

Das Ziel ist es, zu klären, inwieweit die Begrifflichkeit des Rokoko als eigenständige Stilrichtung auf die Wieskirche angewendet werden kann und welche kunsthistorische Bedeutung dem Bau zukommt.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Die Arbeit basiert auf einer kunsthistorischen Architekturbetrachtung, die sowohl werkinterne Analysen als auch die Einbeziehung von Vorgängerbauten und zeitgenössischen Vorbildern umfasst.

Was bildet den inhaltlichen Schwerpunkt des Hauptteils?

Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung des Baumeisters, die Baugeschichte und eine tiefgehende Analyse der architektonischen Gestaltung, insbesondere des Grundrisses und des Innenraums.

Durch welche Begriffe lässt sich die Arbeit charakterisieren?

Die Arbeit zeichnet sich durch Begriffe wie Gesamtkunstwerk, architektonische Auflösung, Raumplastik und eine Synthese aus Tradition und Innovation aus.

Wie trägt die Orgelempore zur Gesamtwirkung des Innenraums bei?

Sie fungiert als Bindeglied zwischen den Realitätsebenen und vermittelt durch ihre Positionierung zwischen Erde und Himmel sowie durch ihre malerische Integration die geistige Verbindung des Irdischen mit dem Göttlichen.

Welche Bedeutung kommt dem Hochaltar innerhalb der Raumkonzeption zu?

Der Hochaltar ist kein isoliertes Möbelstück, sondern stellt durch seine fragmentierte Architektur und seine Einbindung in das Gewölbe eine Symbiose zwischen Raum und Bild dar, die die Raumtiefe des Chors betont.

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Details

Title
Architektur der Wallfahrtskirche „Zum Gegeißelten Heiland“ von Dominikus Zimmermann
College
University of Göttingen  (Kunstgeschichtliches Seminar)
Course
Barocke Visualisierungen
Grade
1,3
Author
Eliza Grabarek (Author)
Publication Year
2010
Pages
58
Catalog Number
V275641
ISBN (eBook)
9783656680420
ISBN (Book)
9783656680413
Language
German
Tags
architektur wallfahrtskirche gegeißelten heiland dominikus zimmermann
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Eliza Grabarek (Author), 2010, Architektur der Wallfahrtskirche „Zum Gegeißelten Heiland“ von Dominikus Zimmermann, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/275641
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