Die Befürworter eines Grundeinkommens gehen davon aus, dass Erwerbsarbeit nicht im Mittelpunkt der menschlichen Aktivitäten stehen muss und Arbeitslosigkeit ein positives Zeichen unserer wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit darstellt.
Um einen Überblick über die verschiedenen Modelle des (bedingungslosen) Grundeinkommens zu bekommen, werden in dieser Arbeit einige davon untersucht und gegenübergestellt. Hinzu kommt die Untersuchung der Positionen der wichtigsten gesellschaftlichen Vereinigungen, wie Parteien und Gewerkschaften, als Organisation einerseits, sowie auch einzelner ihrer Vertreter.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Grundidee und historische Entwicklung
3. Modelle
3.1 Negative Einkommensteuer
3.2 Solidarisches Bürgergeld
3.3 BAG Grundeinkommen
3.4 Modell nach Götz Werner
3.5 Liberales Bürgergeld
3.6 Das Grüne Grundeinkommen
4. Vertreter und Standpunkte
5. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht verschiedene Modelle des bedingungslosen Grundeinkommens (BGE) und vergleicht diese hinsichtlich ihrer Ausgestaltung und Zielsetzung. Dabei wird analysiert, wie Parteien, Gewerkschaften und gesellschaftliche Akteure zu der Idee eines Grundeinkommens stehen und welche ökonomischen sowie humanistischen Ansätze diesen Entwürfen zugrunde liegen.
- Historische Herleitung und Grundidee des BGE
- Analyse und Vergleich verschiedener Grundeinkommens-Modelle
- Untersuchung der Positionen politischer Parteien und Gewerkschaften
- Diskussion von Finanzierungsmodellen und gesellschaftlicher Akzeptanz
- Abgrenzung zwischen BGE und bestehenden Sozialstaatssystemen
Auszug aus dem Buch
3.1 Negative Einkommensteuer
Zunächst betrachten wir das Modell eines Grundeinkommens auf Basis einer negativen Einkommenssteuer. Dieses Modell wurde 1962 von Milton Friedman ins Gespräch gebracht. Seine Begründung für die Einführung war, die Armut generell zu bekämpfen und dies nicht an einzelnen Berufsgruppen aufzuhängen. Er schrieb: „Wenn das Ziel der Abbau der Armut ist, benötigen wir ein Programm mit dem Zweck, die Armen zu unterstützen. Es gibt gute Gründe, dem armen Mann, der Bauer ist, zu helfen, nicht, weil er Bauer ist, sondern weil er arm ist.“
Damit war natürlich auch gemeint, dass viele einzelne Hilfen für verschiedene Anlässe zu einer Unterstützungsform zusammengefasst werden sollten, um damit einer ausufernden Bürokratie entgegenzutreten. Mit konkreten Berechnungen legte er dar, dass die bisherigen Zuwendungen für Arme nicht effizient seien. Er schreibt dazu: „Man kann diese Berechnungen auch als Beweis für die Verschwendung bei den augenblicklichen Methoden vom Standpunkt ihres Sinns, den Armen zu helfen, ansehen.“ Ein weiteres Anliegen Friedmans war, dass ein Hilfsprogramm zwar auf dem Markt funktionieren, jedoch möglichst nicht dessen Funktionieren beeinträchtigen sollte. Er sah jedoch auch mögliche negative Folgen auf politischer Seite, da es unter Umständen für die, die er als Nettozahler bezeichnet, zu höheren Steuerzahlungen kommen könnte. Sein Vorschlag sieht vor, dass das Steuersystem weiterhin linear oder progressiv aufgebaut bleibt, jedoch um einen negativen Steuergutschriftsbetrag ergänzt wird. Sobald eine positive Steuerschuld entsteht, wird sie mit der Gutschrift verrechnet. Hat eine Person kein Einkommen wird der Gutschriftsbetrag in voller Höhe ausgezahlt. Solange die Person weniger Steuern zahlt als der Gutschriftsbetrag ausmacht, wird sie als Nettoempfänger bezeichnet, sobald die Steuerlast den Gutschriftsbetrag übersteigt wird man zum Nettozahler. Der Vorteil für den Armen bestünde darin, dass er gegenüber dem jetzigen System einen Anreiz zur Arbeitsaufnahme hätte, da jeder hinzuverdiente Betrag ein höheres Einkommen als den Steuergutschriftsbetrag ausmachen würde.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Einführung in die Thematik der Erwerbsarbeit und Zielsetzung der Untersuchung verschiedener Grundeinkommensmodelle.
2. Grundidee und historische Entwicklung: Darstellung der historischen Wurzeln von Armenfürsorge bis hin zu modernen Konzepten der sozialen Sicherung.
3. Modelle: Detaillierte Vorstellung und Analyse verschiedener Konzepte wie der Negativen Einkommensteuer, des Solidarischen Bürgergelds und des Grüne Grundeinkommens.
4. Vertreter und Standpunkte: Untersuchung der Haltungen und Positionen von Parteien, Gewerkschaften und anderen gesellschaftlichen Akteuren zum BGE.
5. Fazit: Zusammenfassende Bewertung der Realisierbarkeit und der notwendigen gesellschaftlichen Diskussion um ein Grundeinkommen.
Schlüsselwörter
Bedingungsloses Grundeinkommen, BGE, Negative Einkommensteuer, Solidarisches Bürgergeld, Sozialstaat, Arbeitslosigkeit, Existenzsicherung, Sozialpolitik, Umverteilung, Finanzierung, Gesellschaft, Armut, Erwerbsarbeit, Parteien, Ideologie.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Grundidee, den verschiedenen Modellen und den politischen Standpunkten zum bedingungslosen Grundeinkommen.
Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Die Schwerpunkte liegen auf der historischen Entwicklung, dem Vergleich ökonomischer und humanistischer Modellentwürfe sowie der Haltung gesellschaftlicher Gruppen.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, einen Überblick über die Modellvielfalt zu geben und die Debatte um Vorteile, Nachteile sowie die politische Umsetzbarkeit zu objektivieren.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Der Autor führt eine Literatur- und Modellanalyse durch und hat ergänzend schriftliche Anfragen an im Bundestag vertretene Parteien zu deren BGE-Positionen gerichtet.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine detaillierte Prüfung konkreter Modelle (z.B. Negativsteuer, Althaus-Modell) und eine Untersuchung der parteipolitischen Meinungen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Grundeinkommen, Sozialstaat, Arbeitsanreize, Finanzierbarkeit und gesellschaftliche Teilhabe geprägt.
Wie unterscheidet sich das Modell nach Götz Werner von anderen Ansätzen?
Götz Werners Modell basiert auf einer radikalen Vereinfachung des Steuer- und Sozialsystems durch eine konsumbasierte Umsatzsteuer anstelle bisheriger Sozialabgaben und Lohnsteuern.
Warum wird das "Liberale Bürgergeld" der FDP kritisch bewertet?
Da es an einer Bedürftigkeitsprüfung und Sanktionsmechanismen festhält, entspricht es laut Definition nicht den Kriterien eines bedingungslosen Grundeinkommens.
Welche Rolle spielen Gewerkschaften in der BGE-Debatte?
Gewerkschaften stehen dem BGE überwiegend ablehnend gegenüber, da sie einen Machtverlust befürchten und ihre Identität weiterhin primär über die Stärkung von Erwerbsarbeit definieren.
- Arbeit zitieren
- Frank Müller (Autor:in), 2008, Das bedingungslose Grundeinkommen. Idee und mögliche Modelle, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/275674