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Lebenswelten und Case-Management

Title: Lebenswelten und Case-Management

Term Paper , 2013 , 11 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Annett Hornung (Author)

Social Work
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Meine Großmutter pflegte zu sagen: „Alt werden ist nicht schön.“ Und meine Mutter antwortete stets - etwas unbekümmert: „Dann hättest du dich jung aufhängen müssen.“
Diese Äußerungen geben die Defizitperspektive wieder, die als Sichtweise bis zum Ende der 60er und noch Anfang der 70er Jahre vorherrschte, aber auch heute noch im Raum steht. Der Blick auf den biologischen Abbauprozess, der mit dem Tod endet, wird noch undifferenziert für verschiedene Bereiche verwendet. (vgl. Mennemann 2005, S. 54)
Diese verkürzte Darstellung demonstriert jedoch auch, dass die Gesellschaft das eigene Altern nach Möglichkeit aus dem Sichtfeld schiebt, und der Ansicht ist, dass ein „gelingendes Altern“ weitestgehend vom Individuum selbst gesteuert wird. Dies meint das „gelingende Altern“ im Sinne einer „ars senescendi, zu der unweigerlich auch die alte Kunst des lebensfördernden Umgangs mit der eigenen Sterblichkeit, die ars moriendi, gehört.“ (vgl. Ruegger 2009, S. 31)
In dieser Hinsicht befinden sich vor allem alternde Frauen im Zwiespalt. Einerseits haben sie natürlicherweise eine enge Bindung an das Leben in biologischer Hinsicht, sind körperlich nicht so weit vom Ursprung des Lebens entfernt wie alternde Männer – durch Menstruation und ggfs. Geburten in der vorigen Altersphase – und somit auch nicht von Anfang und Ende des Lebens. Andererseits jedoch verlieren sie durch das Altern einen maßgeblichen Teil ihrer selbst, der ursächlich mit dem Vorhergehenden zusammenhängt: Ihre körperliche, erotische Attraktivität.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Spezielle Lebenslagen alternder/alter Frauen in Deutschland

1.1. Derzeitiger Diskurs

1.2. These: Vergessenes – Reife und Weisheit: Ohne Reife kein „gelingendes Alter“

1.3. Fazit

2. Empowerment und Lebenslagen im Alter

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die spezifischen Lebenslagen alternder und alter Frauen in Deutschland, analysiert die gesellschaftlichen Rahmenbedingungen und Rollenbilder sowie die Anwendungsmöglichkeiten des Empowerment-Ansatzes zur Verbesserung ihrer Lebensqualität und Selbstbestimmung.

  • Die Auswirkungen tradierter Rollenbilder und medialer Konstruktionen auf das Altern von Frauen
  • Die ökonomische und soziale Benachteiligung von Frauen in der Lebensphase Alter
  • Die Bedeutung von Reife und individueller Identitätsentwicklung für ein gelingendes Alter
  • Der Empowerment-Ansatz als Methode in der Sozialen Arbeit zur Förderung von Selbstbestimmung
  • Möglichkeiten der Stärkung sozialer Netzwerke und gesundheitlicher Prävention bei alternden Frauen

Auszug aus dem Buch

1.1. Derzeitiger Diskurs

Meine Großmutter pflegte zu sagen: „Alt werden ist nicht schön.“ Und meine Mutter antwortete stets - etwas unbekümmert: „Dann hättest du dich jung aufhängen müssen.“ Diese Äußerungen geben die Defizitperspektive wieder, die als Sichtweise bis zum Ende der 60er und noch Anfang der 70er Jahre vorherrschte, aber auch heute noch im Raum steht. Der Blick auf den biologischen Abbauprozess, der mit dem Tod endet, wird noch undifferenziert für verschiedene Bereiche verwendet. (vgl. Mennemann 2005, S. 54)

Diese verkürzte Darstellung demonstriert jedoch auch, dass die Gesellschaft das eigene Altern nach Möglichkeit aus dem Sichtfeld schiebt, und der Ansicht ist, dass ein „gelingendes Altern“ weitestgehend vom Individuum selbst gesteuert wird. Dies meint das „gelingende Altern“ im Sinne einer „ars senescendi, zu der unweigerlich auch die alte Kunst des lebensfördernden Umgangs mit der eigenen Sterblichkeit, die ars moriendi, gehört.“ (vgl. Ruegger 2009, S. 31)

In dieser Hinsicht befinden sich vor allem alternde Frauen im Zwiespalt. Einerseits haben sie natürlicherweise eine enge Bindung an das Leben in biologischer Hinsicht, sind körperlich nicht so weit vom Ursprung des Lebens entfernt wie alternde Männer – durch Menstruation und ggfs. Geburten in der vorigen Altersphase – und somit auch nicht von Anfang und Ende des Lebens. Andererseits jedoch verlieren sie durch das Altern einen maßgeblichen Teil ihrer selbst, der ursächlich mit dem Vorhergehenden zusammenhängt: Ihre körperliche, erotische Attraktivität. Diese Betrachtungsweise findet sich auch in dem Artikel über die Zeitschrift „Brigitte woman“. Die „Sichtbarkeit“ einer Frau wird mit „Sex-Appeal“ gleichgesetzt. (vgl. Kumlehn 2011, S. 193) Traditionell gewinnen Frauen mit ihren äußeren Attributen eher an Status im Vergleich zu Männern. Hier gilt immer noch, dass das Selbstwertgefühl bei Männern stark von ihrer Leistung und sozialen Bedeutung im Wirtschaftskontext bestimmt wird, dasjenige von Frauen über ihre Attraktivität für Männer. Dieses Denken zieht soziale, psychologische und wirtschaftliche Konsequenzen für alternde Frauen nach sich.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Spezielle Lebenslagen alternder/alter Frauen in Deutschland: Dieses Kapitel thematisiert die gesellschaftlichen und ökonomischen Herausforderungen, mit denen alternde Frauen konfrontiert sind, und hinterfragt kritisch vorherrschende Rollenbilder.

1.1. Derzeitiger Diskurs: Hier wird die historische und aktuelle Defizitperspektive auf das Altern analysiert und der sozio-ökonomische Zwiespalt von Frauen zwischen biologischer Reife und dem Verlust gesellschaftlicher Attraktivität beleuchtet.

1.2. These: Vergessenes – Reife und Weisheit: Ohne Reife kein „gelingendes Alter“: Dieser Abschnitt erörtert die Bedeutung der Persönlichkeitsentwicklung und Identitätsbildung im Alter unter dem Einfluss globaler und technologischer Veränderungen.

1.3. Fazit: Das Fazit fasst die Notwendigkeit eines gesellschaftlichen Mentalitätswandels zusammen, um alternden Frauen eine würdevolle Teilhabe und Selbstbestimmung zu ermöglichen.

2. Empowerment und Lebenslagen im Alter: Dieses Kapitel stellt das Konzept des Empowerment als ressourcenorientierte Methode für die Soziale Arbeit vor, um alternden Frauen zu mehr Kontrolle über ihr Leben zu verhelfen.

Schlüsselwörter

Altern, alternde Frauen, Empowerment, Lebenslagen, Geschlechterrollen, soziale Netzwerke, Identitätsentwicklung, Ressourcenorientierung, Sozialarbeit, Altersarmut, Selbstbestimmung, Würde, Gesundheit im Alter, Defizitperspektive, Lebensqualität.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der spezifischen Lebenssituation alternder und alter Frauen in Deutschland, insbesondere unter dem Aspekt der gesellschaftlichen Benachteiligung und der Möglichkeiten durch Empowerment.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themen sind die Auswirkungen von traditionellen Rollenbildern auf Frauen, ökonomische Hürden im Alter, die psychologische Bedeutung der Reife sowie die Anwendung des Empowerment-Ansatzes in der Sozialen Altenarbeit.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel der Arbeit ist es aufzuzeigen, wie Empowerment dazu beitragen kann, die Lebensqualität und Selbstbestimmung alternder Frauen trotz struktureller Nachteile zu fördern.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Analyse soziologischer und gerontologischer Fachliteratur sowie auf der Anwendung des Empowerment-Konzepts im Kontext der Sozialen Arbeit.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Im Hauptteil werden der aktuelle gesellschaftliche Diskurs über alternde Frauen, die Bedeutung der persönlichen Reife sowie die praktische Umsetzung des Empowerment-Ansatzes zur Stärkung der Betroffenen diskutiert.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird durch Begriffe wie Empowerment, Altern, Geschlechterrollen, Ressourcenorientierung, soziale Teilhabe und Lebenslagen charakterisiert.

Welche Rolle spielt die finanzielle Situation für alternde Frauen laut der Autorin?

Die Autorin betont, dass die finanzielle Situation durch Rentenbezüge und Erwerbsbiografien oft prekär ist und die Handlungsmöglichkeiten der Frauen einschränkt, was eine stärkere Abhängigkeit von sozialen Netzwerken oder staatlichen Hilfen zur Folge hat.

Wie soll Empowerment konkret zur Verbesserung der Lebenslage im Alter eingesetzt werden?

Empowerment soll durch Ressourcenorientierung, Förderung der Selbstbestimmung und die Stärkung der Eigenwürde dazu dienen, die Abhängigkeit von Institutionen zu verringern und die Eigenverantwortung für Gesundheit und soziale Kontakte zu stärken.

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Details

Title
Lebenswelten und Case-Management
College
University of Applied Sciences Münster  (Fachbereich Sozialwesen)
Course
Soziale Arbeit mit alten Menschen: Lebenswelten und Case-Management
Grade
1,0
Author
Annett Hornung (Author)
Publication Year
2013
Pages
11
Catalog Number
V275697
ISBN (eBook)
9783656686767
ISBN (Book)
9783656686781
Language
German
Tags
lebenswelten case-management
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Annett Hornung (Author), 2013, Lebenswelten und Case-Management, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/275697
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