Bildung. Finanzierung der Zukunft?

Eine Betrachtung unter den Aspekten des Bologna-Prozesses


Studienarbeit, 2012

16 Seiten, Note: 1,0


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Einleitung

1. Der Bologna-Prozess & der aktuelle Stand der Reform

2. Ökonomische Faktoren der Hochschulbildung
im tertiären Sektor
2.1. Trendwende in der Hochschulfinanzierung: Wettbewerb und Drittmittel

3. Produktionsfaktor Wissen als Finanzierung der Zukunft
3.1 Chancengleichheit und Zugang zu Wissen

4. Resümee

Abbildungsverzeichnis

Literaturverzeichnis

Anhang

Einleitung

Schon seit vielen Jahren beschäftigen sich Wirtschafts- und Sozialwissenschaftler sowie Politiker mit großen Themen, wie demographischer Wandel, Fachkräftemangel und der Reform unseres Bildungssystems, besonders im tertiären Sektor.

Unausweichlich stehen alle diese Faktoren in Bezug zueinander und beeinflussen unsere Volkswirtschaft.

Laut Bundesministerin für Arbeit und Soziales, Frau Dr. Ursula von der Leyen, werden wir in den nächsten zwanzig Jahren „ (. . .) rund sechs Millionen Menschen im erwerbsfähigen Alter weniger haben (. . .) und wir werden gut fünf Millionen Ältere im Ruhestand mehr haben.“[1]

Dies verursacht, neben weiteren Faktoren, einen zukünftigen Fachkräftemangel, welcher sich wiederum auf unser Wirtschaftswachstum niederschlägt.

Eine wirksame Gegenmaßnahme kann die Ausbildung von qualifizierten Fachkräften für alle Bereiche der deutschen Wirtschaft sein. Der Wohlstand Deutschlands baut vorwiegend auf unserer Industrie und dem Dienstleistungssektor auf. Dafür benötigen wir den Produktionsfaktor Wissen, ohne diesen es zu einer Verknappung des Produktionsfaktors Arbeit kommt. Die volkswirtschaftliche Entwicklung würde zurückgehen.

Die vorliegende Facharbeit wird sich mit der Frage, ob Bildung als Produktionsfaktor Wissen die zukünftige Finanzierung unseres Staates positiv beeinflusst, auseinandersetzen.

Um an Wissen zu gelangen, benötigt der Mensch eine gute, höchst-mögliche Ausbildung. Die Hochschulbildung ist im tertiären Sektor unserer Volkswirtschaft angesiedelt. Gerade in den letzten Jahren kam es hier zu einer umfassenden Reform - dem Bologna-Prozess. Daher wird im ersten Kapitel ein kurzer Abriss über den Bologna-Prozess und seinen aktuellen Stand dargestellt. Auf Grundlage dieses Studiensystems werden alle weiteren Faktoren betrachtet.

Im zweiten Kapitel geht es um die ökonomischen Faktoren unseres Bildungssystems, deren Anteile am tertiären Sektor sowie aktuelle Tendenzen.

Das dritte Kapitel wagt, neben einer Betrachtung unseres Humankapitals, einen Ausblick in die Zukunft. Dabei spielt der Zugang zu Wissen für die Zukunft eine wichtige Rolle.

Im Resümee werden die unterschiedlichen Aspekte abschließend betrachtet und eine Antwort auf die im Titel gestellte Frage gegeben.

Zur Vereinfachung des Textflusses wird jeweils die männliche Form von Personen –bezeichnungen in dieser Facharbeit verwendet.

1. Der Bologna-Prozess & der aktuelle Stand der Reform

1998 beschlossen in Paris die Kultusminister der vier EU-Länder Frankreich, Deutschland, England und Italien eine Hochschulreform. Dies wurde während einer Sitzung an der Sorbonne beschlossen – die Sorbonne Erklärung.

Es wurde ein gemeinsamer Rahmen der Qualifizierung, ein zwei-gestuftes Studiensystem (Bachelor- und Masterstudiengänge) sowie die Verbesserung der Mobilität der Studierenden festgelegt.[2]

Schon im nächsten Jahr 1999, unterzeichneten alle 29 Mitgliedsländer in Bologna, Italien eine entsprechende Vereinbarung zur Umsetzung der genannten Ziele – die Bologna-Deklaration. Die Vertreter sprachen sich für ein gestuftes System mit vergleichbaren Abschlüssen, die Einführung eines Kreditpunkte-Systems (ECTS), die Evaluation und Qualitätssicherung der Studiengänge europaweit sowie Mobilität für Studierende und Forscher aus.[3]

Diese vereinbarten Ziele sowie neue Handlungsfelder wurden bei weiteren Treffen 2000 in Lissabon, 2001 in Prag, 2003 in Berlin, 2005 in Bergen, 2007 in London und 2009 in Leuven bestätigt und weiterentwickelt.[4] In den verschiedenen Treffen wurden unterschiedliche neue Aufgaben und Ziele definiert. Übergeordnetes Ziel war es jeher einen einheitlichen Hochschulraum sowie einen europäischen Forschungsraum zu schaffen (siehe Lissabon-Agenda)[5]. Weitere wichtige Themen waren das Konzept zum „Lebenslange Lernen“, eine Vielzahl an Vorschriften zur Anerkennung von Leistungen sowie die Beachtung und Förderung der sozialen Dimensionen eines Studiums. Ein sehr wichtiger und auch zukunftweisender Beschluss ist die Absicht, flexiblere Zugänge in das Hochschulsystem zu ermöglichen und so beispielsweise auch Meister und Fachwirte, in Anbetracht des befürchteten Fachkräftemangels, zur Aufnahme eines Studiums zu ermutigen.

In Deutschland stieg man sofort intensiv in den Prozess der Umstellung ein. Vereinbart wurde das Ziel bis 2005 sämtliche Vorbereitungen und Maßnahmen zur Umstellung getroffen zu haben. Bis 2010 sollte die Reform umgesetzt sein.

Besonders die Universitäten taten sich schwer, mussten sie doch weg von einer rein wissenschaftlichen Ausbildung zu einem ersten berufsqualifizierenden Abschluss umstellen. Die Schwierigkeiten betrafen die einzelnen Studienfächer jedoch unterschiedlich stark.

Wichtig an dieser Stelle ist ein kurzer Exkurs zu der Frage: Was soll ein Bachelorstudium leisten? Das Bachelorstudium ist ein Erststudium, welches zwischen 3 bis 4 Jahre dauert. Die Studieninhalte wurden, gegenüber den alten Abschlüssen wie Diplom oder Magister inhaltlich verdichtet sowie verschult. Bestimmte Studien- und Prüfungsleistungen werden auf Module verteilt. Dafür sammeln die Studierenden Leistungspunkte (ECTS). Ein „workload“ (Arbeitsaufwand) entspricht einem Punkt. Weitere Punkte sammeln die Studierenden durch Prüfungsleistungen. Der Bachelor stellt, vor allem an Hochschulen für angewandte Wissenschaften, einen ersten berufsqualifizierenden Abschluss dar.

Zur Halbzeit im Wintersemester 2004/05 waren in Deutschland erst 23,1% der Studiengänge auf Bachelor und Master umgestellt.[6]

2009 kam es zu bundesweiten Studenten-Protesten gegen die neue Studienreform. In der Kritik standen die verkürzten Studienzeiten, innerhalb derer keine wissenschaftliche sowie praxisnahe Ausbildung vermittelt werden kann. Zudem klagten die Studierenden über eine starke Zunahme an Prüfungen. Dies geschah durch die Modularisierung und Einteilung des Stoffes in kleinere Einheiten. Außerdem konnten Leistungen, welche im Ausland erbracht wurden nicht angerechnet werden.[7] Dem Ziel von einem einheitlichen Hochschulraum waren die Länder also noch weit entfernt. Auch die Unsicherheit der Arbeitgeber in der Annahme der neuen Abschlüsse trug zu keiner Beruhigung der Studenten bei.

Im Wintersemester 2010/11 war immerhin bundesweit 81,9 % des Studienangebots auf Bachelor- und Master umgestellt.[8]

Nicht nur den Studenten wurden durch kurze Regelstudienzeiten, Studienbeiträge und feste Stundenpläne ein hohes Maß an Freiheit genommen, auch die Hochschulen selber mussten durch strenge Vorgaben zum Inhalt der Lehre große Teile ihrer Autonomie abgeben.

So wurde der Ruf nach Verbesserung der Reform von beiden Seiten, der Studierenden und der Hochschulen, lauter. Es folgte die „Reform der Reform“. In einer Pressemitteilung vom 07.Juli 2009 stellte Frau Dr. Schavan[9] fünf wesentliche Punkte zur Verbesserung im Bologna Prozess dar.[10]

2. Ökonomische Faktoren der Hochschulbildung im tertiären Sektor

Wie in der Einführung bereits angedeutet, beeinflussen sich unser wirtschaftlicher Wachstum und unser Bildungswesen in hohem Maße gegenseitig.

An die Entwicklung beider Faktoren gekoppelt, verändert sich auch unser Arbeitsmarkt, je nach wirtschaftlicher Lage und bereitgestelltem Wissen. Im Bildungswesen tragen die Investitionen erst Jahre später ihre Früchte. Eine Generation, welche sich in der Ausbildung befindet, wird die wirtschaftlichen Einnahmen erst in vielen Jahren positiv beeinflussen. Aus volkswirtschaftlicher Sicht ist die Investition in Bildung eine Investition in die Wachstums-chancen unserer Gesellschaft.

Richtigerweise wurden so in den letzten Jahren der Wirtschaftskrise die Finanzmittel für den Bildungssektor massiv erhöht. Im Jahr 2009 ging das Bruttoinlandprodukt[11] um 3,5 % zurück – die Bildungsausgaben wurden jedoch um 5,9 % erhöht.

Abbildung 1: Entwicklung des Bruttoinlandsproduktes und der öffentlichen Bildungsausgaben (Grundmittel) , nominale Veränderung zum Vorjahr in %

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Quelle: Statistisches Bundesamt (2010), S. 21

[...]


[1] Leyen, Dr. von der, Ursula (2010), S. 1

[2] Bargel, Tino (2009), S. 11

[3] Vgl. ebenda.

[4] Vgl. ebenda.

[5] Vgl. ebenda, S. 12

[6] Bagel, Tino (2009), S. 13, Tabelle 1

[7] Burtscheidt (2010) , S. 295 ff

[8] Dudek (2010), S. 7, Tabelle 1.1

[9] Bundesministerin für Bildung und Forschung

[10] Vgl. Schavan, Dr., Anette (2009)

[11] Anhang A

Ende der Leseprobe aus 16 Seiten

Details

Titel
Bildung. Finanzierung der Zukunft?
Untertitel
Eine Betrachtung unter den Aspekten des Bologna-Prozesses
Hochschule
Kolping Akademie Münster in Coesfeld
Veranstaltung
Fernlehrgang Praktischer Betriebswirt
Note
1,0
Autor
Jahr
2012
Seiten
16
Katalognummer
V275702
ISBN (eBook)
9783656685494
ISBN (Buch)
9783656685487
Dateigröße
432 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
bildung, finanzierung, zukunft, eine, betrachtung, aspekten, bologna-prozesses
Arbeit zitieren
Judith Härri (Autor:in), 2012, Bildung. Finanzierung der Zukunft?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/275702

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