Management, Organisation und Gründung eines Kinderheims. Qualitätskriterien des EFQM Modells


Hausarbeit, 2014
18 Seiten, Note: 2.0

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Gründung eines Kinderheims
2.1 Ziele
2.2 Aufgabe
2.3 Mitarbeiter

3 Das EFQM Konzept
3.1 Führung
3.2 Politik und Strategie
3.3 Personalmanagement
3.4 Ressourcenmanagement
3.5 Prozessmanagement
3.6 Mitarbeiterzufriedenheit
3.7 Kundenzufriedenheit
3.8 Auswirkungen auf die Gesellschaft
3.9 Geschäftsergebnisse

4 Präsentation
4.1 Organisation
4.2 Finanzierung
4.3 Personal

Literaturverzeichnis

1 Einleitung

Diese Hausarbeit beschäftigt sich mit der Gründung eines Kinderheims in der Rechtsform einer gemeinnützigen Gesellschaft mit beschränkter Haftung und Co.KG, eine Non Profit Organisation, die gegründet wird um in einem geschützten Rahmen, Ressourcen zu generieren und vernetzt zu sein. Richtlinien und Satzung orientieren sich nach den Vorschriften des Handelsgesetzbuches und einem Verband in Deutschland. Im Rahmen des Moduls SV 7 Management in der Sozialen Arbeit im Studiengang Soziale Arbeit / Religions- und Gemeindepädagogik der CVJH Hochschule wird diese Hausarbeit erstellt. Im Mittelpunkt steht die Frage: „Welche Qualitätskriterien müssen beachtet werden um eine Gründung erfolgreich zu gestalten um für die Kinder und Jugendlichen selbst, aber auch für die Gesellschaft eine positive Wirkung darzustellen?“ Hierbei werden im ersten Kapitel die Rahmenbedingungen genannt. Eine genaue Betrachtung der einzelnen Ketten des EQFM Modelles schließt sich an, um speziell auf die dazugehörigen sozialpädagogischen Strategien und Maßnahmen des Kinderheims in einer Wirkkette eingehen zu können. In Kapitel 4 wird eine schriftliche Präsentation für die Geldgeber herausgearbeitet.

2 Gründung eines Kinderheims

Das Kinderheim ist eine Einrichtung der Kinder- und Jugendhilfe. Etwa 10-15 Kinder und Jugendliche zwischen 10 und 18 Jahren sollen bei uns leben und in familiären Gruppen eine „Heimat auf Zeit" finden. Das Kinderheim wird am Stadtrand von X im Stadtteil Y auf einem großen Grundstück errichtet, das mit zwei Wohnhäusern bebaut ist und bereits im Besitz der Gesellschafter ist. Diese werden in die GmbH übertragen. Die meisten von ihnen besuchen verschiedene Schulen in der Region. Als Dienstleister der Jugendhilfe hält das Kinder- und Jugendheim unterschiedliche Hilfeangebote nach den §§27 ff Sozialgesetzbuch VIII bereit. Wir verstehen uns als „lernende Einrichtung“, demgemäß besitzen Innovationen und Entwicklung einen hohen Stellenwert in unserer Institution. Durch die aufmerksame Wahrnehmung gesellschaftlicher Veränderungen entwickeln wir - auch in Kooperation mit den Jugendämtern - zeitgemäße, bedarfsgerechte und passgenaue Hilfen. Unser erzieherisches Handeln ist darauf ausgerichtet, den uns anvertrauten jungen Menschen Wertorientierung auf der Grundlage des christlichen Menschenbildes (Personalität - Solidarität - Subsidiarität) zu geben. Die Dienstleistung Jugendhilfe wird in ihrem Kern als umfassende Bildungsaufgabe verstanden. Diese Aufgabe verstehen wir als Prozess, der durch sozialpädagogische und schulische Erziehung sowie durch Wissensvermittlung gestaltet wird. Dabei sehen wir die Kinder und Jugendlichen im systemischen Kontext. Wir gewährleisten, dass Kinder, Jugendliche und ihre Familien aktiv am Hilfeprozess partizipieren können. Die Elternarbeit ist ein wichtiger Bestandteil unsere Arbeit.

2.1 Ziele

Wir reagieren auf gesellschaftliche und individuelle Problemlagen und entwickeln angemessene Hilfs- und Unterstützungsangebote. Wir bieten bedarfsgerechte und kundenorientierte Dienstleistungen, damit Kinder, Jugendliche und Familien gestärkt werden und sich weiter entwickeln können. Prävention, Wirksamkeit, Wirtschaftlichkeit und Nachhaltigkeit sind Grundsätze unserer Arbeit. Unsere Arbeit ist darauf ausgerichtet, Wertorientierung auf der Grundlage des christlichen Menschenbildes zu vermitteln und religiöse Erfahrungen zu ermöglichen. In der gemeinsamen Arbeit mit den jungen Menschen und deren Familien ist es unser Ziel, Fähigkeiten und Fertigkeiten zu fördern, Defizite abzubauen und Perspektiven für eine selbständige und sinnvolle Lebensgestaltung zu entwickeln. Sie sollen so zu einem stützenden Teil der Gesellschaft werden. Die Arbeitsbereiche unserer Einrichtung sind eng vernetzt. Wir bieten verbindliche Beziehungen, klare Strukturen und Regeln. Dadurch werden Veränderungsprozesse eingeleitet, begleitet und Ergebnisse gefestigt. Wir beteiligen die jungen Menschen und deren Familien angemessen an den für die Durchführung der Hilfe relevanten Entscheidungen. Wir sichern ein hohes Maß an fachlicher und persönlicher Qualifikation unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Zur Förderung der Kompetenzen legen wir großen Wert auf Fort- und Weiterbildung, stetige Reflexion und Supervision. Das personale Angebot des einzelnen Mitarbeiters ist zentrale Bedingung zur Erfüllung unserer Aufgaben. Wir achten auf transparente Einrichtungsstrukturen und fördern eine hohe Identifikation des Personals mit der Einrichtung. Wir beteiligen die Mitarbeiter an Entscheidungen und an der Weiterentwicklung durch die Mitwirkung bei Konferenzen, Besprechungen und bei der Qualitätsentwicklung. Wir überprüfen regelmäßig unsere Struktur-, Prozess- und Ergebnisqualität. Dies geschieht durch das EQFM Modell. Wir arbeiten partnerschaftlich mit Jugendämtern, Behörden und weiteren Institutionen zusammen. Wir beobachten gesellschaftspolitische Entwicklungen und nehmen darauf Einfluss durch die Mitarbeit in Arbeitsgruppen, Vereinen und Verbänden auf regionaler und überregionaler Ebene. Die Vernetzung mit dem Gemeinwesen besitzt für uns einen hohen Stellenwert. Wir bringen uns aktiv in das Gemeinwesen ein und informieren über unsere Einrichtung durch eine angemessene Öffentlichkeitsarbeit.

2.2 Aufgabe

Die Kinder und Jugendlichen bei uns kommen zumeist aus stark belasteten Familien. Sie brauchen Zuwendung, Hilfe und Orientierung. Wir versuchen, ihnen all das zu geben. Es prägt ihre Entwicklung und stärkt ihr Selbstvertrauen. Diese Aufgabe macht Freude. Aber sie ist nicht leicht. Sie fordert Kraft, Geduld und vollen Einsatz. Es gibt viele Menschen in unserer Region, die Anteil an unserer Arbeit nehmen und sie zu unterstützen bereit sind. Diese Hilfen bedeuten uns viel. Und wir wollen das Unsere tun, um das Vertrauen in uns, das sich darin ausdrückt, zu rechtfertigen.

2.3 Mitarbeiter

Erziehung kann nur auf der Basis einer tragfähigen Beziehung gelingen. Aus diesem Grund kommt den Mitarbeitern/innen im Kinderheim eine ganz besondere Bedeutung zu. Jeder ist in seinem Arbeitsbereich wichtig, um die Ziele der Gesamteinrichtung zu erreichen und durch angemessenes Handeln in der Begegnung mit den jungen Menschen deren Weiterentwicklung zu unterstützen. Insgesamt kümmern sich 10 Mitarbeiter ein Auszubildender und ein Praktikant um die jungen Menschen. Sie sind vor allem im sozialpädagogischen und im schulischen Bereich tätig. Hinzu kommen die Fachdienste der Psychologie, Heilpädagogik, Familientherapie sowie die Arbeitsbereiche Verwaltung, Hauswirtschaft und Haustechnik hinzu.

3 Das EFQM Konzept

Das EFQM Konzept beruht auf der Philosophie des umfassenden und integralen Qualitätsmanagements. Dem Konzept liegen folgende Annahmen zugrunde:

1) Integrales Qualitätsmanagement bedeutet, dass die gesamte Organisation Qualität anstrebt.
2) Das Management einer solchen Organisation kann dies durch ausgewogene Politik, eine deutliche Strategie und eine abgewogene Steuerung des Personal, Ressourcen und Prozessmanagements erreichen.

3.1 Führung

Die Führung besteht aus einem Team aus dem Gesamtleiter und Direktor sowie die beiden Stellvertreter der pädagogische Leiter und der kaufmännischen Leiter. Gemeinsam bilden sie das Leitungsgremium. Sie treffen sich wöchentlich und einmal monatlich mit der gesamten Belegschaft um relevante Themen und ihre Auswirkungen zu besprechen. Die Führung ist die wichtigste Instanz in einer Organisation, da sie weitreichende Entscheidungen trifft und durchsetzen muss. Die Organisation wird in der Öffentlichkeit von der Führung vertreten und im Inneren des Unternehmens muss sie die Mitarbeiter führen aber auch in die Entscheidungsprozesse mit einbinden. Sie sollte über viel Erfahrung und Weisheit verfügen, da sie die Strategie und die Politik der Organisation steuert. Es ist wichtig Ruhe und Weitsicht zu bewahren, bei schwierigen Entscheidungen wie z.B.: Mitarbeiterentlassungen und -einstellungen, Aufgabe von Geschäftsbereichen und Neustrukturierungen.

Die Führung muss auch immer wieder ihr Konzept überprüfen und die Prozesse anpassen an die Wünsche und Bedürfnisse des Marktes und somit des Kunden. Die Anforderungen durch Regularien und Gesetze steigen ständig an. Hier ist Flexibilität, Anpassungsfähigkeit, Rationalismus, Kalkulation, Mitarbeiterführung und Vision in Einklang zu bringen. Erfolgt diese Flexibilität nicht, kann es zum Scheitern des Unternehmens führen. Somit hat die Führung eines Unternehmens eine hohe Verantwortung zu tragen und den höchsten Einfluss auf das Kinderheim. Ihre Entscheidungen haben Wirkung auf alle anderen Managementprozesse in der Organisation. Da die Kinder- und Jugendhilfe in erster Linie Beziehungsarbeit ist, erfordert dies eine hohe soziale und fachliche Kompetenz. Aber auch die kaufmännische und wirtschaftliche Sicht ist wichtig für das Wachstum einer

Organisation. Beides miteinander zu koordinieren und zusammen zu bringen erfordert viel Geduld, Hingabe und Handlungskompetenz. Die Ausrichtung des Unternehmens und somit alles weiteren Prozesse und Entwicklungen haben hier ihren Ausgangspunkt und führen somit zu Misserfolg oder Erfolg bei der Gestaltung einer Organisation.

3.2 Politik und Strategie

Die Politik wird in einem gemeinsamen Prozess entwickelt, dokumentiert und allen Mitarbeiter nahe gebracht. Die Qualität der Arbeit wird wesentlich durch die Qualität unserer Mitarbeiter bestimmt. Die hohen fachlichen Anforderungen berücksichtigen wir bei der Personalplanung, der Personalauswahl sowie bei der Personalentwicklung. Für alle wichtigen Prozesse sind Ziele und Indikatoren formuliert. Die Beschreibung und Umsetzung der Prozesse wird in regelmäßigen Abständen durch die Steuerungsgruppe auf Verbesserungsmöglichkeiten überprüft und bei Bedarf überarbeitet. Die Mitarbeiter sind im Rahmen des Kontinuierlichen Verbesserungsprozesses aufgefordert, sich durch Vorschläge/Hinweise an die Steuerungsgruppe zu beteiligen. Auch die Erhaltung und Verbesserung der Infrastruktur der Einrichtung unterliegt dem Kontinuierlichen Verbesserungsprozess (KVP). Dazu werden die Vorstellungen der Kinder, Jugendlichen, Mitarbeiter, Personensorgeberechtigten und ggf. der Kostenträger an die Infrastruktur ermittelt und in die Entscheidung mit einbezogen. Die Entwicklungen des Marktes, der Jugendhilfeplanung und der gesetzlichen Bestimmungen werden stets beobachtet und eingeschätzt. Die Angebote und die Angebotsstruktur der Einrichtung werden ständig überprüft und bewertet. Es besteht ein schriftlich festgelegtes Verfahren zur Durchführung der Jugendhilfe-Maßnahmen; die Verantwortlichkeiten sind festgelegt. Die Durchführung dieser Maßnahmen wird regelmäßig überprüft und angepasst. Die Wirksamkeit unserer Leistungen sowie der Grad der Zufriedenheit mit der Maßnahme bei Kostenträgern, den jungen Menschen und ihren Sorgeberechtigten sowie bei anderen wichtigen Kooperationspartnern wird ständig evaluiert. Es werden regelmäßig Audits in den verschiedenen Bereichen der Einrichtung durchgeführt um zu überprüfen, ob die geplanten Regelungen und Standards umgesetzt und die Ziele erreicht werden. Eine gute Politik und Strategie hat entscheidende Bedeutung und Wirkung auf die weiteren Managementebenen.

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Ende der Leseprobe aus 18 Seiten

Details

Titel
Management, Organisation und Gründung eines Kinderheims. Qualitätskriterien des EFQM Modells
Veranstaltung
BWL in der Sozialen Arbeit, Management und Organisation
Note
2.0
Autor
Jahr
2014
Seiten
18
Katalognummer
V275716
ISBN (eBook)
9783668275904
ISBN (Buch)
9783668275911
Dateigröße
649 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
BWL, Soziale Arbeit, Gründung, Managment, Organisation, Quailtätsmangement, EFQM Modell, Kinderheim, Jugendheim, Kinder, Jugendliche, Fürsorge, Schutz
Arbeit zitieren
Christian Seel (Autor), 2014, Management, Organisation und Gründung eines Kinderheims. Qualitätskriterien des EFQM Modells, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/275716

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