Qualitätssicherung in der Pflege. Gesetzliche Grundlagen und Medizinischer Dienst der Krankenkassen (MDK)


Akademische Arbeit, 2006

11 Seiten, Note: 1,5


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Was ist Qualität?

3. Die Erfassung von Pflegequalität

4. Qualitätssicherung

5. Die gesetzlichen Grundlagen zur Qualitätssicherung

6. Anhang

Literaturverzeichnis (inkl. weiterführender Literatur):

Abkürzungsverzeichnis

1. Einleitung

Einen Einblick in die Welt der Qualität, insbesondere der Pflegequalität und deren Erfassung gewährt diese Arbeit. Es ist Ziel dieses Textes anhand von Ausführungen zu den gesetzlichen Grundlagen und dem Prüfungsinstrumentarium des Medizinischen Dienstes der Krankenkassen (MDK) zu erörtern, in wieweit sich der Gesetzgeber an der wissenschaftlichen Theorie orientiert und welche Probleme bei der Umsetzung auftreten.

2. Was ist Qualität?

„Qualität (lat.: qualitas = Beschaffenheit, Eigenschaft, Zustand) bezeichnet Beschaffenheiten, Eigenschaften oder Zustände von Stoffen, Objekten oder Vorgängen. Beispiele: weiblich, gelb, rau, warm, schnell“.[1]

Obwohl das Wort Qualität ursprünglich keine Bewertung ausdrückt, hat es sich im wirtschaftlichen Alltag durchgesetzt, Leistungen über Qualität zu werten.[2] In diesem Kontext definiert sich Qualität als „die Übereinstimmung von Leistungen mit Ansprüchen“.[3] Die Anspruchssteller beurteilen die Qualität auf Grundlage ihrer Wahrnehmung bzw. dessen was ihnen wichtig erscheint. Bei einfachen Leistungen kann der Kunde anhand seiner Bedürfnisse eine umfassende, qualitative Wertung vornehmen. Bei komplexen Produkten und Dienstleistungen ist eine umfassende Beurteilung nur mit einem ausreichenden Fachwissen möglich. Die folgende DIN ISO 9004/8402 Definition von Qualität lässt dieser Erkenntnis den notwendigen Raum.

„Qualität ist die Gesamtheit von Eigenschaften und Merkmalen eines Produktes oder einer Dienstleistung, die sich auf deren Eignung zur Erfüllung festgelegter oder vorausgesetzter Erfordernisse beziehen“.[4]

Übertragen auf die Pflege bedeutet die Definition, dass die Erfordernisse/ Ziele aufgrund der Komplexität des Vorgangs nur über das notwendige Fachwissen formuliert und festgelegt werden können. Verschiedene Gruppierungen verfügen über das Fachwissen, jedoch unterscheiden sich die Interessenlagen und die Blickwinkel. Rational betrachtet möchten Kostenträger Kosten reduzieren, der Berufsstand bessere Arbeitsbedingungen, die Bürgerinitiativen bessere Rahmenbedingungen und die Verbraucherschützer eine stärkere Überwachung der Leistung. So schreibt Kern diesbezüglich: „Qualität ist multiperspektivisch auszuhandeln“.[5] Die folgenden Definitionen von Donabedian und Williamson bilden den theoretischen Bezugsrahmen für Qualität in der Pflege:

„Qualität ist der Grad der Übereinstimmung zwischen Zielen des Gesundheitswesens und der wirklich geleisteten Pflege“.[6]

„Qualität ist der Grad des erreichten Erfolges in der Pflege mit verantwortlichem Gebrauch von Mitteln und Leistungen“.[7]

Im Zusammenhang mit der ersten Qualitätsdefinition: „Qualität ist die Übereinstimmung von Leistungen mit Ansprüchen“ ist erkennbar, dass bei mehreren Anspruchstellern auch unterschiedliche Erwartungen existieren, die letztendlich die Ziele bestimmen. Die Definition von Donabedian erscheint dann nachvollziehbar. Williamson betont, dass Qualität auch vom verantwortungsvollen Umgang mit den zur Verfügung stehenden Ressourcen abhängt. In Zeiten der Sparpolitik bzw. der restriktiven Finanzpolitik stellt die Kostenbelastung zum Erreichen der Ziele eine wichtige Komponente dar. Sie beeinflusst die Definition der Qualität, weil schlechtere Rahmenbedingungen auch relative Zielanpassungen erfordern. Ein weiterer Aspekt, den Katz anspricht, ist der dynamische Prozess. Qualität bedarf einer ständigen Verbesserung. „Jeden Tag wird jedes Produkt oder jede Dienstleistung relativ besser oder schlechter, einen Stillstand gibt es nicht. Dies gilt insbesondere für Dienstleistungsbereiche wie die Pflege, denn es ist nicht möglich einzelne Serviceleistungen einfach zu addieren“.[8]

3. Die Erfassung von Pflegequalität

Die Fachwelt orientiert sich bei der Erfassung der Pflegequalität am 3-Dimensionen-Modell von Avedis Donabedion (1966). Die einzelne Betrachtung von Struktur, Prozess und Ergebnis hilft demzufolge die Pflegequalität besser zu beurteilen.[9] Die folgenden Definitionen beziehen sich auf die stationäre Pflege.

Strukturqualität:

„Die Strukturqualität stellt sich in den Rahmenbedingungen des Leistungsprozesses dar. Hierunter ist insbesondere die personelle, räumliche und sachliche Ausstattung der vollstationären Pflegeeinrichtung zu subsumieren“.[10]

Prozessqualität:

„Prozessqualität bezieht sich auf den ganzheitlichen Pflege- und Versorgungsablauf sowie die Unterkunft. Es geht dabei u.a. um die Pflegeanamnese und -planung, die Koordinierung und Ausführung der Leistungen sowie die Dokumentationen des Pflegeprozesses“.[11]

Ergebnisqualität:

„Die Ergebnisqualität ist als Zielerreichungsgrad der Maßnahmen im Rahmen des ganzheitlichen Pflege- und Versorgungsablaufes zu verstehen. Zu vergleichen sind die angestrebten Ziele mit dem tatsächlich erreichten Zustand unter Berücksichtigung des Befindens und der Zufriedenheit des Bewohners“.[12]

Bei der getrennten Betrachtung der einzelnen Dimensionen sollte man die Einflüsse der anderen Dimensionen nicht außer Acht lassen. So hat z.B. die Anzahl qualifizierter Mitarbeiter natürlich Auswirkungen auf die Prozessqualität und die Ergebnisqualität. Die Ergebnisqualität bewertet letztendlich den Pflegeerfolg, durch die unmittelbare Kontrolle der Wirksamkeit der Pflegemaßnahmen und die Ermittlung der Zufriedenheit und des Wohlbefindens des Klienten.[13]

4. Qualitätssicherung

Qualitätssicherung ist ein ständiger Prozess. Sie dient dem Einhalten eines festgelegten Qualitätsniveaus.[14] Dazu bedarf es spezifischer und quantitativ fassbarer Messwerte: den Standards.[15]

Die WHO definiert Standards als „ein professionell abgestimmtes Leistungsniveau der Pflege, das den Bedürfnissen der zu versorgenden Bevölkerung entspricht. Die Messbarkeit der Wirkung von Standards wird durch die Kriterien der Struktur-, Prozess- und Ergebnisqualität bestimmt“.[16]

Pflegestandards sind „allgemein gültige und akzeptierte Normen, die den Aufgabenbereich und die Qualität der Pflege definieren“.[17] Zu beachten ist, dass sich die Auffassung von Qualität verändert und somit auch die Standards, die sich insbesondere aus haftungsrechtlichen Gesichtspunkten stets am aktuellen Stand der pflegewissenschaftlichen Erkenntnisse orientieren müssen. Abweichungen müssen begründet sein und sorgfältig dokumentiert werden.[18]

Kern unterscheidet Standards nach:

- „Universalstandards, die nationale Gültigkeit besitzen
- Richtlinien-Standards, die regionale Anwendung finden
- handlungsorientierte Standards, die lokal meist in der Einrichtung gelten
- handlungsorientierte Standards, die sich auf das Individuum beziehen“.[19]

Übertragen auf das 3-Dimensionen-Modell bedeutet das, dass die Festlegung und Einhaltung der Struktur- und Prozessstandards zum Erreichen der Ergebnisstandards dient und somit dem Erreichen eines festgelegten Qualitätsniveaus.[20] Die Ergebnisqualität ist abhängig vom Zielerreichungsgrad, der das Pflegeergebnis letztendlich bewertet.

[...]


[1] http://de.wikipedia.org/wiki/qualität, 29.08.2006, 13 Uhr

[2] Kern, Norbert, Qualitätsmanagement, München 2004, S. 24

[3] Gabler, Wirtschaftslexikon, Wiesbaden 2000, S. 2560

[4] Kern, Norbert, Qualitätsmanagement, München 2004, S. 24

[5] Kern, Norbert, Qualitätsmanagement, München 2004, S. 28

[6] Kern, Norbert, Qualitätsmanagement, München 2004, S. 26

[7] Kern, Norbert, Qualitätsmanagement, München 2004, S. 26

[8] Katz, Jaqueline; Green, Eleanor, Qualitätsmanagement, Berlin/ Wiesbaden 1996, S. 7

[9] vgl. Giebing, H; Francois-Kettner, H.; Roes M.; Marr, H., Pflegerische Qualitätssicherung, Bern 1999, S. 19

[10] Barth, Myriam, Qualitätsentwicklung und -sicherung in der Altenpflege, München 1999, S. 8

[11] Barth, Myriam, Qualitätsentwicklung und -sicherung in der Altenpflege, München 1999, S. 9

[12] Barth, Myriam, Qualitätsentwicklung und -sicherung in der Altenpflege, München 1999, S. 9

[13] vgl. Richter, Stefan, Unterrichtsskript, Pflegestandards, S. 2

[14] vgl. Katz, Jaqueline; Green, Eleanor, Qualitätsmanagement, Berlin/ Wiesbaden 1996, S.12

[15] vgl. Giebing, H; Francois-Kettner, H.; Roes M.; Marr, H., Pflegerische Qualitätssicherung, Bern 1999, S.20

[16] MDS e.V., Richtlinien/ Erhebungsbogen/ MDK-Anleitungen-Grundlagen der MDK-Qualitätsprüfungen in der stationären Pflege, Köln 2005, S.103

[17] Barth, Myriam, Qualitätsentwicklung und -sicherung in der Altenpflege, München 1999, S.118

[18] vgl. MDS e.V., Richtlinien/ Erhebungsbogen/ MDK-Anleitungen-Grundlagen der MDK-Qualitätsprüfungen in der stationären Pflege, Köln 2005, S.103

[19] Kern, Norbert, Qualitätsmanagement, München 2004, S.71

[20] vgl. Kern, Norbert, Qualitätsmanagement, München 2004, S.71

Ende der Leseprobe aus 11 Seiten

Details

Titel
Qualitätssicherung in der Pflege. Gesetzliche Grundlagen und Medizinischer Dienst der Krankenkassen (MDK)
Veranstaltung
Weiterbildung zum Pflegedienstleiter
Note
1,5
Autor
Jahr
2006
Seiten
11
Katalognummer
V275729
ISBN (eBook)
9783656679202
ISBN (Buch)
9783656681373
Dateigröße
392 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
qualitätssicherung, pflege, gesetzliche, grundlagen, medizinischer, dienst, krankenkassen
Arbeit zitieren
Thomas Horn (Autor), 2006, Qualitätssicherung in der Pflege. Gesetzliche Grundlagen und Medizinischer Dienst der Krankenkassen (MDK), München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/275729

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