Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Texte veröffentlichen, Rundum-Service genießen
Zur Shop-Startseite › Pädagogik - Heilpädagogik, Sonderpädagogik

Trauerprozesse bei Menschen mit einer sogenannten geistigen Behinderung und Implikationen für die inklusive Heilpädagogik

Eine systematische Analyse mit Expertenbefragung

Titel: Trauerprozesse bei Menschen mit einer sogenannten geistigen Behinderung und Implikationen für die inklusive Heilpädagogik

Bachelorarbeit , 2014 , 82 Seiten , Note: 2,1

Autor:in: Filiz Volk (Autor:in)

Pädagogik - Heilpädagogik, Sonderpädagogik
Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

Das Thema Trauer ist schwierig. Trauer geht immer mit Emotionen einher und ist damit für die Wissenschaft schwer greifbar und untersuchbar. Zum einen kann es daran liegen, dass Emotionen subjektiv empfunden werden, dass jeder Mensch Emotionen anders erlebt und zum Ausdruck bringt. Zum anderen möchten die meisten Menschen dieses Thema lieber meiden. Dies betonen Heppenheimer und Sperl (2011), denen zufolge „die Trauer in der moder-nen Gesellschaft lange tabuisiert wurde“ (Heppenheimer, Sperl, 2011, S. 9).
Über Trauer gibt es viele wissenschaftliche Erkenntnisse. Die Suchmaschine „Sensei scholar“ findet zum Stichwort „grief“ (Trauer) über 7000 Treffer wissenschaftlicher Studien. Das Suchwort Trauer in Verbindung mit Behinderung reduziert die Trefferzahl auf 135. Dies lässt vermuten, dass über die Trauer von Menschen mit Behinderung nur wenige wissenschaftliche Studien existieren. Lange Zeit wurde Menschen mit Behinderung und speziell mit sogenannter geistiger Behinderung emotionale Kompetenz abgesprochen. Man ging davon aus, dass diese Menschen keine Trauergefühle oder -bedürfnisse haben (vgl. Heppenheimer, Sperl, 2011, S. 9).
Doch mittlerweile sind Wissenschaft und Gesellschaft der Ansicht, dass auch Menschen mit einer Behinderung emotionale Kompetenzen haben. Heppenheimer und Sperl (2011) sprechen in diesem Zusammenhang von einer „Begabung der emotionalen Kompetenz“ bei Menschen mit einer sogenannten geistigen Behinderung (vgl. Heppenheim, Sperl, 2011, Seite 9).
Dennoch ist das Thema Trauer und Trauerverarbeitung von Menschen mit Behinderung bisher kaum erforscht. Auch Luchtenhard und Murphy (2007) erwähnen in ihrem Buch: „ Es gibt nur wenige Untersuchungen darüber, wie erwachsene Menschen mit geistiger Behinderung den Tod ihnen nahestehender Personen erleben“ (Luchtenhard, Murphy, 2007, S. 13).
Aufgrund der geringen Kenntnisse über Trauerprozesse von Menschen mit Behinderung ist der Umgang damit häufig nicht adäquat. Teilweise findet sich auch eine Tabuisierung der Trauer. Heppenheimer und Sperl (2011) belegen, wie das Thema Trauer auch in Institutionen für Menschen mit Behinderung tabuisiert wird. Heppenheimer beschreibt sein Projekt „Entwicklung einer Trauerkultur in einer Einrichtung am Beispiel Mariaberg“ (vgl. Heppenheimer und Sperl, 2011, S. 10). In Mariaberg arbeitete Heppenheimer als Pfarrer und startete dieses Projekt, um eine Trauerkultur für Menschen mit Behinderung zu entwickeln. Dabei nahm er die Trauer der Bewohner sehr ernst. [...]

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

1.1 Ausgangssituation und Problemstellung

1.2 Ziel der Arbeit und Vorgehensweise

1.3 Aufbau der Arbeit

2 Trauer und Menschen mit geistiger Behinderung - Theoretische Grundlagen

2.1 Trauer und Trauerprozesse

2.2 Lebenssituationen von Menschen mit einer sogenannten geistigen Behinderung

2.3 Trauer bei Menschen mit einer sogenannten geistigen Behinderung

3 Methodik der Auswertung empirischer Studien zu Trauerprozessen von Menschen mit einer sogenannten geistigen Behinderung

3.1 Vorgehensweise der Studienauswahl und Auswahlkriterien

3.2 Auswertungsdesign

4 Auswertung ausgewählter Studien zu Trauer und Trauerprozessen bei Menschen mit einer sogenannten geistigen Behinderung

4.1 Studien zum Schwerpunkt Symptome

4.2 Studien zum Schwerpunkt Erfahrungen der Betreuer

4.3 Studien zum Schwerpunkt Trauerfallunterstützung

5 Methodik der empirischen Analyse

5.1 Auswahl und Begründung der Forschungsmethoden

5.2 Auswahl der Zielgruppe / Probanden / Untersuchungsobjekte

5.3 Darstellung und Begründung des Fragebogens

5.4 Vorgehen der Untersuchung

6 Ergebnisse der empirischen Analyse und Interpretation

6.1 Überblick der Ergebnisse

6.2 Darstellung wesentlicher Erkenntnisse der Analyse und Interpretation

6.3 Einordnung der Ergebnisse in das Forschungsgebiet und weiterer Forschungsbedarf

6.4 Vorschlag für ein Forschungsprojekt über Trauerprozesse bei Menschen mit einer sogenannten geistigen Behinderung

6.5 Methodenkritik

7 Zusammenfassung und Fazit mit Implikationen für die inklusive Heilpädagogik

Zielsetzung und Themen

Das Hauptziel dieser Arbeit ist es, einen Überblick über aktuelle wissenschaftliche Erkenntnisse zu Trauerprozessen bei erwachsenen Menschen mit einer sogenannten geistigen Behinderung zu geben, bestehende Forschungslücken zu identifizieren und daraus Implikationen für die inklusive Heilpädagogik sowie eine Skizze für zukünftige Forschungsprojekte abzuleiten.

  • Theoretische Fundierung von Trauerprozessen und Lebenssituationen von Menschen mit geistiger Behinderung
  • Systematische Analyse und Auswertung internationaler Studien zum Thema Trauer und Trauerunterstützung
  • Empirische Expertenbefragung zur Erfassung praktischer Erfahrungen in der Trauerarbeit
  • Entwicklung konkreter Anforderungen für zukünftige Forschungsvorhaben
  • Ableitung heilpädagogischer Implikationen für eine inklusive Trauerbegleitung

Auszug aus dem Buch

1.1 Ausgangssituation und Problemstellung

Das Thema Trauer ist schwierig. Trauer geht immer mit Emotionen einher und ist damit für die Wissenschaft schwer greifbar und untersuchbar. Zum einen kann es daran liegen, dass Emotionen subjektiv empfunden werden, dass jeder Mensch Emotionen anders erlebt und zum Ausdruck bringt. Zum anderen möchten die meisten Menschen dieses Thema lieber meiden. Dies betonen Heppenheimer und Sperl (2011), denen zufolge „die Trauer in der modernen Gesellschaft lange tabuisiert wurde“ (Heppenheimer, Sperl, 2011, S. 9).

Über Trauer gibt es viele wissenschaftliche Erkenntnisse. Die Suchmaschine „Sensei scholar“ findet zum Stichwort „grief“ (Trauer) über 7000 Treffer wissenschaftlicher Studien. Das Suchwort Trauer in Verbindung mit Behinderung reduziert die Trefferzahl auf 135. Dies lässt vermuten, dass über die Trauer von Menschen mit Behinderung nur wenige wissenschaftliche Studien existieren. Lange Zeit wurde Menschen mit Behinderung und speziell mit sogenannter geistiger Behinderung emotionale Kompetenz abgesprochen. Man ging davon aus, dass diese Menschen keine Trauergefühle oder -bedürfnisse haben (vgl. Heppenheimer, Sperl, 2011, S. 9).

Doch mittlerweile sind Wissenschaft und Gesellschaft der Ansicht, dass auch Menschen mit einer Behinderung emotionale Kompetenzen haben. Heppenheimer und Sperl (2011) sprechen in diesem Zusammenhang von einer „Begabung der emotionalen Kompetenz“ bei Menschen mit einer sogenannten geistigen Behinderung (vgl. Heppenheim, Sperl, 2011, Seite 9).

Dennoch ist das Thema Trauer und Trauerverarbeitung von Menschen mit Behinderung bisher kaum erforscht. Auch Luchtenhard und Murphy (2007) erwähnen in ihrem Buch: „ Es gibt nur wenige Untersuchungen darüber, wie erwachsene Menschen mit geistiger Behinderung den Tod ihnen nahestehender Personen erleben“ (Luchtenhard, Murphy, 2007, S. 13).

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Definition von Ausgangssituation, Zielsetzung und methodischem Aufbau der Arbeit.

2 Trauer und Menschen mit geistiger Behinderung - Theoretische Grundlagen: Erläuterung theoretischer Konzepte zu Trauerprozessen und den Lebensbedingungen von Menschen mit sogenannter geistiger Behinderung.

3 Methodik der Auswertung empirischer Studien zu Trauerprozessen von Menschen mit einer sogenannten geistigen Behinderung: Beschreibung der Kriterien für die Auswahl und Auswertung vorhandener wissenschaftlicher Studien.

4 Auswertung ausgewählter Studien zu Trauer und Trauerprozessen bei Menschen mit einer sogenannten geistigen Behinderung: Detaillierte Analyse und Interpretation der ausgewählten Studien in Bezug auf Symptome, Betreuererfahrungen und Trauerfallunterstützung.

5 Methodik der empirischen Analyse: Begründung und Darstellung der qualitativen Expertenbefragung als gewählte Forschungsmethode.

6 Ergebnisse der empirischen Analyse und Interpretation: Präsentation der Interviewergebnisse, deren Einordnung in den Forschungsstand und Vorstellung eines Entwurfs für ein neues Forschungsprojekt.

7 Zusammenfassung und Fazit mit Implikationen für die inklusive Heilpädagogik: Resümee der Arbeit mit abschließenden Handlungsempfehlungen für die inklusive Heilpädagogik.

Schlüsselwörter

Trauer, Trauerprozesse, geistige Behinderung, Inklusive Heilpädagogik, Experteninterview, Trauerbegleitung, Trauersymptome, Lebenswirklichkeit, Empowerment, Selbstbestimmung, Trauerkultur, Sterbebegleitung, Forschungsprojekt, Inklusion, Verlustverarbeitung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der wissenschaftlichen Bestandsaufnahme von Trauerprozessen bei erwachsenen Menschen mit einer sogenannten geistigen Behinderung und den daraus resultierenden Anforderungen an eine inklusive heilpädagogische Begleitung.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themen sind die theoretischen Grundlagen der Trauer, die Lebensbedingungen von Menschen mit geistiger Behinderung, die Analyse bestehender Studien zu Symptomen und Trauerunterstützung sowie die Bedeutung einer professionellen Trauerkultur.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das primäre Ziel ist es, den aktuellen Forschungsstand zu erfassen, Forschungslücken aufzuzeigen und durch eine Expertenbefragung praxisnahe Einsichten zu gewinnen, um die Grundlage für zukünftige, fundierte Forschungsprojekte zu schaffen.

Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?

Die Arbeit kombiniert eine systematische Literaturanalyse ausgewählter wissenschaftlicher Studien mit einer qualitativen empirischen Erhebung in Form von Experteninterviews.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil umfasst die theoretische Aufarbeitung, die systematische Auswertung internationaler Literatur zu Trauersymptomen und Unterstützung sowie die Durchführung und Interpretation von Experteninterviews mit Fachpersonal einer Wohneinrichtung.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird durch Begriffe wie Trauerprozesse, geistige Behinderung, Inklusive Heilpädagogik, Trauerbegleitung, Empowerment und Forschungsbedarf charakterisiert.

Warum ist die Abgrenzung zur Lernbehinderung für das Forschungsprojekt wichtig?

Die Autorin betont die Abgrenzung, da die Definitionen von geistiger Behinderung oft unklar sind und eine spezifische Untersuchung von Menschen mit geistiger Behinderung notwendig ist, um die Validität der Ergebnisse zur Trauerverarbeitung zu erhöhen.

Welche Rolle spielt der Faktor Zeit in der Trauerarbeit in Einrichtungen?

Die befragten Experten identifizieren den Faktor Zeit als eines der größten Probleme, da der stressige Arbeitsalltag in Wohngruppen oft zu wenig Raum für eine bewusste und kontinuierliche Trauerbegleitung lässt.

Wie bewerten die Experten die „Andersartigkeit“ des Trauerns?

Die Experten stehen dem Begriff des „anders Trauerns“ skeptisch gegenüber und vermuten, dass dieser vor allem aus der Sichtweise von Menschen ohne Behinderung geprägt ist, während individuelle Trauerreaktionen auch bei Menschen mit Behinderung in ihrer Einzigartigkeit wahrzunehmen sind.

Ende der Leseprobe aus 82 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Trauerprozesse bei Menschen mit einer sogenannten geistigen Behinderung und Implikationen für die inklusive Heilpädagogik
Untertitel
Eine systematische Analyse mit Expertenbefragung
Hochschule
Evangelische Hochschule Ludwigsburg (ehem. Evangelische Fachhochschule Reutlingen-Ludwigsburg; Standort Ludwigsburg)
Veranstaltung
Inklusive Pädagogik und Heilpädagogik
Note
2,1
Autor
Filiz Volk (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2014
Seiten
82
Katalognummer
V275747
ISBN (eBook)
9783656681939
ISBN (Buch)
9783656682004
Sprache
Deutsch
Schlagworte
trauerprozesse menschen behinderung implikationen heilpädagogik eine analyse expertenbefragung
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Filiz Volk (Autor:in), 2014, Trauerprozesse bei Menschen mit einer sogenannten geistigen Behinderung und Implikationen für die inklusive Heilpädagogik, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/275747
Blick ins Buch
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
Leseprobe aus  82  Seiten
Grin logo
  • Grin.com
  • Versand
  • Kontakt
  • Datenschutz
  • AGB
  • Impressum