Die Grundlage für die vorliegende MasterThesis bildete die Frage, welche Auswirkungen die Organisationsgröße und die fachübergreifende Zusammenarbeit von Organisationsbereichen auf den Umgang mit Projektkrisen haben.
Dazu wurden mittels problemfokussierten Einzelinterviews, angelehnt an Gläser und Laudel (2010), jeweils drei Experten aus einem Klein- und einem Großunternehmen der holzverarbeitenden Industrie nach ihrem Umgang mit Projektkrisen befragt. Um die unterschiedlichen Ausprägungen der Unternehmen sichtbar zu machen, ist das Interviewmaterial mit einer qualitativen Forschungsmethode nach Mayring (2010) ausgewertet und skaliert worden.
Trotz der unterschiedlichen Rahmenbedingungen beider Unternehmen, konnte keine relevante Abweichung im Umgang mit Projektkrisen festgestellt werden. Jedoch ergab die Untersuchung, dass Krisen meist durch strukturelle oder kulturelle Mängel innerhalb einer Organisation entstehen, die auf Kommunikations- und Vertrauensprobleme zurückzuführen sind.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
1.1 Problemstellung
1.2 Zielsetzung der Arbeit
1.3 Erläuterung des Arbeitsablaufs
2 Theorieteil / Literaturrecherche
2.1 Begriffsdefinitionen
2.1.1 Definition von Klein- und Großunternehmen
2.1.2 Definition von Organisationen
2.1.3 Projektdefinition
2.1.4 Prozessdefinition
2.1.5 Definition der Kommunikation
2.1.6 Konfliktdefinition
2.1.7 Krisendefinition
2.2 Organisation
2.2.1 Organisationsstruktur
2.2.2 Organisationskultur
2.2.3 Zusammenarbeit innerhalb einer Organisation
2.2.4 Vertrauen
2.2.5 Fehlerkultur in Organisationen
2.2.6 Organisationsentwicklung
2.2.7 Wissensmanagement
2.2.8 Lernende Organisation
2.2.9 Sozialkompetenz
2.2.10 Motivation
2.3 Kommunikation
2.3.1 Externe Organisationskommunikation
2.3.2 Interne Organisationskommunikation
2.3.2.1 Formelle Kommunikation
2.3.2.2 Informelle Kommunikation
2.3.2.3 Mikropolitik
2.4 Konflikte
2.4.1 Konflikttypologien
2.4.2 Konfliktursachen
2.4.3 Entstehung von Konflikten
2.4.4 Konfliktverlauf
2.4.5 Umgang mit Konflikten
2.4.5.1 Intervention
2.4.5.2 Konfliktbewältigung
2.4.6 Konfliktmanagement
2.4.7 Konflikte nutzen
2.5 Krisen
2.5.1 Krisenursachen
2.5.2 Typischer Verlauf einer Krise
2.5.3 Die „Schwachen Signale“
2.5.4 Erkennen von Krisen
2.6 Krisenmanagement in Projekten
2.6.1 Krisenvermeidung und -vorsorge
2.6.2 Einflussfaktoren
2.6.2.1 Externe Einflussfaktoren
2.6.2.2 Individuelle Einflussfaktoren
2.6.2.3 Gruppen- und organisationsbedingte Faktoren
2.6.2.4 Die Rolle des Vertrauens innerhalb der Krise
2.6.3 Sofortmaßnahmen
2.6.4 Krisenbewältigung
2.6.5 Kommunikation in Krisen
2.6.5.1 Interne Krisenkommunikation
2.6.5.2 Externe Krisenkommunikation
2.6.6 Führung in Krisen
2.6.6.1 Autoritäre Führung
2.6.6.2 Kooperative Führung
2.6.6.3 Situationsbezogene Führung in Krisen
2.6.7 Lernen aus Krisen und Nutzen der Erkenntnisse
3 Methode zur empirischen Untersuchung
3.1 Festlegung des Materials
3.2 Analyse der Entstehungssituation
3.3 Formale Charakteristika des Materials
3.4 Richtung der Analyse
3.5 Theoriegeleitete Differenzierung der Fragestellung
3.6 Ablauf der Analyse
3.7 Analysetechnik
4 Empirische Untersuchung und Ergebnisse
4.1 Beschreibung der befragten Unternehmen
4.2 Persönliche Daten der befragten Interviewpartner
4.3 Auswertung der Kategorie Organisationsstruktur
4.4 Auswertung der Kategorie Organisationskultur
4.5 Auswertung der Kategorie Organisationsentwicklung
4.6 Auswertung der Kategorie Kommunikation
4.7 Auswertung der Kategorie Konfliktursachen und Konfliktverhalten
4.8 Auswertung der Kategorie Krisenursachen
4.9 Auswertung der Kategorie Krisenverhalten
5 Interpretation und Diskussion der Ergebnisse
5.1 Interpretation und Diskussion der Kategorie Organisationsstruktur
5.2 Interpretation und Diskussion der Kategorie Organisationskultur
5.3 Interpretation und Diskussion der Kategorie Organisationsentwicklung
5.4 Interpretation und Diskussion der Kategorie Kommunikation
5.5 Interpretation und Diskussion der Kategorie Konfliktursachen und Konfliktverhalten
5.6 Interpretation und Diskussion der Kategorie Krisenursachen
5.7 Interpretation und Diskussion der Kategorie Krisenverhalten
5.8 Beantwortung der Forschungsfrage
5.9 Kritische Betrachtung des Vorgehens und der Forschungsmethode
6 Zusammenfassung und Ausblick
7 Literaturverzeichnis
8 Anhang
Zielsetzung & Themen
Ziel dieser MasterThesis ist es, die Unterschiede im Umgang mit Projektkrisen zwischen einem Kleinunternehmen und einem prozessorientierten Industriebetrieb innerhalb der holzverarbeitenden Industrie zu untersuchen. Auf Basis problemfokussierter Experteninterviews wird analysiert, welchen Einfluss Organisationsgröße sowie strukturelle und kulturelle Rahmenbedingungen auf das Krisenmanagement und das Verhalten der beteiligten Akteure haben, um daraus Optimierungsmöglichkeiten abzuleiten.
- Organisationsstruktur und deren Einfluss auf fachübergreifende Zusammenarbeit
- Organisationskultur und die Bedeutung von Vertrauen sowie Fehlerkultur
- Interne und externe Kommunikation als Werkzeug der Krisenbewältigung
- Konflikt- und Krisenverhalten innerhalb von Projekten
- Einfluss von Unternehmensgröße auf Lernprozesse und Wissensmanagement
Auszug aus dem Buch
2.2.4 Vertrauen
Vertrauen wird mit dem „Glauben an die Zuverlässigkeit, Integrität, Ehrlichkeit und Gerechtigkeit [von Individuen, Organisationen und Systemen] gleichgesetzt“ (Krystek et al., 2007, S. 73) und geht mit dem Empfinden einher, sich auf den anderen, aufgrund seiner angenommenen Kompetenz, verlassen zu können. Der Zustand des Vertrauens gegenüber Individuen oder Systemen kann sich dabei sofort oder erst nach einiger Zeit einstellen. (vgl. Mühle, 1968, S. 125)
Am Anfang einer Beziehung schenkt eine Seite das Vertrauen, in der Erwartung einer Gegenleistung (vgl. Zündorf, 1986, S. 40ff), indem eine Vorleistung erbracht wird, die auf zukünftige Ereignisse und Erwartungen gerichtet ist, allerdings das Risiko in sich birgt, nicht erwidert zu werden (vgl. Krystek et al., 2007, S. 74). Wird Vorleistung von der anderen Seite gewürdigt, entsteht ein immer stärker werdendes Vertrauensverhältnis zwischen den Akteuren (vgl. ebd.), das in einem zeitlich verzögerten Austausch von Leistungen heranwächst (vgl. Zündorf, 1986, S. 40ff).
Durch Vertrauen wird die Komplexität eines Systems reduziert (vgl. Luhmann, 1989, S. 20), da detaillierte Kontrollen der Leistungen des Partners nicht mehr notwendig sind (vgl. Zündorf, 1986, S. 40ff). Die Voraussetzung dafür ist allerdings, dass die Individuen frei ihre Handlungen entscheiden können (vgl. Luhmann, 1989, S. 23). Daraus lässt sich schließen, dass Vertrauen nicht befohlen werden kann.
Der Vertrauensgeber macht sich durch sein Verhalten gegenüber der anderen Seite verwundbar, da er diese nicht persönlich kontrollieren kann und ein möglicher Schaden beträchtlicher ist, als der daraus gezogene Nutzen (vgl. Krystek et al., 2007, S. 5). Um dem vorzubeugen, wird ein Kontrollmechanismus angewendet, bei dem das Vertrauen entzogen wird, sobald ein individuell festgelegtes Maß überschritten wird. Um die labile Vertrauensbeziehung zu schützen, muss dabei die Voraussetzung einer Sanktionierung, aber auch die Möglichkeit einer Wiedergutmachung und Vergebung geschaffen werden. (vgl. Zündorf, 1986, S. 40ff)
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die Thematik der Unternehmenskrisen ein, definiert die Problemstellung und formuliert die zentrale Forschungsfrage zum Vergleich von Klein- und Großunternehmen.
2 Theorieteil / Literaturrecherche: Dieser Teil legt die theoretischen Grundlagen durch Definitionen und Analysen zu den Themen Organisation, Kommunikation, Konflikte und Krisenmanagement dar.
3 Methode zur empirischen Untersuchung: Hier wird das methodische Vorgehen der qualitativen Experteninterviews sowie deren Auswertung mittels Inhaltsanalyse nach Mayring und Gläser/Laudel beschrieben.
4 Empirische Untersuchung und Ergebnisse: In diesem Kapitel werden die erhobenen Daten aus den Experteninterviews ausgewertet, in Kategorien unterteilt und mittels grafischer Diagramme visualisiert.
5 Interpretation und Diskussion der Ergebnisse: Hier werden die empirischen Befunde interpretiert, mit der Fachliteratur diskutiert und die Forschungsfrage sowie die abgeleiteten Teilfragen beantwortet.
6 Zusammenfassung und Ausblick: Der abschließende Teil fasst die zentralen Erkenntnisse der Arbeit zusammen und bietet einen Ausblick auf mögliche zukünftige Forschungsansätze.
Schlüsselwörter
Projektmanagement, Krisenmanagement, Organisationsstruktur, Organisationskultur, Vertrauen, Kommunikation, Konfliktverhalten, Kleinunternehmen, Großunternehmen, holzverarbeitende Industrie, Wissensmanagement, Fehlerkultur, Organisationsentwicklung, Führung in Krisen, Projektkrisen
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser MasterThesis grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht, wie sich die Organisationsgröße auf den Umgang mit Projektkrisen auswirkt und welche Unterschiede zwischen Kleinunternehmen und großen Industriebetrieben in der holzverarbeitenden Branche bestehen.
Welche zentralen Themenfelder behandelt die Arbeit?
Die zentralen Themen sind Organisationsstruktur, Organisationskultur, Kommunikation, Konfliktmanagement sowie Krisenmanagement in Projekten.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Die Forschungsfrage lautet: Worin liegen die Unterschiede im Umgang mit Projektkrisen bei Kleinunternehmen und prozessorientierten Industrieunternehmen am Beispiel der holzverarbeitenden Industrie?
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es wurde ein qualitativer Forschungsansatz gewählt, der auf problemfokussierten Experteninterviews basiert und mittels einer Inhaltsanalyse nach Mayring ausgewertet wurde.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine ausführliche Literaturrecherche zu relevanten Begriffen und Modellen sowie eine empirische Untersuchung, in der die Ergebnisse aus Experteninterviews ausgewertet, interpretiert und diskutiert werden.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Projektkrisen, Vertrauen, Organisationskultur, Fehlerkultur und interner Wissensaustausch.
Warum ist Vertrauen für das Krisenmanagement in Projekten so entscheidend?
Vertrauen reduziert die Komplexität und den Kontrollaufwand. In Krisensituationen dient es als Basis, um gemeinsam nach Lösungen zu suchen, statt Misstrauensspiralen durch Überkontrolle auszulösen.
Welchen Einfluss hat das Organisationswachstum auf die Krisenanfälligkeit?
Wachstum führt oft zu einer stärkeren Arbeitsteilung und Anonymisierung. Dies kann das Verständnis für den Gesamtprozess minimieren und die fachübergreifende Kommunikation erschweren, was wiederum Projektkrisen begünstigen kann.
Ergeben sich nennenswerte Unterschiede im Krisenverhalten zwischen Klein- und Großbetrieben?
Trotz unterschiedlicher Rahmenbedingungen zeigt die Untersuchung, dass das grundlegende Krisenverhalten sehr ähnlich ist, wobei die Bewältigung in Großunternehmen aufgrund komplexerer Strukturen oft zeitlich verzögerter abläuft.
- Arbeit zitieren
- Florian Pohl (Autor:in), 2012, Umgang mit Projektkrisen. Ein Vergleich zwischen einem Kleinunternehmen und einem prozessorientierten Industriebetrieb in der holzverarbeitenden Industrie, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/275752