Die Malerei der Neuen Sachlichkeit am Beispiel von George Grosz' Werk "Die Stützen der Gesellschaft" (1926)


Ausarbeitung, 2014
8 Seiten, Note: 2,3

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1) Einleitung

2) Die Malerei der Neuen Sachlichkeit – Charakteristika

3) George Grosz – „Die Stützen der Gesellschaft (1926)“

4) Fazit

5) Literaturverzeichnis

1) Einleitung

„Als ich begann, die Welt zu erleben, da entdeckte ich bald, dass es mit der Buntheit, dem Glanz und vor allem mit meinen Mitmenschen nicht weit her war.“[1]

So äußerte sich der Maler George Grosz über seine Erfahrungen mit den „Goldenen Zwanzigern“ in der Weimarer Republik. In jener Aussage deutet sich bereits an, dass das gute und erfüllte Leben nur wenigen Gesellschaftsschichten zukam. Der Großteil der Bevölkerung hatte noch immer mit den Verwirrungen nach dem Krieg zu kämpfen, hinzu kamen Armut und ein beschleunigtes Zeitalter durch neue Technologien und Medien[2].

In dieser Zeit keimte eine neue Kunstströmung auf, die die Weimarer Republik und besonders die „Goldenen Zwanziger“ prägen sollte – die Neue Sachlichkeit. Die Maler begannen, die Dinge so abzubilden, wie sie waren. Dies bezog sich nicht nur auf die visuelle Wahrnehmung, sondern auch auf gefühlte Wahrheiten wie soziale und politische Missstände in der Republik. Die Maler nutzten die Kunst der Malerei als Medium, um die Öffentlichkeit zu erreichen und eben diese Missstände aufzudecken und publik zu machen - sie reagierten auf ihre Umwelt.

In der vorliegenden Arbeit wird zunächst auf die Neue Sachlichkeit in der Malerei und ihre Charakteristika eingegangen. Im Anschluss wird das Werk „Die Stützen der Gesellschaft“ von George Grosz aus dem Jahr 1926 thematisiert und im Kontext der sozialen und politischen Gegebenheiten der Weimarer Republik betrachtet. Zuletzt wird erläutert, warum gerade George Grosz als Maler und sein Werk „Die Stützen der Gesellschaft“ exemplarisch für die Malerei der Neuen Sachlichkeit stehen.

2) Die Malerei der Neuen Sachlichkeit – Charakteristika

Die Malerei der Neuen Sachlichkeit prägte die Kunst und Kultur der Weimarer Republik. Der Kunststil erlebte seine Blütezeit um 1923 und löste zeitgleich den zuvor vorherrschenden Expressionismus ab, denn in der Nachkriegszeit manifestierte sich in zunehmendem Maße in allen künstlerischen Bereichen eine Hinwendung zu „betonter Nüchternheit und Realität“[3]. In den Künstlern, die häufig selbst im Krieg Dienst taten, erwuchs der Wunsch nach einer realistischen und objektiven Wiedergabe der Grausamkeiten des Krieges[4].

Den Stil der Neuen Sachlichkeit kennzeichnete eine betonte Nüchternheit, eine Besinnung auf die darstellende, kühle, sachliche und objektive Wiedergabe der Dinge, so wie sie sind[5]. Die Werke der Künstler waren nun in Abgrenzung zum Expressionismus emotionslos und nüchtern feststellend, ohne jegliche illusionierende Bildelemente, jedoch waren sie teilweise auch bis ins Monumentale übersteigert[6]. Die Maler der Neuen Sachlichkeit lehnten einen Weg in die Gegenstandslosigkeit entschieden ab, daher wird jener Stil häufig mit einer gewissen Verunsicherung der Bevölkerung nach dem Krieg assoziiert[7].

Den Begriff der Neuen Sachlichkeit prägte der Kunsthistoriker und Mannheimer Museumsdirektor Gustav Friedrich Hartlaub, indem er ihn 1925 für eine Kunstausstellung mit dem Titel „Die Neue Sachlichkeit. Deutsche Malerei nach dem Expressionismus“ verwendete[8]. Der Begriff wurde bereits zwei Jahre zuvor von Hartlaub in einem Rundschreiben vom 18. Mai 1923 bezüglich seiner Ausstellung verwendet, jedoch gewann der Begriff der Neuen Sachlichkeit erst mit der Ausstellung 1925 in der Mannheimer Kunsthalle an Popularität[9]. Des Weiteren unterschied Hartlaub bei den Malern der Neuen Sachlichkeit zwischen einem linken und einem rechten Flügel, zwischen den sogenannten Veristen und den Klassizisten und Magischen Realisten[10]. Die Veristen übten mit ihren Werken Gesellschaftskritik aus, sowie Kritik an antidemokratischen Entwicklungen in der Weimarer Republik[11]. Die Zwanziger Jahre der Republik waren geprägt vom Zeitalter der Beschleunigung: Die Industrie erfuhr einen gewaltigen Aufschwung, ebenso die Prostitution und das Nachtleben in den Städten, wohingegen Werte wie Erziehung und Anstand mehr und mehr in den Hintergrund rückten und Identitätskrisen und Anonymität zu emotionaler Instabilität unter der Bevölkerung führten[12]. Zu den bekanntesten Vertretern des Verismus gehören beispielsweise Otto Dix, George Grosz und Rudolf Schlichter[13]. Die Klassizisten widmeten sich hingegen dem Abbilden von Personen, Landschaften und Stillleben[14]. Hier zählen zu den wichtigsten zu nennenden Vertretern Alexander Kanoldt, Georg Schrimpf und Anton Räderscheidt[15].

[...]


[1] Presler, G.: Glanz und Elend der 20er Jahre. Die Malerei der Neuen Sachlichkeit, Köln 1992, S. 52.

[2] Vgl. ebd., S.7ff.

[3] Büttner, U.: Weimar. Die überforderte Republik 1918-1933. Leistung und Versagen in Staat, Gesellschaft, Wirtschaft und Kultur, Stuttgart 2008, S. 309.

[4] Vgl. Peters, O.: Neue Sachlichkeit und Nationalsozialismus. Affirmation und Kritik 1931-1947, Berlin 1998, S. 23.

[5] Vgl. Plumb, S.: Neue Sachlichkeit 1918-33. Unity and diversity of an art movement (Internationale Forschungen zur allgemeinen und vergleichenden Literaturwissenschaft, Bd. 104), Amsterdam u.a. 2006, S. 44.

[6] Vgl. Presler, G.: Glanz und Elend der 20er Jahre. Die Malerei der Neuen Sachlichkeit, Köln 1992, S. 18ff.

[7] Vgl. Peters, O.: Neue Sachlichkeit und Nationalsozialismus. Affirmation und Kritik 1931-1947, Berlin 1998, S. 17ff.

[8] Ebd., S. 15f.

[9] Vgl. ebd.

[10] Vgl. Kranzfelder, I.: George Grosz. 1893-1959 (Kleine Kunstreihe, Bd. 30), Köln 1993, S. 68f.

[11] Vgl. Peters, O.: Neue Sachlichkeit und Nationalsozialismus. Affirmation und Kritik 1931-1947, Berlin 1998, S. 11.

[12] Vgl. Presler, G.: Glanz und Elend der 20er Jahre. Die Malerei der Neuen Sachlichkeit, Köln 1992, S. 31ff.

[13] Vgl. Kranzfelder, I.: George Grosz. 1893-1959 (Kleine Kunstreihe, Bd. 30), Köln 1993, S. 68f.

[14] Vgl. Presler, G.: Glanz und Elend der 20er Jahre. Die Malerei der Neuen Sachlichkeit, Köln 1992, S. 19f.

[15] Vgl. Kranzfelder, I.: George Grosz. 1893-1959 (Kleine Kunstreihe, Bd. 30), Köln 1993, S. 68f.

Ende der Leseprobe aus 8 Seiten

Details

Titel
Die Malerei der Neuen Sachlichkeit am Beispiel von George Grosz' Werk "Die Stützen der Gesellschaft" (1926)
Hochschule
Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn
Note
2,3
Autor
Jahr
2014
Seiten
8
Katalognummer
V275855
ISBN (eBook)
9783656688693
ISBN (Buch)
9783656688709
Dateigröße
394 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
malerei, neuen, sachlichkeit, beispiel, george, grosz, werk, stützen, gesellschaft
Arbeit zitieren
Deborah Heinen (Autor), 2014, Die Malerei der Neuen Sachlichkeit am Beispiel von George Grosz' Werk "Die Stützen der Gesellschaft" (1926), München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/275855

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