Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Publish your texts - enjoy our full service for authors
Go to shop › Politics - Miscellaneous

Alfred Döblins Großstadtroman „Berlin Alexanderplatz“ und seine filmische Adaption durch Phil Jutzi

Title: Alfred Döblins Großstadtroman „Berlin Alexanderplatz“ und seine filmische Adaption durch Phil Jutzi

Term Paper , 2014 , 24 Pages , Grade: 1,7

Autor:in: Anja Brauer (Author)

Politics - Miscellaneous
Excerpt & Details   Look inside the ebook
Summary Excerpt Details

Der Mythos Großstadt beschäftigt Literatur und Film seit Anbeginn ihres Entstehens, teilweise als Ort für schwärmerische Faszination, teilweise als Ort tödlichen Grauens. Während das „alte“ Medium Literatur schon vor dem Wachsen der Städte zu Großstädten bis hin zu weltumspannenden Metropolen existiert, entsteht das „neue“ Medium Film erst mit ihnen, als massenkompatibles Unterhaltungsmedium für Jedermann. Das bewegte Bild des Films bietet die Möglichkeit, die Dynamik eines sich ständig im Veränderungsprozess befindenden Großstadtlebens wiederzuspiegeln.
Auf der Suche nach neuen Mitteln, um die Totalität der Großstadt in der Literatur einfangen zu können, entdecken einige Literaten der Moderne die technischen Möglichkeiten des Films auch für die literarische Umsetzung des Großstadtthemas zu nutzen. Bis heute gilt Alfred Döblins 1929 veröffentlichter Roman „Berlin Alexanderplatz“ als herausragendes Beispiel für den Versuch, die diffuse Großstadterfahrung in einem literarischen Werk abzubilden, bei gleichzeitiger Verwendung einer so genannten filmischen Schreibweise.
Im Jahr 1931 entscheidet sich Döblin darüber hinaus an einer Verfilmung seines Romanstoffes durch Phil Jutzi mitzuarbeiten. Da sein Roman die Filmform vorzeichnet, ist es umso interessanter, ob es im Film zur einer identischen Abbildung des literarischen Werkes kommt oder ob unabhängig von den intermedialen Zügen des Ursprungwerkes etwas Neues im Film entsteht. Ein Roman wie Döblins „Berlin Alexanderplatz“, indem vom Film adaptierte Verfahrensweisen im Mittelpunkt stehen, bietet sich als Untersuchungsobjekt für die Möglichkeit der Rückkopplung auf das Ursprungsmedium an.
Unter diesem Gesichtspunkt wird sich in dieser Hausarbeit darauf konzentriert, inwieweit die Umsetzung des Großstadtmotivs aus Döblins Roman sich in Jutzis Verfilmung wieder findet. Dabei wird keine „originalgetreue“ Adaption des literarischen Werkes erwartet, sondern vielmehr berücksichtigt, dass beide Medien unterschiedliche Gestaltungsmöglichkeiten und Stilmittel für ihre Darstellung bieten. Es wird hierbei davon ausgegangen das zwischen den in ihrer Art unterschiedlichen Medien eine Differenz in diesem Punkt besteht. Es ist zu vermuten, dass die Darstellung einer Großstadt im Film mit seiner Möglichkeit zur optischen und akustischen Umsetzung divergiert mit der schriftlichen Darstellungsform des Romans.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Großstadt und Montage

2.1. In der Literatur der Moderne

2.2. Im Film

3. Döblins Großstadt- und Montageroman „Berlin Alexanderplatz“

3.1. Döblin und die Großstadt

3.2. Döblin, das Kino und die „filmische Schreibweise“

4. Die Verfilmung „Berlin Alexanderplatz“

4.1. Döblins Drehbuch und Arbeit für den Film

4.2. Divergierende Beurteilung der filmischen Umsetzung

5. Resümee

6. Bibliographie

6.1. Quellen

6.2. Sekundärliteratur

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die mediale Umsetzung des Großstadtmotivs, indem sie Alfred Döblins Roman „Berlin Alexanderplatz“ mit dessen filmischer Adaption durch Phil Jutzi vergleicht. Dabei steht die zentrale Forschungsfrage im Mittelpunkt, ob und wie die literarische „filmische Schreibweise“ des Romans in das Medium Film rückübertragen wurde und inwieweit die Großstadt dabei als eigenständiger Protagonist oder bloße Kulisse fungiert.

  • Verhältnis von Literatur, Film und Großstadtwahrnehmung in der Moderne
  • Analyse des literarischen Montageprinzips bei Alfred Döblin
  • Untersuchung der filmischen Adaptionsstrategien und deren zeitgenössische Rezeption
  • Medientheoretische Reflexion über die Unterschiede zwischen Roman und Film

Auszug aus dem Buch

3.1. Döblin und die Großstadt

In einer Notiz zu einem Vortrag hält Alfred Döblin 1930 sein Verhältnis zur Großstadt Berlin fest: „Mein Denken und Arbeiten geistiger Art gehört [...] zu Berlin. Von hier hat es empfangen und empfängt es dauernd seine entscheidenden Einflüsse und seine Richtung, in diesem großen nüchternen Berlin bin ich aufgewachsen, dies ist der Mutterboden, dieses Steinmeer der Mutterboden all meiner Gedanken.“

Döblin der seit seinem zehnten Lebensjahr bis zu seiner Emigration 1933 in Berlin lebt und arbeitet, ist auch in seinem literarischen Schaffen geprägt durch die verschiedenen Eindrücke dieser Stadt. Als praktizierender Nervenarzt in dem Viertel um den Alexanderplatz lernt er die Lebensumstände der einfachen Bevölkerungsschicht kennen mit all ihren Sorgen und Nöten. Die Szenarien der Straße, die unterschiedlichen Typen von Großstadtbewohnern und die sich täglich abwechselnden Ereignisse, die vorzugsweise von der Massenpresse verbreitet werden, macht für ihn das pulsierende und rasant wachsende Stadtleben aus.

Als überzeugter Großstädter ist für Döblin das Schreiben „eine öffentliche Angelegenheit“. Ein guter Romanstoff und neue Methoden entstehen nicht durch das Zurückziehen in sich selbst und das Grübeln und Phantasieren über psychologische Gegebenheiten. Die Beobachtungen die draußen gemacht werden auf der Straße, im Verkehr, im Umgang mit anderen, führen „ [...] zum Erkennen der unglaublich realen Konturen! Tatsachenphantasien!“ In dieser Weise fordert er 1913 in seiner romanpoetischen Schrift „An Romanautoren und ihre Kritiker“, bekannt auch als „Berliner Programm“, die Möglichkeiten der neuen Sinneseindrücke für eine Modernisierung des Romans zu nutzen. Dabei stellt er sich unter anderem gegen die Allmacht des Autors gegenüber seinem Werk. Für ihn hat das Großstadtleben so viel Einfluss auf das Schaffen, dass „[er] nicht [er ist], sondern die Straße, die Laterne, dies und dies Ereignis, weiter nichts. Das ist das, was [er] den steinernen Stil nenn[t].“

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung führt in das Thema der Großstadtdarstellung in Literatur und Film ein und formuliert die Forschungsfrage bezüglich der Intermedialität und der Umsetzung des Großstadtmotivs bei Döblin und Jutzi.

2. Großstadt und Montage: Dieses Kapitel erläutert die theoretischen Grundlagen der Moderne, insbesondere die Funktion der Großstadt als Auslöser für neue Erzählformen und die Verwendung des Montageprinzips als ästhetisches Mittel in Literatur und Film.

3. Döblins Großstadt- und Montageroman „Berlin Alexanderplatz“: Hier wird Döblins Verhältnis zur Großstadt Berlin sowie seine theoretische Konzeption einer „filmischen Schreibweise“ im Roman detailliert analysiert.

4. Die Verfilmung „Berlin Alexanderplatz“: Das Kapitel behandelt die Entstehung der Verfilmung unter Regie von Phil Jutzi, Döblins Beteiligung sowie die zeitgenössische Kritik an der filmischen Adaption des Romanstoffes.

5. Resümee: Die Arbeit schließt mit einer zusammenfassenden Reflexion über die Schwierigkeiten der medialen Transformation und das Scheitern der filmischen Großstadtdarstellung als eigenständiges Motiv im Vergleich zum Roman.

6. Bibliographie: Dieses Verzeichnis listet die verwendeten Quellen und die konsultierte Sekundärliteratur auf.

Schlüsselwörter

Großstadt, Montage, Literatur der Moderne, Berlin Alexanderplatz, Alfred Döblin, Phil Jutzi, filmische Schreibweise, Medienvergleich, Literaturverfilmung, Intermedialität, Stadtmontage, Weimarer Republik, Franz Biberkopf, Erzähltechnik, Medientransformation.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit untersucht die Wechselbeziehung zwischen Literatur und Film anhand der Darstellung der Großstadt Berlin in Alfred Döblins Roman „Berlin Alexanderplatz“ und seiner Verfilmung durch Phil Jutzi.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Zentrale Themen sind die Modernisierung der Literatur durch Filmtechniken, das Montageprinzip, die mediale Transformation von Stadtbildern und die spezifischen Anforderungen an die Verfilmung eines literarischen Werkes.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage dieser Arbeit?

Die Autorin untersucht, ob die im Roman angewandte „filmische Schreibweise“ eine identische oder adäquate Umsetzung im Medium Film erlaubt und inwieweit die Großstadt im Film tatsächlich erlebbar bleibt oder zur bloßen Kulisse degradiert.

Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit verwendet?

Es handelt sich um eine literatur- und filmwissenschaftliche Analyse, die auf der Auswertung von Primärtexten (Roman, Drehbuch) sowie zeitgenössischer und aktueller Fachliteratur und Kritiken basiert.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Einführung zur Montage, eine Untersuchung von Döblins Schreibweise und eine detaillierte Analyse des Verhältnisses von Drehbuch, Regie und kritischer Rezeption der Verfilmung von 1931.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit lässt sich am besten mit Begriffen wie Großstadtmotiv, Montage, Intermedialität und Literaturverfilmung charakterisieren.

Welche Rolle spielt die „filmische Schreibweise“ bei Alfred Döblin?

Die „filmische Schreibweise“ ist bei Döblin weniger eine direkte Nachahmung filmischer Techniken, sondern eine metaphorische Nutzung für ein gesteigertes Erzähltempo und eine fragmentierte, montageartige Strukturierung des Textes.

Warum wird die Verfilmung von 1931 in der Arbeit kritisch bewertet?

Die Kritik fokussiert darauf, dass der Film das komplexe Großstadtmotiv des Romans zugunsten einer linearen Geschichte um den Protagonisten Franz Biberkopf vernachlässigt und somit die inhaltliche Tiefe der Vorlage verliert.

Excerpt out of 24 pages  - scroll top

Details

Title
Alfred Döblins Großstadtroman „Berlin Alexanderplatz“ und seine filmische Adaption durch Phil Jutzi
College
University of Hagen  (Institut für Neuere deutsche Literatur- und Medienwissenschaft)
Course
Literatur und kulturelle Differenz: Die Großstadt in der europäischen Literatur
Grade
1,7
Author
Anja Brauer (Author)
Publication Year
2014
Pages
24
Catalog Number
V275866
ISBN (eBook)
9783656689478
ISBN (Book)
9783656689461
Language
German
Tags
alfred döblins großstadtroman berlin alexanderplatz adaption phil jutzi
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Anja Brauer (Author), 2014, Alfred Döblins Großstadtroman „Berlin Alexanderplatz“ und seine filmische Adaption durch Phil Jutzi, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/275866
Look inside the ebook
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
Excerpt from  24  pages
Grin logo
  • Grin.com
  • Shipping
  • Contact
  • Privacy
  • Terms
  • Imprint