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Fördern ausländische Agrarinvestitionen die Ernährungssicherheit in Entwicklungsländern?

Eine Analyse der Landnahme in Subsahara-Afrika

Titel: Fördern ausländische Agrarinvestitionen die Ernährungssicherheit in Entwicklungsländern?

Bachelorarbeit , 2013 , 42 Seiten , Note: 1.3

Autor:in: MA/MSc Divine Swerwzie Agbleke (Autor:in)

VWL - Sonstiges
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Das Streben nach Kapital und damit verbunden nach ausländischen Direktinvestitionen hat weltweit stark an Bedeutung gewonnen. Die noch herrschende globale Wirtschafts- und Finanzkrise hat das Werben um grenzüberschreitendes Kapital erheblich erschwert. Zudem führte die Liberalisierung der Güter- und Dienstleistungsbranche, inklusive des Finanzmarktes, zu hohen Volatilitäten auf den Finanzmärkten. Dieses Phänomen – die Liberalisierung des Kapitalverkehrs und des Handels der letzten Jahre, insbesondere in SSA – hat dazu geführt, dass Investoren ihr Kapital unabhängig von der Lage in einem bestimmten Land umschichten konnten: sowohl in Ländern wie der Demokratischen Republik (DR) Kongo, welche als politisch unsicher gelten, aber hohe Ertragsaussichten aus dem Agrarsektor aufweisen, als auch in Ländern, die trotz einer niedrigeren Rendite als sicher angesehen werden. Traditionsbedingt werden jedoch bis heute noch politische Entscheidungen und Maßnahmen umgesetzt, die zur Anlockung ausländischer Direktinvestitionen in den industriellen Branchen und beim Abbau von Rohstoffen und seit einiger Zeit von Nahrungsmitteln für den Export dienen. Diese Trendbeschreibung stellt eine Eigenschaft dar, die durchaus charakteristisch für den Agrarsektor in den Entwicklungsländern in Subsahara-Afrika ist. Dennoch haben sich in den letzten Jahren neue Trends herauskristallisiert bzw. entwickelt. Der Wettbewerb zwischen Investoren um Agrarflächen in Entwicklungsländern, vor allem in Subsahara-Afrika (SSA), beschreibt die neuen Trends des 20. Jahrhunderts ausländischer Direktinvestitionen. Ausschlaggebend für diese Investitionen sind unter anderem die neusten Preisanstiege für Nahrungsmittel im Jahr 2008 und die Produktion von Rohstoffen, wie z. B. Korn bzw. Mais und der Jatrophapflanze für die Herstellung von Biokraftstoff angesichts der hohen, fossilen Kraftstoffpreise.
Das Ziel der vorliegenden Arbeit besteht darin, zu untersuchen, inwieweit die neuen Trends der ausländischen Agrarinvestitionen die Ernährungssicherheit angesichts wiederkehrender Nahrungsmittelknappheit in Subsahara-Afrika fördern. Dabei werden die Agrarinvestitionen als eine traditionelle ausländische Direktinvestition gleichgestellt, um die Effekte bezüglich der Ernährungssicherheit in SSA zu betrachten.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Einordnung in den Forschungsstand

2.1 Was ist unter ausländischen Direktinvestitionen zu verstehen?

2.2 Ausgewählte-Theorie der ausländischen Direktinvestitionen

2.3 Direktinvestitionszuflüsse nach SSA 2001-2011

2.4 Untersuchungen bezüglich des Agrarsektors in den Entwicklungsländern

3 Das „Landnahmen-Phänomen“ in SSA

3.1 Was ist unter Landnahmen zu verstehen

3.2 Die Akteure

3.3 Die Motive

3.4 Überblick über das Ausmaß der Landnahmen in SSA

4 Ernährungsunsicherheit

4.1 Konzept der Ernährungssicherheit

4.2 Formen der Ernährungsunsicherheit

4.2.1 Chronische Ernährungsunsicherheit

4.2.2 Temporäre Ernährungsunsicherheit

5 Landnahme und Ernährungssicherheit

5.1 Effekte auf die Verfügbarkeit von Nahrungsmitteln

5.2 Effekte auf den Zugang zu Nahrungsmitteln

5.3 Effekte auf die Stabilität und die Nutzbarkeit von Nahrungsmitteln

6 Fazit

Zielsetzung und Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht, inwieweit neue Trends ausländischer Agrarinvestitionen – oft als "Landnahme" oder "Land Grabbing" bezeichnet – die Ernährungssicherheit in Subsahara-Afrika angesichts wiederkehrender Nahrungsmittelknappheit beeinflussen.

  • Analyse der Treiber ausländischer Direktinvestitionen (ADI) in SSA.
  • Untersuchung der Akteure und Motive hinter großflächigen Agrarinvestitionen.
  • Bewertung der Auswirkungen auf Ernährungssicherheit und Landnutzung.
  • Diskussion von Spill-Over-Effekten und sozio-ökonomischen Folgen für die lokale Bevölkerung.
  • Erörterung von Rahmenbedingungen für eine nachhaltigere Investitionspraxis.

Auszug aus dem Buch

3.1 Was ist unter Landnahmen zu verstehen

Für die neuen Trends der ausländischen Agrarinvestitionen in SSA werden unterschiedliche Adjektive sowohl bei der medialen Darstellung, als auch bei Wissenschaftlern verwendet, um das Phänomen zu benennen. Jedoch beschreiben alle diese Erklärungen und Definitionen dasselbe Phänomen, zumindest was den Erwerb und die Nutzung insbesondere von Ackerflächen in SSA anbelangt. Eine Nichtregierungsorganisation – (GRAIN) – bezeichnete das Phänomen als „Land Grabbing“ (Vgl. Kress 2012, S. 21-22). Daniel & Mittal (2009) beschreiben den Begriff „Land grab“ als:

“The purchase or lease of vast tracts of land by wealthier food-insecure nations and private investors from mostly poor, developing countries in order to produce crops for export” (Daniel & Mittal 2009, S. 6.).

Die oben zitierte Definition beschreibt den Kauf von Ackerflächen in den Entwicklungsländern durch vermögende Länder (die aber über keine gesicherte Nahrungsmittelversorgung verfügen) und private Investoren für die Produktion von Nahrungsmitteln für den Export. Auslöser für den neuen Trend oder die steigende Nachfrage nach Ackerflächen in SSA sind unter anderem die steigenden Nahrungsmittelpreise während der Jahre 2007 und 2008. Die Preissteigerung verschärfte nicht nur die globale Knappheit, sondern ebnete auch für Länder wie China und Katar den Weg, die einerseits wachsende Bevölkerungszahlen aufweisen aber andererseits weniger Ackerflächen für den Anbau von Nahrungsmittel besitzen, um nach alternativen Nahrungsmittelquellen zu suchen (Vgl. ebd. S. 7-8).

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Die Einleitung führt in die globale Bedeutung ausländischer Direktinvestitionen ein und erläutert die Beweggründe der Themenwahl vor dem Hintergrund chronischer Ernährungsprobleme in Subsahara-Afrika.

2 Einordnung in den Forschungsstand: Dieses Kapitel definiert ausländische Direktinvestitionen theoretisch, stellt das OLI-Paradigma vor und analysiert die Investitionszuflüsse sowie die Situation des Agrarsektors in Entwicklungsländern.

3 Das „Landnahmen-Phänomen“ in SSA: Hier wird der Begriff der Landnahme definiert, die zentralen Akteure (Staaten und private Investoren) sowie deren Motive und das tatsächliche Ausmaß der Investitionen in SSA dargestellt.

4 Ernährungsunsicherheit: Dieses Kapitel erläutert das Konzept der Ernährungssicherheit sowie deren Dimensionen und unterscheidet zwischen chronischer und temporärer Ernährungsunsicherheit als Herausforderung in SSA.

5 Landnahme und Ernährungssicherheit: Hier erfolgt die kritische Gegenüberstellung von Agrarinvestitionen und den Dimensionen der Ernährungssicherheit, unter besonderer Betrachtung der Verfügbarkeit, des Zugangs und der Stabilität von Nahrungsmitteln.

6 Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen, bestätigt die theoretische Einordnung der Investitionen und plädiert für Rahmenbedingungen, die lokale Bevölkerungsgruppen stärker in Investitionsprozesse einbinden.

Schlüsselwörter

Agrarinvestitionen, Landnahme, Land Grabbing, Ernährungssicherheit, Ernährungssicherung, Subsahara-Afrika, SSA, ausländische Direktinvestitionen, ADI, Agrarsektor, Nahrungsmittelknappheit, Kleinbauern, Investitionspolitik, Rohstoffe, Biokraftstoffe

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der Analyse der Auswirkungen ausländischer Agrarinvestitionen, auch bekannt als "Landnahme", auf die Ernährungssicherheit in Ländern Subsahara-Afrikas.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themen sind die theoretischen Grundlagen ausländischer Direktinvestitionen, die Charakterisierung der Akteure hinter Landdeals, das Konzept der Ernährungssicherheit und die ökonomischen sowie sozialen Folgen für lokale Agrarstrukturen.

Was ist die primäre Forschungsfrage?

Die Arbeit untersucht, inwieweit neue Trends bei ausländischen Agrarinvestitionen die Ernährungssicherheit in SSA angesichts wiederkehrender Nahrungsmittelknappheit fördern oder gefährden.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine theoretische Arbeit, die auf einer umfassenden Analyse von Fachliteratur, Daten akademischer Institutionen, Nichtregierungsorganisationen und Medienberichten basiert.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert die Definitionen von Landnahmen, die Motive verschiedener Investoren, das Ausmaß der Flächennutzung sowie die Effekte auf die Verfügbarkeit, den Zugang und die Stabilität von Nahrungsmitteln.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird durch Begriffe wie Agrarinvestitionen, Land Grabbing, Ernährungssicherheit, Subsahara-Afrika, Direktinvestitionen und Kleinbauern charakterisiert.

Warum ist das OLI-Paradigma für diese Untersuchung relevant?

Das OLI-Paradigma von Dunning dient als theoretischer Rahmen, um zu erklären, warum Investoren Kapital in SSA investieren, indem es Eigentums-, standortgebundene und internalisierte Vorteile aufzeigt.

Welche Rolle spielt die Differenzierung zwischen chronischer und temporärer Ernährungsunsicherheit?

Die Unterscheidung ist essentiell, da sie aufzeigt, dass unterschiedliche Ursachen (strukturelle Armut vs. fluktuierende Faktoren wie Dürren) verschiedene politische Lösungsansätze erfordern.

Welchen Einfluss haben Investitionen aus Schwellenländern wie China oder den Golfstaaten?

Diese Investitionen sind oft strategisch motiviert, um die Nahrungsmittelversorgung der Herkunftsländer zu sichern, wobei sie häufig kapitalintensive Methoden nutzen, die lokale kleinbäuerliche Strukturen verdrängen können.

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Details

Titel
Fördern ausländische Agrarinvestitionen die Ernährungssicherheit in Entwicklungsländern?
Untertitel
Eine Analyse der Landnahme in Subsahara-Afrika
Hochschule
Universität Hamburg  (Wirtschafts- und Sozialwissenschaften)
Note
1.3
Autor
MA/MSc Divine Swerwzie Agbleke (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2013
Seiten
42
Katalognummer
V275876
ISBN (eBook)
9783656763352
ISBN (Buch)
9783656763376
Sprache
Deutsch
Schlagworte
fördern agrarinvestitionen ernährungssicherheit entwicklungsländern eine analyse landnahme subsahara-afrika
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
MA/MSc Divine Swerwzie Agbleke (Autor:in), 2013, Fördern ausländische Agrarinvestitionen die Ernährungssicherheit in Entwicklungsländern?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/275876
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Leseprobe aus  42  Seiten
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