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Vom Enterprise Value zum Equity Value. Kaufpreisermittlung in der M&A-Praxis

Title: Vom Enterprise Value zum Equity Value. Kaufpreisermittlung in der M&A-Praxis

Bachelor Thesis , 2013 , 57 Pages , Grade: 2,0

Autor:in: Alexander Kador (Author)

Business economics - Banking, Stock Exchanges, Insurance, Accounting
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Diese Arbeit soll aufzeigen, aus welchen Gründen es bei der Kaufpreisermittlung im Rahmen eines strukturierten M&A-Prozesses wichtig ist, den Enterprise Value vom Equity Value abgrenzen zu können. Dabei werden verschiedene Methoden betrachtet, zum einen das DCF- (Discounted Cashflow) und zum anderen das Multiplikatorenverfahren.

Der Enterprise Value – auch bekannt unter Brutto-Unternehmenswert, Asset Value, Firm Value oder Aggregate Value - beschreibt den Wert des gesamten operativen Geschäfts eines Unternehmens. Vereinfacht gesprochen ist der Enterprise Value der Wert des Unternehmens ohne Finanzschulden und ohne liquide Mittel. Aus diesem Grund wird der Wert auch als „cash and debt free“ bezeichnet. Sowohl das DCF- als auch das Multiplikatorenverfahren sollen zu einem fairen Enterprise Value führen.

Dem Verkäufer steht jedoch nur der Equity Value als Kaufpreis zu und nicht der Enterprise Value. Der Equity Value beschreibt den Marktwert des Eigenkapitals. Bei börsennotierten Unternehmen entspricht dieser Wert dem Produkt aus Aktienanzahl und Aktienkurs, der sogenannten Marktkapitalisierung.

Bei der Ermittlung des tatsächlichen Equity Values müssen vom Enterprise Value die Finanzverbindlichkeiten abgezogen und die liquiden Mittel hinzugezählt werden. Die Frage, in welchem Umfang Verbindlichkeiten und Guthaben Berücksichtigung finden sollen, lässt Konfliktpotenzial entstehen.

Im Folgenden werden unter anderem liquide Mittel, zinstragende Verbindlichkeiten, Rückstellungen (hier insbesondere Pensionsrückstellungen), negative Kapitalkonten, stille Reserven und Off-balance-sheet-Sachverhalte wie Leasing und Factoring im Detail betrachtet.

Zusätzlich soll diese Arbeit aufzeigen, wie wichtig die Unterscheidung des Enterprise Values zum Equity Value im Rahmen der Kaufpreisermittlung mittels des DCF- und Multiplikatorenverfahrens ist. Dazu werden beide Bewertungsmodelle kurz vor-gestellt und anhand eines Praxisbeispiels näher erläutert.

Der Leser soll nach Lektüre dieser Arbeit in der Lage sein, die strittigen Positionen bei der Überleitung vom Enterprise Value zum Equity Value in der Unternehmensbewertung bewerten zu können.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Grundzüge der Unternehmensbewertung

2.1 Funktionen und Anlässe für eine Unternehmensbewertung

2.2 Bewertungsverfahren im Überblick

3 Das Multiplikatorenverfahren

3.1 Funktionsweise

3.2 Die am häufigsten verwendeten Multiplikatoren

4 Das Discounted Cashflow-Verfahren (DCF-Verfahren)

4.1 Unterscheidung und Funktionsweise

4.2 Besonderheiten des WACC-Ansatzes

5 Definition Enterprise Value und Equity Value

5.1 Enterprise Value

5.2 Equity Value

6 Übergang vom Enterprise Value zum Equity Value

6.1 Allgemeines

6.2 Kasse und andere liquide Mittel

6.3 Zinstragende Verbindlichkeiten

6.4 Pensionsrückstellungen

6.5 Leasing und Factoring

6.6 Anteile an nicht vollkonsolidierten Beteiligungen

6.7 Anteile Dritter an Konzerntochterunternehmen

6.8 Negative Kapitalkonten und Verlustvorträge

6.9 Stille Reserven / Stille Lasten

6.10 Sonstige Rückstellungen

7 Berechnung des Kaufpreises – SAF-Holland S.A.

8 Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die kritischen Faktoren und methodischen Ansätze bei der Überleitung vom Enterprise Value zum Equity Value im Kontext strukturierter M&A-Prozesse. Das primäre Ziel ist es, ein Verständnis für die strittigen Positionen bei der Kaufpreisermittlung zu vermitteln, um Konfliktpotenziale zwischen Käufer- und Verkäuferseite durch eine fundierte Bewertungspraxis zu minimieren.

  • Abgrenzung von Enterprise Value und Equity Value in der M&A-Praxis
  • Methodik der Unternehmensbewertung: Multiplikatorenverfahren und DCF-Verfahren
  • Detaillierte Analyse der Überleitungspositionen (Nettofinanzverbindlichkeiten, Pensionsrückstellungen, Leasing etc.)
  • Praktische Anwendung anhand einer Fallstudie (SAF-Holland S.A.)
  • Diskussion steuerlicher und bilanztechnischer Auswirkungen auf den Kaufpreis

Auszug aus dem Buch

6.2 Kasse und andere liquide Mittel

Bei der Übernahme eines Unternehmens stehen der Kassenbestand, die Bankguthaben und andere liquide Mittel zur Begleichung der Verbindlichkeiten zur Verfügung. Aus diesem Grund werden zur Ermittlung der Nettofinanzverbindlichkeiten diese Positionen in Abzug gebracht. Je höher die „Cash“-Positionen sind, desto niedriger sind die Nettofinanzverbindlichkeiten und somit ergibt sich ein höherer Equity Value.

Eine Diskussion wirft die Frage auf, in welchem Umfang die liquiden Mittel inklusive der Wertpapiere als betriebsnotwendig angesehen werden. Wie bereits erwähnt stellt der EV den Wert des operativen Geschäfts dar. Als Zielbestand für operativ notwendige liquide Mittel werden je nach Branche 0,5 – 2,0 Prozent der Umsatzerlöse angesehen, wobei unternehmensspezifische Besonderheiten im Einzelfall beachtet werden müssen. Darüber hinaus vorhandene Barbestände und Wertpapiere werden als nicht-betriebsnotwenig (englisch: excess cash) angesehen. Unter betriebsnotwendiges Vermögen versteht man Positionen die unmittelbar und überwiegend für die eigenbetrieblichen Zwecke genutzt werden oder dazu bestimmt sind. Bei der Berechnung des Enterprise Values mittels Vergleichswertverfahren oder DCF-Verfahren wird in der Praxis der gesamte Kassenbestand aus Vereinfachungsgründen als nicht-betriebsnotwendiges Vermögen behandelt. Als Argument für die volle Berücksichtigung der liquiden Mittel als „excess cash“ wird häufig angebracht, dass man die nicht-betriebsnotwendigen Aktiva nicht abgrenzen kann.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die Thematik der Unternehmensbewertung bei M&A-Transaktionen ein und beleuchtet die Relevanz der Differenzierung zwischen Brutto- und Netto-Unternehmenswert.

2 Grundzüge der Unternehmensbewertung: Das Kapitel erläutert die verschiedenen Funktionen und Anlässe für eine Unternehmensbewertung und gibt einen Überblick über die gängigen methodischen Ansätze.

3 Das Multiplikatorenverfahren: Hier werden die Funktionsweise und die praktische Anwendung des Multiplikatorenverfahrens zur indikativen Kaufpreisbestimmung dargestellt.

4 Das Discounted Cashflow-Verfahren (DCF-Verfahren): Dieses Kapitel widmet sich dem kapitalwertorientierten Bewertungsansatz, insbesondere dem WACC-Modell.

5 Definition Enterprise Value und Equity Value: Der Fokus liegt auf der theoretischen Definition und der konzeptionellen Abgrenzung der beiden zentralen Bewertungsgrößen.

6 Übergang vom Enterprise Value zum Equity Value: Dieser Kernbereich der Arbeit analysiert detailliert die einzelnen Adjustierungspositionen, die für die Überleitung vom Enterprise Value zum Equity Value notwendig sind.

7 Berechnung des Kaufpreises – SAF-Holland S.A.: Anhand einer konkreten Fallstudie wird die zuvor theoretisch beschriebene Methodik auf ein börsennotiertes Unternehmen angewendet.

8 Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und betont die Notwendigkeit einer klaren methodischen Vorgehensweise zur Vermeidung von Konflikten bei Unternehmenstransaktionen.

Schlüsselwörter

Unternehmensbewertung, Enterprise Value, Equity Value, M&A, Kaufpreisermittlung, DCF-Verfahren, Multiplikatorenverfahren, Nettofinanzverbindlichkeiten, Pensionsrückstellungen, Leasing, WACC, Bilanzierung, Transaktionsvolumen, Eigenkapital, Fremdkapital

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit behandelt die systematische Ermittlung und Abgrenzung von Unternehmenswerten bei M&A-Transaktionen, insbesondere den Prozess der Überleitung vom Enterprise Value zum Equity Value.

Welche zentralen Themenfelder werden abgedeckt?

Neben den Grundlagen der Unternehmensbewertung und der Vorstellung gängiger Methoden (DCF, Multiplikatoren) stehen die korrekte bilanzielle Behandlung von Adjustierungspositionen sowie deren Auswirkung auf den Kaufpreis im Mittelpunkt.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Ziel ist es, einen Überblick über die praxisrelevanten Anpassungspositionen zu geben und dem Leser zu ermöglichen, diese in einem strukturierten M&A-Prozess fundiert zu bewerten und strittige Posten zu identifizieren.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse aktueller Bewertungsstandards sowie einer praktischen Anwendung dieser Methoden an einer Fallstudie (SAF-Holland S.A.).

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die methodischen Grundlagen der Bewertung und eine detaillierte Auseinandersetzung mit den Überleitungspositionen wie Kassenbeständen, Verbindlichkeiten, Pensionsrückstellungen und Leasing.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Zu den wichtigsten Begriffen gehören Enterprise Value, Equity Value, Nettofinanzverbindlichkeiten, WACC, Multiplikatorenverfahren und operative Cashflows.

Wie werden Pensionsrückstellungen bei der Unternehmensbewertung berücksichtigt?

Die Arbeit empfiehlt, ungedeckte Pensionsrückstellungen als abzugsfähige Position vom Enterprise Value zu behandeln, wobei die Komplexität durch unterschiedliche Rechnungslegungsvorschriften betont wird.

Welchen Einfluss hat das "Leasing" auf die Kaufpreisermittlung?

Die Arbeit zeigt auf, dass Leasingverpflichtungen eine Art Fremdfinanzierung darstellen. Zur Sicherung der Vergleichbarkeit wird empfohlen, Operating Leasing analog zum Finance Leasing anzupassen, um Verzerrungen im Enterprise Value zu vermeiden.

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Details

Title
Vom Enterprise Value zum Equity Value. Kaufpreisermittlung in der M&A-Praxis
College
University of Applied Sciences - Bonn
Grade
2,0
Author
Alexander Kador (Author)
Publication Year
2013
Pages
57
Catalog Number
V275878
ISBN (eBook)
9783656762157
ISBN (Book)
9783656763369
Language
German
Tags
DCF Multiples Multiplikatorenverfahren Enterprise Value Equity Value EV Pensionsrückstellungen Leasing M&A Unternehmensbewertung Kaufpreisermittlung Discounted Cashflow
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Alexander Kador (Author), 2013, Vom Enterprise Value zum Equity Value. Kaufpreisermittlung in der M&A-Praxis, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/275878
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