"The Case for Collective Human Rights: The Reality of Group Suffering" nach William F. Felice


Essay, 2014
5 Seiten, Note: 1,5
Anonym

Leseprobe

In seinem Essay „The Case for Collective Human Rights: The Reality of Group Suffering“ appelliert William F. Felice, dass in einer zunehmend fragmentierten und zugleich globalisierten Welt die Etablierung eines normativen Rahmens notwendig sei, welcher die Bedürfnisse bzw. Rechte von Individuen und Gruppen unter dem Konzept der „collective human rights“ verbindet. Der Autor argumentiert, dass individuelle Menschenrechte, die von bedeutendem Wert im 20. Jahrhundert gewesen sind, durch kollektive Rechte von Gruppen und Gemeinden erweitert werden müssen, um den Herausforderungen der Moderne gerecht werden zu können (S.47). Das Konzept beinhalte mit „Collective“ sowohl die Rechte der Gruppe, wie auch mit „Human“ die Rechte der Einzelnen und verweise somit auf das bestehende dialektische Verhältnis: „There is an individual and a social component to every human being, and the concept of collective human rights embraces the totality of the human expericence“ (S.47).

Die Entstehung von Rechten im Allgemeinen begründet sich laut Felice immer aus bestimmten historischen Gegebenheiten, Menschenrechte im Besonderen sind aus westlichen liberalen Tradition des Schutzes des Individuums heraus entstanden (S. 48). Besonders nach den Erfahrungen des Zweiten Weltkrieges haben die Menschenrechte im 20. Jahrhundert eine große Bedeutung erlangt. Er definiert Menschenrechte hierbei wie folgt: „Human rights are thus claims and demands essential to protect human life and enhance human dignity and should enjoy full social and political approval.“ (S. 48). Er führt weiter aus, dass innerhalb von Nationalstaaten die Werte, welche durch beanspruchte Regeln verkörpert werden, die wirtschaftliche oder soziale Entwicklung einer Gesellschaft wiederspiegeln (S. 49). Als Beispiel hierfür führt er die USA an, deren Rechte einen besonderen Fokus auf die Freiheit vor staatlicher Einmischung haben. Durch unterschiedliche historische Erfahrungen und soziale wie ökonomische Entwicklungsstadien haben sich demnach unterschiedliche Verständnisse bzw. Konzepte von Menschenrechten entwickelt. So würde beispielsweise die Verteilungsgerechtigkeit die Vorstellung von Menschenrechten in vielen unterentwickelten Ländern dominieren (S. 49), wie er am Beispiel der Länder der sogenannten Dritten Welt und ihrer Forderung auf ein Recht auf Entwicklung während der „World Conference on Human Rights“ 1993 in Wien verdeutlicht.

Mit dem Ende des 20. Jahrhunderts seien demnach neue kollektive Beschwerden bzw. Probleme aufgetreten, welche sich nicht mehr nur ausschließlich auf die westlich liberalen Theorien beziehen würden (S. 50). Laut Felice seinen trotz der historischen Betonung von Individualrechten, die Gruppen- und Individualrechte interdependent, da durch das soziale eines Menschen, der immer einer Gruppe angehört, die Individualrechte nicht außerhalb des Gruppenkontextes praktiziert werden können (S. 50). Das Konzept der kollektiven Menschenrechte würde diesem Problem gerecht werden, da es beide miteinander vereine.

Daran anknüpfend umreißt Felice die Entwicklung von Kollektiven Rechten innerhalb des Internationalen Systems. Er verweist darauf, dass nachdem zu Beginn des 20. Jahrhundert mit der Gründung der Vereinten Nationen zunächst der schwerpunktmäßige Fokus auf die Individualrechte gelegt wurde, die Kollektivrechte besonders Ende der 1970er Jahre vermehrt in internationalen Dokumenten wie beispielsweise der Afrikanischen Charta der Menschenrechte und der Rechte der Völker Anklang fanden (S. 51). Zudem hätten besonders nach Ende des Kalten Krieges verschiedene Dokumente die Bedeutung von kollektiven Minderheitenrechten hervorgehoben (bspw. The European Convention for the Protection of Minorities 1991). Besonders erfolgreich in der Artikulation ihrer Forderungen sei Mittel der 1990er Jahren die Frauenbewegung gewesen (S. 52), welche auf der Konferenz für Menschenrechte in Wien 1993 eine Erklärung für eine Beendigung der Gewalt gegen Frauen erreichen konnte, auch wenn deren ökonomische, soziale wie auch kulturelle Benachteiligung während der Konferenz nicht thematisiert wurden.

Denn auch die ökonomischen, sozialen sowie kulturellen Rechte bilden Kollektivrechte, deren Implementierung sehr zögernd vorangeschritten ist. Die Garantie eben jener Rechte obliegt oft dem Staat und sie umfassen sowohl die Herstellung sozialer Gerechtigkeit sowie die Erfüllung von grundlegenden menschlichen Bedürfnissen (S. 53). Mit dem wachsenden Einfluss der Länder der sogenannten Dritten Welt habe diese Form der Kollektivrechte jedoch verstärkt Eingang in die Internationale Politik und besonders innerhalb der UN-Institutionen gefunden, wie sich an dem Pakt über wirtschaftliche, soziale und kulturelle Rechte aus dem Jahr 1966 verdeutlichen lässt. Besonders Frauenrechte, das Recht auf Entwicklung, Minderheitenrechte und das Recht auf Frieden wurden auf die Agenda der Kollektivrechte gesetzt (S. 53). Felice merkt in diesem Kontext an, dass besonders einige westliche Staaten wie die USA sich mit der Anerkennung dieser Rechte schwer taten: „an ideology of supreme individualism has successfully blocked their implementation“ (S. 54).

Daran anknüpfend verweist Felice auf das Verhältnis zwischen „human needs“ und „human rights“. Bezugnehmend auf Galtung, welcher „ human needs inside individual human beings and human rights between them“ verortet (S. 55), ist er der Ansicht, dass das Ausfindig machen von menschlichen Nöten bzw. Bedürfnissen die Lücken oder Verletzungen der Menschenrechten beheben könnte. Da besonders bestehende ökonomische Strukturen zu menschlichem Leid führen, argumentiert er, dass ein „human needs approach may place the human rights debate more firmly among the suffering, where a failure to satisfy minimal subsistence needs has drastic consequences.” (S. 55).

Felice spricht sich zudem für eine Erweiterung der Definition bzw. des Gegenstandsbereiches der Gruppenrechte aus, welche ebenfalls Gruppen basierend auf dem Geschlecht, der Sexualität oder auch der Klasse umfassen soll (S. 56), da die Bedeutung dieser Gruppen bisher unterschätzt wurde. Sein Konzept der collective human rights würde folgende Gruppen umfassen: indigene Völker, spezifische ethnische Gruppen und Minderheiten innerhalb von Nationalstaaten, unterdrückte Bevölkerungsgruppen wie Homosexuelle sowie Gruppen die Klassen zugehörig sind (S. 57). Innerhalb des Konzeptes werden auf Grund ihres sozialen Wesens immer als Teil einer Gruppe angesehen, welche sich wiederrum aus verschiedenen Unterscheidungsmerkmalen wie Geschlecht oder Ethnie heraus bilden können.

Die Hypothese von Felice ist, „that a radical conception of rights – one that focuses on the collective and social dimension of the individual – will provide a language to articulate the human dilemma in the present era. The argument is that it is vital for a rights analysis to integrate group rights based on class, race/ethnicity, gender, and sexuality, because this group rights address major spheres of human sufferings in today´s world. (S. 58)

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Ende der Leseprobe aus 5 Seiten

Details

Titel
"The Case for Collective Human Rights: The Reality of Group Suffering" nach William F. Felice
Hochschule
Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt am Main
Note
1,5
Jahr
2014
Seiten
5
Katalognummer
V275935
ISBN (eBook)
9783656691709
ISBN (Buch)
9783656691693
Dateigröße
444 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
case, collective, human, rights, reality, group, suffering, william, felice
Arbeit zitieren
Anonym, 2014, "The Case for Collective Human Rights: The Reality of Group Suffering" nach William F. Felice, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/275935

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