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Deregulierung des Arbeitsmarktes im Hinblick auf Kündigungsschutz und der Arbeitszeit

Title: Deregulierung des Arbeitsmarktes im Hinblick auf Kündigungsschutz und der Arbeitszeit

Seminar Paper , 2001 , 46 Pages , Grade: 1,7

Autor:in: Christoph Mootz (Author), Andreas Buschbaum (Author)

Business economics - Economic Policy
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Summary Excerpt Details

In der Bundesrepublik Deutschland kam die Deregulierungsdebatte in den frühen achtziger
Jahren auf, als die Erwerbstätigkeit Mitte der siebziger Jahre sank, die Arbeitslosenquoten
weiter stiegen und die anhaltende Arbeitsmarktkrise trotz konjunktureller Erholung weiter
fortbestand. Die Debatte erstreckte sich von den Ursachen bis hin zu wirksamen wirtschaftspolitischen
Gegenmaßnahmen, sowie um die Frage des ordnungspolitischen Gesamtrahmen
des Arbeitsmarktes, besonders angefacht von der unterschiedlichen Arbeitsmarktentwicklung
in Europa und den USA. In den USA haben anscheinend hohe Flexibilität und Mobilität auf
den Arbeitsmärkten seit Mitte der Siebziger Jahren ein wahres „Beschäftigungswunder“ ermöglicht,
wohingegen in Deutschland und Europa wettbewerbsbeschränkende, die Marktdynamik
hemmende Regulierungen auf Güter- und Faktormärkten diese positive Entwicklung
verhinderten1. Der Bezugsrahmen soll im Rahmen dieser Seminararbeit einen Überblick über die Begriffe,
theoretischen Grundlagen und die Situation am Arbeitmarkt verleihen. Er soll weiterhin eine
Hinführung zu unseren Thematiken Kündigungsschutz und Arbeitszeit liefern. Um ein sinnvolles Verständnis über die Ausarbeitung zu erhalten, bedarf es zunächst der Definition häufig gebrauchter Begriffe wie Regulierung, Flexibilisierung, Deregulierung, Arbeitslosigkeit, Arbeitsmarkt. Hierbei soll die Definition der Deregulierung im Vordergrund stehen. Unter Regulierung versteht man das Bündel von Eingriffen und Maßnahmen des Staates, einschließlich
der mit hoheitlichen Rechten ausgestatteten Tarifpartnern, in die individuelle Vertrags-
und Koalitionsfreiheit2. Flexibilisierungsmaßnahmen gehen von den Unternehmen, ihren Verbänden und Wissenschaftlern
aus. Das Ziel von Flexibilisierungen ist es, auf veränderte technologische und ökonomische
Rahmenbedingungen zu reagieren, eingesetztes Kapital möglichst schnell zu amortisieren
und Angebotsschocks zu überwinden3. Typische Flexibilisierungsstrategien sind neue
Beschäftigungs- und Vertragsformen mit der Folge einer deutlichen Segmentation der Arbeitsmärkte,
stärkere Differenzierung der Entgelte und Arbeitszeiten, aber auch Externalisierung
von betrieblichen Funktionen. 1 Vgl. Knappe (1988), S.220 2 Vgl. Knappe (1988), S.220; Keller (1998) S.10 3 Vgl. Keller (1998), S.522

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Bezugsrahmen

2.1 Begriffsbestimmungen

2.2. Neoklassische Arbeitsmarkttheorie

2.3 Diskussion um die Deregulierung des Arbeitsmarktes

2.4 Vorschläge zur Deregulierung des Arbeitsmarktes

3. Deregulierung des Kündigungsschutzes

3.1 Kündigungsschutzrechtliche Normen

3.1.1 Allgemeiner Kündigungsschutz

3.1.2 Besonderer Kündigungsschutz

3.1.3 Kündigungsschutz bei Massenentlassungen

3.2 Ziele des Kündigungsschutzes

3.3 Diskussion über die Deregulierung des Kündigungsschutzes

3.4 Kündigungsschutz im internationalen Vergleich

4. Deregulierung der Arbeitszeit

4.1 Diskussion

4.1.1 Vorhandene Restriktionen

4.2 Teilzeit

4.2.1 Beschäftigungspotentiale der Teilzeit

4.2.2 Internationaler Vergleich

4.3 Befristete Arbeitsverträge

4.3.1 Diskussion

4.3.2 Auswirkung der Deregulierung von befristeten Arbeitsverträgen

4.4 Teilzeit und Befristungsgesetz

5. Zusammenfassung

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die vorliegende Seminararbeit untersucht den Deregulierungskurs am deutschen Arbeitsmarkt seit den 1970er Jahren und analysiert, inwieweit Maßnahmen zur Flexibilisierung des Arbeitsmarktes, insbesondere im Hinblick auf den Kündigungsschutz und die Arbeitszeitgestaltung, zur Verbesserung der Beschäftigungssituation beigetragen haben.

  • Analyse der theoretischen Grundlagen und Begriffsbestimmungen der Deregulierungsdebatte.
  • Untersuchung der Regulierungsdichte und Reformen im Bereich des Kündigungsschutzes.
  • Evaluierung von Maßnahmen zur Arbeitszeitflexibilisierung wie Teilzeitarbeit und befristete Arbeitsverträge.
  • Vergleichende Betrachtung der deutschen Arbeitsmarktentwicklung im internationalen Kontext.
  • Kritische Würdigung des beschäftigungspolitischen Erfolgs der umgesetzten Deregulierungsmaßnahmen.

Auszug aus dem Buch

3.1.1 Allgemeiner Kündigungsschutz

Das früher freie Kündigungsrecht ist heute aus sozial- und arbeitspolitischen Gründen in verschiedenen Gesetzen, insbesondere im Kündigungsschutzgesetz, eingeschränkt. Das Kündigungsschutzgesetz schützt den Arbeitnehmer zwar nicht vor jeder Entlassung, setzt aber zu seinen Gunsten erhebliche Bedingungen an die Zulässigkeit einer Kündigung voraus.

Im Folgenden soll der allgemeine Kündigungsschutz nach dem KSchG, sowie außerhalb des KSchG, sprich nach den Normen des BGB und BetrVG behandelt werden.

Im ersten Abschnitt des KSchG werden Kündigungsgründe von Seiten des Arbeitgebers eingeschränkt und arbeitnehmerseitige Schutzrechte, im Fall einer sozial ungerechtfertigten Kündigung, aufgezeigt. Der allgemeine Kündigungsschutz besteht gegenüber der Kündigung eines Arbeitsverhältnisses, wenn dieses zum Zeitpunkt des Kündigungszugangs zumindest 6 Monate Bestanden hat und im Betrieb bzw. Unternehmen in der Regel mindestens 5 Arbeitnehmer tätig sind. Unter dem Betriebsbegriff des KSchG fallen Betriebe und Verwaltungen des privaten und öffentlichen Rechts, sofern sie nicht von den Ausnahmevorschriften des § 23 KSchG erfasst sind. Mögliche Kündigungsgründe können durch das Verhalten des Arbeitnehmers verursacht werden, wie z.B. Nichtbeachtung betrieblicher Schutzvorschriften, unentschuldigtes Fernbleiben vom Arbeitsplatz; von Arbeitgeberseite können betriebliche Gründe, wie Arbeitsmangel durch Nachfragerückgang zur Kündigung führen. Nach Büchtemann fallen ca. 80% der Arbeitnehmer in den Geltungsbereich des KSchG.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Arbeit gibt einen Überblick über die Entstehung der Deregulierungsdebatte in Deutschland aufgrund der anhaltenden Arbeitsmarktkrise und der vergleichenden Entwicklung zu den USA.

2. Bezugsrahmen: Dieses Kapitel definiert zentrale Begriffe wie Deregulierung und Flexibilisierung und erläutert den theoretischen Hintergrund basierend auf der neoklassischen Arbeitsmarkttheorie.

3. Deregulierung des Kündigungsschutzes: Es werden die verschiedenen Formen des Kündigungsschutzes, dessen Zielsetzung und die Diskussion über die Auswirkungen auf Neueinstellungen detailliert analysiert.

4. Deregulierung der Arbeitszeit: Das Kapitel behandelt die Flexibilisierung der Arbeitszeit, insbesondere durch Teilzeitmodelle und befristete Arbeitsverträge, sowie das neu eingeführte Teilzeit- und Befristungsgesetz.

5. Zusammenfassung: Das abschließende Kapitel zieht eine ernüchternde Bilanz über das bisherige beschäftigungspolitische Gesamtergebnis der unverbundenen Deregulierungsmaßnahmen.

Schlüsselwörter

Deregulierung, Arbeitsmarkt, Flexibilisierung, Kündigungsschutz, Arbeitslosigkeit, Arbeitszeit, Teilzeit, Befristete Arbeitsverträge, Angebotspolitik, Beschäftigung, Sozialrecht, Arbeitsrecht, Arbeitsmarktflexibilität, Produktivität, Arbeitsmarktpolitik

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit beschäftigt sich mit den Bemühungen zur Deregulierung und Flexibilisierung des deutschen Arbeitsmarktes seit den achtziger Jahren und deren Auswirkungen auf die Beschäftigungssituation.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themenfelder umfassen die rechtlichen Rahmenbedingungen des Kündigungsschutzes sowie die Ausgestaltung von Arbeitszeitregelungen, insbesondere im Bereich der Teilzeit und Befristung.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Die Arbeit untersucht, ob die umgesetzten Deregulierungsmaßnahmen tatsächlich zu der erhofften Belebung des Arbeitsmarktes und der Schaffung neuer Arbeitsplätze geführt haben.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine theoretische Analyse der neoklassischen Arbeitsmarkttheorie kombiniert mit der Auswertung von Statistiken und empirischen Untersuchungen zur Arbeitsmarktentwicklung.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Im Hauptteil werden detailliert die gesetzlichen Normen des Kündigungsschutzes, die Diskussionen um dessen Flexibilisierung sowie die Auswirkungen der Arbeitszeitgestaltung auf die betriebliche Praxis und Neueinstellungen erörtert.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Deregulierung, Flexibilisierung, Kündigungsschutz, Arbeitszeit, Teilzeit, Befristung und Beschäftigungswirkung.

Inwiefern beeinflusst das Kündigungsschutzgesetz die Einstellungsbereitschaft von Unternehmen?

Die Arbeit legt dar, dass Unternehmen aufgrund von hohen Abfindungskosten und langwierigen Kündigungsprozessen bei Neueinstellungen zurückhaltender agieren, was den Kündigungsschutz aus Sicht von Deregulierungsbefürwortern zu einem Beschäftigungshemmnis macht.

Welche Kritik äußern Gewerkschaften und andere Gruppen gegenüber der Deregulierung?

Kritiker befürchten durch die Deregulierungsmaßnahmen einen Anstieg instabiler Arbeitsverhältnisse und eine Aushöhlung des Normalarbeitsverhältnisses, ohne dass dies zwingend zu einem signifikanten Anstieg der Neueinstellungen führt.

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Details

Title
Deregulierung des Arbeitsmarktes im Hinblick auf Kündigungsschutz und der Arbeitszeit
College
Technical University of Darmstadt  (Volkswirtschaftslehre)
Grade
1,7
Authors
Christoph Mootz (Author), Andreas Buschbaum (Author)
Publication Year
2001
Pages
46
Catalog Number
V27598
ISBN (eBook)
9783638296038
ISBN (Book)
9783656567691
Language
German
Tags
Deregulierung Arbeitsmarktes Hinblick Künfigungsschutz Arbeitszeit
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Christoph Mootz (Author), Andreas Buschbaum (Author), 2001, Deregulierung des Arbeitsmarktes im Hinblick auf Kündigungsschutz und der Arbeitszeit, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/27598
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