Informationsfreiheit für alle oder eine Gefahr für die Menschen? Die Enthüllungsplattform Wikileaks


Essay, 2011

11 Seiten, Note: 1.0


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Was ist Wikileaks?

Pro und Contra zu Wikileaks

Revolutioniert Wikileaks die klassischen Medien?

Fazit

Quellenangaben:

Was ist Wikileaks?

Selten hat ein Thema so viele unterschiedliche Meinungen der Menschen hervorgerufen wie Wikileaks in den letzten Wochen und Monaten. Aber warum ist dieses Thema so brisant? Und was ist Wikileaks überhaupt? Welche Intentionen Stecken hinter diesem,von der ganzen Welt,sehr kritisch betrachteten Projekt? Diese und weitere Fragen sollen im Folgenden erklärt und beantwortet werden.

Wikileaks ist eine Internetplattform, die es sich zum Ziel gesetzt hat, geheime und teilweise auch zensierte Dokumente, die ein öffentliches Interesse haben könnten, zu veröffentlichen.Meist handelt es sich hierbei um Dokumente von Regierungen oder großen Konzernen.Der Grundgedanke dahinter ist also die Informationsfreiheit für alle, was auch durch das Motto „We open governments“ (Quelle: www.wikileaks.org; Dez. 2010) ausgedrückt wird.Wikileaks will dabei die Leute unterstützen, die unethisches und teilweise auch kriminelles Verhalten in der eigenen Regierung oder Unternehmensführung enthüllen und veröffentlichen wollen. Diese Leute bleiben dabei jedoch Unerkannt und liefern lediglich die Informationen, die dann von Wikileaks veröffentlicht werden. Gegründet wurde das Projekt 2006 angeblich von chinesischen Dissidenten und Journalisten, die jedoch bis heute anonym geblieben sind. Heute wird es hauptsächlich vom Australier Julian Assange vertreten, der auch der Kopf dieser Enthüllungsseite ist und im öffentlichen Blickpunkt steht. Seit Dezember 2010 ist Assange in Großbritannien, wegen einer angeblichen Vergewaltigung in Haft. Jedoch wird immer wieder vermutet, dass dies eine gezielte Kampagne der US-Regierung ist, um ihn aus dem Verkehr zu ziehen, damit weitere brisante Veröffentlichungen vermieden werden.

Die Veröffentlichungen von Wikileaks wurden dabei im Laufe der Zeit immer spektakulärer und erregten immer mehr Aufmerksamkeit. Die ersten Veröffentlichungen von geheimen Dokumenten, waren noch relativ uninteressant für die breite Öffentlichkeit und ihr wurde auch kaum Beachtung geschenkt.So wurden die ersten Dokumente mit einer erhöhten Öffentlichkeitswirkung im Jahre 2007veröffentlicht. Es handelte sich um einen Korruptionsskandal in Milliardenhöhe, in den der damaligen kenianische PräsidentDaniel arap Moi und seine komplette Familie verwickelt waren. Mit diesem Material erlangte Wikileakserstmals sehr große Aufmerksamkeit und Weltberühmtheit. Seit dem werden regelmäßig neue Skandale aus allen Bereichen der Welt veröffentlicht, egal ob es sich um Regierungen handelt, oder um große und mächtige Konzerne. Doch nie war die Aufmerksamkeit so hoch, wie sie aktuell in den Medien ist. Doch warum wird erst jetzt so massiv gegen Wikileaks vorgegangen? Wikileaks selbst schätzt sich als Lieferant für den freien Journalismus ein. So konnte die Organisation auch bereits drei Auszeichnungen für sich verbuchen: The Economist’s Index on Censorship Award von 2008, den Amnesty International UK New Media Award aus dem Jahr 2009 sowie den Ars Electronica – Digital Communities – Award of Distinction, der auch aus dem Jahr 2009 stammt (Quelle: http://www.greenality.de/blog/revolutioniert-wikileaks-die-medien.html). Das Projekt findet also viele Sympathisanten. Dennoch gibt es auch viele kritische Stimmen zu der Internetplattform. Gerade jetzt nach den neusten Veröffentlichungen.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Am 28. November wurden ca. 250.000 diplomatische US-Berichte über zahlreiche Regierungen und deren Mitglieder in aller Welt veröffentlicht. In diesen wurden etliche Regierungschefs und Politiker bewertet, unter anderem auch die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel und Außenminister Guido Westerwelle. Unsere deutschen Politiker nahmen dies zwar relativ gelassen hin, obwohl sie in den Berichten sehr negativ beurteilt wurden, aber für die US-Regierung war dies natürlich äußerst peinlich, denn andere Nationen wissen nun wie man über die Politiker vieler anderer Länder denkt.Dies könnte die internationale Zusammenarbeit deutlich erschweren. Seit diesen Veröffentlichungen vergeht fast kein Tag an dem nicht neue Details bekanntgemacht werden. Jullian Assange, der Kopf und Sprecher von Wikileaks, wird allerdings schon seit längerem von der US-Regierung gesucht. Seit Juni 2010 wird er offiziell wegen möglichen Verbrechen im Zusammenhang mit der Veröffentlichung von geheimen Dokumenten der NATO gesucht. Allerdings waren die Beweise für einen internationalen Haftbefehl eher dürftig und so konnte Assange, weiterhin und ungehindert mit dem Projekt fortfahren. Erst am 7. Dezember 2010 wird er in Großbritannien verhaftet. Jedoch nicht wegen der Verbreitung von geheimen Dokumenten oder etwa der Gefährdung der nationalen Sicherheit. Er wurde wegen eines sexuellen Vergehens gegen zwei Schwedinnen verhaftet. Befürworter von Wikileaks, sowie Assange selbst, sehen darin eine gezielte Kampagne der politischen Gegner der Internetplattform, um dieser damit zu schaden oder ganz zu Fall zu bringen.Was für diese These spricht, ist die Tatsache, dass der Haftbefehl ursprünglich nur in Schweden erhoben wurde, wo auch die angebliche Tat stattgefunden hat. Jedoch wurde dieser nach den brisanten Veröffentlichungen am 28. November sehr schnell – nämlich nur drei Tage später, am 1. Dezember – in einen internationalen Haftbefehl gewandelt und so wurde Assange fortan in über 180 Ländern gesucht und schließlich auch am 7. Dezember verhaftet.

Nun hat Jullian Assange schon mehrfach mitgeteilt, dass im Falle seines Todes weitere brisante Dokumente veröffentlicht werden. Er behauptet auch im Besitz von Geheimdokumenten zu sein, die beweisen sollen, dass einige Regierungen – darunter vor allem auch die der USA – ihn lieber heute als morgen tot sehen würden. Bis es soweit ist, will er jedoch weiter regelmäßig interessante Dinge online stellen und somit die Informationsfreiheit fördern. Er selbst bezeichnet diese Art der Informationsveröffentlichung als seine „Lebensversicherung“.

Pro und Contra zu Wikileaks

Doch wie weit dürfenInformationsfreiheit und Transparenz für die Öffentlichkeit gehen?Ist diese massenhafte Veröffentlichung von geheimen Dokumenten ein Nutzen für die Freiheit oder gefährdet sie wichtige Grundrechte und vor allem die Sicherheit der Bürger?Genau hier gehen die Meinungen sehr weit auseinander. Die Regierungen behaupten natürlich, dass die Art der Informationsfreiheit eindeutig zu weit geht und strenggeheime Informationen nur bestimmten Personen zugänglich sein sollten. Journalisten sind hier natürlich anderer Meinung und die normalen Bürger sind zweigeteilt.

Seit der Festnahme von Jullian Assange häufen sich die Proteste der Wikileaks-Befürworter. Doch diese machen es sich zu leicht, wenn sie Wikileaks einfach in die Schublade der Guten steckt und in Supermächten, wie den USA, die Bösen und skrupellosen sehen. Natürlich wirkt die Festnahme von Assange sehr seltsam. Ob die aktuellen Vorwürfe gegen ihn haltbar sind muss jedoch erst noch ein Gericht entscheiden, dass jedoch hoffentlich unvoreingenommen und unabhängig von Assanges Aktivitäten für Wikileaks,diese Verhandlungen durchführen wird.

Bei einzelnen Dokumenten ist es sicherlich richtig und auch sehr wichtig, dass diese an die Öffentlichkeit gebracht werden. So wie z.B. das im April 2010 veröffentlichte Video aus dem Irak-Krieg. Es war zu sehen, wie US-Soldaten aus einem Kampfhubschrauber Zivilisten erschossen und diese Aktionauch noch zynisch kommentierten. Solche Dinge müssen einfach an die Öffentlichkeit. Und in diesem Fall hat die Veröffentlichung auch positive Folgen gehabt, die in Zukunft evtl. Leben retten wird, da eine ausführliche Untersuchung des Vorfallsdurchgeführt wurde und auch Maßnahmen eingeführt wurden, die so etwas verhindern sollen. Auch in den aktuellen diplomatischen Dokumenten stecken einige wichtige Informationen, die keines falls geheim bleiben sollten. So sollen einige US-Diplomaten, ranghohe Mitarbeiter der Vereinten Nationen ausspioniert haben. Auch dies wird sicherlich folgen haben. Im Allgemeinen kann man wohl behaupten, das Kriegsverbrechen, Korruption und andere kriminelle Aktivitätensehr große Missstände in unsere Gesellschaft sind, die auf jeden Fall aufgeklärt werden müssen. Hierfür ist Wikileaks sicherlich sehr gut geeignet.

[...]

Ende der Leseprobe aus 11 Seiten

Details

Titel
Informationsfreiheit für alle oder eine Gefahr für die Menschen? Die Enthüllungsplattform Wikileaks
Hochschule
Ludwig-Maximilians-Universität München
Note
1.0
Autor
Jahr
2011
Seiten
11
Katalognummer
V276064
ISBN (eBook)
9783668282148
ISBN (Buch)
9783668282155
Dateigröße
542 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
informationsfreiheit, gefahr, menschen, enthüllungsplattform, wikileaks
Arbeit zitieren
Torsten Müller (Autor), 2011, Informationsfreiheit für alle oder eine Gefahr für die Menschen? Die Enthüllungsplattform Wikileaks, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/276064

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