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Die diachrone Entwicklung der Vergleichspartikel im Deutschen

Titel: Die diachrone Entwicklung der Vergleichspartikel im Deutschen

Hausarbeit , 2013 , 17 Seiten , Note: 2,3

Autor:in: Bachelor of Arts Germanistik (Literatur- und Sprachwissenschaft) Annika Süß (Autor:in)

Germanistik - Linguistik
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Diese Arbeit wird sich mit der diachronen Entwicklung der Vergleichspartikel beschäftigen (wie, als, als wie, denn, dann, weder, als ob, als wenn, gleich wie) .
Es wird der Frage nachgegangen, welche Vergleichspartikeln bis heute in der deutschen Sprache verwendet werden. Ebenso wird sich zeigen, ob und bei welchen Partikeln sich ein Bedeutungswandel vollzogen hat und heute möglicherweise in anderem Zusammenhang verwendet werden.

Der praktischere Teil knüpft an die Arbeit aus unserem Referat an, in dem wir uns nicht nur mit diachroner Entwicklung der Partikeln, sondern auch speziell mit den Vergleichspartikeln im Frühneuhochdeutschen beschäftigt haben. Hierzu werden folgende Texte herangezogen:

- Götz von Berlichingen: Mein Gottfrieden von Berlichingen zwischen Hornberg vhedt vnd handlungen. Sigmaringen, vor 1567.

- Hans Conrad Lang: Das Tagebuch des Hans Conrad Lang. Isny, 1601-1659.

- Gottfried Wilhelm Leibniz: Öffentliche Assekuranzen. Wolfenbüttel, 1680.

Anhand dieser drei Realtexte soll gezeigt werden, welche Vergleichspartikeln es zur damaligen Zeit gab und wie frequent die jeweilige Partikel aufgetreten ist. Da es den Rahmen der Arbeit übersteigen würde, wird nicht auf jede Partikel im Detail eingegangen, sondern die Darstellung von Vorkommen sowie Frequenz erfolgt in Tabellenform und Diagrammen.
Außerdem werde ich mich auch allgemein mit dem Komparativ und dem Äquativ beschäftigen. Es wird hierzu einen Überblick über die verschiedenen Vergleichsstrukturen, wie zum Beispiel Gradvergleich oder Faktizitätsvergleich, geben. Die verschiedenen Vergleichsstrukturen werde ich anhand von Sekundärliteratur erklären und für den jeweiligen Typ Beispiele aus unseren Primärtexten aus der Referatsarbeit anführen. Zur Veranschaulichung wird es auch hier eine Tabelle geben.

Abschließend gebe ich einen Einblick in die Verwendung von Vergleichspartikeln in meiner Heimatregion (Bad Kreuznach, Hunsrück). Hierzu habe ich über Monate hinweg Gespräche, hinsichtlich der Benutzung von als und wie in ihrer vergleichenden Funktion, verfolgt. Die Ergebnisse finden sich in unter Punkt 4.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1.Einleitung

2. Diachrone Entwicklung der Vergleichspartikeln

2.1 Bedeutungswandel von Partikeln

2.2 Als vs. wie und als wie

2.3 Gesprochene und geschriebene Vergleiche

3. Auswertung der Primärtexte der Referatsarbeit bezüglich des diachronen Wandels der Vergleichspartikeln im FNHD

3.1 Vergleichsstrukturen

4. Der Komparativ in der hunsrücker Mundart

5. Fazit

Zielsetzung und Themen der Arbeit

Die vorliegende Arbeit untersucht die diachrone Entwicklung von Vergleichspartikeln im Deutschen, insbesondere im Frühneuhochdeutschen, und analysiert deren Wandel sowie die aktuelle Verwendung im Standarddeutsch und im hunsrücker Dialekt anhand von Primärtexten.

  • Historische Entwicklung der Vergleichspartikelverwendung vom Althochdeutschen bis zum Neuhochdeutschen.
  • Analyse der Partikelfrequenz in frühneuhochdeutschen Primärtexten von Berlichingen, Lang und Leibniz.
  • Untersuchung verschiedener Vergleichsstrukturen wie Grad-, Art-, Modalitäts- und Faktizitätsvergleich.
  • Gegenüberstellung von standardsprachlicher Norm und dialektaler/umgangssprachlicher Verwendung von wie und als.
  • Diskussion des Sprachwandelprozesses im Kontext des sogenannten Komparativzyklus.

Auszug aus dem Buch

2. Diachrone Entwicklung der Vergleichspartikeln

Das Deutsche gilt bereits seit frühesten Belegen als Partikelvergleichssprache (Jäger 2010, S.470). Man unterscheidet zwischen Komparativen, Äquativen und hypothetischen Vergleichen. Der seit dem AHD. stattfindende Sprachwandelprozess, bezeichnet man auch als Komparativzyklus (Jäger, S. 469):

Der althochdeutsche Komparativ wird mit thanne, nach Negation mit wan, gebildet. Die Partikeln des Äquativs im Althochdeutschen sind gleich mit denen des hypothetischen Vergleichs so(alsô → als).

Der mittelhochdeutsche Sprachstand bleibt dem althochdeutschen recht gleich: Komparative sind denn/dann und nach Negation immer noch wan. Auch die Äquative so, also/als(e), (al)sam, bleiben bestehen, die Partikeln unde, swie werden seltener verwendet (Jäger 2010, S. 470ff.). Das wie, das im Althochdeutschen eher als Frageverb verwendet wird, avanciert im Mittelhochdeutschen zur Vergleichspartikel wie (→ swie) (Dückert 1961, S.205). Seit dieser Zeit ist auch als ob im hypothetischen Vergleich belegt (ebd. S.222).

Im Frühneuhochdeutschen finden entscheidende Entwicklungen hinsichtlich der Vergleichspartikeln statt. Die Komparativ- und Äquativfunktion der Partikeln wie und als hat sich seitdem gewandelt. Dennoch herrschte im 15. Jahrhundert noch althochdeutscher, beziehungsweise mittelhochdeutscher Sprachstand vor (Jäger, S. 472). Vergleichspartikel im Komparativ waren denn/dann, während die Äquative als, als ob/wenn, wie und die Hypothesen als, als wenn aufwiesen (Dückert, S. 223). Mitte des 16. Jahrhunderts wird der Komparativ denn durch als ersetzt und als im Äquativ wiederum durch die Partikel wie oder auch als wie (Jäger, S. 472). Hypothetische Wie wenn seit 17. Jahrhundert nachgewiesen (Dückert S. 223)

Zusammenfassung der Kapitel

1.Einleitung: Vorstellung der Forschungsfrage zur diachronen Entwicklung von Vergleichspartikeln und Erläuterung der herangezogenen Primärtexte.

2. Diachrone Entwicklung der Vergleichspartikeln: Darstellung des Sprachwandelprozesses vom Althochdeutschen bis zum Neuhochdeutschen inklusive der Veränderung von Partikelfunktionen.

2.1 Bedeutungswandel von Partikeln: Untersuchung der semantischen Verschiebung und Positionierung von Partikeln wie weder und denn.

2.2 Als vs. wie und als wie: Analyse der Konkurrenz zwischen als und wie sowie der Rolle der Umgangssprache bei der Sprachveränderung.

2.3 Gesprochene und geschriebene Vergleiche: Diskussion über die Diskrepanz zwischen Standardsprache und dialektalen, umgangssprachlichen Ausdrucksweisen.

3. Auswertung der Primärtexte der Referatsarbeit bezüglich des diachronen Wandels der Vergleichspartikeln im FNHD: Präsentation der Analyseergebnisse zur Partikelfrequenz in den ausgewählten historischen Texten.

3.1 Vergleichsstrukturen: Kategorisierung und Veranschaulichung verschiedener Vergleichsarten wie Grad- oder Faktizitätsvergleich anhand von Primärquellen.

4. Der Komparativ in der hunsrücker Mundart: Empirische Beobachtung der Verwendung von Vergleichspartikeln im regionalen Dialekt.

5. Fazit: Zusammenfassende Einordnung der Ergebnisse als Teil eines fortlaufenden Sprachwandelprozesses.

Schlüsselwörter

Sprachwandel, Vergleichspartikeln, Komparativ, Äquativ, Frühneuhochdeutsch, Sprachgeschichte, Dialektologie, Hunsrück, Komparativzyklus, historische Sprachwissenschaft, Primärtextanalyse, Sprachnorm, Umgangssprache, Syntax, Semantik.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der historischen Entwicklung und dem Wandel von Vergleichspartikeln in der deutschen Sprache, insbesondere im Zeitraum vom Frühneuhochdeutschen bis heute.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Die zentralen Felder umfassen den Komparativzyklus, die Abgrenzung von Vergleichsstrukturen sowie den Unterschied zwischen standardsprachlicher Norm und dialektaler Anwendung.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Es wird der Frage nachgegangen, welche Vergleichspartikel heute verwendet werden, wie diese sich entwickelt haben und ob bei bestimmten Partikeln ein Bedeutungswandel stattgefunden hat.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wird eine diachrone Analyse von Primärtexten aus dem 16. und 17. Jahrhundert durchgeführt, ergänzt durch die Auswertung von Sekundärliteratur und empirische Beobachtungen im Hunsrücker Dialekt.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Herleitung der diachronen Entwicklung, die statistische Auswertung der Primärtexte und eine detaillierte Betrachtung verschiedener Vergleichsstrukturen wie dem Faktizitätsvergleich.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wesentliche Begriffe sind Sprachwandel, Komparativ, Äquativ, Vergleichspartikeln und Frühneuhochdeutsch.

Warum spielt die Hunsrücker Mundart eine Rolle in der Arbeit?

Sie dient als aktuelles Fallbeispiel für die dialektale Abweichung vom Standarddeutsch bei der Verwendung von Vergleichspartikeln.

Wie gehen die Autoren mit dem Sprachwandel um?

Die Arbeit versteht Sprachwandel nicht als abrupten Umbruch, sondern als kontinuierlichen Prozess, bei dem alte Sprachformen oft noch lange neben neuen existieren.

Ende der Leseprobe aus 17 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Die diachrone Entwicklung der Vergleichspartikel im Deutschen
Hochschule
Johannes Gutenberg-Universität Mainz
Note
2,3
Autor
Bachelor of Arts Germanistik (Literatur- und Sprachwissenschaft) Annika Süß (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2013
Seiten
17
Katalognummer
V276108
ISBN (eBook)
9783656687962
ISBN (Buch)
9783656687955
Sprache
Deutsch
Schlagworte
entwicklung vergleichspartikeln deutschen
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Bachelor of Arts Germanistik (Literatur- und Sprachwissenschaft) Annika Süß (Autor:in), 2013, Die diachrone Entwicklung der Vergleichspartikel im Deutschen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/276108
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Leseprobe aus  17  Seiten
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