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Die Rückkehr Chiles zur parteipolitischen Tripolarität als Abschluss der Transition

Title: Die Rückkehr Chiles zur parteipolitischen Tripolarität als Abschluss der Transition

Term Paper (Advanced seminar) , 2014 , 28 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Lukas Lange (Author)

Politics - Region: Middle and South America
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Chile hat die Transition vom Autoritarismus zur Demokratie 25 Jahre nach dem Ende der Pinochet-Ära abgeschlossen: Erstmals seit 1989 wurden 2010 die rechten Parteien unter Sebastian Piñera an die Macht gewählt. Seit März 2014 regiert nach deren Abwahl erneut die Concertación das Land - nahtlose Regierungswechsel, wie sie einer reifen Demokratie entsprechen. Auch den Graben zwischen Rechts und Links könnte diese Reife langsam zuschütten, zugunsten der alten Tripolarität, die zwischen rechten und linken Kräften eine ähnlich starke Mitte aufwies. Anzeichen dafür finden sich vor allem im Erosionsprozess der Alianza: Das Erstarken der rechtskonservativen UDI zur führenden Kraft in der Alianza treibt die politische Rechte nicht nur fort von realistischen 
Machtperspektiven. Es sorgt auch dafür, dass der liberalkonservative Juniorpartner RN zunehmend in die Mitte rückt - und dort nicht alleine scheint. Auch die Christdemokratie in Gestalt des "Partido Demócrata Cristiano“ hat im Mitte-Links-Bündnis an Einfluss verloren. Sie sieht sich durch das Erstarken der Sozialisten und die Aufnahme der vormals geächteten Kommunisten ins linke Parteienbündnis verprellt. Könnten sich die beiden Parteien langfristig zusammentun? Stehen die Zeichen der Zeit auf eine „neue Mitte“ für Chile, zwischen rechtskonservativer UDI und nach links gerückter Concertación, oder gelingt es der Alianza, nach dem Wahldebakel wieder Geschlossenheit in der Opposition herzustellen?

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Inhaltsverzeichnis

A. Ist Chiles Parteienlandschaft bald wieder dreigespalten?

Eine thematische Hinführung

B. Die Rückkehr Chiles zur parteipolitischen Tripolarität als Abschluss der Transition

1. Historischer Rückblick: Die Tripolarität der chilenischen Parteiendemokratie

1.1. Parteien und Personenkult in der Republik Chile

1.2. Tripolarität von der Unabhängigkeit bis zu Allende

2. Putsch und Diktatur als „cleavage“ der chilenischen Gesellschaft

2.1. Die Cleavage-Theorie und Chiles Konfliktlinie

2.2. Auswirkungen des cleavages auf die politische Lagerbildung

2.3. Die Verfassungsfrage als tagespolitischer cleavage

3. Die politische Rechte nach dem Ende der Diktatur

3.1. Die Rechte ohne Sammelbecken

3.2. Das binomiale Wahlsystem als „ley de amarre“ der Rechten

4. Das Verhältnis von RN und PDC

4.1. Eine neue Regierungsform für Chile als gemeinsame Forderung

4.2. Der Reformvorstoß als Flexibilisierung der politischen Lager

5. Die Christdemokratie innerhalb der Concertación

5.1. Die Jahre 1957-1989: Die Jahre 1957-1989:

5.2. Die Jahre 1990-2000: Der PDC als Gesicht der Concertación

5.3. Die Jahre 2000-2014: Die Christdemokratie auf dem absteigenden Ast

6. Das Verhältnis der Rechtsparteien und Zukunftsperspektiven der Alianza

7. Die Perspektiven der politischen Lager in einem tripolaren Parteiensystem

7.1. Perspektiven einer alleinstehenden UDI in der Parteienlandschaft

7.2. Position einer „neuen Mitte“ in einem tripolaren Parteiensystem

7.3. Die Linke ohne Christdemokraten

C. Die neue Mitte als eine realistische „Gefahr“ für die beiden Lager - ein Fazit

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die Arbeit untersucht die These einer wiederaufkommenden Tripolarität im politischen System Chiles als Abschluss der demokratischen Transition. Dabei wird analysiert, wie historische Konfliktlinien und aktuelle parteipolitische Dynamiken – insbesondere die Annäherung zwischen Teilen der politischen Rechten und der Christdemokratie – das bisher bipolare Parteiensystem verändern könnten.

  • Historische Analyse der Parteienlandschaft und der Tripolarität vor 1973.
  • Untersuchung von Putsch und Diktatur als prägende gesellschaftliche Cleavages.
  • Bewertung der Rolle der Christdemokratie innerhalb der Concertación/Nueva Mayoría.
  • Analyse der bündnispolitischen Spannungen innerhalb der Alianza und der rechten Parteien (RN und UDI).
  • Diskussion über das Potenzial einer „neuen Mitte“ als drittes Lager in einem tripolaren System.

Auszug aus dem Buch

3.1. Die Rechte ohne Sammelbecken

Anders als die im Untergrund agierende linke Opposition hatte sich die politische Rechte unter dem Pinochet-Regime nicht dem primären Problem ausgesetzt gesehen, an der staatlichen Repression vorbei politisch tätig zu sein. Das Regime hatte 1977 ein Totalverbot der Parteien verkündet und dies erst 1987 gegenüber einzelnen Parteien aufgelockert. Der Partido Nacional hatte sich als Sammlungspartei der Rechten noch 1973 selbstaufgelöst und sah trotz seinen demokratischen Wurzeln mit der Etablierung des antikommunistischen Regimes seine politischen Ziele erreicht.

Mit der durch eine Wirtschaftskrise 1983 einsetzenden zunehmenden Freizügigkeit gegenüber den politischen Parteien stand die Rechte daher vielmehr vor dem Problem, nicht länger über ein politisches Sammelbecken zu verfügen, sondern auf die verschiedensten Unterstützergruppen des Regimes verteilt zu sein. Erst 1987 gründete sich mit der RN ein erster Versuch, an den Partido Nacional und seine Integration liberaler wie konservativer Kräfte anzuknüpfen. Doch nur ein Jahr später bereits spaltete sich deren rechter Flügel ab und gründete die UDI auf Basis der seit 1983 bestehenden Bewegung „Movimiento Unión Democrata Independiente“.

Grundlage dessen war vor allem die unterschiedliche Position zu den autoritären Aspekten des Pinochet-Regimes, abseits der Wirtschaftspolitik. So einen die beiden Parteien noch heute Wirtschaftsliberalismus, ein katholisch-konservatives Gesellschaftsbild sowie restriktive Forderungen in der Sicherheits- und Innenpolitik, die RN kann jedoch als jeweils gemäßigter und in gesellschaftlichen Fragen als liberaler sowohl im konkreten Forderungskatalog, als auch der politischen Außenwirkung bezeichnet werden kann. Zudem zeigte sich die RN noch unter der Pinochet-Regentschaft als aufgeschlossener gegenüber möglichen demokratischen und sozialstaatlichen Reformen des Regimes, auch wenn die RN als Partei beim Plebiszit 1988 für einen Verbleib des Diktators im Amt eintrat.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Historischer Rückblick: Die Tripolarität der chilenischen Parteiendemokratie: Beleuchtet die historische Entwicklung des chilenischen Parteiensystems und die Etablierung eines tripolaren Gleichgewichts vor 1973.

2. Putsch und Diktatur als „cleavage“ der chilenischen Gesellschaft: Analysiert, wie der Militärputsch und die Ära Pinochet als tiefgreifende gesellschaftliche Konfliktlinie („Cleavage“) die Lagerbildung und politische Kultur Chiles nachhaltig geprägt haben.

3. Die politische Rechte nach dem Ende der Diktatur: Beschreibt die Neuformierung der rechten Parteien (RN und UDI) nach dem Ende des Regimes und die Rolle des binomialen Wahlsystems bei der Sicherung ihrer Macht.

4. Das Verhältnis von RN und PDC: Untersucht die Anzeichen für eine programmatische Annäherung zwischen der Renovación Nacional (RN) und der Christdemokratie (PDC) und deren Wunsch nach einer Reform des politischen Systems.

5. Die Christdemokratie innerhalb der Concertación: Zeichnet den Aufstieg und den darauffolgenden Bedeutungsverlust der Christdemokraten innerhalb des Mitte-Links-Bündnisses von 1957 bis 2014 nach.

6. Das Verhältnis der Rechtsparteien und Zukunftsperspektiven der Alianza: Beleuchtet die internen Spannungen zwischen RN und UDI und die Herausforderungen einer gemeinsamen Regierungs- und Oppositionsstrategie.

7. Die Perspektiven der politischen Lager in einem tripolaren Parteiensystem: Analysiert die möglichen Auswirkungen einer Tripolarisierung auf die Machtchancen der UDI, der neuen Mitte und des linken Lagers.

Schlüsselwörter

Chile, Parteiensystem, Tripolarität, Transition, Concertación, Alianza, Christdemokratie, PDC, RN, UDI, Cleavage-Theorie, Pinochet, Verfassungsreform, Wahlsystem, Politische Mitte.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit analysiert die These, ob das chilenische Parteiensystem nach der demokratischen Transition zu einem tripolaren Modell zurückkehrt, wie es vor dem Militärputsch von 1973 bestand.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Im Fokus stehen die historische Entwicklung der chilenischen Parteien, der Einfluss der Diktatur auf die politische Lagerbildung sowie die aktuelle Dynamik zwischen den bestehenden Wahlbündnissen.

Was ist das primäre Ziel der Forschung?

Das Ziel ist es, Anzeichen für eine neuerliche Dreispaltung der Parteienlandschaft zu identifizieren und die Wahrscheinlichkeit sowie die Konsequenzen einer solchen Entwicklung zu bewerten.

Welche methodische Vorgehensweise wurde gewählt?

Die Arbeit nutzt einen historischen Rückblick kombiniert mit einer Analyse des aktuellen Parteienspektrums und greift dabei auf politikwissenschaftliche Fachliteratur sowie aktuelle politische Analysen zurück.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die historische Analyse der Tripolarität, die Untersuchung der gesellschaftlichen Konfliktlinien (Cleavages), die Formierung der Rechten, die Rolle der Christdemokratie sowie die Zukunftsperspektiven der verschiedenen politischen Lager.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zu den zentralen Begriffen zählen Chile, Tripolarität, Transition, Parteiensystem, Concertación, Alianza und der Cleavage-Ansatz nach Lipset und Rokkan.

Warum ist das binomiale Wahlsystem für die Analyse so wichtig?

Das binomiale System hat die Machtstrukturen in Chile seit 1989 maßgeblich stabilisiert und die rechte Alianza begünstigt; eine Reform dieses Systems wird als Katalysator für eine mögliche Tripolarisierung diskutiert.

Inwiefern hat sich die Rolle der Christdemokratie verändert?

Die Christdemokratie hat ihre einstige Dominanz innerhalb des Mitte-Links-Lagers verloren und sucht vermehrt nach Wegen, in der Mitte politisches Profil zu zeigen, was zu Spannungen mit ihren linken Bündnispartnern führt.

Welche Rolle spielt die „neue Mitte“ in den Schlussfolgerungen?

Die Arbeit kommt zu dem Schluss, dass die Herausbildung einer starken Mitte als drittes Lager zwar eine realistische „Gefahr“ für die bisherigen Bündnisse darstellt, ihre tatsächliche Etablierung jedoch von der internen Geschlossenheit der Parteien abhängt.

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Details

Title
Die Rückkehr Chiles zur parteipolitischen Tripolarität als Abschluss der Transition
Course
Wahlen, Parteien, Koalitionen in Südamerika: Argentinien, Brasilien, Chile und Uruguay im Vergleich
Grade
1,0
Author
Lukas Lange (Author)
Publication Year
2014
Pages
28
Catalog Number
V276160
ISBN (eBook)
9783656692560
ISBN (Book)
9783656692843
Language
German
Tags
rückkehr chiles tripolarität abschluss transition
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Lukas Lange (Author), 2014, Die Rückkehr Chiles zur parteipolitischen Tripolarität als Abschluss der Transition, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/276160
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