Utopien vom Fliegen

Frühe Flugmotive des Menschen im Wandel der Zeit


Hausarbeit, 2010

14 Seiten, Note: 1,7


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Einführung

2 Utopien vom Fliegen – frühe Flugmotive des Menschen im Wandel der Zeit
2.1 Begriffserklärung Utopie
2.2 Entstehung des Fluggedankens

3 Fliegen unter verschiedenen Motiven
3.1 Die Legende vom Flug des König Etana, um 2300 vor Christus
3.2 Die Sage von Dädalus und Ikarus, um 700 vor Christus
3.3 Der Flugversuch des Abu `L Qâsim Abbas Ben Firnâs, um 880 nach Christus
3.4 Der Turmsprung des Gelehrten Al Gabari, 1002 nach Christus
3.5 Die Flugkonstruktionen des Leonardo da Vinci, 1505 nach Christus

4 Fazit

Literatur und Quellen

Anhangsverzeichnis

Anhang

1. Einführung

Schon immer beschäftigte der Wunsch zu fliegen die Menschheit auf allen Kontinenten und Kulturkreisen. Ob auf prähistorischen Wandmalereien oder die auf Bildern und in Erzählungen vorkommenden sagenhaften Flüge, sie alle sind Zeugen dieses Flugtraumes.[1]

Aufgrund eigener Berührungspunkte in der Luftwaffe mit dem Thema Fliegen, eigenem Interesse und einem Referat zu Flugutopien wurden Utopien vom Fliegen – frühe Flugmotive des Menschen im Wandel der Zeit zum Thema der Hausarbeit gewählt.

Im ersten Teil der Arbeit wird der Begriff der Utopie im Zusammenhang mit dem Flugtraum beleuchtet. Im folgenden Punkt der Entstehung des Fluggedankens soll zunächst geklärt werden warum der Mensch den Wunsch des Fliegens entwickelte. Anschließend soll an unterschiedlichen Beispielen aus der Geschichte des Menschenfluges erklärt werden welche Flugversuche es bis in das 16. Jahrhundert gab und welches Motiv zugrundelag.

Hierzu werden die Flugmotive des babylonischen Königs Etana, der Sage von Dädalus und Ikarus, der Flugversuch des Abu `L Qâsim Abbas Ben Firnâs, sowie der Turmsprung des Gelehrten Al Gabari und abschließend die Flugkonstruktionen des Leonard da Vinci dargestellt.

Auf dieser Grundlage sollen im anschließenden Fazit die Motive für das Fliegen und deren Abhängigkeit von den jeweiligen Umweltbedingungen zusammengefasst dargestellt werden.

2. Utopien vom Fliegen

2.1 Begriffserklärung Utopie

Unter einer Utopie versteht man einen „als unausführbar geltenden Plan; Wunschbild; Idee, Vorstellung ohne reale Grundlage.“[2] In diesem Zusammenhang kann die Verwirklichung des Wunschtraums Menschenflug bis zum ersten bemannten Ballon-Aufstieg der Montgolfiers am 21. November 1783 als Utopie angesehen werden.[3]

2.2 Entstehung des Fluggedankens

Vor der Betrachtung der einzelnen Flugmythen und Flugversuch soll zunächst geklärt werden warum der Mensch den Wunsch des Fliegens entwickelte.

„Das Fliegen findet in einem Medium statt, das dem Menschen früher nur sehr beschränkt zugänglich (…)“[4] und die Luft über ihnen allein den Flugbegabten Vögeln vorbehalten war. Wie muss es auf die „Menschen der Steinzeit“[5] gewirkt haben die Vögel im Herbst der Kälte des Winters entfliehend und zum Frühling unbeschadet zurückkehrend gesehen zu haben? Oder die Beweglichkeit und Schnelligkeit der Vögel zu besitzen, die Vorteile bei der Jagd, aber auch bei der Flucht vor Tieren, bei der Suche nach geeigneten Standorten, den Wegen dorthin und der Überwindung von Hindernissen bedeutet hätte. Musste bei all den Vorteilen die das Fliegen mit sich brachte sich zwangsläufig der Wunsch entwickeln sich wie ein Vogel frei in die Luft erheben zu können und es ihnen gleich zu tun?[6]

„Mit der Veränderung der gesellschaftlichen Verhältnisse und der Lebensbedingungen veränderten sich auch die Ursachen des Fluggedankens.“[7] So ließen „reale Begebenheiten, Sinneswahrnehmungen und Lebensbedürfnisse (…) den Flugwunsch im Menschen aufkommen. Nach den Erkenntnissen des dialektischen und historischen Materialismus, der Archäologie, Ethnologie, Etymologie und Psychologie kommen einzig die Umweltbedingungen als Ursache für die Entstehung des Fluggedankens in Frage.“[8]

Motive die durch die Umweltbedingungen der jeweiligen Zeit beeinflusst sind sollen im nachfolgenden Abschnitt näher betrachtet werden.

3 Fliegen unter verschieden Motiven

3.1 Die Legende vom Flug des König Etana, um 2500 vor Christus

Vor dem Hintergrund, das der Menschen im Laufe der Zeit seine Erfahrungen mit der erfolgreichen Zähmung und Züchtung von Hund, Katze, Rind und anderen Tieren gemacht hat, liegt es nicht fern, das er diese Erfolge auch auf den Vogel überträgt und nutzbringend einsetzt. Geeignete Raubvögel für die Jagd zu zähmen und Tauben mit Briefen für die Nachrichtenübermittlung zu benutzen war bereits im Altertum Vorderasiens verbreitet.[9]

„Aus dieser nutzbringenden Verwendung des Vogels wird der Gedanke entstanden sein, abgerichtete Adler für den Flug des Menschen zu benutzen. (…) Es überrascht deshalb nicht, daß das älteste erhaltene Dokument des menschlichen Fluggedankens eine derartige Flugabsicht schildert.“[10] So finden sich auf etwa 4500 Jahre alten babylonischen Rollsiegeln Abbildungen (vgl. Abb. 1) und auf circa 2400 Jahre alten unvollständigen Keilschrifttontafeln die Fluglegende des König Etana wieder.[11]

Etana, so die erhaltenen Teile des Textes, hofft vergebens auf einen Thronnachfolger, um diesen Missstand auszuräumen sucht er nach dem „Kraut des Gebärens“[12], welches sich bei der Göttin Ischtar im Himmel befindet. Frei wird der Weg in den Himmel und damit zum helfenden Kraut erst durch die Rettung eines Adlers, der Etana auf seinem Rücken zur Göttin fliegt.[13]

Das Ende der Legende ist nicht erhalten geblieben, doch lässt sich aus der Sage ein realistisches Motiv ableiten, auch wenn der Flugversuch an sich nicht zu realisieren gewesen wäre, da „die Kraft eines Adlers zum Tragen eines Erwachsenen Mannes nicht ausreicht.“[14] Dieses Motiv besteht darin, die göttliche Hilfe, in Form des „Krautes des Gebärens“[15] bei der Göttin Ischtar, im Himmel zu suchen und damit das weltliche Problem, die Sicherung der Thronfolge, unter zu Hilfename eines flugbegabten Tieres zu lösen.[16]

3.2 Die Sage von Dädalus und Ikarus, um 700 vor Christus

Die griechische Sage von Dädalus und Ikarus zählt zu den bekanntesten unserer Zeit und wird am ehesten mit dem Traum vom Fliegen verbunden.[17] In der ursprünglichen Fassung handelt es sich jedoch nicht um eine Flucht mit Hilfe des Fliegens, sondern allgemein um eine „Flucht (wie z.B. bei Xenophon, Memorabilia 4, 2, 33) beziehungsweise von einer Flucht auf einem Segelschiff (Pausanias 9, 11, 4-5) (…).“[18]

Eine der bekannten Fassung, die die Flucht Dädalus und Ikarus aus der Gefangenschaft des König Minos von der Insel Kreta über den Luftweg (vgl. Abb. 2) beschreibt stammt aus der Feder des römischen Dichters Ovid, der diese unter anderem im Buch Verwandlungen festhielt.[19] Dort gibt Ovid die Sage wie folgt wieder:

„Alles beherrsche auch Minos, die Luft beherrscht er nicht!

Sprach´s: und wendet den Geist auf unerspähte Künste und schafft neue Natur.

Denn in Ordnung leget er Federn, wo zu den kleinsten hinab die kürzere folget der längeren; daß ein wachsender Flügel erscheint.

So baut sich der Erdbewohner eine Schwinge mit sanft ansteigenden Röhren, Leinenfaden und Wachs bindet sich mitten.

Dann wird gerüstet der Sohn: Ich warne dich, Ikarus, sprach er,

Flieg auf der mittelsten Bahn: daß nicht, wenn tiefer du hinfährst, Wasser die Fittiche laste, Wenn höher, Glut dich versenge…

Und mit Schwingen sich hebend, fliegt er voran, voll Angst um den Folgenden …“[20]

[...]


[1] Vgl. Behringer, W. (1981), S. 13.

[2] Duden, das Fremdwörterbuch (2006), Stichwort „Utopie“.

[3] Vgl. Behringer, W. (1981), S. 322.

[4] Ders., S. 26.

[5] Wissmann, G. (1982), S. 17.

[6] Vgl. Ders., S. 17 f.

[7] Ders., S. 19.

[8] Ders., S. 17.

[9] Vgl. Wissmann, G. (1982), S. 22 f.

[10] Ders., S. 23.

[11] Vgl. Luck-Huyse, K. (1997), S. 125 f.

[12] Ders., S. 126.

[13] Vgl. Ebd..

[14] Wissmann, G. (1982), S. 25.

[15] Ders., S. 23.

[16] Vgl. Ebd..

[17] Vgl. Luck-Huyse, K. (1997), S. 39.

[18] Ders., S. 40.

[19] Vgl. Wissmann, G. (1982), S. 29 f.

[20] Voss, Johann Heinrich (1879), S. 54 ff.

Ende der Leseprobe aus 14 Seiten

Details

Titel
Utopien vom Fliegen
Untertitel
Frühe Flugmotive des Menschen im Wandel der Zeit
Hochschule
Helmut-Schmidt-Universität - Universität der Bundeswehr Hamburg
Note
1,7
Autor
Jahr
2010
Seiten
14
Katalognummer
V276268
ISBN (eBook)
9783656691006
ISBN (Buch)
9783656690962
Dateigröße
1100 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
utopien, fliegen, frühe, flugmotive, menschen, wandel, zeit
Arbeit zitieren
Sebastian Nothing (Autor:in), 2010, Utopien vom Fliegen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/276268

Kommentare

  • Noch keine Kommentare.
Im eBook lesen
Titel: Utopien vom Fliegen



Ihre Arbeit hochladen

Ihre Hausarbeit / Abschlussarbeit:

- Publikation als eBook und Buch
- Hohes Honorar auf die Verkäufe
- Für Sie komplett kostenlos – mit ISBN
- Es dauert nur 5 Minuten
- Jede Arbeit findet Leser

Kostenlos Autor werden