Die wirtschaftliche Situation macht es Unternehmern immer schwerer, sich am Markt zu behaupten. Ursprünglich gute Geschäftsideen scheitern immer öfter, da der Unternehmer mit den vielfältigen Erfordernissen des Marktes überfordert ist. Durch Wettbewerb, Kostendruck, aber auch mangels eigener Innovationskraft wird er zur Aufgabe gezwungen. Allein im Jahr 2005 waren ca. 37.900 Unternehmensinsolvenzen zu verzeichnen.
Die Gründung bzw. der Anschluss an einen geeigneten Verbund, z.B. an ein Franchise-System kann hier oftmals Abhilfe schaffen. In der Regel hat der Franchisegeber das Geschäft bereits erfolgreich betrieben und beschränkt sich in seiner Rolle des Franchisegebers auf die zentralen Dienstleistungen, wie beispielsweise Marketing, Einkauf und Qualitätssicherung, während sich der Franchisenehmer auf die Bearbeitung seines lokalen Marktes konzentrieren kann. Die Mischung von Individualwettbewerb der einzelnen Franchisenehmer und der Zentralisierung übergreifender Funktionen trägt insgesamt zu einer Wettbewerbsstärkung bei. Für kleine und mittlere Unternehmen mit einer überzeugenden Geschäftsidee kann Franchising eine Möglichkeit sein zu expandieren, ohne sich zu überfordern. Potenziellen Franchisegebern, die ihr Konzept zusammen mit Lizenznehmern umsetzen wollen, bieten sich zahlreiche Gestaltungsmöglichkeiten. Mit Franchising kann eine Kette aufgebaut und eine hohe Marktdurchdringung erreicht werden, ohne sich mit den typischen Problemen einer Filialisierung wie Kapitalbindung oder Personalführung zu belasten. Franchising ist eine Wachstumsstrategie, denn es können Produkte und Dienstleistungen regional oder überregional angeboten werden, deren Vertrieb auf herkömmlichen Wegen durch die anfallenden Vertriebskosten nicht mehr lukrativ wäre.
Die vorliegende Ausarbeitung soll nun den Aufbau eines Franchise-Systems darstellen.
Aus dem Inhalt:
- Idee-Ziel-Definition,
- Eignungsanalyse,
- Markt- und Erfolgsanalyse,
- Marketingkonzeption,
- Finanzplan,
- Franchise Vertrag
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Aufbau eines Franchise-Systems
2.1 Die Idee-Ziel-Definition
2.1.1 Strategiebeschreibung
2.1.2 Strategische Zielsetzung
2.1.3 Das Leistungs- oder Franchisepaket
2.1.4 Das Systemhandbuch
2.1.5 Die Systemzentrale
2.2 Franchise-Eignungsanalyse
2.3 Markt- und Erfolgsanalyse
2.4 Marketingkonzeption
2.4.1 Strategische Analyse
2.4.2 Unternehmens- und Marketingziel
2.4.3 Marketingstrategien
2.4.4 Marketing Mix
2.4.4.1 Produktmix
2.4.4.2 Konditionenmix
2.4.4.3 Distributionsmix
2.4.4.4 Kommunikationsmix
2.5 Corporate Identity
2.5.1 Ziele
2.5.1.1 Ziele nach innen
2.5.1.2 Ziele nach außen
2.5.2.1 Das Corporate Design
2.5.2.2 Die Corporate Communication
2.5.2.3 Das Corporate Behaviour
2.6 Finanzplanung
2.7 System-Erprobung
2.8 Franchisenehmer-Profil
2.8.1 Kontaktaufnahme
2.8.1.1 Anzeigen in Printmedien
2.8.1.2 Direktmedien
2.8.1.3 Public Relations
2.8.1.4 Messen
2.8.1.5 Veranstaltungen
2.8.1.6 Internet
2.8.2 Partnerwahl
2.9 Der Franchise Vertrag
2.10 Kooperationstests
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit verfolgt das Ziel, einen umfassenden Leitfaden für den Aufbau und die Konzeptionierung eines Franchise-Systems zu erstellen. Dabei wird untersucht, welche strategischen und operativen Schritte ein Franchisegeber unternehmen muss, um ein erfolgreiches Netzwerk aufzubauen und langfristig am Markt zu etablieren.
- Strategische Planung und Zieldefinition im Franchising
- Entwicklung des Leistungs- und Marketingkonzepts
- Finanzplanung und Liquiditätssicherung
- Anforderungskriterien und Auswahlprozess für Franchisenehmer
- Rechtliche Grundlagen und Gestaltung des Franchisevertrags
Auszug aus dem Buch
2.1.4 Das Systemhandbuch
Das Systemhandbuch auch Franchisehandbuch genannt, ist mit einem Drehbuch zu vergleichen. Es enthält alle Rahmenbedingungen für eine konstruktive Zusammenarbeit zwischen Franchisegeber und Franchisenehmer. Sollte es einmal zu einer Meinungsverschiedenheit kommen, bildet es die Basis zur Klärung der Situation. Dabei ist der Franchisegeber für die Werthaltigkeit der von ihm erbrachten Leistungen (Know-how) und dem daraus vom Franchisenehmer zu ziehenden Nutzen darlegungs und beweispflichtig.6
Das Handbuch ist als Rückgrat des Franchisesystems anzusehen und fasst alle bisher gesammelten Erfahrungen des Franchisegebers zusammen. Es dokumentiert alle systematisch auf einander abgestimmten Betriebsabläufe und gibt eine Art Anleitung zu den, im Franchisevertrag geregelten, Pflichten und Rechte. Wird es optimal angewendet, sichert es einen gemeinsamen und einheitlichen Marktauftritt. Natürlich wird es regelmäßig vom Franchisegeber aktualisiert und ergänzt. In modernen Franchisesystemen verbreiten sich auch immer häufiger „Elektronische Handbücher“. Dies hat Vorteile für alle Systembeteiligte: Der Franchisegeber kann Änderungen schnell und kostengünstig vornehmen und hat gleichzeitig einen Kontrollmechanismus geschaffen, um z.B. die Nutzung des Handbuches durch die Franchisenehmer anhand der Anzahl der „Klicks“ nachzuweisen. Der Franchisenehmer hingegen kann durch spezielle Suchfunktionen schnell und gezielt Informationen ansteuern.
Es muss so gestaltet sein, dass es allgemein verständlich und nachvollziehbar ist, damit der Franchisenehmer sowie jeder, bei Bedarf auch seine Angestellten im Alltag damit arbeiten kann.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung beleuchtet die wirtschaftliche Herausforderung für Unternehmer und stellt das Franchising als eine effektive Wachstumsstrategie zur Marktdurchdringung ohne die Belastungen der Filialisierung dar.
2. Aufbau eines Franchise-Systems: Dieses Hauptkapitel erläutert detailliert die notwendigen Schritte zum Aufbau eines Franchise-Systems, von der Zieldefinition über die Marketingkonzeption und Finanzplanung bis hin zur rechtlichen Gestaltung und Partnerakquisition.
Schlüsselwörter
Franchising, Franchisegeber, Franchisenehmer, Systemzentrale, Franchise-System, Systemhandbuch, Marketingkonzeption, Finanzplanung, Markenaufbau, Unternehmensstrategie, Partnerwahl, Franchisevertrag, Marktdurchdringung, Geschäftskonzept, Wettbewerbsfähigkeit.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit behandelt den systematischen Aufbau und die strategische Konzeptionierung eines Franchise-Systems aus der Perspektive des Franchisegebers.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Zentrale Themen sind die strategische Ausrichtung, das Marketing, die Finanzplanung, der Aufbau der Systemzentrale, die Auswahl von Partnern sowie die vertragliche Gestaltung der Kooperation.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, einen praktischen Leitfaden zu bieten, wie ein bestehendes inhabergeführtes Unternehmen in ein erfolgreiches, multiplizierbares Franchise-System umgewandelt werden kann.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Analyse sowie der Auswertung von Fachliteratur und einschlägiger Rechtsprechung zum Thema Franchising.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in verschiedene Phasen: von der Ideendefinition und Eignungsanalyse über die detaillierte Marketing- und Organisationskonzeption bis hin zur operativen Partnerakquisition und Vertragsgestaltung.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Franchising, Systemzentrale, Franchise-System, Marketingkonzeption, Finanzplanung und Franchisevertrag geprägt.
Welche Bedeutung kommt dem Systemhandbuch laut der Arbeit zu?
Das Systemhandbuch dient als „Drehbuch“ und Rückgrat des Systems, welches alle Betriebsabläufe dokumentiert, Rechte und Pflichten regelt und einen einheitlichen Marktauftritt sichert.
Warum ist die Liquiditätsplanung bei Franchisenehmern so kritisch?
Die Arbeit betont, dass viele Insolvenzen junger Unternehmen auf Liquiditätsschwierigkeiten in den ersten fünf Jahren zurückzuführen sind, da der Kapitalbedarf oft unterschätzt wird.
Welche Rolle spielt die Corporate Identity bei einem Franchise-System?
Die Corporate Identity ist entscheidend, um das Geschäftskonzept kalkulierbar zu machen, den Markenaufbau zu stützen und lokalen Separatismus der Franchisenehmer zu verhindern.
Wie sollte laut Autor bei der Partnerwahl vorgegangen werden?
Es wird die Entwicklung eines Franchisenehmer-Profils empfohlen, um aus der Masse der Bewerber die wirklich geeigneten Kandidaten herauszufiltern und so die Profitabilität und den Erfolg des Systems langfristig zu sichern.
- Quote paper
- Sandra Hofer (Author), 2006, Aufbau eines Franchise-Systems, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/276320