Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Texte veröffentlichen, Rundum-Service genießen
Zur Shop-Startseite › VWL - Finanzwissenschaft

Verschuldungsgrenzen in der EU. Gegenüberstellung aktueller Regelungen

Titel: Verschuldungsgrenzen in der EU. Gegenüberstellung aktueller Regelungen

Seminararbeit , 2010 , 25 Seiten , Note: 1,3

Autor:in: Marco Pleßner (Autor:in)

VWL - Finanzwissenschaft
Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

Das Thema Staatsverschuldung rutscht auf der Prioritätenskala der Gesamtbevölkerung nicht zuletzt seit Ausbruch der globalen Finanzkrise und der Griechenland-Krise stetig nach oben. Nebst aufgrund krisenbedingter fiskalpolitischer Intervention stark negativen öffentlichen Finanzierungssalden und wachsenden Schuldenbergen weltweit, welche das öffentliche Interesse stark anwachsen ließen, führt eine aktuelle Studie von Reinhart und Rogoff den Nachweis, dass sich das Wachstum entwickelter Volkswirtschaften deutlich verlangsamt, wenn die Schuldenstandquote, also der Schuldenstand in Prozent des Bruttoinlandsproduktes (BIP), 90% übersteigt (Reinhart/Rogoff 2010, S. 2f.). Selten gelingt es Ländern, aus diesen hohen Schulden aus eigener Kraft „herauszuwachsen“. Bereits Adam Smith mahnte das seines Erachtens leichtfertige Anhäufen enormer Schuldenstände europäischer Nationen im 18. Jahrhundert in seinem Hauptwerk „An Inquiry into the Nature and Causes of the Wealth of Nations“ an (Smith 2005, S. 753), obschon deren quantitative Dimension im Vergleich mit den rezenten Schuldenständen eher gering erscheint.
In der finanzwissenschaftlichen Literatur wird daher stets auf die Wichtigkeit effektiver Verschuldungsregeln zur Herstellung fiskalischer Disziplin hingewiesen (vgl. Alesina/Perotti 1996, S. 401ff.). Verfassungen vieler Länder und Wirtschaftsräume verfügen bereits über derartige Restriktionen. Haushalte, welche nicht kompatibel mit den im Gesetz kodifizierten Verschuldungsregeln sind, sollten weder vom Parlament verabschiedet noch von der Regierung ausgeführt werden (Bischoff/Gohout 2009, S. 2).
Im Rahmen der vorliegenden Arbeit sollen ausgewählte Verschuldungsregeln in der EU einer vergleichenden Analyse unterzogen werden. Nach einer knappen Darstellung von Gründen für die Notwendigkeit von Verschuldungsgrenzen stehen die finanzpolitischen Kriterien des Stabilitäts- und Wachstumspaktes (Kapitel 3), die im Jahr 2003 in Kraft getretene Schweizer Schuldenbremse (Kapitel 4) und die deutsche Schuldenbremse (Kapitel 5), welche Verfassungscharakter hat und das Verschuldungsverhalten von Bund und Ländern ab 2016 resp. 2020 regulieren soll, im Fokus. Die Funktionsweisen sowie Vor- und Nachteile der jeweiligen Regelungen werden zunächst separat untersucht und in Kapitel 6 mit Blick auf zentrale Kriterien wie Symmetrie, Flexibilität, Transparenz, Komplexität und Effektivität einander gegenübergestellt. Schließlich wird die Analyse durch ein Fazit abgerundet.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Gründe für die Notwendigkeit von Verschuldungsgrenzen

3 Zum Stabilitäts- und Wachstumspakt

3.1 Die Konvergenzkriterien

3.2 Ausgewählte Kritikpunkte

4 Zur schweizerischen Schuldenbremse

4.1 Der Mechanismus der Schuldenbremse

4.2 Bisherige Erfahrungen und Probleme

5 Zur deutschen Schuldenbremse

5.1 Die Konzeption der Föderalismuskommission II

5.2 Prognosen und Kritik

6 Vor- und Nachteile der Regelungen im Vergleich

7 Fazit

Zielsetzung & Themen der Seminararbeit

Die Arbeit analysiert und vergleicht verschiedene Verschuldungsregeln innerhalb der Europäischen Union, der Schweiz und Deutschlands, um deren Wirksamkeit bei der Herstellung fiskalischer Disziplin zu bewerten. Dabei steht die Untersuchung von Mechanismen zur Begrenzung öffentlicher Defizite und Schuldenstände im Kontext aktueller wirtschaftlicher Krisen im Mittelpunkt der Forschungsfrage.

  • Theoretische Grundlagen zur Notwendigkeit von Verschuldungsgrenzen
  • Analyse des Stabilitäts- und Wachstumspaktes (SWP) in der EU
  • Funktionsweise und Erfahrungen mit der schweizerischen Schuldenbremse
  • Konzeption und Prognosen zur deutschen Schuldenbremse
  • Vergleichende Evaluierung anhand von Kriterien wie Symmetrie, Flexibilität und Transparenz

Auszug aus dem Buch

1 Einleitung

Das Thema Staatsverschuldung rutscht auf der Prioritätenskala der Gesamtbevölkerung nicht zuletzt seit Ausbruch der globalen Finanzkrise und der Griechenland-Krise stetig nach oben. Nebst aufgrund krisenbedingter fiskalpolitischer Intervention stark negativen öffentlichen Finanzierungssalden und wachsenden Schuldenbergen weltweit (siehe Abbildung 1), welche das öffentliche Interesse stark anwachsen ließen, führt eine aktuelle Studie von Reinhart und Rogoff den Nachweis, dass sich das Wachstum entwickelter Volkswirtschaften deutlich verlangsamt, wenn die Schuldenstandquote, also der Schuldenstand in Prozent des Bruttoinlandsproduktes (BIP), 90% übersteigt (Reinhart/Rogoff 2010, S. 2f.). Selten gelingt es Ländern, aus diesen hohen Schulden aus eigener Kraft „herauszuwachsen“, weswegen bereits Adam Smith das seines Erachtens leichtfertige Anhäufen enormer Schuldenstände europäischer Nationen im 18. Jahrhundert in seinem Hauptwerk „An Inquiry into the Nature and Causes of the Wealth of Nations“ anmahnte (Smith 2005, S. 753), obschon deren quantitative Dimension im Vergleich mit den rezenten Schuldenständen eher gering erscheint.

In der finanzwissenschaftlichen Literatur wird daher stets auf die Wichtigkeit effektiver Verschuldungsregeln zur Herstellung fiskalischer Disziplin hingewiesen (vgl. Alesina/Perotti 1996, S. 401ff.). Verfassungen vieler Länder und Wirtschaftsräume verfügen bereits über derartige Restriktionen. Haushalte, welche nicht kompatibel mit den im Gesetz kodifizierten Verschuldungsregeln sind, sollten weder vom Parlament verabschiedet noch von der Regierung ausgeführt werden (Bischoff/Gohout 2009, S. 2).

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problematik der Staatsverschuldung ein und begründet die Relevanz von Verschuldungsregeln im Kontext globaler Finanzkrisen.

2 Gründe für die Notwendigkeit von Verschuldungsgrenzen: Hier werden ökonomische, sozioökonomische und politisch-institutionelle Faktoren dargelegt, die zur Entstehung übermäßiger öffentlicher Schulden führen.

3 Zum Stabilitäts- und Wachstumspakt: Dieses Kapitel erläutert die Konvergenzkriterien des SWP und diskutiert kritische Aspekte wie mangelnde Flexibilität und Anreizprobleme.

4 Zur schweizerischen Schuldenbremse: Die Darstellung konzentriert sich auf den spezifischen Mechanismus der Schweizer Schuldenbremse sowie deren bisherige Erfahrungen und operative Herausforderungen.

5 Zur deutschen Schuldenbremse: Hier werden die Konzepte der Föderalismuskommission II analysiert sowie Prognosen und Kritikpunkte bezüglich der deutschen Regelung erörtert.

6 Vor- und Nachteile der Regelungen im Vergleich: Dieses Kapitel stellt die untersuchten Verschuldungsregeln einander gegenüber und bewertet sie anhand zentraler Kriterien wie Symmetrie, Transparenz und Effektivität.

7 Fazit: Die abschließende Zusammenfassung resümiert die Erkenntnisse zur Wirksamkeit der Verschuldungsregeln und gibt einen Ausblick auf die zukünftige Entwicklung.

Schlüsselwörter

Staatsverschuldung, Verschuldungsregeln, Stabilitäts- und Wachstumspakt, Schuldenbremse, Fiskalpolitik, Konvergenzkriterien, Haushaltsdefizit, Konjunkturfaktor, Föderalismuskommission II, Finanzierungssaldo, öffentliche Finanzen, fiskalische Disziplin, intergenerative Gerechtigkeit.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht, wie verschiedene fiskalische Verschuldungsregeln dazu beitragen können, die Staatsverschuldung zu begrenzen und fiskalische Disziplin sicherzustellen.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Die Schwerpunkte liegen auf dem Stabilitäts- und Wachstumspakt der EU, der schweizerischen Schuldenbremse und dem deutschen Modell der Föderalismuskommission II.

Welches primäre Ziel verfolgt die Arbeit?

Ziel ist der vergleichende Analyse und die Bewertung der Eignung dieser drei spezifischen Regelungen zur Vermeidung einer übermäßigen Staatsverschuldung.

Welche wissenschaftliche Methode wird primär verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer vergleichenden Analyse bestehender finanzwissenschaftlicher Literatur und empirischer Daten zu den genannten Verschuldungsmechanismen.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Im Hauptteil werden zunächst die Gründe für Verschuldung erläutert, gefolgt von einer detaillierten Untersuchung und Kritik der EU-, Schweizer und deutschen Verschuldungsregeln.

Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?

Die wichtigsten Begriffe sind Staatsverschuldung, Schuldenbremse, fiskalische Disziplin und die verschiedenen Stabilitätsmechanismen der betrachteten Regionen.

Wie unterscheidet sich die schweizerische Schuldenbremse vom Stabilitäts- und Wachstumspakt der EU?

Während der SWP primär als Defizitregel mit Sanktionscharakter fungiert, basiert die schweizerische Regel auf einem symmetrischen Ausgabenplafond-Mechanismus, der konjunkturelle Schwankungen über den Zeitverlauf ausgleicht.

Welche Rolle spielt das Kontrollkonto bei der deutschen Schuldenbremse?

Es dient nach dem Vorbild der Schweiz als Instrument, um nicht antizipierte Verschuldungen oder Prognosefehler zu erfassen und deren Abbau innerhalb definierter Grenzen sicherzustellen.

Ende der Leseprobe aus 25 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Verschuldungsgrenzen in der EU. Gegenüberstellung aktueller Regelungen
Hochschule
Universität Kassel
Veranstaltung
Öffentliche Verschuldung
Note
1,3
Autor
Marco Pleßner (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2010
Seiten
25
Katalognummer
V276368
ISBN (eBook)
9783656692942
ISBN (Buch)
9783656694151
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Verschuldungsgrenzen
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Marco Pleßner (Autor:in), 2010, Verschuldungsgrenzen in der EU. Gegenüberstellung aktueller Regelungen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/276368
Blick ins Buch
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
Leseprobe aus  25  Seiten
Grin logo
  • Grin.com
  • Versand
  • Kontakt
  • Datenschutz
  • AGB
  • Impressum