Die Frauenbewegung. Selbstorganisation und Soziale Bewegungen


Hausarbeit, 2013
17 Seiten, Note: 1,3

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Definition
1͘1 bgrenzung zum Begriff „Feminismus“

2. Die Erste Welle der Frauenbewegung

3. Die „zweite Welle“ - Die Moderne Frauenrechtsbewegung zwischen 1968 - 1990

4. Die dritte Welle der Frauenbewegung
4.1 Louise Otto-Peters (1819 - 1895)
4.2 Clara Zetkin
4.3 Anita Augspurg
4.4 Alice Sophie Schwarzer

5. Porträts

6. Quellenverzeichnis:

Internetquellen:

1. Definition

Der Begriff „Frauenbewegung“ bezeichnet alle kollektiven, in Gruppen, Organisationen und Netzwerken organisierten Bestrebungen welche Frauen in allen Lebensbereichen, in Gesellschaft, Staat und Kultur sowie in der Privatsphäre gleiche Rechte und Teilhabe an gesellschaftlichen und ökonomischen Ressourcen sowie politischer Macht verschaffen.1

Somit sind Frauenbewegungen als politische wie auch als kulturelle Bewegungen gekennzeichnet und verfolgen unter anderem die folgenden Ziele:

- gleiche gesellschaftliche und politische Verhältnisse für Frauen und Männer
- Veränderung der Lebensweise und Veränderung kultureller Praktiken und Normen im

Geschlechterverhältnis die der Selbstbestimmung und Rechtsgleicheit von Frauen im öffentlichen und privaten Leben entgegenstehen2

Die Frauenbewegung ist eine beispielhaft moderne Bewegung denn sie geht von der Veränderbarkeit der Verhältnisse und der „Machbarkeit“ von Geschichte aus͘ Frauen sind allerdings nicht nur Teil der Frauenbewegungen sondern haben aufgrund ihrer unterschiedlichen Zugehörigkeiten und auch als „Hälfte“ der Menschheit an vielen anderen politischen, religiösen, kulturellen und sozialen Bewegungen teil und initiieren diese mit. Frauenbewegungen stellen somit nur einen Teil des gesellschaftlichen Engagements von Frauen dar.3

Frauenbewegungen lassen sich in „drei Wellen“ einteilen͘ Während der ersten Frauenbewegung welche von 1843 (1865) bis zum Anfang der 1960er Jahre dauerte, wollte man eine politische Gleichberechtigung erreichen. Sie kämpfte daher für mehr Bürgerrechte, darunter das Wahlrecht, den Zugang zu Bildung und die Abschaffung der Vernunftehe.

Die Zweite Welle dauerte von 1960 bis 1990. Während dieser Zeit sollte eine Verankerung der Gleichberechtigung im Grundgesetz durchgesetzt werden. So sollte beispielsweise eine Reform des § 218 stattfinden und das Recht, ohne Erlaubnis des Mannes arbeiten zu dürfen sollte erkämpft werden. Es ging aber auch um mehr Rechte bei der Eheschließung. Man wollte während dieser Zeit also der Diskriminierung von Frauen und Müttern ein Ende bereiten. So entstanden während der zweiten Bewegung nach und nach immer mehr Frauenzentren, Frauenhäuser, Frauenzeitschriften. Das Ziel war also nicht nur, dass Frauen mehr Rechte erhalten sollten, sondern auch dass soziale Benachteiligungen bekämpft werden.

Die dritte Welle, in Deutschland ist unter dem Motto “Der neue Feminismus” bekannt und löste nur einige wenige Debatten (Krippen-Debatte 2007, Frauenquote 2011) aus, bevor sie wieder aus den Schlagzeilen verschwand. Der neuen Frauenbewegung die ab den 1990er Jahren einsetzte, fehlt es nicht an Themen. Das zentrale Problem ist, dass die Anliegen der Frauen heute zu den schwierigsten Problemen der Gesellschaft gehören. Das heißt, es geht nicht mehr um Freiheit und Unabhängigkeit, sondern es geht um soziale Gerechtigkeit und Chancengleichheit, um Geschlechtergerechtigkeit. Dieser Kampf ist ein zäher Kampf, denn jetzt geht es ernsthaft um das Teilen von Privilegien und Macht.4

1.1 Abgrenzung zum Begriff „Feminismus“

Der Begriff „Feminismus“ hat im Deutschen - im Gegensatz zum Sprachgebrauch im Englischen und Französischen Sprachraum wo sie eher im gleichen Sinne wie Frauenbewegung verwendet werden - eine spezifische Bedeutung. So wurde der Begriff im deutschen Terminus zunächst vor allem denunziatorisch oder abwertend von den Gegnern der Frauenbewegung verwendet und hat erst mit der neuen Frauenbewegung Eingang in die Alltagssprache gefunden.

In der Selbstbeschreibung welche sehr an die internationale Frauenbewegung angelehnt ist bedeutete „feministisch“ im Unterschied zu allen vorherigen Bestrebungen eine sehr viel grundsätzlichere und radikale Kritik an der Unterordnung und Unterdrückung der Frauen in Gesellschaft, Staat und Kultur, insbesondere an einer symbolischen Ordnung, die Männlichkeit bzw. das Männliche zum Maßstab allen Denkens und Normierens gemacht hat.

Nach wie vor ist der Begriff „Feminismus“ allerdings anstößig und gibt Anlass zu viel Polemik und Missverständnissen.5

2. Die Erste Welle der Frauenbewegung

Ungefähr im Jahr 1843 wurde den ersten Frauen in Deutschland bewusst, dass sie in einer von Männern dominierten Gesellschaft leben. Eine dieser Frauen, die dieses erkannten war Luise Otto-Peters. Sie sollte ein paar Jahre später die Frauenrechtlerin der ersten Stunde werden. Doch noch war die Zeit nicht gekommen, dass die Frauen die Macht ergriffen. Bevor nun der Startschuss für die Frauenbewegung fiel, gründete Louise Otto Peters noch im Jahre 1849 eine eigene politische Zeitschrift nur für Frauen. Hierzu kann gesagt werden, dass dieses zu dieser Zeit sehr ungewöhnlich war, insbesondere für eine Frau. Langsam aber sicher nahm nun die Frauenbewegung also Fahrt auf. Das Ziel der Frauenrechtlerinnen der ersten Stunde wurde nun auch formuliert. Und zwar waren die ersten Frauenrechtlerinnen der Meinung, dass man Mündigkeit und Selbständigkeit nur dann erreichen kann, wenn man das Recht auf Bildung sowie Arbeit hat.6

Im Jahre 1865 und zwar vom 16 bis 19 Oktober war es dann soweit. Nicht nur das in diesem Zeitraum die erste Frauenkonferenz stattfand, unter Leitung von Louise Otto-Peters, in diesen drei Tagen wurde auch der Allgemeine Deutsche Frauenverein gegründet. Damit begann nun die organsierte Form der Frauenbewegung und diese sorgte für lebhafte Diskussionen in Deutschland. Dabei griff der Allgemeine Deutsche Frauenverein, auch Themen auf die auch sicherlich heute noch teilweise aktuell sind, wie zum Beispiel die Chancengleichheit im Beruf oder die Forderung nach gleichem Lohn usw..7

Im Jahre 1894 wurde dann der Frauenweltverbund gegründet. Da in diesem nur nationale Dachorganisationen aufgenommen werden konnten, gründete sich der Bund Deutscher Frauenvereine, kurz BDF. Diesem traten unheimlich viel Vereine bei, waren es im Jahre 1895 65 Vereine die dem BDF angehörten, so waren es ca. 18 Jahre später also 1913 insgesamt 2200 Vereine. Der Bund Deutscher Frauenvereine kann also auf eine rasante und gute Entwicklung zurückblicken. Allerdings war es von Anfang an problematisch, die verschiedenen Richtungen der Frauenbewegung so auszuloten, dass sie sich in die gleiche Richtung bewegen.

Dieses funktionierte nur Ansatzweise, denn zum Beispiel trat die proletarische Frauenbewegung die von der Frauenrechtlerin Clara Zetkin geführt wurde, nie dem BDF bei.

Sie traten aber auch deshalb nicht bei, weil die proletarische Frauenbewegung andere Ansichten als die bürgerliche Frauenbewegung hatte. Aber auch innerhalb der bürgerlichen Frauenbewegung selbst gab es Probleme. So gab es innerhalb der bürgerlichen Frauenbewegung mehrere Flügel.8

Was ist aber sonst noch so in der ersten Welle der Frauenbewegung passiert? 1908 wurde zum Beispiel das Vereinsgesetz eingeführt, diese ermöglichte den Frauen zum ersten Mal Mitglied in politischen Parteien zu werden. Zur Gründung des ersten internationalen Frauentages kam es dann im Jahre 1911. Gegründet wurde dieser von der Anführerin der proletarischen Frauenbewegung Clara Zetkin. Und 1915 wurde in Den Haag beim internationalen Frauenfriedenskongress der Nationale Frauendienst, kurz NFD gegründet. Der Frauenfriedenskongress hatte auch eine Überraschung zu verzeichnen, denn erstmals arbeiteten bei diesem Frauen aus dem sozialdemokratischen und bürgerlichen Lager zusammen.9

Und dann endlich war es weit, die Weimarer Republik brachte das lang ersehnet Wahlrecht für die Frauen. Nur wenige Wochen nachdem die Monarchie gestürzt wurde und zwar im November 1918, da wurde ein Gesetz verabschiedet, das dazu führte, dass es von dort an nicht nur ein striktes Verhältniswahlrecht gab. Es führte auch dazu, dass nun endlich alle Männer sowie Frauen ab 21 Jahren Wahlrecht hatten und zwar das aktive sowie auch passive Wahlrecht. Damit konnten die Frauen endlich gleichberechtigt wählen bzw.

überhaupt wählen. Das wichtigste Ziel der Frauenbewegung, die Einführung des Frauenwahlrechts war somit erreicht. Daraufhin lösten sich einige Frauenvereine auf. Wieder andere benannte sich um. Wie auch zum Beispiel der Allgemeine Deutsche Frauenverein, dieser benannte sich in Deutscher Staatsbürgerinnenverband um. Aber eins hatten alle Frauenvereine gemeinsam, sie riefen ihre ehemaligen oder aktiven Mitglieder dazu auf sich rege bei den anstehenden Wahlen zu beteiligen und das haben diese auch getan.10

Denn fast 90% beteiligten sich an den Wahlen.

Am 6 Februar 1919 wurde in Weimar die verfassungsgebende Versammlung eröffnet und bei dieser waren knapp 10 Prozent der Abgeordneten Frauen. Dieser Anteil von Frauen wurde erst 64 Jahre später, also im Jahre 1983, wieder erreicht.

Und dann endlich, 10 Tage nachdem bekannt war, dass 10 Prozent der Abgeordneten Frauen sind, sprach Marie Juchacz als erste Frau vor einem deutschen Parlament und der Erfolg der Frauenbewegung ging weiter. Denn die Frauen im Parlament setzten eine Reihe von „Frauengesetzen“ durch wie zum Beispiel die Erweiterung des Mutterschutzes oder das Jugendwohlfahrtsgesetz von 1920. Aber noch viele weitere Gesetze wurden mit Hilfe der Parlamentarierinnen eingeführt.11

Doch dann fand der Erfolg der Frauenbewegung ein jähes Ende. Denn mit der Ernennung Adolf Hitlers zum Reichskanzler wollte sich der Bund Deutscher Frauen nur noch auflösen. Der Grund war das sie der Gleichschaltung entgehen wollten. Somit blieb ihnen keine andere Wahl als sich selbst aufzulösen. Vorher wurde der BDF noch aufgefordert sich den Anschauungen der Partei Hitlers, der NSDAP anzuschließen. Dieses war aber nicht gewollt und bedeutete somit, das momentane Ende der selbständigen Frauenbewegung in Deutschland.12

Ab 1945 war die erste Welle der Frauenbewegung stark durch die Entstehung erster Frauenorganisationen geprägt. Diese schlossen sich unmittelbar nach der Befreiung Deutschlands zusammen und wollten am politischen Wiederaufbau der späteren Bundesrepublik teilhaben. Die deutschen Frauen erhoben von Beginn an den Anspruch an dem demokratischen (Wieder-) Aufbauprozess beteiligt zu werden und setzten sich sehr stark für die Gleichberechtigung ihres Geschlechts ein.

Ein (Wieder-)Aufbauprozess ohne eine gleichberechtigte Mitwirkung und Teilhabe der Frauen an allen relevanten gesellschaftlichen Entscheidungsprozessen und ihre Übernahme von Mitverantwortung im Staat war für die Frauen in dieser Zeit unvorstellbar.

[...]


1 vgl. Gerhard, Ute

2 vgl. http://wissen.woxikon.de/frauenbewegung

3 vgl. Gerhard, Ute

4 vgl. http://frauen-macht-druck.com/?page_id=85

5 vgl. Gerhard, Ute

6 Vgl.Nave-Herz, Rosemarie (1997): Die Geschichte der Frauenbewegung in Deutschland. URL: http://nibis.ni.schule.de/nli1/rechtsx/nlpb/pdf/Gender/frauenbewegung.pdf. S.7.

7 Vgl. Irkutsker Deutsche Zeitung (2011): Die Anfänge der Frauenbewegung in Deutschland. URL: http://www.irkutsker-deutsche-zeitung.ru/2011/04/04/die-anfange-der-frauenbewegung-in-deutschland/.

8 Vgl. Bundeszentrale für politische Bildung(2013): Die Frauenbewegung organisiert sich. URL: http://www.bpb.de/gesellschaft/gender/frauenbewegung/35256/aufbauphase-im-kaiserreich?p=1.

9 Vgl. Hochschule Regensburg (2013): Geschichte der Frauenbewegung 1789-1945. URL: http://www.hs- regensburg.de/uploads/media/Zeitstrahl_Geschichte_der_Frauenbewegung.pdf.

10 Vgl. Bundeszentrale für politische Bildung(2013):Bubikopf und kurze Röcke. URL: http://www.bpb.de/gesellschaft/gender/frauenbewegung/35265/weimarer-republik.

11 Ebd.

12 Vgl. Bundeszentrale für politische Bildung (2013):Ein Ende mit Schrecken. URL: http://www.bpb.de/gesellschaft/gender/frauenbewegung/35269/frauen-im-nationalsozialismus.

Ende der Leseprobe aus 17 Seiten

Details

Titel
Die Frauenbewegung. Selbstorganisation und Soziale Bewegungen
Hochschule
Hochschule Koblenz (ehem. FH Koblenz)  (Sozialwissenschaften)
Veranstaltung
Selbstorganisation und Soziale Bewegungen
Note
1,3
Autoren
Jahr
2013
Seiten
17
Katalognummer
V276388
ISBN (eBook)
9783656692881
ISBN (Buch)
9783656695394
Dateigröße
896 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
frauenbewegung, selbstorganisation, soziale, bewegungen
Arbeit zitieren
Rebi K. (Autor)Sabine Birkner-Rudnik (Autor), 2013, Die Frauenbewegung. Selbstorganisation und Soziale Bewegungen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/276388

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