Angehörige sind fester Bestandteil in der häuslichen Pflege. Sie gehören ebenso zum Bild in der außerklinischen Beatmung wie die Patienten. Und hier sind häufig emotionale Momente und Krisen verbunden. Es zeigt sich, dass gute Kommunikation die Basis für jegliches Zusammenarbeiten ist. Die Kommunikation kann sich zwischen einzelnen Pflege-Teammitgliedern als ebenso schwierig darstellen wie zwischen Pflegenden und Patienten und/oder Pflegenden und Angehörigen. Dies führt manchmal sogar dazu, dass auf die Form der professionellen Kommunikation verzichtet bzw. diese gänzlich unterlassen wird.
Doch warum fällt es Pflegenden im Team so schwer, eine stressfreie Kommunikation zu Teammitgliedern (und Angehörigen) aufzubauen, obwohl es den meisten in der Interaktion mit den Patienten ohne Schwierigkeit gelingt? In der vorliegenden Arbeit wird aufgezeigt, was ein Team sein kann, welche Führungsstile es gibt und welchen Stellenwert die Kommunikation und die damit verbundenen Bedürfnisse haben.
Ziele dieser Facharbeit sollen sein, einerseits einen Denkanstoß zu geben und andererseits Interesse zu wecken, sich mit diesen Themen auseinander zu setzen. Eine gute Kommunikation fällt nicht vom Himmel, es sollte täglich daran gearbeitet werden. Sie hilft dabei, eine gute Beziehung – ob im Team oder mit Patienten und deren Angehörigen – aufzubauen. In einer von Wertschätzung gestalteten Arbeitsatmosphäre ist darüber nachzudenken, ob dies die tägliche Arbeit erleichtert und nebenbei bereichern kann.
Inhaltsverzeichnis
1. Vorwort
2. Einleitung
3. Team oder (Arbeits-) Gruppe
3.1. Was ist eine Gruppe, was wird allgemein darunter verstanden?
3.1.1. Primärgruppen
3.1.2. Sekundärgruppen
3.2. Merkmale eines Teams
3.3. Vier Phasen Entwicklungsprozess einer Kleingruppe
3.4. Was also ist ein Team, welcher Leitungsstil ist der beste?
4. Kommunikation und Bedürfnisse
4.1. Die 4 Seiten einer Nachricht
4.2. Wozu dient Kommunikation?
4.3. Ist optimale Kommunikation möglich?
4.4. Ist Kommunikation also schwierig?
5. Besondere Situation der häuslichen 24 Std. Pflege
5.1. Die Bedürfnisse der Pflegenden
5.2. Bedürfnisse der ersten Ebene
5.3. Bedürfnisse der zweiten Ebene
5.4. Bedürfnisse der dritten Ebene
5.5. Bedürfnisse der vierten Ebenen
5.6. Bedürfnisse der Fünften Ebene
6. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die Facharbeit untersucht die Herausforderungen der Kommunikation und Teamdynamik in der ambulanten, außerklinischen 24-Stunden-Beatmungspflege. Ziel ist es, die Bedeutung von Bedürfnissen, Führungsstilen und Interaktionsprozessen zu analysieren, um das Verständnis für soziale Spannungen im Arbeitsalltag zu schärfen und Möglichkeiten für eine verbesserte Arbeitsatmosphäre und Teamzufriedenheit aufzuzeigen.
- Grundlagen der Gruppen- und Teamentwicklung im Gesundheitswesen.
- Kommunikationsmodelle und ihre Anwendung in Stresssituationen.
- Analyse menschlicher Bedürfnisse basierend auf der Bedürfnispyramide nach Maslow.
- Besonderheiten und Belastungsfaktoren der ambulanten 24-Stunden-Pflege.
- Reflexion über die Eigenverantwortung im beruflichen Kommunikationsverhalten.
Auszug aus dem Buch
3.2. Merkmale eines Teams
Das Team als eine bemerkenswerte Form einer Arbeitsgruppe, die er mit folgenden Merkmalen darstellt, zitiert Wirsing hier nach Chrobok:
„Ein Team ist eine Gruppe von Menschen, - deren Fähigkeiten einander ergänzen, - die sich für einen gemeinsamen Zweck [das Wohl des Patienten], gemeinsame Leistungsziele und einen gemeinsamen Arbeitseinsatz engagieren, - die gemeinsam Verantwortung tragen, [Jeder der sich montags im Dienst befindet, bestellt beim zuständigen Arzt die fehlenden Medikamente.] - die Abläufe und Aufgabenverteilungen innerhalb von Vorgaben selbstverantwortlich regeln, Charakteristisches Merkmal ist die gemeinsame Leistungsverantwortung.“ (Wirsing, 2000, 357)
Bis eine Gruppe von Mitarbeitern jedoch zu einem Team zusammenwächst und sich ein Wir-Gefühl verbreiten kann, sollten sich alle Kollegen darauf einlassen, an der Entwicklung mitzuhelfen. Dies funktioniert allerdings nur, wenn alle Pflegenden bereit sind „Teamplayer“ zu werden. (ebenda,357)
Zusammenfassung der Kapitel
1. Vorwort: Die Autorin reflektiert ein persönliches Erlebnis, das den Anstoß gab, den wertschätzenden Umgang mit Kollegen und Patienten zum Thema der Arbeit zu machen.
2. Einleitung: Es wird die Relevanz der Kommunikation in der außerklinischen Beatmungspflege hervorgehoben und die Fragestellung nach der Schwierigkeit von Teamkommunikation eingeleitet.
3. Team oder (Arbeits-) Gruppe: Die Unterscheidung zwischen Gruppen und Teams wird theoretisch erörtert, inklusive der Entwicklungsphasen einer Kleingruppe und verschiedener Führungsstile.
4. Kommunikation und Bedürfnisse: Grundlagen der Kommunikation werden anhand von Modellen wie dem 4-Seiten-Modell nach Schulz von Thun und der Bedürfnispyramide nach Maslow erläutert.
5. Besondere Situation der häuslichen 24 Std. Pflege: Die spezifischen Herausforderungen dieses Settings werden detailliert analysiert und die Bedürfnisse der Pflegenden auf fünf Ebenen aufgeschlüsselt.
6. Fazit: Die Arbeit schließt mit dem Appell, Kommunikation als professionelle pflegerische Handlung zu begreifen und die eigenen sowie die Bedürfnisse der Kollegen aktiv zu berücksichtigen.
Schlüsselwörter
Außerklinische Beatmung, Kommunikation, Teamentwicklung, Bedürfnispyramide, ambulante Pflege, Interaktion, Teamarbeit, Führungsstil, Maslow, Ruth Cohn, Schulz von Thun, Stressfaktoren, Wertschätzung, Arbeitsklima, 24-Stunden-Pflege.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Facharbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit den komplexen Anforderungen an Teamarbeit und Kommunikation in der ambulanten, außerklinischen 24-Stunden-Beatmungspflege.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Felder umfassen Gruppendynamik, Kommunikationsmodelle, menschliche Grundbedürfnisse und deren Einfluss auf das Arbeitsverhalten.
Welches primäre Ziel verfolgt die Autorin?
Das Ziel ist es, ein tieferes Verständnis für Störungen in der Kommunikation zu entwickeln und Pflegende zu motivieren, durch bewusstere Interaktion eine wertschätzendere Arbeitsatmosphäre zu schaffen.
Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse psychologischer und pflegewissenschaftlicher Konzepte, ergänzt durch eigene berufliche Beobachtungen und eine kleine Meinungsumfrage.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Definition von Gruppen und Teams, die Analyse kommunikativer Ebenen und die Anwendung der Maslowschen Bedürfnispyramide auf den Pflegealltag.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die zentralen Begriffe sind Kommunikation, Team, Bedürfnisse, 24-Stunden-Pflege und Wertschätzung.
Warum ist Kommunikation in der 24-Stunden-Pflege so schwierig?
Aufgrund von isoliertem Arbeiten, Zeitdruck bei Übergaben, hoher psychischer Belastung und häufig wechselnden Teamkonstellationen ist die professionelle Kommunikation besonderen Hindernissen ausgesetzt.
Welche Rolle spielt die Bedürfnispyramide nach Maslow in diesem Kontext?
Sie dient als Analysewerkzeug, um zu verstehen, dass nicht erfüllte Grundbedürfnisse (wie Schlaf oder Anerkennung) direkt zu Konflikten und Kommunikationsstörungen im Team führen können.
- Quote paper
- Ursula Schwind (Author), 2014, Team, Kommunikation und Bedürfnisse in der ambulanten außerklinischen Beatmung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/276411