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Der Doppelgänger. Manifestation einer Wunscherfüllung

Title: Der Doppelgänger. Manifestation einer Wunscherfüllung

Term Paper , 2014 , 24 Pages

Autor:in: Helena Drewa (Author)

Psychology - Personality Psychology
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Während in den antiken Doppelgänger-Erzählungen „die Erfahrung einer Bedrohung der Identität und die zerfallende Selbstgewissheit als deren Folgeerscheinung […] zur Situationskomik“ gehören, ist in Stevensons 'Der seltsame Fall von Dr. Jekyll und Mr. Hyde' „das in seiner Identität bedrohte Individuum […] nun nicht mehr Opfer einer komischen Verwechslung.“ Vielmehr ist es das Opfer einer Persönlichkeit, die „von verschiedenen Instanzen in einem labilen Gleichgewicht gehalten wird.“ Als solches bietet die literarische Figur in Doppelgänger-Erzählungen besonders dem psychoanalytischen Interpretationsansatz verschiedene Deutungszugänge, sodass auch die nachfolgende Untersuchung des Doppelgängermotivs auf Basis eines solchen Ansatzes vorgenommen wird.
Ausgehend von der These, der Doppelgänger Hyde sei die Manifestation einer Wunscherfüllung Jekylls soll gezeigt werden, welcher Motive und stilistischer Mittel sich Stevenson für die spezifische Gestaltung des Doppelgängers bedient. Im Sinne eines psychoanalytischen Interpretationsansatzes gilt es, entsprechende Bezüge zu den Darlegungen Freuds herauszustellen und diese im Hinblick auf die Inszenierung der Figuren zu untersuchen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Das Motiv des Doppelgängers – eine Annäherung

3. Edward Hyde – der Doppelgänger als Wunscherfüllung

3.1. Die Erzählstruktur– unter Aufsicht des Über-Ich

3.2. Manifestation des Es im Handeln Hydes

3.3. Manifestation des Es im äußeren Erscheinungsbild Hydes

3.4. Dr. Jekyll – Manifestation eines schwachen Ichs

3.5. Spannungsverhältnis Dr. Jekyll – Mr. Hyde

4. Schlussbetrachtung

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht das Motiv des Doppelgängers in Robert Louis Stevensons Werk "Der seltsame Fall von Dr. Jekyll und Mr. Hyde" unter Anwendung psychoanalytischer Interpretationsansätze nach Sigmund Freud. Dabei steht die These im Fokus, dass der Doppelgänger Edward Hyde als eine retardierte Manifestation einer Wunscherfüllung des Protagonisten Dr. Jekyll zu deuten ist, deren spezifische Inszenierung auf verschiedenen Ebenen analysiert wird.

  • Psychoanalytische Deutung des Doppelgängermotivs
  • Analyse der Instanzenmodell-Konflikte (Ich, Es, Über-Ich) bei Jekyll und Hyde
  • Untersuchung von Motivfeldern wie Aggression, Hedonismus und Animalität
  • Betrachtung der Erzählstruktur und der Darstellung psychischer Verdrängung
  • Erarbeitung der Rolle von Edward Hyde als Wunscherfüllung mit fatalen Nebenwirkungen

Auszug aus dem Buch

3.2. Manifestation des Es im Handeln Hydes

Mit der Schilderung des Mr. Enfield „der Mann trampelte gleichgültig des Kindes Körper unter seine Füße“ wird im Rahmen einer Erinnerung an ein vergangenes Erlebnis die Aggressivität als Charakterzug Edward Hydes entwickelt. Darin lässt sich insofern ein Bezug zum Freud’schen Es erkennen, als dass dieses „ursprünglich alle Triebregungen in sich schließt“ – einschließlich des in diesem Verhalten manifestierten Destruktionstriebes. Nach Freud kann dieser in zwei Handlungstypen sichtbar werden: „wenn er sich mit erotischen Trieben zum Masochismus verbindet oder wenn er sich als Aggression – mit größerem oder geringerem erotischen Zusatz – gegen die Außenwelt wendet.“ Die Existenz diese Triebes bzw. einer Neigung zur Aggression wird ein weiteres Mal und gleichzeitig in gesteigerter Form aufgegriffen, wenn aus der Perspektive eines kleines Mädchens der Mord an Sir Danvers Carew geschildert wird. Die nach außen gerichtete Destruktion äußert sich neben dem Niedertrampeln des Mannes außerdem in „eine[m] ganzen Hagel von Schlägen […], unter deren Wucht die Knochen krachten und der entseelte Körper auf dem Fahrdamm zuckte.“

Unter Berücksichtigung der Annahme Freuds, „dass die Aggression in der Außenwelt Befriedigung nicht finden kann, weil sie auf reale Hindernisse stößt“, enthalten diese beiden Szenen einen wichtigen Anhaltspunkt für eine Deutung des Doppelgängers Hyde als Wunscherfüllung. Hierzu gilt es, Darlegungen Freuds zum Unbehagen in der Kultur aufzugreifen. Ihm zufolge ist „die Aggressionsneigung eine ursprüngliche, selbständige Triebanlage des Menschen“, die jedoch eine Bedrohung für die Kulturgesellschaft darstellt, da „triebhafte Leidenschaften […] stärker [sind] als vernünftige Interessen“. Aus diesem Grund, schlussfolgert Freud, bewältigt die Kultur „die gefährliche Aggressionslust des Individuums, indem sie es schwächt […] und durch eine Instanz in seinem Inneren […] überwachen läßt.“ Diese Instanz stellt das Über-Ich dar, dessen Interessen gemeinsam mit den Anforderungen der Außenwelt vom Ich vor dem Es vertreten werden. Fehlen die ersten beiden Instanzen oder sind diese nicht voll ausgebildet, bestimmt das Es Denken und Handeln der Person, das allerdings „keine Wertungen, kein Gut und Böse, keine Moral“ kennt.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Einführung in die Thematik der Doppelgänger-Erzählungen und Darlegung des methodischen Vorgehens auf Basis psychoanalytischer Ansätze.

2. Das Motiv des Doppelgängers – eine Annäherung: Historische und theoretische Annäherung an das Motiv des Doppelgängers unter Berücksichtigung literarischer Vorläufer und psychoanalytischer Definitionen.

3. Edward Hyde – der Doppelgänger als Wunscherfüllung: Zentrale Analyse von Edward Hyde als Repräsentation der Es-Instanz und Untersuchung seiner Manifestation in Handlung, Erscheinungsbild und psychischer Konstellation.

3.1. Die Erzählstruktur– unter Aufsicht des Über-Ich: Untersuchung der narrativen Struktur des Werkes im Hinblick auf Mechanismen der Verdrängung und die Rolle moralischer Instanzen.

3.2. Manifestation des Es im Handeln Hydes: Analyse der triebgesteuerten Aggression und des Destruktionstriebes als Ausdruck einer Wunscherfüllung.

3.3. Manifestation des Es im äußeren Erscheinungsbild Hydes: Untersuchung der optischen Wahrnehmung Hydes und der mythologischen Bezüge zur Charakterisierung des Bösen.

3.4. Dr. Jekyll – Manifestation eines schwachen Ichs: Analyse der Figur des Dr. Jekyll als gescheitertes Ich, das an der Koordination zwischen den Triebansprüchen des Es und der Strenge des Über-Ichs scheitert.

3.5. Spannungsverhältnis Dr. Jekyll – Mr. Hyde: Betrachtung der rivalisierenden Beziehung zwischen Jekyll und Hyde als Ausdruck eines inneren Konflikts und einer unkontrollierten Eigendynamik.

4. Schlussbetrachtung: Zusammenfassende Bewertung der Untersuchungsergebnisse hinsichtlich der Rolle des Doppelgängers als bedrohliche Wunscherfüllung.

Schlüsselwörter

Doppelgänger, Robert Louis Stevenson, Dr. Jekyll und Mr. Hyde, Psychoanalyse, Sigmund Freud, Es, Ich, Über-Ich, Wunscherfüllung, Verdrängung, Destruktionstrieb, Animalität, Persönlichkeitsspaltung, Triebtheorie, Identitätskonflikt

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert das Doppelgängermotiv in "Der seltsame Fall von Dr. Jekyll und Mr. Hyde" aus einer psychoanalytischen Perspektive, um zu zeigen, dass Edward Hyde als eine Wunscherfüllung von Dr. Jekyll fungiert.

Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?

Die Arbeit behandelt die psychologische Struktur der Charaktere, die Dynamik zwischen den Instanzen Es, Ich und Über-Ich sowie verschiedene literarische Motivfelder wie Aggression und Animalität.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, nachzuweisen, wie Stevenson durch spezifische Motive und eine psychoanalytische Inszenierung Edward Hyde als eine retardierte Wunscherfüllung darstellt, die das Gleichgewicht der Psyche nachhaltig stört.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit stützt sich primär auf psychoanalytische Interpretationsansätze, insbesondere unter Bezugnahme auf Sigmund Freuds Modell des psychischen Apparates und seine Schriften zur Kultur- und Triebtheorie.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Im Hauptteil werden die Erzählstruktur, Hydes Handlungen, sein Erscheinungsbild sowie Jekylls eigene psychische Schwäche und die daraus resultierende Spannungsdynamik zwischen den beiden Figuren detailliert untersucht.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die zentralen Schlagworte sind Doppelgänger, Psychoanalyse, Instanzenmodell, Wunscherfüllung, Verdrängung, Triebgesteuertheit und Persönlichkeitsspaltung.

Wie unterscheidet sich Jekylls Sicht auf Hyde von der Wahrnehmung durch andere Figuren?

Während Außenstehende Hyde vor allem als abstoßend und "nicht menschlich" wahrnehmen, erkennt Jekyll in ihm zunächst eine Wunscherfüllung, bevor er die Eigendynamik und Teuflischkeit des Doppelgängers als Bedrohung wahrnimmt.

Warum wird das Ich des Dr. Jekyll in der Arbeit als "schwach" bezeichnet?

Das Ich wird als schwach eingestuft, da es unfähig ist, die rivalisierenden Forderungen des überstrengen Über-Ichs und des triebhaften Es zu vermitteln, was zur Abspaltung in Form von Hyde führt.

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Details

Title
Der Doppelgänger. Manifestation einer Wunscherfüllung
College
University of Koblenz-Landau
Author
Helena Drewa (Author)
Publication Year
2014
Pages
24
Catalog Number
V276444
ISBN (eBook)
9783656694694
ISBN (Book)
9783656697237
Language
German
Tags
doppelgänger manifestation wunscherfüllung
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Helena Drewa (Author), 2014, Der Doppelgänger. Manifestation einer Wunscherfüllung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/276444
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