Werthaltigkeitsprüfung. Der Impairment Test nach IAS 36


Hausarbeit, 2014

17 Seiten, Note: 2,3


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

ABBILDUNGSVERZEICHNIS

ABKÜRZUNGSVERZEICHNIS

1 Einleitung

2 Grundlagen des Impairment-Tests
2. 1 Anwendungsbereich des IAS 36
2. 2 Zeitpunkt eines Impairment-Tests
2. 3 Bewertungsanlasse - Triggering Events
2. 3. 1 Externe Informationsquellen
2. 3. 2 Interne Informationsquellen

3 Durchführung des Impairment-Tests
3.1 Abgrenzung des Bewertungsobjekts
3. 2 Bestimmung des erzielbareren Ertrags (Recoverable Amount)
3. 2. 1 Beizulegender Zeitwert abzüglich Verkaufskosten
3. 2. 2 Nutzungswert
3. 3 Erfassung der Wertminderung

4 Wertaufholung

5 Anhangsangaben

6 Fazit

ANLAGEN

LITERATURVERZEICHNIS

ABBILDUNGSVERZEICHNIS

Abbildung 1. Bestimmungsgrößen des Impaiment-Tests nach IAS 36

Abbildung 2. Höhe des eines Impaiments nach Vergleich Buchwert - Erzielbarer Betrag

ABKÜRZUNGSVERZEICHNIS

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

1 Einleitung

Aufgrund der andauernden Globalisierung sind in einigen Branchen Konzentrationsprozesse festzustellen, die für die beteiligten Firmen einige Auswirkungen mit sich bringen. (Internationale) Unternehmenskäufe spielen in der Weltwirtschaft eine entscheidende Rolle. Für viele Unternehmen stellt die Internationalisierung der Rechnungslegungsvorschriften keine einfache Aufgabe dar. Diese haben sich in den letzten Jahren immer mehr den US-amerikanischen Regelungen angeglichen. Für die Rechnungslegung nach IFRS ist es von hoher Bedeutung, die Firmenwerte akquirierter Unternehmen (=Goodwill) in der Konzernbilanz richtig abzubilden. Der Anwendungsbereich des IAS 36 ist außerdem zu erweitern auf Vermögenswerte bzw. Cash-Generating-units, wie in den folgenden Kapiteln beschrieben. Die in dieser Seminararbeit behandelte Werthaltigkeitsprüfung (sog. Impairment-Test) ist eine besondere Herausforderung für die betroffenen Unternehmen. Ziel ist es auch hier, dass der internationale IFRS-Abschluss ein Bild über die tatsächlichen Verhältnisse der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage sowie der Zahlungsströme des Unternehmens vermittelt.

2 Grundlagen des Impairment-Tests

2. 1 Anwendungsbereich des IAS 36

Der Anwendungsbereich ist in IAS 36.2 als ausschließende Definition spezifiziert.1 Auf Grundlage dessen ergeben sich folgende im Fokus stehende Vermögenswerte, die bei der Durchführung des Impairment-Tests nach IAS 36 zu betrachten sind: Sachanlagen gem. IAS 16 (z.B. Gebäude, Produktionsanlagen, unbebaute Grundstücke, Transportmittel), immaterielle Vermögenswerte mit bestimmter und unbestimmter Nutzungsdauer gem. IAS 38 (z.B. erworbene Patente und Lizenzen) sowie Goodwill (derivativer Geschäfts- oder Firmenwert) gem. IFRS 3. Zusätzlich unterliegen auch bestimmte finanzielle Vermögenswerte, die nicht in den Anwendungsbereich des IAS 39 fallen (z.B. nicht konsolidierte Beteiligungen an Unternehmen) und als Finanzierungsleasing klassifizierte Vermögenswerte gem. IAS 17 dem Werthaltigkeitstest.

Ausgeschlossen nach IAS 36.2 sind also Vorräte nach IAS 2, latente Steueransprüche nach IAS 12, alle beizulegenden Zeitwert bewertete als Finanzinvestition gehaltene Immobilien gem. IAS 39, zu Veräußerungszwecken gehaltene Vermögenswerte nach IFRS 5, Vermögenswerte aus der langfristigen Auftragsfertigung (siehe IAS 11), Vermögenswert aus Leistungen an Arbeitnehmer (siehe IAS 19), finanzielle Vermögenswerte nach IAS 39 und Vermögenswerte aus Versicherungsverträgen (siehe IFRS 4).2

2. 2 Zeitpunkt eines Impairment-Tests

Theoretisch müssten Werthaltigkeitstests zu jedem Abschlussstichtag und für jeden Vermögenswert durchgeführt werden. Da dieser enorme Aufwand aber unvertretbar wäre, werden Unternehmen daher aus Wirtschaftlichkeitsgründen i.d.R. nur fallweise zur Durchführung von Werthaltigkeitstests verpflichtet. Eine Untersuchung muss stattfinden, sobald Indikatoren für die Annahme einer Wertminderung vorliegen, diese Bewertungsanlässe werden in 2. 3 genauer beschrieben.3 Zeitpunkte der Werthaltigkeitstests-Tests werden in den Standards entsprechend der Arten der Vermögenswerte festgelegt. Für Sachanlagen gilt eine fallweise Durchführung. IAS 36.8 besagt, dass „wenn kein Anhaltspunkt für eine Wertminderung vorliegt, verlangt dieser Standard von einem Unternehmen nicht, eine formale Schätzung des erzielbaren Ertrags vorzunehmen, es sei denn, es ist etwas anderes in Paragraph 10 beschrieben“.4 Der erwähnte Paragraph 36.10 beschreibt die Ausnahme für immaterielle Werte, die noch nicht nutzungsbereit sind bzw. eine unbestimmte Nutzungsdauer haben. Diese müssen, ebenso wie ein erworbener Goodwill (Geschäfts-oder Firmenwert), jährlich auf ihre Werthaltigkeit untersuchet werden.5

2. 3 Bewertungsanlasse - Triggering Events

Triggering Events stellen Indikatoren für die Annahme einer Wertminderung (Impairment) dar und ergeben sich gem. IAS 36.12 aus intern und extern festgestellten Anzeichen:

2. 3. 1 Externe Informationsquellen

- außergewöhnliche Absenkung des Marktwertes eines Vermögenswertes, der die reguläre Wertminderung durch Abnutzung weit übersteigt
- signifikante Nachteilige Änderungen im wirtschaftlichen, technologischen oder rechtlichen Umfeld eines Unternehmens
- Maßgebliche Erhöhung der Marktzinssätze oder anderer Marktrenditen, die sich auf die Diskontierungsrate auswirken. Dies hat dann Auswirkungen auf den angenommenen Nutzungswert (value in use) und wird den erzielbaren Ertrag (recoverable amount) des Vermögenswertes verringern.
- Der Buchwert des Reinvermögens übersteigt die Marktkapitalisierung.6

2. 3. 2 Interne Informationsquellen

- Es liegen Hinweise vor, die auf eine Überalterung oder einen physischen Schaden eines Vermögenswertes deuten.
- Änderungen in den betrieblichen Aktivitäten, die sich auf die zukünftige Nutzungsmöglichkeit eines Vermögenswerts auswirken, z. B. Restrukturierung des Bereichs, in dem der Vermögenswert genutzt wird, Stilllegung oder Abgang des Vermögenswertes vor dem ursprünglich geplanten Zeitpunkt bzw. dessen veränderte Nutzungsdauer.
- Hinweise des internen Berichtswesens, dass die wirtschaftliche Ertragskraft eines Vermögenswertes sein ursprünglich erwartetes Niveau unterschreitet.7

Darüber hinaus sind Unternehmen dazu angehalten, eigenständig weitere mögliche Anhaltspunkte innerhalb eines systematischen Erfassungsprozesses zu identifizieren.8 Triggering Events werden vor allem in großen Unternehmen innerhalb eines Frühwarn- bzw. Risikomanagement-Systems aufgezeichnet, was die Möglichkeit bietet, durch Anpassung des bestehenden Planungs- und Steuerungsinstrumentariums die Überprüfung eines Wertminderungsbedarfs zu integrieren.9 Gem. Pellens müssen „nachteilige Entwicklungen stets signifikant genug sein, um einen deutlichen Wertverlust des betreffenden Vermögenswertes wahrscheinlich erscheinen zu lassen.“10

3 Durchführung des Impairment-Tests

3.1 Abgrenzung des Bewertungsobjekts

Im Rahmen des Impairment-Tests werden Zahlungsmittelzuflüsse von Vermögenswerten betrachtet, die zum größten Teil unabhängig von anderen Vermögenswerten erzielt werden. Neben Einzelvermögenswerten sind in der Praxis üblicherweise mehrere kombinierte Vermögenswerte von Nöten, um einen Mittelzufluss zu generieren.11 In diesen Fällen ist gem. IAS 36.66 die Prüfung der Werthaltigkeit auf der Ebene von sogenannten Cash-Generating-Units (kurz CGU = zahlungsmittelgenerierende Einheit) welcher der Vermögenswert zuzuordnen ist, vorzunehmen.12 Auch wenn diverse hergestellten Produkten eines Vermögenswert oder einer CGU von anderen Einheiten genutzt werden, können von diesen gesonderte zahlungsmittelgenerierende Einheiten gebildet werden, wenn man die hergestellten Produkte auf einem aktiven Markt verkaufen könnte. Es ergeben sich für Unternehmen zweierlei Gestaltungsspielräume durch die Möglichkeit, CGUs zu bilden: Zum einen bzgl. der Zusammensetzung von CGUs zum anderen hinsichtlich der Verteilung von Goodwill auf die einzelnen CGUs. Beispielsweise stellt sich bei bebauten Grundstücken, aber auch bei technischen Großanlagen mit komplexen Abläufen die Frage, inwiefern einzelne Komponenten eigenständige und einzeln bewertbare Vermögensgegenstände darstellen oder wohlmöglich eine Betrachtung als einheitlicher Vermögensgegenstand vorzuziehen ist.13 Um eine große Anzahl an unwirtschaftlichen Einzelbewertungen zu verhindern, ist es gem. IAS 36.80 (b) zulässig, eine CGU bis maximal zur Größe eines Geschäftssegments zusammenzufassen.14 Im Rahmen des Management Approach (Annäherung des externen an das interne Rechnungswesen) sollte sich die CGU-Festlegung idealerweise mit der Organisations- und Berichtsstruktur eines Unternehmens decken. Dabei kommen z.B. Produktgruppen, geographische Regionen oder Profit-Center in Frage15.

3. 2 Bestimmung des erzielbareren Ertrags (Recoverable Amount)

Der relevante Wertmaßstab für den Wertminderungstest nach IAS 36 ist der erzielbare Betrag (= Recoverable Amount) des Vermögenswertes bzw. der CGU. Dieser ist der höhere Wert aus dem beizulegendem Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten (= Fair Value less Costs to Sell) und dem Nutzungswert (= Value in Use)16, basierend auf der Überlegung, dass ein Vermögenswert bei Vorliegen eines höheren Value In Use weiter im Unternehmen verbleibt bzw. bei einem höheren Fair Value Less Costs To Sell verkauft wird.17 Üblicherweise müssen beide Beträge ermittelt werden. Sollte ein bereits ermittelter Betrag den aktuellen Buchwert übersteigen, ist dies nicht notwendig, da dann keine Wertminderung innerhalb des Impairment-Tests vorliegt.18

[...]


1 Vgl. IAS 36.2.

2 Vgl. IAS 36.2.

3 Vgl. IAS 36.8.

4 IAS 36.8.

5 Vgl. IAS 36.10.

6 Vgl. IAS 36.12.

7 Vgl. IAS 36.12.

8 Vgl. Budde (2005), S. 2567.

9 Vgl. Bartelheimer, Kückelhaus, Wohltat (2004), S. 29.

10 Vgl. Pellens, Fülbier, Gassen (2006), S. 247.

11 Vgl. Klingels (2005), S. 65.

12 Vgl. IAS 36.66.

13 Vgl. Mujkanovic (2008), S. 655.

14 Vgl. IAS 36.80 (b)

15 Vgl. Weißenberger, Maier (2006), S. 2080.

16 Vgl. IAS 36.6 und 36.18.

17 Vgl. Ruhnke, (2008), S. 43.

18 Vgl. Rohatschek (2008), S. 146.

Ende der Leseprobe aus 17 Seiten

Details

Titel
Werthaltigkeitsprüfung. Der Impairment Test nach IAS 36
Hochschule
FOM Hochschule für Oekonomie & Management gemeinnützige GmbH, Dortmund früher Fachhochschule
Veranstaltung
International Finance & Accounting
Note
2,3
Autor
Jahr
2014
Seiten
17
Katalognummer
V276524
ISBN (eBook)
9783656706045
ISBN (Buch)
9783656710097
Dateigröße
1417 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Impairment, Test, Goodwill, Werthaltigkeit, werthaltigkeitstest, unternehmenskauf, abschreibung, ias, ias 36, ifrs
Arbeit zitieren
Katrin Doebel (Autor), 2014, Werthaltigkeitsprüfung. Der Impairment Test nach IAS 36, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/276524

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