Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Texte veröffentlichen, Rundum-Service genießen
Zur Shop-Startseite › Politik - Thema: Geschichte der Internationalen Beziehungen

UN-Generalsekretär Dag Hammarskjöld. Sein Einfluss auf die Rolle der Vereinten Nationen im Ost-Westkonflikt zwischen 1953 und 1961

Titel: UN-Generalsekretär Dag Hammarskjöld. Sein Einfluss auf die Rolle der Vereinten Nationen im Ost-Westkonflikt zwischen 1953 und 1961

Hausarbeit , 2007 , 38 Seiten , Note: 1,3

Autor:in: Andrea Clemens (Autor:in)

Politik - Thema: Geschichte der Internationalen Beziehungen
Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

Dag Hammarksjöld war von 1953 bis 1961 zweiter Generalsekretär der Vereinten Nationen und trat sein Amt in einer Zeit an, als die ersten Illusionen über die Bedeutung der Weltorganisation für die Erhaltung des Friedens und die Schlichtung von Konflikten vorbei waren. Acht Jahre nach ihrer Gründung hatten die Vereinten Nationen an Ansehen verloren und wurden von den Großmächten, vor allem den USA und der Sowjetunion, bei der Lösung von Problemen übergangen oder durch deren Veto im Sicherheitsrat lahmgelegt (Lash 1962a, S. 71, Urquhart 1994, S. 49, Volger 1995, S. 118). In diesem Spannungsfeld, zwischen den Interessen der Weltgemeinschaft und denen der Blöcke, war Dag Hammarskjölds Vorgänger im Amt, Trygve Lie, trotz aller Verdienste aufgerieben worden (Göller 1995, S. 22-50, Smouts 1971, S. 17-61, Volger 1995, S. 93). Mit der Wahl des politisch relativ unbekannten Schweden verbanden die Blockmächte die Hoffnung auf einen unpolitischen, bürokratischen und damit bequemen Generalsekretär, der sich auf seine Funktion als höchster Verwaltungsbeamter der Organisation beschränken würde (Jordan 1983, S. 6, United Nations 1984, S. 20).
Aber genau das Gegenteil sollte der Fall sein. Dag Hammarksjöld gab dem Amt des Generalsekretärs ein neues politisches Profil und prägte die formativen Jahre der Vereinten Nationen, indem er ihnen einen höheren Stellenwert bei der Lösung bewaffneter und unbewaffneter Konflikte schuf. Gerade die Opposition der westlichen und kommunistischen Staaten machten den Generalsekretär häufig zur einzigen Instanz, die den Einfluss der Vereinten Nationen auf Ereignisse und Entscheidungen geltend machte. Die durch die Großmächte im Sicherheitsrat oder in der Generalversammlung erzeugten Blockaden erhöhten den Handlungsbedarf für den Generalsekretär und erweiterten das politische Potential dieses Amtes. Dank seiner persönlichen Integrität, seiner großzügigen Auslegung der Charta und seiner diplomatischen Fähigkeiten gelang es ihm, die Autorität sowie den politischen Spielraum des Generalsekretärs deutlich auszuweiten und im Sinne der Charta eine aktive Rolle bei den jeweiligen Herausforderungen zu spielen (Lash 1962a, S. 224-226, Volger 1995, S. 118, Waldheim 1983, S. 16, 17, Zacher 1966, S. 726). Der fast zeitgleich mit seinem Amtsantritt stattfindende Wandel der internationalen politischen Wetterlage bot ihm wegen der wachsenden Kooperationsbereitschaft zusätzliche Chancen für seine Verhandlungs- und Versöhnungsdiplomatie boten.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Amtsausübung

2.1 Hammarskjölds Amtsverständnis und Auslegung der Charta

2.2 Dag Hammarskjölds politische und diplomatische Konzepte, Aktivitäten und Initiativen

3. Wandel innerhalb der Vereinten Nationen in Hammarskjölds Amtszeit

4. Zusammenfassung. Dag Hammarskjöld: General oder Sekretär?

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht, wie Dag Hammarskjöld während seiner Amtszeit als Generalsekretär der Vereinten Nationen (1953–1961) sein politisches Profil schärfte, politische Verantwortung sowie Autorität gewann und wie er diese im Spannungsfeld zwischen Ost-West-Konflikt und Entkolonialisierung zur Friedenssicherung einsetzte.

  • Entwicklung des Amtes des Generalsekretärs
  • Die Rolle der Vereinten Nationen im Kalten Krieg
  • Diplomatische Konzepte zur Konfliktlösung
  • Einfluss der Dekolonialisierung auf die UN-Struktur
  • Hammarskjölds Amtsverständnis als "International Civil Servant"

Auszug aus dem Buch

1. Einleitung

Dag Hammarskjöld war von 1953 bis 1961 zweiter Generalsekretär der Vereinten Nationen und trat sein Amt in einer Zeit an, als die ersten Illusionen über die Bedeutung der Weltorganisation für die Erhaltung des Friedens und die Schlichtung von Konflikten vorbei waren. Acht Jahre nach ihrer Gründung hatten die Vereinten Nationen an Ansehen verloren und wurden von den Großmächten, vor allem den USA und der Sowjetunion, bei der Lösung von Problemen übergangen oder durch deren Veto im Sicherheitsrat lahmgelegt (Lash 1962a, S. 71, Urquhart 1994, S. 49, Volger 1995, S. 118). In diesem Spannungsfeld, zwischen den Interessen der Weltgemeinschaft und denen der Blöcke, war Dag Hammarskjölds Vorgänger im Amt, Trygve Lie, trotz aller Verdienste aufgerieben worden (Göller 1995, S. 22-50, Smouts 1971, S. 17-61, Volger 1995, S. 93). Mit der Wahl des politisch relativ unbekannten Schweden verbanden die Blockmächte die Hoffnung auf einen unpolitischen, bürokratischen und damit bequemen Generalsekretär, der sich auf seine Funktion als höchster Verwaltungsbeamter der Organisation beschränken würde (Jordan 1983, S. 6, United Nations 1984, S. 20).

Aber genau das Gegenteil sollte der Fall sein. Dag Hammarskjöld gab dem Amt des Generalsekretärs ein neues politisches Profil und prägte die formativen Jahre der Vereinten Nationen, indem er ihnen einen höheren Stellenwert bei der Lösung bewaffneter und unbewaffneter Konflikte schuf. Gerade die Opposition der westlichen und kommunistischen Staaten machten den Generalsekretär häufig zur einzigen Instanz, die den Einfluss der Vereinten Nationen auf Ereignisse und Entscheidungen geltend machte. Die durch die Großmächte im Sicherheitsrat oder in der Generalversammlung erzeugten Blockaden erhöhten den Handlungsbedarf für den Generalsekretär und erweiterten das politische Potential dieses Amtes.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Dieses Kapitel skizziert die Ausgangslage der Vereinten Nationen bei Amtsantritt Hammarskjölds 1953 und beschreibt dessen transformativen Einfluss auf das Profil und die Autorität des Amtes des Generalsekretärs.

2. Amtsausübung: Hier werden Hammarskjölds Amtsverständnis, seine Auslegung der UN-Charta sowie seine spezifischen diplomatischen Strategien, wie die vertrauliche Diplomatie und präventive Diplomatie, im Detail analysiert.

3. Wandel innerhalb der Vereinten Nationen in Hammarskjölds Amtszeit: Das Kapitel untersucht, wie sich die Vereinten Nationen durch steigende Mitgliederzahlen, die Dekolonialisierung und den veränderten internationalen Kontext während Hammarskjölds Amtszeit gewandelt haben.

4. Zusammenfassung. Dag Hammarskjöld: General oder Sekretär?: Dieses Kapitel zieht ein Resümee über Hammarskjölds Amtsführung und beantwortet die leitende Forschungsfrage nach seiner Rolle als diplomatischer "General" oder verwaltender "Sekretär".

Schlüsselwörter

Dag Hammarskjöld, Vereinte Nationen, Generalsekretär, Kalter Krieg, Friedenssicherung, Konfliktbeilegung, Dekolonialisierung, International Civil Servant, Präventive Diplomatie, Suez-Krise, Kongo-Krise, Sicherheitsrat, Generalversammlung, UN-Charta, Vermittlungsdiplomatie

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die Amtszeit von Dag Hammarskjöld als Generalsekretär der Vereinten Nationen zwischen 1953 und 1961 und untersucht, wie er das Amt durch sein diplomatisches Handeln maßgeblich prägte.

Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?

Die zentralen Themen sind die Entwicklung des Amtes des Generalsekretärs, die Rolle der UN im Kalten Krieg, die Auswirkungen der Dekolonialisierung auf die Organisation sowie die von Hammarskjöld entwickelten diplomatischen Konzepte.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage der Arbeit?

Ziel ist es aufzuzeigen, wie Hammarskjöld politische Verantwortung und Autorität im Amt vereinen konnte, und abschließend zu bewerten, ob er in seiner Amtsführung eher als "General" oder als "Sekretär" agierte.

Welche wissenschaftliche Methode verwendet die Arbeit?

Es handelt sich um eine politikwissenschaftliche Hausarbeit, die auf der Auswertung relevanter Fachliteratur, offizieller UN-Dokumente und der Analyse diplomatischer Strategien in historischen Krisenfällen basiert.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil behandelt das wandelbare Amtsverständnis Hammarskjölds, seine diplomatischen Instrumente (wie vertrauliche und präventive Diplomatie) sowie die strukturellen Veränderungen innerhalb der Vereinten Nationen in den 1950er und 1960er Jahren.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Schlüsselbegriffe sind Dag Hammarskjöld, Vereinte Nationen, Friedenssicherung, Kalter Krieg, Dekolonialisierung, Diplomatie und International Civil Servant.

Wie interpretierte Hammarskjöld die Charta der Vereinten Nationen?

Hammarskjöld interpretierte die Charta zunehmend weitreichend und nutzte sie als normativen Rahmen, um dem Generalsekretär auch ohne ausdrückliche Anweisung durch den Sicherheitsrat Handlungsspielräume bei der Konfliktlösung zu erschließen.

Welche Bedeutung hatte die "Peking-Formel"?

Die Peking-Formel war eine von Hammarskjöld eingeführte Methode der vertraulichen Diplomatie, die es ihm ermöglichte, in politisch verfahrenen Situationen als unabhängiges UN-Organ zu agieren, ohne dass die beteiligten Staaten diplomatisch ihr Gesicht verloren.

Ende der Leseprobe aus 38 Seiten  - nach oben

Details

Titel
UN-Generalsekretär Dag Hammarskjöld. Sein Einfluss auf die Rolle der Vereinten Nationen im Ost-Westkonflikt zwischen 1953 und 1961
Hochschule
FernUniversität Hagen  (Lehrgebiet Internationale Politik und Umweltpolitik)
Veranstaltung
Begriffe und Probleme des Friedens
Note
1,3
Autor
Andrea Clemens (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2007
Seiten
38
Katalognummer
V276529
ISBN (eBook)
9783656697695
ISBN (Buch)
9783656700968
Sprache
Deutsch
Schlagworte
generalsekretär hammarskjöld sein einfluss rolle vereinten nationen ost-westkonflikt
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Andrea Clemens (Autor:in), 2007, UN-Generalsekretär Dag Hammarskjöld. Sein Einfluss auf die Rolle der Vereinten Nationen im Ost-Westkonflikt zwischen 1953 und 1961, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/276529
Blick ins Buch
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
Leseprobe aus  38  Seiten
Grin logo
  • Grin.com
  • Versand
  • Kontakt
  • Datenschutz
  • AGB
  • Impressum