Die Rolle des Siegerländer Gemeinschaftsverbandes in der NS-Zeit

Untersuchungen anhand des Periodikums "Der Evangelist aus dem Siegerland" aus den Jahren 1933/34


Examensarbeit, 2014
62 Seiten, Note: 2,0

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

I: Vorwort zu dieser wissenschaftlichen Arbeit

II: Quelle A: „Judentum“
II.1: Formales
II.2: Quellenanalyse
II.3: Historischer Hintergrund/Problemhintergrund
II.4: Quelleninterpretation

III: Quelle B: „Stellungnahme des Gnadauer Verbandes zur GDC“
III.1: Formales
III.2: Quellenanalyse
III.3: Historischer Hintergrund/Problemhintergrund
III.4: Quelleninterpretation

IV: Quelle C: „Meine Stellungnahme zur GDC“
IV.1: Formales
IV.2: Quellenanalyse
IV.3: Historischer Hintergrund/Problemhintergrund
IV.4: Quelleninterpretation

V: Quelle D: „Führer oder Hirten?“
V.1: Formales
V.2: Quellenanalyse
V.3: Historischer Hintergrund/Problemhintergrund
V.4: Quelleninterpretation

VI: Das Fazit dieser Untersuchung

Erklärung des Verfassers

I: Vorwort zu dieser wissenschaftlichen Arbeit

Diese wissenschaftliche Staatsarbeit beschäftigt sich mit vier Primärquellen aus dem Periodikum „Der Evangelist aus dem Siegerland“, einem Presseorgan, welches 1863 gegründet worden war.

Ziel ist es, jene Quellen einerseits als Primärquellen selbst zu analysieren und andererseits mithilfe herangezogener Sekundärliteratur diese in einen historischen Zusammenhang mit dem Siegerland und dem evangelischen Gemeindeverband zur Zeit des Nationalsozialismus zu bringen. Dadurch soll u.a. geklärt werden, inwiefern die in den Quellen aufscheinenden politischen/theologischen Haltungen repräsentativ sind für die Einstellungen des Siegerländer Gemeindeverbandes in den Jahren 1933/1934.

Die vier ausgewählten Quellenbeispiele werden exemplarisch analysiert und beschäftigen sich in ihrem Schwerpunkt jeweils mit unterschiedlichen Themen, welche für das Thema dieser wissenschaftlichen Ausarbeitung von Interesse sind (Verhältnis zum Judentum, Staat-Kirchen-Verhältnis, Stellungnahmen zur nationalsozialistischen Glaubensbewegung Deutsche Christen).

II: Quelle A: „Judentum“

II.1: Formales

Die Quelle „Judentum“ ist ein in der Zeitschrift „Der Evangelist aus dem Siegerland“ als Nummer 33 im Jahr 1933 erschienener Artikel und wurde von Walter Michaelis verfasst und im „Gnadauer Gemeinschaftsblatt“ veröffentlicht.[1]

Der Autor Curt Walter Michaelis (4. März 1866 – 9. Oktober 1953) war ein evangelischer Theologe. Nach seinem Studium in Halle (Saale), Leipzig, Berlin und Greifswald war er 1890-1892 Hilfsprediger in Berlin-Gesundbrunnen, danach 1892-1901 Pfarrer an der Marienkirche in Bielefeld. Von 1901 bis 1906 war er Inspektor der Evangelischen Missionsgesellschaft für Deutsch-Ostafrika. Von 1919 bis 1953 fungierte er als Präses des Gnadauer Gemeinschaftsverbands.[2]

Da hier ein Artikel aus einer Zeitschrift vorliegt, handelt es sich um eine Primärquelle. Michaelis behandelt hier das Judentum: Er beschäftigt sich hier mit der Frage des Verhältnisses von Judentum und Deutschtum gerade im Hinblick auf das nationalsozialistische Weltbild und mit dem richtigen Umgang mit den Juden angesichts ihrer besonderen Bedeutung als auserwähltes Gottesvolk.[3] Michaelis spricht, was naheliegend erscheint, in erster Linie die Leser der Zeitschrift „Gnadauer Gemeinschaftsblatt“ an sowie die Leser der Zeitschrift „Der Evangelist aus dem Siegerland“, also meist pietistisch geprägte, sehr konservative evangelische Christen.

II.2: Quellenanalyse

Michaelis beginnt seinen Beitrag mit einer damals überaus aktuellen Debatte („Ist Deutschtum und Judentum zweierlei Volkstum?“)[4] und führt davon ausgehend seinen Artikel weiter. Zunächst stellt er fest, dass diese Frage die Gemüter sehr bewegt. Anschließend erläutert Michaelis die rechtliche Situation der Juden in der Geschichte Deutschlands und der USA und fügt dann eine theologische Komponente hinzu, auf deren Basis er die verstärkte Sesshaftigkeit der in aller Welt verstreuten Juden kritisiert, nämlich dahingehend, dass die Juden in vielen Ländern in jüngerer Vergangenheit die Staatsbürgerschaft erhalten haben[5].

Im nächsten Abschnitt erläutert Walter Michaelis seine Vorstellung von Gottes Plan mit den Juden: Die Diaspora Israels sei Gottes Fluch und ihre Sammlung in Kanaan werde wiederum sein Segen für sein auserwähltes Volk sein. Zwischen diesen beiden Zeitpunkten sollen die Juden heimatlos unter den anderen Völkern sein. Er zieht den Schluss daraus, dass die Verleihung der Staatsbürgerrechte diesen Plan eher konterkariert[6].

Anschließend greift er aktuelle politische Geschehnisse auf, die darauf hinauslaufen, den Einfluss der Juden in der deutschen Gesellschaft zu beschränken. Michaelis betont zwar, dass jede Form von Gewalt dabei klar abzulehnen ist, aber er begrüßt die Versuche, den Juden und nichtjüdischen Deutschen unterschiedliche staatsbürgerliche Rechte zu übertragen. Er begründet diese Haltung mit der Schrift sowie der Überzeugung, dass dies den Gedanken Gottes über die Juden entspreche[7]. Diesen Aspekt führt er aber nicht weiter aus.

Der darauffolgende Abschnitt konkretisiert diese Haltung und relativiert sie aber auch in mancher Hinsicht: Hinsichtlich des Problems der Gestaltung des staatsbürgerlichen Verhältnisses der Juden verweist Michaelis auf dessen politischen Charakter und begründet damit eine Zurückhaltung seitens seiner Person. Er hebt die positiven Errungenschaften jüdischer Bürger in Technik, Kunst. Philosophie, usw. hervor und negiert jegliche Bedeutung der Unterscheidung von Jude und Nichtjude[8]. Aber er argumentiert mit der Bibel für das Eindämmen des jüdischen Einflusses in der Gesellschaft und eine spezifische Bewertung der Juden als Nicht-Deutsche.

Als Beispiel für den enormen Einfluss, den Juden in seinen Augen in allen wesentlichen Bereichen des gesellschaftlichen Lebens haben, führt er einen befreundeten Schauspieler an, der ihm die Dominanz der Juden in der Theaterwelt darlegt. Daran anknüpfend dehnt er dies weiter aus auf die Presse, das Finanzwesen und die Wissenschaft. Schließlich zitiert er den bedeutenden Historiker Theodor Mommsen: „ Das Judentum hat sich in allen Völkern erwiesen als ein Ferment der Dekomposition.“[9] Danach, so Michaelis, wirkt das Judentum in den anderen Völkern wie ein zersetzendes Gärungsmittel.

Michaelis unterscheidet aber im Folgenden zwischen den wirklich frommen und religiösen Juden einerseits und den säkularen Juden andererseits: Gegenüber der ersteren Gruppe zeigt er sich angesichts ihrer „aufrichtigen Frömmigkeit“ sehr respektvoll, während er die andere Gruppe als „glaubenslos und grundsatzlos“ charakterisiert und diesen vorwirft, durch ihr Handeln an der Sittenreinheit, der deutschen Wahrhaftigkeit und an den Wahrheiten der christlichen Religion zu nagen sowie Stück für Stück vom Boden des gesunden deutschen Volkslebens wegzureißen. Daher begrüßt Michaelis, dass nun aufgrund der politischen Entwicklungen gegen dieses Treiben vorgegangen wird[10].

Anschließend stellt der Autor zwar klar, dass das jüdische Volk aufgrund der Zugehörigkeit Christi zu ihm sowie seiner von den Propheten verheißenen Zukunft in Kanaan dem Judentum eine besondere Rolle für die Christenheit einnimmt, sagt aber auch, dass die Gefahr nicht ignoriert werden kann, die von jenem Judentum in sittlicher und nationaler Hinsicht ausgeht[11]. Michaelis führt im Hinblick auf das „gottfeindliche“ Judentum die Bibelstellen 1Thess 2,14-16 sowie Sach 19,8 als Bestätigung für diese Gefahr an.

Über die Bezeichnung „auserwähltes Volk“ sagt Michaelis, dass es ein Missverständnis darüber gibt, da viele glauben, dass die Bibel damit dem Judentum besondere Eigenschaften und Verhaltensweisen erteilt. Dass dies ein Irrtum ist, versucht der Autor am Beispiel der fünf Bücher Moses zu veranschaulichen, wonach Gott das jüdische Volk ohne jedweden Verdienst aus freier Gnade erwählt habe. Außerdem tendieren die Propheten dazu, jegliche besonderen Ansprüche Israels zu relativieren[12]. Auch Christus sieht Michaelis in dieser Linie als Gegner dieses „selbstgerechten Hochmuts“. Daher fasst der Autor den Terminus des auserwählten Volkes als unumschränktes, freies Walten Gottes mit diesem Volk zur Herbeiführung seiner Ziele auf, ohne dass damit eine Belobigung natürlicher Gaben und Kräfte gemeint ist.

Im Folgenden versucht Dr. Michaelis seine biblische/theologische Sichtweise im Hinblick auf das Judentum mit der gegenwärtigen politischen Lage zu verbinden: Da die Zerstreuung Israels Teil des göttlichen Plans mit diesem Volk ist, gibt es auch für einen Christen keinen Grund, gegen die Eindämmung des jüdischen Einflusses in der Gesellschaft etwas zu unternehmen[13]. Abschließend betont Michaelis aber auch nochmal, dass dieser „berechtigte Kampf“nicht jegliche Form der Verletzung der Menschlichkeit rechtfertige und dass dadurch keine Schuld auf das deutsche Volk kommen dürfe.

II.3: Der historische Hintergrund der Quelle/ der Problemhintergrund

Dieser Zeitungsartikel ist am 13. August 1933 im „Evangelisten aus dem Siegerland“ erschienen: Zunächst einmal ist im Hinblick auf das in der Quelle angesprochene Verhältnis zum Judentum festzuhalten, dass zum damaligen Zeitpunkt im Siegerland, also im Verbreitungsgebiet jener Zeitschrift, nur 211 Bürger jüdischen Glaubens lebten[14]. Etwas weniger als einen Monat zuvor, am 23. Juli 1933, hatte die Glaubensbewegung Deutsche Christen bei den Kirchenwahlen einen großen Erfolg erzielt, was dazu führte, dass u.a. in den evangelischen Landeskirchen von Anhalt, Hessen, der Pfalz, Thüringen und Sachsen sowie in allen Kirchenprovinzen der evangelischen Kirche der altpreußischen Union mit Ausnahme Westfalens deutschchristliche Kirchenleitungen gebildet wurden[15]. Allgemein ist festzustellen, dass in der evangelischen Christenheit Deutschlands antijudaistische und antisemitische Einstellungen sehr weit verbreitet waren und auch der rassistisch motivierte Antisemitismus des Nationalsozialismus nicht ohne einen jahrhundertelangen, christlichen Antijudaismus erklärbar ist[16]. Ebenso war auch die Gemeinschaftsbewegung überwiegend vom Antijudaismus geprägt[17]. Erkennbar ist in der Quelle Michaelis´ Unterscheidung zwischen den frommen, orthodoxen Juden und den reformorientierten, säkularen Juden („ (…) Das dürfte nicht gelten von den orthodoxen, dem Gesetz und den Propheten glaubenden frommen Juden. (…) Das Gesagte gilt vielmehr von dem glaubenslosen und grundsatzlosen Judentum, das in Presse, Finanz, Wirtschaft, Film und Theater seine Kräfte spielen lässt“)[18]. Diese Sichtweise geht auf die Thesen Adolf Stoeckers (1835-1909) zurück, welche die Unterscheidung zwischen einem dem Gott des Alten Testaments verpflichteten, orthodoxen Judentum und einem säkularisierten, atheistisch oder religiös-philosophisch motiviertem Reformjudentum populär machten[19].

Woher diese für moderne Ansichten unerträgliche Einstellung herrührt, wird im Folgenden näher dargelegt: Ähnlich wie Michaelis formuliert Adolf Stoecker in einem Brief an Friedrich von Bodelschwingh 1885 seine Unterscheidung des Judentums:

„(…) Wenn ich darüber rede, mache ich auch fast immer mit den rechtschaffenen und bescheidenen Juden eine Ausnahme. Aber im ganzen ist es doch so, daß das moderne Reformjudentum >unser Unglück< ist, (…)“[20]. Der Einfluss der Rezeption von Adolf Stoecker oder auch Heinrich von Treitschke auf viele wichtige Männer der Kirche in den 1930ern zeigt sich ebenfalls in einem Brief des württembergischen Landesbischofs Theophil Wurm an den Reichsjustizminister im Jahr 1938:

„Ich habe von Jugend auf das Urteil von Männern wie Heinrich von Treitschke und Adolf Stoecker über die zersetzende Wirkung des Judentums auf religiösem, sittlichem, literarischem, wirtschaftlichem und politischem Gebiet für zutreffend gehalten (…)“[21].

Ähnlich wie Michaelis den großen Einfluss der Juden in der Literatur, der Presse, Kunst und Wirtschaft sowie der Wissenschaft feststellt und dieser Tatsache kritisch gegenüber steht, formulieren auch andere ihre diesbezüglichen Bedenken angesichts dieses überdurchschnittlichen Einflusses auf wichtige Bereiche der Gesellschaft[22] und ebenso wie Michaelis wetterten einige andere gegen die negativen Folgen der Verleihung der Staatsbürgerrechte an Juden, so wie z.B. Hans Meiser 1926[23]. Interessant ist auch, dass Meiser die jüdischen Eigenheiten als etwas Zersetzendes, Ätzendes und Auflösendes charakterisiert[24], also ein ähnliches Bild verwendet wie Michaelis, der in Anlehnung an Theodor Mommsen das Judentum als Gärungsmittel der Zersetzung für eine Nation bezeichnet.

Zu erkennen sind anhand dieser Quellen die Parallelen jener Generation im Hinblick auf die Judenfrage, welche man trotz aller Differenzierungen und Einschränkungen als klaren Antisemitismus zu bezeichnen hat. Dieser ist zum Zeitpunkt der NS-Herrschaft bereits seit mehr als tausend Jahren bei den Menschen durchgehend präsent und hat gerade bei christlichen Theologen eine besondere Wirkung entfaltet, wie der Artikel von Michaelis im „Evangelisten“ zeigt.

Zu berücksichtigen ist auch, dass Hitlers Machtübernahme 1933 durchaus auch vonseiten der Kirchen eher begrüßt wurde, da die Nationalsozialisten scheinbar als einzige politische Kraft in der Lage zu sein schienen, die nationale Stabilität wiederherzustellen. Hitler verwendete in vielen seiner Reden nach der Machtergreifung religiöse Elemente, um das Volk und die Kirchen von seiner christlichen Prägung zu überzeugen und bemühte sich, die NS-Bewegung als besonders kirchenfreundlich und die christliche Religion als wichtigen Bestandteil des neuen Staates hervorzuheben[25].

II.4: Quelleninterpretation

Inwiefern ist die Quelle also nun von der antisemitischen und nationalen Sichtweise, die in der evangelischen Christenheit jener Zeit weit verbreitet gewesen ist, sowie von den politischen Ereignissen, welche der Abfassung des hier analysierten Artikels vorausgegangen waren, beeinflusst worden und welche Rolle spielen Michaelis´ persönlichen Ansichten und Überzeugungen dabei?

Zunächst einmal ist zu erkennen, dass Michaelis im Grunde keinen reinen, aggressiven Antisemitismus im typischen nationalsozialistischen Sinne vertritt, sondern den Juden durchaus anerkennenden Respekt entgegenbringt („Wir leugnen auch die positiven Beiträge bedeutender Juden in Technik, Kunst, Philosophie usw. nicht“ oder auch „Wenn es dabei (beim Eindämmen des jüdischen Einflusses, A.d.V.) zu Misshandlungen oder geistigen Rohheiten gekommen ist, so verurteilen wir das wie jede Rohheit gegen einen Menschen“) und warnt am Schluss seines Aufsatzes eindringlich und auch, wenn auch wohl unwissend, in unbeabsichtigt prophetischer Art und Weise vor einer Entmenschlichung der Juden und einer großen Schuld, die auf die Deutschen kommen könnte („Unser Anliegen muss aber sein, daß dieser Weg verfolgt werde ohne Verletzung der Menschlichkeit. Auch hier gilt es zu wachen und zu beten, daß der berechtigte Kampf nicht die Menschlichkeit verleugne und dadurch eine Schuld auf unser Volk komme.“). Michaelis warnt also vornehmlich vor physischen Gewaltanwendungen gegen die jüdischen Bürger, aber er äußert sich sonst wohlwollend gegenüber sonstigen Vorgehensweisen zur Eindämmung des jüdischen Einflusses in der Gesellschaft: „Gegen das Eindämmen des jüdischen Einflusses, gegen ihre Bewertung als Nicht-Deutsche haben wir von der Bibel her nichts einzuwenden.“

Auffällig ist, dass Michaelis seine Forderungen nach einem Vorgehen gegen das Judentum häufig mit einer theologischen Argumentation begründet. Er verweist darauf, dass die Diaspora des jüdischen Volkes im Grunde ein notwendiger Fluch sein muss, damit deren Sammlung in Kanaan zum Segen für sie werden wird, weshalb er das Verleihen jeglicher Staatsbürgerrechte an die Juden für „kontraproduktiv“ erachtet. Zudem erwähnt der Autor die negativen Zuschreibungen, die das Judentum seines Erachtens bereits in den Büchern des Alten Testaments erfährt.

Michaelis trennt (zumindest an manchen Stellen) zwischen den wahrhaft religiösen Juden, welche sich dem Gott des Alten Testaments und dessen Regeln verpflichtet fühlen einerseits, und dem säkularen, atheistischen Reformjudentum andererseits, womit er parallel mit den Anschauungen Adolf Stöckers aus dem späten 19. Jahrhundert argumentiert[26]. Weitere Auffälligkeiten sind, dass Michaelis ebenso wie Stöcker nicht dem radikalen rassistischen Antisemitismus zuzurechnen sind[27], außerdem sind ähnliche Parallelen bezüglich ihrer antisemitischen Ausprägung zu ziehen, da Stöckers Judenfeindschaft vor allem national-konservativ und religiös geprägt war[28]. Beinahe eins zu eins übernimmt Michaelis in seinem Artikel die Haltung Stöckers, dass die Ursache der Zersetzung allen Volkslebens im Liberalismus liege, dessen Schrittmacher wiederum das moderne Judentum sei. Aufgrund dessen warnte Stöcker eindringlich vor einer zu starken Überfremdung des deutschen Volkes durch die Juden[29]. Denn für Michaelis wirkt das (moderne) Judentum wie ein zersetzendes Gärungsmittel im Körper der anderen Völker. Ähnliche Anleihen aus der Naturwissenschaft nahm auch der Pfarrer Dr. Kurt Hutten 1932 ein, als er im Materialdienst des Evangelischen Volksbundes in Württemberg in einer umfangreichen vierteiligen Serie zum Thema „Judentum“ behauptete, dass das Judentum einen verhängnisvollen, zersetzenden Einfluss auf die deutsche Kultur ausübe[30]. Überhaupt war die kirchliche Mitte in der Weimarer Zeit geprägt von dieser Art des Antisemitismus, welche zwar nicht im nationalsozialistischen Sinne rassistisch geformt war, nämlich dahingehend, dass die Juden in genetischer bzw. biologischer Hinsicht andersartig und auch minderwertig seien (Hutten formulierte es folgendermaßen: „Bloß daß der Christ in diesem Kampf niemals bloß bei den Juden Halt macht, sondern darüber hinaus überall gegen das Böse kämpft, wo es ihm entgegentritt. Und wenn er helle Augen hat, dann sieht er, daß auch bei den eigenen Volksgenossen vieles faul ist. Denn das sittlich Böse ist nicht nur rassisch gebunden, sondern bei allen Völkern vorhanden.“)[31], aber eben sehr wohl auf eine Ausgrenzung des jüdischen Teils der deutschen Bevölkerung abzielte und sich dabei religiöser, aber auch kulturell-sittlicher als auch rassischer Argumente bediente. So erläuterte der Vorsitzende des kirchlich-sozialen Bundes in Bayern, Hans Meiser, die Probleme der Juden als Teil der Völker dahingehend, dass der Hauptgrund dafür in der Rassenverschiedenheit zwischen Juden und den Völkern liege: Im Gegensatz zu allen anderen Nationen, die als eingewanderte Minderheit nach einiger Zeit in das Gastvolk übergingen, bildeten die Juden einen geschlossenen Kreis für sich und übten einen überdurchschnittlich starken volkswirtschaftlichen[32], politischen[33] und vor allem kulturellen Einfluss aus.[34] Zu Letzterem bemerkt Meiser, dass der jüdische Geist etwas Wesensfremdes an sich habe, sodass seine Ausbreitung großen Schaden für das deutsche Volk hervorbringen würde. Der jüdische Geist sei nicht kritisch zersetzend, nicht kontemplativ, konstruierend und produktiv. Ähnlich zu Michaelis´ Äußerungen zu diesem Aspekt meint Meiser:

„Was dieser Geist schon gesündigt hat an unserem Volk, welch furchtbares Unwesen er in der jüdisch beeinflußten Presse, in unserer Unterhaltungsliteratur, auf deutschen Bühnen treibt, ist kaum auszusagen.“[35]

Ferner glaubt er, im Zionismus finde das religiöse Ideal des Judentums, ein Volk für sich zu sein, greifbaren Ausdruck: Der Sendungsanspruch als messianisches Volk sowie die fremden Sitten und Gebräuche schaffe eine trennende Schranke zwischen Juden und den Völkern.

Die Dämme, die gegen die an der deutschen Sittenreinheit nagenden jüdischen Einflüsse (z.B. in Film und Kultur) zum Schutz der deutschen Wahrhaftigkeit und der christlichen Religion vonseiten der NS-Machthaber errichtet wurden, und laut Michaelis einen nicht nur um des Evangeliums willen mit Dank erfüllen müssen, schlägt auch Meiser in Form einer sog. „Kulturschutzgesetzgebung“ vor, die das deutsche Volk gegen die Vergiftung durch jüdische Literatur, Filme und Theaterstücke schützen müsse. Dadurch erfolge auch eine innere Immunisierung des deutschen Volkes gegen alle zersetzenden[36] und zerstörenden, undeutschen und unchristlichen Einflüsse[37].

Wie auch Michaelis, der in der letzten Aussage seines Artikels im „Evangelisten“ beim Eindämmen des jüdischen Einflusses vor einer Verleugnung und Verletzung der Menschlichkeit sowie dem Aufladen einer schweren Schuld auf das deutsche Volk warnte, grenzte sich auch Meiser deutlich von den Absichten radikaler Rassisten im nationalsozialistischen Lager ab, welche eine gänzliche Vernichtung der Juden im Sinn hatten:

„Bei aller Anerkennung des völkischen Ideals können wir doch das übervölkische Wesen des Christentums nicht preisgeben, das es nicht duldet, den Angehörigen einer anderen Rasse nur mit den Augen des Rassenhasses anzusehen, sondern uns immer wieder daran erinnert, daß unser Gott im Himmel auch der Juden und Heiden Gott ist, und über die Angehörigen auch der anderen Rassen so gut seine Heils- und Friedensgedanken hat, (…). Gott hat uns nicht zur gegenseitigen Vernichtung, sondern zum gegenseitigen Dienst und zur gegenseitigen Förderung geschaffen.“[38]

Die meisten protestantischen Christen in Deutschland dachten in den 1930ern wohl ähnlich wie Meiser. In eine ähnliche Kerbe schlägt auch Michaelis in seinem Artikel: Einerseits verwendet er typische antisemitische Motive (bspw. den großen zersetzenden Einfluss der Juden in der Unterhaltungsbranche, die Juden als eigenständiges Volk innerhalb der Nation) zur Begründung seiner Intentionen, andererseits ist er auch (genau wie Meiser und Hutten) in der Lage, innerhalb der jüdischen „Rasse“ zu differenzieren und eine klare Stellung zu etwaigen physischen Schädigungen jüdischer Mitbürger zu beziehen, welche logischerweise jegliche Vernichtungsabsichten im Sinne der NS-Ideologie ebenso verwirft. Es wird stets darauf hingewiesen, dass es auch unter den Juden respektable und anständige Menschen gibt, außerdem wird die universelle Heilsbotschaft der christlichen Religion betont.

Wie bereits weiter oben erwähnt, war das allgemeine gesellschaftliche Klima in den 1920ern und 1930ern überwiegend antisemitisch geprägt: So kann man das negative Urteil von Gerhard Stoll über die evangelische Presse verallgemeinernd auf die gesamte evangelische Kirche in jener Epoche beziehen:

„Es bedarf keiner weiteren Belege, um zu dem Urteil zu gelangen, daß die evangelische Presse des Jahres 1933 in ihrer erdrückenden Mehrzahl dem Antisemitismus des Dritten Reiches keinen ernsthaften Widerstand entgegengesetzt, sondern ihn kampflos akzeptiert hat. Patriotische Verblendung, nationalistischer Überschwang, antijüdisches Ressentiment, verbunden mit der massiven antisemitischen Propaganda der Nationalsozialisten bewirkten in der ersten Phase der antisemitischen Aktionen eine offensichtliche Parallelität der evangelischen Presse mit der offiziellen, gesteuerten Meinung. In der zweiten Phase, als der Antisemitismus innerhalb der evangelischen Kirche wirksam wurde, differenzierten sich zwar deutsch-kirchliche Gruppen und die konservativen und mehr bekenntnisgebundenen Gruppen, aber dies führt nur in Ausnahmefällen zu deutlicher Distanzierung von der nationalsozialistischen Rassenhetze in der Kirche.“[39]

Erstaunlicherweise bestritt Michaelis, selbst ein Antisemit oder Anhänger Stoeckers zu sein, obgleich er dafür eintrat, dass die Juden in den jeweiligen Nationen für eine von Gott bestimmte Zeit nicht gleichberechtigt behandelt werden sollten[40], also nur ein „Gastrecht“ innehaben sollten, ohne dass dabei die Grundsätze der Menschlichkeit verletzt werden dürften, jedoch sollte jener Fluch Gottes als Bestandteil des göttlichen Plans mit den Juden nicht aufgehoben werden[41], was Michaelis´ Ablehnung der Verleihung von Staatsbürgerrechten an Juden erklärt.

Letztlich zeigt sich, dass Michaelis hinsichtlich seiner Haltung zum Judentum sowie seinem Verständnis von Volkstum eindeutig ein Kind seiner Zeit war: Er teilte nahezu dieselbe antisemitische Haltung wie die meisten Zeitgenossen, vor allem im kirchlichen Bereich, wie die vorgestellten Beispiele anderer Theologen gezeigt haben. Auch wenn er sich selbst vielleicht nicht als reinen Antisemiten verstanden wissen wollte, bestärkte er im untersuchten Artikel doch bewusst die nationalsozialistischen Kräfte mit ihren Bestrebungen, die Juden als Menschen zweiter Klasse zu diskriminieren.

Diese in seinem Artikel dargelegte Haltung zur Judenfrage formuliert Kurt Meier hinsichtlich des Gros der bedeutenden evangelischen Kirchenmänner so: „Einem Radau-Antisemitismus stand man in den Kirchen zwar distanziert gegenüber, für eine maßvolle staatliche Judengesetzgebung hatte man aber Verständnis.“[42]

Eine solche staatliche Judengesetzgebung schien Michaelis auch vor Augen zu haben, wenn er von einer Eindämmung/Zurückdämmung des Judentums spricht. Ebenso griff er soziokulturelle Vorurteile gegenüber Juden auf („ … grundsatzlosen Judentum, das in Presse, Finanz, Wirtschaft, Film und Theater seine Kräfte spielen lässt; wie groß der jüdische Einfluss in der Hochfinanz war, ist weltbekannt“), welche ebenso in der Kirche allgemein gerne gehegt worden sind[43]. Erstaunlich ist aber, dass Michaelis scheinbar die staatliche Beeinflussung kirchlicher Strukturen (so begannen ab September 1933 mehrere Landeskirchen, den Arierparagraphen in ihren Gemeinden einzuführen)[44], welche hinsichtlich der Judenchristen in kirchlichen Gemeinden unabdingbar war, entweder klaglos hinzunehmen bereit war oder sie für unmöglich gehalten hat. Dies ist ferner auch deshalb verwunderlich, da es nicht mit der lutherischen Unterscheidung der zwei Reiche vereinbar ist.

Die größte Schwachstelle in der Argumentationsstruktur seiner Haltung, die in jenem Artikel zum Ausdruck kommt, ist m. E., dass Michaelis zwar einerseits eine Differenzierung zwischen den wahrhaft gläubigen Juden und dem säkularen Judentum (welche angeblich Wirtschaft, Kunst, Kultur und Presse dominiert) vornahm, und dabei jüdische Religiosität sogar noch bewundernd und anerkennend betrachtet,[45] aber andererseits in seiner antisemitischen Grundhaltung staatlichen Einschränkungen jüdischen Lebens seine Zustimmung erteilte, und diese dabei aber ausgerechnet mit theologischen Aspekten des Judentums zu legitimieren versuchte[46], obwohl das staatliche Vorgehen gegen vermeintliche jüdische Beeinflussung sowohl säkulare als auch religiöse Juden gleichermaßen traf, ein Umstand, der Michaelis hätte klar sein müssen. Vermutlich ist in dieser Frage sein konservativ-monarchisch geprägtes politisches Denken ein großes Hindernis gewesen, welches nach einem starken Staat verlangte und Michaelis noch im September 1933 Totalitätsanspruch und Gleichschaltungspolitik auf staatlicher Ebene befürworten ließ[47].

[...]


[1] Walter Michaelis: Judentum, in: „Der Evangelist aus dem Siegerland“ (Nummer 33/1933)

[2] Vgl. http://de.wikipedia.org/wiki/Walter_Michaelis_(Pfarrer) (23.11.2013; 15.19 Uhr)

[3] Walter Michaelis: Judentum, in: „Der Evangelist aus dem Siegerland“ (Nummer 33/1933)

[4] Walter Michaelis: Judentum, in: „Der Evangelist aus dem Siegerland“ (Nummer 33/1933)

[5] Ebenda

[6] Ebenda

[7] Ebenda

[8] Ebenda

[9] Ebenda

[10] Ebenda

[11] Ebenda

[12] Ebenda

[13] Ebenda

[14] Vgl. Klaus Dietermann/Gerd Übach/Hans-Joachim Welkert (Hrsg.): Die Juden im Siegerland zur Zeit des Nationalsozialismus, S. 35

[15] Vgl. Christoph Strohm: Die Kirchen im Dritten Reich, S. 35

[16] Vgl. Michael Diener: Kurshalten in stürmischer Zeit, S. 509

[17] Vgl. Ebenda, S. 509

[18] Walter Michaelis: Judentum, in: „Der Evangelist aus dem Siegerland“ (Nummer 33/1933)

[19] Vgl. Michael Diener: Kurshalten in stürmischer Zeit, S. 509

[20] Adolf Stoecker, in: Jörg Thierfelder/Eberhard Röhm: Juden-Christen-Deutsche, S. 52

[21] Wurm, in: Ebenda, S. 46

[22] Vgl. Ebenda, S. 73

[23] Vgl. Ebenda, S. 75

[24] Vgl. Ebenda, S. 76

[25] Vgl. Christoph Strohm: Kirchen im Dritten Reich, S. 16-19

[26] Vgl. Michael Diener: Kurshalten in stürmischer Zeit, S. 509

[27] Vgl. Jörg Thierfelder/Eberhard Röhm: Juden-Christen-Deutsche, S. 49/50

[28] Vgl. Ebenda, S. 50

[29] Vgl. Ebenda, S. 50

[30] Vgl. Ebenda, S. 71/73

[31] Kurt Hutten, in: Jörg Thierfelder/Eberhard Röhm: Juden-Christen-Deutsche, S. 73

[32] Meiser stellt u.a. fest, dass Juden in den klassischen Fabrikarbeiterberufen kaum anzutreffen sind, aber umso mehr im Handel, ferner gelange ein immer größerer Teil des Volksvermögens in ihre Hände.

[33] Die Juden würden ihre große Geldmacht dazu verwenden, den Sozialismus zu unterstützen, was Meiser als politisches Komplott gegen das deutsche Volk interpretiert.

[34] Vgl. Jörg Thierfelder/Eberhard Röhm: Juden-Christen-Deutsche, S. 75/76

[35] Hans Meiser, in: Ebenda, S. 76

[36] Wieder taucht hier die Vorstellung des Judentums als zersetzendes Gärungsmittel im Volkskörper auf

[37] Vgl. Jörg Thierfelder/Eberhard Röhm: Juden-Christen-Deutsche, S. 78/79

[38] Hans Meiser, in: Ebenda, S. 79

[39] Gerhard Stoll, in: Michael Diener: Kurshalten in stürmischer Zeit, S. 510

[40] Diese Haltung resultierte aus seiner biblischen Sichtweise, wonach die Juden zwar unweigerlich Gottes auserwähltes Volk sind, aber seit der Kreuzigung Christi unter Gottes Fluch stehen, welcher sich in ihrer Zerstreuung unter die Völker zeigt.

[41] Vgl. Michael Diener: Kurshalten in stürmischer Zeit, S. 510/511

[42] Kurt Meier: Kreuz und Hakenkreuz, S. 156

[43] Vgl. Ebenda, S. 156

[44] Vgl. http://de.wikipedia.org/wiki/Arierparagraph#Kirchen (4.1.2014; 17.16 Uhr)

[45] „Das dürfte nicht gelten von den orthodoxen, dem Gesetz und den Propheten glaubenden frommen Juden. Unter ihnen kann man vielen begegnen, deren aufrichtige Frömmigkeit Hochachtung abnötigt, die sie auch mannigfach in Gegensatz bringt zu ihren glaubenslosen Volksgenossen. Das Gesagte gilt vielmehr von dem glaubenslosen und grundsatzlosen Judentum, das in Presse, Finanz, Wirtschaft, Film und Theater seine Kräfte spielen lässt. Aus ihren Federn, Vorträgen, Darstellungen flossen jene trüben Fluten, die unablässig an der Sittenreinheit, an der deutschen Wahrhaftigkeit, an den geoffenbarten Wahrheiten der christlichen Religion nagten und Scholle um Scholle von diesem Boden des gesunden deutschen Volkslebens wegrissen.“ (Auszug aus dem Artikel im „Evangelisten“)

[46] „Der Ausdruck auserwählt im Munde Gottes bedeutet also (…) ein unumschränktes, freies Walten Gottes mit diesem Volk zur Herbeiführung seiner Ziele. Im Dienst dieser Ziele steht die jetzige Zerstreuung Israels unter die Nationen. Darum haben wir Bibelchristen nach meiner Überzeugung, gerade weil es sich um ein zu etwas anderm auserwähltes Volk handelt, keinen Grund, gegen die Zurückdämmung des Judentums Einspruch zu erheben.“ (Auszug aus dem Artikel im „Evangelisten“)

[47] Vgl. Michael Diener: Kurshalten in stürmischer Zeit, S. 502

Ende der Leseprobe aus 62 Seiten

Details

Titel
Die Rolle des Siegerländer Gemeinschaftsverbandes in der NS-Zeit
Untertitel
Untersuchungen anhand des Periodikums "Der Evangelist aus dem Siegerland" aus den Jahren 1933/34
Hochschule
Universität Siegen
Veranstaltung
Evangelische Religionslehre
Note
2,0
Autor
Jahr
2014
Seiten
62
Katalognummer
V276543
ISBN (eBook)
9783656697527
ISBN (Buch)
9783656699996
Dateigröße
706 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
rolle, siegerländer, gemeinschaftsverbandes, ns-zeit, untersuchungen, periodikums, evangelist, siegerland, jahren
Arbeit zitieren
Andreas Wollenweber (Autor), 2014, Die Rolle des Siegerländer Gemeinschaftsverbandes in der NS-Zeit, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/276543

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