Neros Rolle im jüdischen Aufstand von 66 n. Chr.


Hausarbeit (Hauptseminar), 2013
13 Seiten, Note: 2,0

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

I: Vorwort

II: Die Verhältnisse in Judäa während Neros Prinzipat
IIa: Die politische Situation in Judäa (1. Jh. n. Chr.)
IIb: Die sozialen und wirtschaftlichen Verhältnisse in Judäa (1. Jh. n. Chr.)

III: Zusammenfassung

Quellenverzeichnis

I: Vorwort

„Rom war in dem Unruheherd seit dem Tod Herodes eine überforderte Besatzungsmacht.“[1]

So charakterisiert Michael Sommer das Verhältnis der in ihrer Blüte stehenden antiken Weltmacht Rom zu ihrer entlegenen Provinz Judäa. Tatsächlich war mit dem Tod von Herodes dem Großen, einem bei seinen Landsleuten nicht unumstrittenen Klientelherrscher von Roms Gnaden, die Stabilität in der Provinz zunehmend labiler geworden. Diese Situation fand man auch zur Zeit Kaiser Neros (54 – 68 n. Chr.) dort vor und in seine Regierungszeit fiel auch dann der Jüdische Aufstand (66 – 70 n. Chr.).

Von Nero selbst ist kaum etwas zur Lage in Palästina überliefert, was die Frage aufwirft, inwiefern er eine Mitschuld an den Ausschreitungen der jüdischen Bevölkerung getragen hat und ob er schließlich den Aufstand letztlich hätte verhindern können.

Um dieser Frage näher auf den Grund zu gehen, werden die politischen, sozialen und wirtschaftlichen Verhältnisse in Judäa während der neronischen Herrschaft näher untersucht, um so einen eventuellen Handlungsspielraum Neros zur Verbesserung der Lage in diesem Pulverfass herausstellen zu können.

Auf dieser Grundlage soll dann Antwortmöglichkeiten auf die Frage gegeben werden, ob Nero durch intensive Reformmaßnahmen den verlustreichen Aufstand hätte vermeiden können, er, der Italien bis zum Jahr 66 nie verlassen hatte[2].

II: Die Verhältnisse in Judäa während Neros Prinzipat

Um einen möglichst umfassenden Überblick über die Situation in Judäa im ersten Jahrhundert nach Christus zu bekommen, werden hier die politischen, sozialen und wirtschaftlichen Verhältnisse näher analysiert, da diese unmittelbar die Lebenssituation des normalen Bürgers und somit auch seine Einstellung zur jeweiligen Hegemonialmacht beeinflussten.

IIa: Die politische Situation in Judäa (1. Jh. n. Chr.)

Judäa kam erst nach der Absetzung des Herodessohnes Archelaos 6 n. Chr. unter direkte römische Herrschaft. Vorher hatten zunächst Nachkommen der Hasmonäer ohne königlichen Titel und dann die herodianische Dynastie geherrscht[3]. Anschließend regierten die Römer die Provinz direkt durch einen Präfekten, abgesehen von der kurzen Regierungszeit von Agrippa I (41-44 n. Chr.)[4] bis zum jüdischen Aufstand.

Die gesamte Provinzialgerichtsbarkeit war im Prinzipat von der überragenden Stellung des Statthalters bestimmt, sodass hingegen eine vielschichtige Gerichtsorganisation in den römischen Provinzen nahezu bedeutungslos geworden war[5]. Der Provinzgouverneur war der iudex schlechthin: Er war der Hüter der Ordnung im weitesten Sinne und hatte dafür zu sorgen, dass in seiner Provinz Ruhe und Ordnung herrschte. In den Provinzen ohne nennenswerte militärische Präsenz war die Rechtspflege eigentlich seine Hauptaufgabe[6]. Als weitere erwähnenswerte richterliche Instanzen neben dem Statthaltergericht sind lediglich die Geschworenengerichte in der eingeschränkten Lokalgerichtsbarkeit zu nennen, über die die Provinzgemeinden in der Kaiserzeit verfügten[7].

Der Statthalter war in der ihm zugewiesenen Provinz der höchste Repräsentant des Imperium Romanum und damit die oberste Autorität der Provinz. Somit musste er Fragen und Probleme unterschiedlicher Art aufgreifen und bewältigen[8].

Aufgrund dieser umfassenden Machtfülle und der damit verbundenen Gestaltungsmöglichkeiten in den Provinzen ist es sinnvoll, sich die amtierenden Statthalter Judäas während Neros Herrschaft bis zum jüdischen Aufstand näher anzusehen.

[...]


[1] Sommer: Römische Geschichte II, S. 143

[2] Vgl. Malitz: Nero, S. 57

[3] Vgl. Eck: Lokale Autonomie, S. 75

[4] Vgl. Ebenda, S. 76

[5] Vgl. Ebenda, S. 306

[6] Vgl. Ebenda, S. 309

[7] Vgl. Ebenda, S. 307

[8] Vgl. Wesch-Klein: Provincia, S. 124

Ende der Leseprobe aus 13 Seiten

Details

Titel
Neros Rolle im jüdischen Aufstand von 66 n. Chr.
Hochschule
Universität Siegen
Veranstaltung
Politik, Gesellschaft und Kultur zur Zeit Neros
Note
2,0
Autor
Jahr
2013
Seiten
13
Katalognummer
V276588
ISBN (eBook)
9783656699033
ISBN (Buch)
9783656699224
Dateigröße
459 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
neros, rolle, aufstand
Arbeit zitieren
Andreas Wollenweber (Autor), 2013, Neros Rolle im jüdischen Aufstand von 66 n. Chr., München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/276588

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