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Rechtsstaatliche Verfahrensgrundsätze. Verhältnismäßigkeit formeller Schranken

Titel: Rechtsstaatliche Verfahrensgrundsätze. Verhältnismäßigkeit formeller Schranken

Bachelorarbeit , 2013 , 35 Seiten , Note: 1,0

Autor:in: Martina Vogel (Autor:in)

Jura - Öffentliches Recht / Staatsrecht / Grundrechte
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Zusammenfassung Leseprobe Details

„Zweiklassenjustiz statt Waffengleichheit“, „Kein Recht für Arme“ - so waren die medialen Reaktionen auf eine Gesetzesinitiative der Bundesregierung, durch die die Prozesskostenhilfe reformiert werden soll3. Befürchtet wird, dass Bedürftigen durch strengere Bewilligungskriterien und hohe finanzielle Eigenbeteiligung an Gerichtskosten die Durchsetzung ihrer Rechte unmöglich gemacht wird. Doch nicht nur die Erhebung von Gerichtskosten führt dazu, dass sich der einzelne Bürger in einer Situation wiederfinden kann, in der ihm der Weg zu den Gerichten versperrt ist, obwohl er sich materiell-rechtlich gesehen im Recht befindet. sondern auch die
Versäumung einer Frist oder die Nichteinhaltung von Form- oder Vertretungsvorschriften.

In vorliegender Arbeit wird untersucht, wie oben geschilderte und weitere, den Zugang zu den Gerichten begrenzende Schranken zum Rechtsstaat des GG passen. Weshalb und in welchem Ausmaß sie zulässig sind, wird ebenso aufgezeigt wie ihre Grenze...

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

A) Einführung

B) Normative Herleitung

C) Materieller Gehalt

I. Allgemeine Zulässigkeit formeller Schranken

II. Begrenzung durch den Grundsatz der Verhältnismäßigkeit

1. Geeignetheit

2. Erforderlichkeit

3. Verhältnismäßigkeit im engeren Sinne / Angemessenheit

III. Ausgestaltung durch einfachgesetzliches Recht

D) Prozessuale Implikationen – Anwendungsbeispiele

I. Zuständigkeitsregelungen

II. Formvoraussetzungen

III. Fristen

IV. Präklusion, Verwirkung, Verzicht

V. Prozesskosten

VI. Vertretungszwang

VII. Vorverfahren

VIII. Zugang zu Rechtsmittelgerichten

E) Supranationale Entsprechungen

I. Europäische Menschenrechtskonvention

II. Recht der Europäischen Union

III. Internationaler Pakt über Bürgerliche und Politische Rechte

F) Zusammenfassung und Ausblick

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die vorliegende Arbeit untersucht, inwieweit staatliche Schranken, die den Zugang zu den Gerichten begrenzen, mit dem Rechtsstaatsprinzip des Grundgesetzes vereinbar sind und unter welchen Voraussetzungen diese Einschränkungen zulässig sind.

  • Analyse des Grundsatzes der Verhältnismäßigkeit als Schranken-Schranke.
  • Untersuchung prozessualer Hürden wie Zuständigkeitsregeln, Formvorschriften und Fristen.
  • Bewertung von Prozesskosten und Vertretungszwang im Lichte der Rechtsschutzgarantie.
  • Vergleich der deutschen Rechtslage mit supranationalen Vorgaben (EMRK, EU-Recht, IPbpR).
  • Diskussion über die Anforderungen an einen effektiven Rechtsschutz für den Bürger.

Auszug aus dem Buch

C) Materieller Gehalt

Der Rechtsweg steht „nicht schrankenlos offen“, sondern darf ebenso wie das rechtliche Gehör von der Erfüllung formeller Prozessvoraussetzungen abhängig gemacht werden. Dies ist insbesondere Wahrung anderer Verfassungsgrundsätze, wie der gleichfalls durch das Rechtsstaatsprinzip gebotenen Rechtssicherheit, der Funktionsfähigkeit der Rechtspflege oder der Rechte anderer (v.a. im Zivilprozess oder bei multipolaren Rechtsverhältnissen im Verwaltungsprozess) zulässig. Dabei erweisen sich die einfachgesetzlichen Prozessordnungen nicht als einschränkend, sondern als notwendig, da sich Rechtsschutz nur in einem geordneten Verfahren gewährleisten lässt.

II. Begrenzung durch den Grundsatz der Verhältnismäßigkeit

Wie alle staatlichen Akte, die den Bürger in seinen Rechten begrenzen, müssen auch formelle Prozessvoraussetzungen dem Prinzip der allgemeinen Verhältnismäßigkeit entsprechen. Der Staat darf den Einzelnen nur soweit in seinen Rechten einschränken, wie es im Interesse der Allgemeinheit geboten ist, staatlicher Willkür werden Grenzen gesetzt. Das einschränkende staatliche Handeln muss einen legitimen Zweck verfolgen, geeignet, erforderlich und angemessen bzw. verhältnismäßig i.e.S. sein.

1. Geeignetheit

Der Zweck muss nicht vollständig erreicht werden, es ist ausreichend, wenn das Gesetz geeignet ist, den angestrebten Zweck zu fördern. Dem Gesetzgeber steht ein Ermessensspielraum zu, nur bei offensichtlicher Untauglichkeit oder Willkür wird den Erfordernissen an die Geeignetheit nicht genügt.

2. Erforderlichkeit

Das gewählte Mittel ist erforderlich, wenn es kein milderes, weniger in die Rechte des Betroffenen eingreifendes, Mittel gibt, das dem Zweck ebenso gut oder gar besser dient.

Zusammenfassung der Kapitel

A) Einführung: Diese Einleitung thematisiert die gesellschaftliche Debatte um den Zugang zu Gerichten und skizziert die Fragestellung nach der Vereinbarkeit von Zugangsbarrieren mit dem Rechtsstaatsprinzip.

B) Normative Herleitung: Hier wird der verfassungsrechtliche Ursprung des Anspruchs auf Rechtsschutz dargelegt, insbesondere unter Bezugnahme auf das Rechtsstaatsprinzip und die Rechtsschutzgarantie.

C) Materieller Gehalt: Dieses Kapitel erörtert die Zulässigkeit formeller Schranken und legt dar, wie der Grundsatz der Verhältnismäßigkeit als Maßstab für prozessuale Einschränkungen dient.

D) Prozessuale Implikationen – Anwendungsbeispiele: Die konkrete Anwendung verfassungsrechtlicher Anforderungen wird anhand von Beispielen wie Fristen, Prozesskosten und Vertretungszwang untersucht.

E) Supranationale Entsprechungen: Hier wird untersucht, wie die EMRK, das EU-Recht und der IPbpR den Zugang zu Gerichten regeln und wie sie sich zur deutschen Rechtslage verhalten.

F) Zusammenfassung und Ausblick: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und reflektiert die Annäherung der deutschen Rechtsprechung an die europäische Rechtsprechung.

Schlüsselwörter

Rechtsweg, Rechtsschutzgarantie, Grundgesetz, Verhältnismäßigkeitsprinzip, Prozessvoraussetzungen, Zugang zu Gerichten, EMRK, Prozesskosten, Fristen, Vertretungszwang, Rechtsstaat, Verfahrensgerechtigkeit, Effektiver Rechtsschutz.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit den verfassungsrechtlichen Grenzen, die den Zugang zu Gerichten beschränken, und bewertet deren Vereinbarkeit mit dem Rechtsstaatsprinzip.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themen sind die Rechtsschutzgarantie, das Verhältnismäßigkeitsprinzip bei der Gestaltung von Prozessordnungen sowie die Untersuchung konkreter prozessualer Schranken wie Kosten, Fristen und Vertretungszwang.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Ziel ist es aufzuzeigen, inwieweit und in welchem Ausmaß den Zugang zu den Gerichten begrenzende Schranken mit dem Rechtsstaatsprinzip des Grundgesetzes vereinbar und zulässig sind.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine rechtswissenschaftliche Arbeit, die den geltenden Rechtsrahmen analysiert, die Rechtsprechung (insbesondere des BVerfG und europäischer Gerichte) auswertet und die dogmatische Herleitung von Rechtsschutzansprüchen prüft.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die materielle Grundlegung des Rechtsschutzes, die detaillierte Analyse prozessualer Anwendungsszenarien sowie den rechtsvergleichenden Blick auf supranationale Regelungen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird durch Begriffe wie Rechtsschutzgarantie, Verhältnismäßigkeit, Rechtsweg, Prozesskosten und effektiver Rechtsschutz charakterisiert.

Wie bewertet der Autor die Prozesskostenhilfe?

Der Autor stellt fest, dass die PKH ein notwendiges Instrument ist, um den durch das Rechtsstaatsprinzip geforderten Zugang zu Gerichten für finanziell weniger Bemittelte zu gewährleisten, wobei eine Abwägung zwischen Kostenrisiko und Rechtsverfolgung stattfindet.

Welche Rolle spielt die EMRK für die deutsche Rechtsprechung?

Die EMRK gewinnt zunehmend an Bedeutung, da sich die deutsche Rechtsprechung in ihrer Auslegung der Zugangsbarrieren zu den Gerichten in vielen Bereichen der europäischen Rechtsprechung annähert.

Ende der Leseprobe aus 35 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Rechtsstaatliche Verfahrensgrundsätze. Verhältnismäßigkeit formeller Schranken
Hochschule
Technische Universität Dresden
Note
1,0
Autor
Martina Vogel (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2013
Seiten
35
Katalognummer
V276596
ISBN (eBook)
9783656697565
ISBN (Buch)
9783656699750
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Rechtsstaatsprinzip formelle Schranken Rechtsschutzgarantie Verhältnismäßigkeit
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Martina Vogel (Autor:in), 2013, Rechtsstaatliche Verfahrensgrundsätze. Verhältnismäßigkeit formeller Schranken, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/276596
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Leseprobe aus  35  Seiten
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