Das Buch Genesis (griech.: Entstehung, Ursprung) ist das erste Buch des „Pentateuch“, der jüdischen „Tora“. Die Tora ist das grundlegende Bundesbuch mit den Weisungen Gottes für sein auserwähltes Volk Israel. Tora, Propheten und Schriften bilden zusammen den Tanach (TaNak), die Hebräische Bibel, die Heilige Schrift der Juden. Zugleich sind diese Bücher aber auch der erste Teil der Heiligen Schriften der Christen geworden (...)
Inhaltsverzeichnis
A. Einleitung
B. Hauptteil
1. Entstehung und Motive der beiden Schöpfungserzählungen
1.1 Verfasser und Datierung
1.2 Wichtige Motive in Gen 1, 1 - 2,4a (Priesterschrift)
1.3 Wichtige Motive in Gen 2,4b – 24
2. Der priesterschriftliche Schöpfungsbericht Gen 1,1 - 2,4a
2.1 Aufbau des Textes
2.2 Erläuterungen
2.3 Perspektive
2.4 Vergleichstexte
2.5 Auslegung
C. Schluss
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die beiden zentralen Schöpfungserzählungen des Alten Testaments (Genesis 1-2), um deren theologische Motive, Entstehungsgeschichte und Bedeutung als Glaubenszeugnisse herauszuarbeiten. Dabei wird insbesondere der priesterschriftliche Schöpfungsbericht detailliert analysiert und in den Kontext altorientalischer Mythen sowie moderner ethischer Fragestellungen gesetzt.
- Historische Einordnung und Verfasserschaft der Schöpfungsberichte
- Vergleich der theologischen Motive in Gen 1 und Gen 2
- Strukturanalyse des priesterschriftlichen Berichts (Gen 1,1 - 2,4a)
- Intertextueller Vergleich mit babylonischen Mythen (z.B. Enuma Elisch)
- Aktuelle Relevanz der Schöpfungstheologie für Ethik und Umweltschutz
Auszug aus dem Buch
1.2 1 Der souveräne Schöpfergott
Beiden Berichten gleich ist die wichtige Aussage, dass Gott der Schöpfer des Himmels und der Erde mit ihren Lebewesen und der Schöpfer des Menschen ist. In seiner Geschichte versicherte sich Israel immer wieder seines Glaubens an JHWH, den e i n e n Gott, den Gott der Erzväter und Erzmütter. Gerade auch im babylonischen Exil, in der Begegnung mit babylonischen Schöpfungsmythen und deren Götterwelt, betonen beide Schöpfungserzählungen den einen Gott, den Gott Israels als Schöpfer der Welt. Die Elemente des Kosmos, Sonne, Mond und die Gestirne sind nicht als Gottheiten zu verehren, sondern sind Schöpfung eines zu verehrenden Gottes! In Gen 1,1-2,4a steht im Hebräischen die Bezeichnung „elohim“ (pl) für Gott. Das von Gott gesprochene Wort spielt bei der Schöpfung eine besondere Rolle. Gott schafft das Licht allein durch sein Wort. Jeder neue Schöpfungsakt beginnt mit seinem Schöpfungswort, auf das dann der Schöpfungsakt folgt. Es ist das Bild eines souveränen Gottes, der die Schöpfung ins Leben ruft. Das hebräische Verb „bara“ (erschaffen) wird ausschließlich für das Handeln Gottes verwendet. Dies betont die Einmaligkeit des schöpferischen göttlichen Handelns.
Zusammenfassung der Kapitel
A. Einleitung: Einführung in das Buch Genesis als Teil des Pentateuch und Grundlegung des christlichen Glaubensverständnisses.
B. Hauptteil: Detaillierte exegetische Analyse der beiden Schöpfungserzählungen hinsichtlich ihrer Motive, Strukturen und theologischen Aussagen.
1. Entstehung und Motive der beiden Schöpfungserzählungen: Untersuchung der historischen Kontexte, Datierungen und spezifischen Motive, die die beiden unterschiedlichen Texte prägen.
1.1 Verfasser und Datierung: Diskussion über die unterschiedlichen Quellentheorien und die Verortung der Texte in der exilischen bzw. nachexilischen Zeit.
1.2 Wichtige Motive in Gen 1, 1 - 2,4a (Priesterschrift): Erläuterung zentraler priesterschriftlicher Themen wie der Souveränität Gottes und der Ordnung der Schöpfung.
1.3 Wichtige Motive in Gen 2,4b – 24: Analyse des Gottesbildes und des Beziehungsgeschehens im zweiten Schöpfungsbericht.
2. Der priesterschriftliche Schöpfungsbericht Gen 1,1 - 2,4a: Fokus auf den Aufbau und die liturgische Funktion des priesterschriftlichen Textes.
2.1 Aufbau des Textes: Tabellarische Übersicht der chronologischen Abfolge der Schöpfungswerke.
2.2 Erläuterungen: Analyse der Sprachgestaltung und der Intention der Priesterschrift als planvolle Komposition.
2.3 Perspektive: Reflexion über die Bedeutung der Schöpfung als fortwährender Prozess.
2.4 Vergleichstexte: Gegenüberstellung der biblischen Berichte mit altorientalischen Epen wie Gilgamesch und Enuma Elisch.
2.5 Auslegung: Ethische Reflexion der Schöpfungstexte in Bezug auf die Menschenwürde und den verantwortungsvollen Umgang mit der Umwelt.
C. Schluss: Zusammenfassende Betrachtung der Texte als aktuelle Glaubenszeugnisse, die zur Bewahrung der Schöpfung ermutigen.
Schlüsselwörter
Genesis, Schöpfungserzählung, Altes Testament, Priesterschrift, JHWH, Schöpfergott, Exil, Ethik, Menschenwürde, Schöpfungsauftrag, Enuma Elisch, Anthropologie, Gottesebenbildlichkeit, Urgeschichte, Sabbat.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit den ersten beiden Kapiteln des Buches Genesis und untersucht, wie diese Texte die Erschaffung der Welt und des Menschen theologisch deuten.
Welche zentralen Themenfelder werden in der Publikation behandelt?
Zentrale Themen sind die Entstehung der beiden Schöpfungsberichte, deren unterschiedliche Gottesbilder, die intertextuelle Beziehung zu altorientalischen Mythen sowie die ethische Relevanz dieser Texte für die Gegenwart.
Was ist das primäre Ziel oder die zentrale Forschungsfrage der Untersuchung?
Das Ziel ist es, die spezifischen Motive beider Schöpfungserzählungen zu erläutern und den priesterschriftlichen Bericht systematisch hinsichtlich seines Aufbaus, seiner Perspektive und seiner theologischen Auslegung zu analysieren.
Welche wissenschaftliche Methode verwendet die Autorin?
Die Arbeit nutzt exegetische Methoden der Bibelwissenschaft, einschließlich historisch-kritischer Ansätze zur Datierung und Quellenzuordnung sowie den Vergleich mit relevanten altorientalischen Parallelen.
Was steht im inhaltlichen Hauptteil der Ausarbeitung im Fokus?
Der Hauptteil gliedert sich in eine Untersuchung der Entstehung und Motive beider Texte sowie eine detaillierte Exegese des priesterschriftlichen Schöpfungsberichts (Gen 1,1 - 2,4a), ergänzt durch einen Vergleich mit dem Gilgamesch-Epos und Enuma Elisch.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Schöpfung, Priesterschrift, Gottesebenbildlichkeit, Verantwortung, Exil und biblische Anthropologie charakterisiert.
Wie unterscheidet sich das Gottesbild in Gen 1 von dem in Gen 2?
Während Gen 1 Gott als souveränen Schöpfer darstellt, der durch sein Wort Ordnung ins Chaos bringt, wird Gott in Gen 2 anthropomorph als fürsorglicher Töpfer beschrieben, der in direkter Beziehung zum Menschen steht.
Welche Bedeutung kommt der Schöpfungstheologie im Kontext heutiger Umweltprobleme zu?
Die Autorin betont, dass die biblische Erzählung den Menschen nicht zur Ausbeutung legitimiert, sondern ihn als verantwortungsvollen Hüter der Schöpfung begreift, was angesichts aktueller Krisen wie der Klimakatastrophe als Aufruf zu einem achtsamen Umgang mit der Welt verstanden werden muss.
- Arbeit zitieren
- Barbara Laß (Autor:in), 2014, Motive der Schöpfungsgeschichte (Gen 1-2), München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/276663