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Memento mori. Ein Augenblick für die Ewigkeit

Die fotografische Darstellung des Todes am Beispiel von Roland Barthes’ „Die helle Kammer“

Title: Memento mori. Ein Augenblick für die Ewigkeit

Thesis (M.A.) , 2010 , 113 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Patrizia Barba (Author)

Art - Photography and Film
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'Das Erstaunliche an jedem Foto ist dabei nicht so sehr, daß dort, der landläufigen Meinung nach, ‘die Zeit festgehalten’ worden wäre, sondern im Gegenteil, daß sie gerade in jedem Foto aufs Neue beweist, WIE un-aufhaltsam und stetig sie ist. Jedes Photo ist eine Erinnerung an unsere Sterblichkeit. Jedes Photo handelt von Leben und Tod.'
(Wenders, Wim: Einmal. Bilder und Geschichten.)

Durch jede Fotografie wird ein Augenblick festgehalten. Ein wichtiger Moment wird dokumentiert und aus dem Fluss der Zeit herausgerissen. Im 21. Jahrhundert hat der Mensch fast immer und überall eine Kamera dabei, so dass der Weg, den er geht, jederzeit festgehalten und später wieder ins Gedächtnis gerufen werden kann. Denn etwas zu fotografieren heißt für die meisten Menschen einen flüchtigen und vergänglichen Augenblick mit der Kamera festzuhalten und ihn dadurch zu konservieren. Auf diese Weise fixiert man eine Erinnerung und kann sie sich jederzeit wieder „lebendig“ machen. Die Fotografie bildet die Wirklichkeit ab und fixiert sie dauerhaft – erhält sie also am Leben, sowohl für den auf der Fotografie Abgebildeten als auch für seine Nachkommen.

Macht man sich Gedanken zur Fotografie, stellt man fest, dass diese ein durchaus paradoxes Wesen besitzt. Sie besitzt zum einen die Eigenschaft, einen Augenblick (das Leben) festzuhalten und bis in alle Ewigkeit beizubehalten, stellt sich also damit der Zeit entgegen, indem sie diese arretiert, „das Leben anhält und auf Dauer einstellt wider den Tod [...]“ . Zum
anderen wird durch dieses Festhalten – im fotografischen Jargon durch dieses Fixieren – eines Augenblicks ebenso die Vergänglichkeit des fotografierten Objekts oder Individuums sichtbar gemacht. Durch dieses Sichtbarmachen streift das Medium Fotografie nah an dem unsichtbaren Tod vorbei, es mortifiziert das Leben vorträglich. Die Fotografie zeigt also
nicht nur das auf, was einmal dagewesen ist, sondern auch das, was (irgendwann) nicht mehr sein wird. Dieser ambivalente Doppelcharakter wird der Fotografie schon seit ihren Anfängen zugeschrieben. Dabei wurde sie zumeist in einen metaphorischen Kontext zum Leben und zum Tod gebracht.

'Die besondere Metaphorizität der Photographie ist auch dadurch begründet, daß die Photographie seit ihren Anfängen in prekärer Weise ambivalent ist. Sie wurde immer
als Mortifikation und Vivifikation, als Wahrheit und Lüge, als Auslöschung und Rettung angesehen und beschrieben.'
(Stiegler, Bernd: Bilder der Photographie.)

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

1.1 Zielsetzung

1.2 Konzeption

2. Geschichte der Fotografie

2.1 Definition

2.2 Vor der Fotografie

2.3 Entwicklungsgeschichte

2.4 Wahrnehmungsweise des neuen Mediums

3. Roland Barthes

3.1 Kurzporträt

3.2 Roland Barthes’ erste Überlegungen zur Fotografie

3.3 „Die helle Kammer“ - ein Überblick

3.4 „Die helle Kammer“ - der erste Teil

3.4.1 Die drei Aktionen der Fotografie: operator - spectrum - spectator

3.4.2 studium - punctum

3.5 „Die helle Kammer“ - der zweite Teil

3.5.1 Das Grundprinzip: „Es-ist-so-gewesen“

3.5.2 Das Wesen der Fotografie

4. Der Tod in der Fotografie

4.1 Tod, Theater und Maskierung

4.2 Das Spektrum der Fotografie

4.3 Vom Subjekt zum Objekt

4.3.1 L'arrêt de mort

4.3.2 Das Objekt

4.4 Tod und Zeit

4.5 Memento mori

4.6 Der Tod der Mutter

4.6.1 Die Wintergartenfotografie

4.6.2 Das unsichtbare punctum

4.6.3 Die temporale Struktur der Wintergartenfotografie

5. Blickwechsel

6. Andy Warhol

6.1. Kurzporträt

6.2 Die Reproduktion der Reproduktion

6.3 Andy Warhols Selbstinszenierung

6.4 Andy Warhols retardierter Tod

7. Schlussbemerkung

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht den engen, metaphorischen Zusammenhang zwischen Fotografie und Tod am Beispiel von Roland Barthes’ letztem Werk „Die helle Kammer“. Dabei steht die Forschungsfrage im Mittelpunkt, wie das fotografische Bild als Medium existentieller Todeserfahrung fungiert und inwiefern der „mortifizierende“ Charakter der Fotografie durch Vergleiche mit dem Theater und den Reproduktionskünsten von Andy Warhol verdeutlicht werden kann.

  • Phänomenologische Analyse der Fotografie bei Roland Barthes.
  • Untersuchung der Verbindung von Fotografie, Zeitlichkeit und Tod.
  • Analyse des „punctum“ und des „studium“ als affektive Kategorien.
  • Kontrastierung von Barthes’ Theorie mit Andy Warhols Konzept der seriellen Reproduktion.
  • Erforschung der Bedeutung des „Wintergartenbildes“ als Ausdruck persönlicher Trauerarbeit.

Auszug aus dem Buch

3.4.1 Die drei Aktionen der Fotografie: operator - spectrum - spectator

[...] tun, geschehen lassen, betrachten. Der operator ist der PHOTOGRAPH. Der spectator, das sind wir alle, die wir in den Zeitungen, Büchern, Alben und Archiven Photos durchsehen. Und was photographiert wird, ist Zielscheibe, Referent, eine Art kleines Götzenbild, vom Gegenstand abgesondertes eidolon, das ich das spectrum der PHOTOGRAPHIE nennen möchte [...].

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Einführung in die paradoxe Natur der Fotografie als Medium zwischen Leben und Tod sowie Darlegung der Zielsetzung und Konzeption der Magisterarbeit.

2. Geschichte der Fotografie: Historischer Abriss der Entstehung technischer Bildverfahren von der Camera obscura bis zur theoretischen Wahrnehmung des Mediums als ambivalente Abbildung der Wirklichkeit.

3. Roland Barthes: Detaillierte Betrachtung von Barthes’ Leben, seinen frühen Schriften zur Fotografie und eine systematische Einführung in die Konzepte von „Die helle Kammer“.

4. Der Tod in der Fotografie: Zentrale Analyse des Todes als metaphorischer und symbolischer Aspekt, der durch Konzepte wie Maskierung, Zeitstillstand und das Wintergartenbild phänomenologisch durchleuchtet wird.

5. Blickwechsel: Übergang zur Untersuchung der Parallelen zwischen Barthes’ Theorie und Andy Warhols künstlerischer Praxis im Kontext der seriellen Reproduktion.

6. Andy Warhol: Analyse von Warhols Leben, seinem Konzept der Reproduktion und der „Todesserie“ als Versuch, durch serielle Wiederholung eine Distanz zum Thema Tod aufzubauen.

7. Schlussbemerkung: Zusammenfassende Reflexion über die Ergebnisse der Arbeit und die bleibende Bedeutung von Barthes’ Thesen für das Verständnis der Fotografie.

Schlüsselwörter

Fotografie, Roland Barthes, Tod, Die helle Kammer, Andy Warhol, Punctum, Studium, Zeitlichkeit, Repetition, Reproduktion, Wintergartenbild, Memento mori, Phänomenologie, Maskierung, Referent.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Magisterarbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht das ambivalente Wesen der Fotografie, die einerseits Momente des Lebens bewahrt, andererseits jedoch den Tod und die Endlichkeit des Subjekts thematisiert.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Zentrale Felder sind die Fototheorie von Roland Barthes, die enge Verknüpfung von Fotografie und Tod (Thanatologie), die Rolle der Zeitlichkeit sowie die Kunst von Andy Warhol.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage der Arbeit?

Ziel ist es, die „Todesmetaphorik“ der Fotografie aufzuzeigen und zu belegen, dass das Medium bei Barthes und Warhol primär eine Verbindung zum Tod und zur Abwesenheit statt zu einer reinen Erinnerung herstellt.

Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit verwendet?

Die Autorin folgt einem phänomenologischen Ansatz, der sich – in Anlehnung an Barthes – stark auf subjektive Gefühle und die Analyse spezifischer Bildbeispiele stützt.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Im Hauptteil werden Barthes’ zentrale Begriffe (studium, punctum, noema) sowie seine Analyse der Fotografie als „Es-ist-so-gewesen“ im Kontext des Todes diskutiert und mit Warhols serieller Ästhetik kontrastiert.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?

Fotografie, Tod, Barthes, Warhol, Punctum, Zeitlichkeit, Memento mori, Reproduktion.

Welche Bedeutung kommt dem „Wintergartenbild“ in der Arbeit zu?

Das Wintergartenbild ist das zentrale, wenn auch nicht gezeigte Motiv, an dem Barthes sein Wesen der Fotografie festmacht und seine persönliche Trauer um die verstorbene Mutter verarbeitet.

Inwiefern korrespondiert Andy Warhols Kunst mit den Thesen von Roland Barthes?

Warhol thematisiert durch serielle Wiederholung und das Spiel mit dem „Double“ ebenfalls das Auslöschen des Individuums und die Verwandlung vom lebendigen Subjekt in ein lebloses Objekt, was Barthes’ Todesmetapher auf künstlerischer Ebene bestätigt.

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Details

Title
Memento mori. Ein Augenblick für die Ewigkeit
Subtitle
Die fotografische Darstellung des Todes am Beispiel von Roland Barthes’ „Die helle Kammer“
College
University of Bonn
Grade
1,3
Author
Patrizia Barba (Author)
Publication Year
2010
Pages
113
Catalog Number
V276680
ISBN (eBook)
9783656698296
ISBN (Book)
9783656703914
Language
German
Tags
Fotografie Roland Barthes Medienwissenschaft Tod Memento Mori Die helle Kammer studium punctum Andy Warhol
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Patrizia Barba (Author), 2010, Memento mori. Ein Augenblick für die Ewigkeit, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/276680
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