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Die Wegethematik der Christofforus-Legende

Title: Die Wegethematik der Christofforus-Legende

Term Paper (Advanced seminar) , 2013 , 24 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Katrin Bachstädter (Author)

German Studies - Literature of History, Eras
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Die Absicht der vorliegenden Arbeit besteht darin, zum Verständnis der Wegestruktur in der Legende des Heiligen Christofforus, wie sie in den Handschriften A und B vorliegt, beizutragen.
Der metaphorischen Bedeutung des „Weges“ ist zunächst einmal ein kurzer Abriss um die konkrete Beschaffenheit der Wege und Straßen im Mittelalter vorausgeschickt. Das Kapitel „Der `Weg´ als Metapher“ klärt dann über die Verwendung des „Weges“ als Symbol für den äußeren Lebensweg wie für den inneren Entwicklungsprozess auf. Dabei darf die Wegemetaphorik der jüdisch-christlichen Religionstradition nicht fehlen, aus der Heiligenlegenden wie die Christofforus-Legende hervorgingen. Um die Wegestruktur deutlich zu machen, soll eine im Mittelalter weit verbreitete Heiligenlegende für die weitere Untersuchung herangezogen werden. Hier bietet sich aufgrund ihrer Bekanntheit im Mittelalter und der in der Forschung gut aufgearbeiteten Wegethematik die Legende des Heiligen Brandan (Peregrinatio Sancti Brendani abbatis) an.
Darüber hinaus muss der Artusroman als eine andere Form mittelalterlicher Literatur mitgedacht werden. Zum einen deshalb, weil speziell die Wegethematik innerhalb der Gattung des Artusromans ein beliebtes und immer wieder variiertes Motiv darstellt, das auch von anderen Gattungen übernommen wurde, zum anderen, weil in Vers 304 auf den Erec Hartmanns von Aue angespielt wird, und zwar auf sein "verligen". Vor diesem Hintergrund soll die Wegestruktur in der Christofforus-Legende aufgezeigt und in Bezug gesetzt werden.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Zur Legende des Hl. Christofforus

2.1. Inhalt

2.2. Zum vorliegenden Text der Christofforus-Legende

2.3. Zur Überlieferung der Christofforus - Legende

3. Zur Wegethematik

3.1. Wege und Straßen im Mittelalter und der Frühen Neuzeit

3.2. Der „Weg“ als Metapher

3.3. Jesu Nachfolge und imitatio christi

4. Zur Wegethematik der Peregrinatio Sancti Brendani abbati und des Artusromans

5. Zur Wegethematik in der Christofforus-Legende

6. Schlussbetrachtung

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die zentrale Rolle der Wegethematik in der Legende des Heiligen Christofforus und setzt diese in Bezug zu anderen mittelalterlichen Literaturformen, insbesondere der Heiligenlegende des Heiligen Brandan und dem Artusroman. Ziel ist es, die spezifische Wegestruktur der Christofforus-Legende zu analysieren und als Verbindung aus transzendentem Glaubensweg und immanenter Motivik zu entschlüsseln.

  • Analyse der Wegemetaphorik in jüdisch-christlicher und mittelalterlicher Tradition
  • Untersuchung der Christofforus-Legende in Abgrenzung und Bezug zum Artusroman
  • Herausarbeitung des dreistufigen Glaubensweges (Suchen, Dulden, Leiden)
  • Vergleich von Transzendenz und Immanenz in verschiedenen Literaturmodellen

Auszug aus dem Buch

3.2. Der „Weg“ als Metapher

Der Weg ist auch ein uraltes Symbol für den Lebensprozess: einerseits für den Lebensweg, andererseits für den inneren Entwicklungsprozess. „Seinen eigenen Weg gehen“ meint deshalb auch den Prozess der Selbstverwirklichung zu erstreben, dessen Ziel die Entwicklung der individuellen Persönlichkeit ist – nach C.G. Jung „der Weg zum Selbst“. Im Laufe des Lebens und in Annäherung an das „Selbst“, ist der Mensch, analog zum Beschreiten eines Weges, gelegentlich Gefahren ausgesetzt. Er muss Hindernisse überwinden, erlebt Irr- und Umwege und gerät in Sackgassen. Aber er entdeckt auch Neues und macht vielfache Erfahrungen bis das (vermeintliche) Ziel erreicht ist. Oft müssen auch Entscheidungen gefällt werden, dann gerät der Mensch metaphorisch gesprochen an eine Weggabelung, an einen Scheideweg. Eine bekannte Allegorie in diesem Zusammenhang ist die des Prodikos von „Herakles am Scheideweg“. Dem Heros begegnen zwei schöne Frauen, Laster und Tugend, die ihn für sich einzunehmen versuchen. Herakles entscheidet sich für die Tugend und damit für den schwierigen, aber ehrenhaften Weg. Die hier dargestellte Ent-scheidung wird häufig als Y-Signum dargestellt. Der Weg gabelt sich, und es besteht ein Zwang, eine Notwendigkeit, zu wählen. Ein dritte Option gibt es in diesem Bild nicht.

In der weiteren antiken Tradition entsteht aber auch eine dritte Wegemöglichkeit, in der schon die Entwicklung der individuellen Persönlichkeit anklingt, und die auf den Überlegungen Ciceros beruht: Der rechte Lebensweg sei der, den nur wenige aufgrund ihrer glücklichen Veranlagung verfolgen, und der zu ihrer wahren Natur führt.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Arbeit erläutert ihre Absicht, die Wegestruktur in der Christofforus-Legende zu erforschen und durch Vergleiche mit der Brandan-Legende sowie dem Artusroman zu kontextualisieren.

2. Zur Legende des Hl. Christofforus: Dieses Kapitel liefert eine inhaltliche Zusammenfassung der Legende und bietet philologische Informationen zur Textüberlieferung sowie zur bildlichen Ikonographie.

3. Zur Wegethematik: Es werden die Grundlagen der mittelalterlichen Wegestruktur, die metaphorische Bedeutung des Weges und die christliche Nachfolge-Thematik (imitatio christi) erörtert.

4. Zur Wegethematik der Peregrinatio Sancti Brendani abbati und des Artusromans: Hier werden die unterschiedlichen Wegemodelle (transzendent bei Brandan, immanent bei Artus) analysiert, die als Vergleichsfolie für die Christofforus-Legende dienen.

5. Zur Wegethematik in der Christofforus-Legende: Der Hauptteil untersucht die konkrete Umsetzung des Wegemotivs in der Legende und gliedert den Glaubensweg in die drei Stufen: Suchen, Dulden und Leiden.

6. Schlussbetrachtung: Das Fazit fasst zusammen, dass die Christofforus-Legende eine faszinierende Kombination aus hagiographischen Topoi und Motiven des Artusromans darstellt, die einen hybriden Glaubensweg kreiert.

Schlüsselwörter

Christofforus-Legende, Wegethematik, Mittelalter, Heiligenlegende, Artusroman, Peregrinatio, Imitatio Christi, Lebensweg, Metapher, Glaubensweg, Transzendenz, Immanenz, Literaturwissenschaft, Hagiographie, Wanderschaft.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit untersucht die Bedeutung und symbolische Funktion des „Weges“ innerhalb der Legende des Heiligen Christofforus im Vergleich zu anderen mittelalterlichen Literaturformen.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Die Themenfelder umfassen die mittelalterliche Wegethematik, die christliche Heiligenviten-Tradition, die Motivik der Nachfolge Jesu sowie Einflüsse des Artusromans.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es, die spezifische Wegestruktur der Christofforus-Legende aufzuzeigen und zu belegen, wie diese durch die Kombination von transzendenten und immanenten Modellen charakterisiert wird.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine komparatistische und literaturwissenschaftliche Analyse, die den Text vor dem Hintergrund literarhistorischer Topoi und Gattungstraditionen interpretiert.

Welche Inhalte stehen im Hauptteil der Arbeit im Vordergrund?

Im Hauptteil steht die detaillierte Analyse der christofforus-spezifischen Wegemotivation und die Unterteilung seines Weges in die drei Stufen Suchen, Dulden und Leiden.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind unter anderem die Wegethematik, imitatio christi, Transzendenz, Immanenz und der Vergleich zwischen hagiographischer und höfischer Literatur.

Warum spielt der Wald in der Christofforus-Legende eine besondere Rolle?

Der Wald dient im ersten Teil der Legende als Metapher für Desorientierung und Irrung, was die menschliche Suche auf dem Lebensweg symbolisiert.

Wie lässt sich der dreistufige Glaubensweg in der Legende zusammenfassen?

Die Legende gliedert den Weg in das Suchen nach dem mächtigsten Herrn, das Dulden durch den Dienst am Nächsten und das Leiden als Märtyrer, was den Heiligwerdungsprozess widerspiegelt.

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Details

Title
Die Wegethematik der Christofforus-Legende
College
University of Cologne  (Institut für Deutsche Sprache und Literatur I)
Course
Erzählte Wege: Metapher – Chronotopos – Diagramm
Grade
1,0
Author
Katrin Bachstädter (Author)
Publication Year
2013
Pages
24
Catalog Number
V276729
ISBN (eBook)
9783656706052
ISBN (Book)
9783656710479
Language
German
Tags
Christophorus Heiligenlegende Brandan Weg Chronotopos Metaphorik Erec Artusroman Lebensweg Wegemetaphorik
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Katrin Bachstädter (Author), 2013, Die Wegethematik der Christofforus-Legende, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/276729
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