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Beziehungsgestaltung bei Borderline-Persönlichkeitsstörungen

Auswirkungen von frühen Bindungserfahrungen auf spätere Beziehungsdynamiken

Titel: Beziehungsgestaltung bei Borderline-Persönlichkeitsstörungen

Hausarbeit (Hauptseminar) , 2013 , 32 Seiten , Note: 1,3

Autor:in: Sarah Wagener (Autor:in)

Soziale Arbeit / Sozialarbeit
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Beziehungen mit Borderline-Patienten gleichen einer Achterbahnfahrt aus Krisen und Versöhnungen.
Die Betroffenen scheinen weder kontinuierlich in einer Beziehung leben zu können, noch ohne sie auszukommen.
Obwohl das starke Bedürfnis nach einer Bindung besteht, halten sie diese Nähe auf Dauer nicht aus und ihre Angst verletzlich zu werden, lässt sie auf Distanz gehen.
Der somit gewonnene Abstand sorgt jedoch dafür, dass die Betroffenen erneut mit Ängsten konfrontiert werden – nämlich verlassen zu werden und allein zu sein.
Primitive Abwehrmechanismen schützen das instabile Selbst der Borderline-Patienten zwar vorübergehend, machen aber eine gelingende Beziehungsgestaltung nahezu unmöglich.
So erleben Bindungspartner die Betroffenen häufig als manipulativ, impulsiv und ausbeuterisch in Beziehungen und fühlen sich entwertet, zurückgestoßen oder verunsichert.
Doch warum fällt es Borderline-Patienten so schwer, gelingende zwischenmenschliche Beziehungen aufrechtzuerhalten?

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die „Borderline-Persönlichkeitsstörung“- Grundlegendes

2.1 Symptomatik

3. Beziehungsgestaltung

3.1 Primitive Abwehrmechanismen

3.2 Beziehungsverhalten in Partnerschaften

3.3 Beziehungsverhalten in der therapeutischen Arbeit

4. Kindheitserlebnisse und Bindungserfahrungen

5. Fazit

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit untersucht die komplexen Beziehungsdynamiken von Menschen mit einer Borderline-Persönlichkeitsstörung und deren tiefgreifende Verwurzelung in frühkindlichen Bindungserfahrungen und traumatischen Erlebnissen. Das primäre Ziel besteht darin, das wechselhafte Beziehungsverhalten in partnerschaftlichen sowie therapeutischen Kontexten durch das Verständnis der zugrunde liegenden primitiven Abwehrmechanismen zu erklären.

  • Diagnostik und Symptomatik der Borderline-Persönlichkeitsstörung
  • Analyse primitiver Abwehrmechanismen wie Spaltung und projektive Identifizierung
  • Beziehungsgestaltung und Interaktionsmuster in Partnerschaften
  • Herausforderungen in der therapeutischen Gegenübertragung
  • Einfluss von Kindheitstraumata auf Bindungsstile und psychische Entwicklung

Auszug aus dem Buch

3.1. Primitive Abwehrmechanismen

Durch die instabile Identität und die unzureichende Emotionsregulation ist ein Borderline-Patient gezwungen diverse spezifische Abwehrmechanismen einzusetzen um Abstand von seinen unerträglichen inneren Spannungen und Ängsten zu gewinnen. Im Gegensatz zu Patienten mit einer neurotischen Störung, die „reifere“ Abwehrmechanismen, wie zum Beispiel Verdrängung und Isolierung anwenden, benutzt ein Borderline-Patient vorwiegend primitive Abwehrmechanismen um sich eine Konfliktwahrnehmung und das Erleben von Angst zu ersparen (Lohmer 2000, S. 76).

Zu den borderline-typischen primitiven Abwehrmechanismen zählen die Spaltung, die projektive Identifizierung, die Idealisierung und Entwertung, die omnipotente Kontrolle und die Verleugnung, worauf ich im folgenden genauer eingehen werde.

Laut Kernberg und seiner Objektbeziehungstheorie bei Borderline-Patienten, ist die Borderline-Störung und die damit verbundenen Störungen in der Beziehungsgestaltung auf eine fundamentale Spaltung im Selbst- und Objekterleben zurückzuführen (z.B. Lohmer 2000, S. 76).

Im Gegensatz zu einer gesunden kindlichen Entwicklung, bei der Selbst- und Objektanteile mit der Zeit integriert werden, erhält der Borderline-Patient diese Spaltung aufrecht und setzt sie als Abwehrmechanismus ein, um das Selbst vor Ängsten und negativen Affekten zu schützen (Sendera/Sendera 2010,S. 46).

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Das Kapitel führt mit einem Gedicht in die Thematik der ambivalenten Beziehungsgestaltung von Borderline-Patienten ein, die zwischen Nähe und Distanz schwankt.

2. Die „Borderline-Persönlichkeitsstörung“- Grundlegendes: Es erfolgt eine theoretische Einordnung des Krankheitsbildes anhand der diagnostischen Kriterien nach DSM-IV und ICD-10 unter besonderer Berücksichtigung der Identitätsstörung.

2.1 Symptomatik: Dieser Abschnitt beschreibt die zentralen Problembereiche wie gestörte Emotionsregulation, Impulsivität und die Schwierigkeit, allein zu sein.

3. Beziehungsgestaltung: Hier werden die turbulenten zwischenmenschlichen Interaktionsmuster beleuchtet, die durch Misstrauen und das Bedürfnis nach Kontrolle geprägt sind.

3.1 Primitive Abwehrmechanismen: Das Kapitel erläutert, wie Spaltung, projektive Identifizierung und Idealisierung als Schutz vor unerträglichen inneren Spannungen fungieren.

3.2 Beziehungsverhalten in Partnerschaften: Dieser Teil thematisiert das ständige Wechselspiel zwischen Nähe- und Autonomiebedürfnis und die resultierenden Beziehungsabbrüche in Partnerschaften.

3.3 Beziehungsverhalten in der therapeutischen Arbeit: Es wird die besondere Rolle der Gegenübertragung und die Gefahr der Manipulation des Therapeuten durch den Patienten analysiert.

4. Kindheitserlebnisse und Bindungserfahrungen: Hier wird der Zusammenhang zwischen traumatischen Kindheitserfahrungen wie Missbrauch und der Ausbildung einer desorganisierten Bindung hergestellt.

5. Fazit: Die Arbeit fasst die Erkenntnisse zusammen und betont die Notwendigkeit therapeutischer Unterstützung zur Verbesserung der Beziehungsfähigkeit und Lebensqualität der Betroffenen.

Schlüsselwörter

Borderline-Persönlichkeitsstörung, Beziehungsgestaltung, Bindungserfahrungen, Abwehrmechanismen, Spaltung, projektive Identifizierung, Emotionsregulation, Gegenübertragung, Kindheitstrauma, Identitätsdiffusion, psychische Entwicklung, therapeutische Beziehung, Instabilität, Partnerschaft, Traumatisierung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der Beziehungsgestaltung von Menschen mit einer Borderline-Persönlichkeitsstörung und beleuchtet die Auswirkungen frühkindlicher Bindungserfahrungen auf spätere Beziehungsmuster.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themen sind die Symptomatik der Borderline-Störung, die Nutzung primitiver Abwehrmechanismen, das Beziehungsverhalten in Partnerschaften sowie die komplexen Dynamiken in der therapeutischen Arbeit.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, das oft unverständliche und abrupte Beziehungsverhalten der Betroffenen als Schutzmechanismus gegenüber traumatischen Erfahrungen aus der Kindheit zu erklären.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine theoretische Hausarbeit, die auf einer umfassenden Literaturanalyse psychodynamischer und bindungstheoretischer Ansätze basiert.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert detailliert, wie primitive Abwehrmechanismen die Wahrnehmung verzerren und sowohl partnerschaftliche als auch therapeutische Beziehungen belasten.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Borderline-Persönlichkeitsstörung, Bindungserfahrung, Spaltung, Gegenübertragung und Traumatisierung.

Warum ist das "schwarz-weiß"-Denken für Borderline-Patienten so prägend?

Es dient der psychischen Stabilisierung: Personen werden entweder als rein gut oder rein böse wahrgenommen, um mit der Angst vor dem Verlust einer sicheren Bindung umzugehen.

Warum ist die therapeutische Arbeit mit diesen Patienten so schwierig?

Die Patienten lösen durch projektive Identifizierung oft heftige Gefühle beim Therapeuten aus, was zu Machtkämpfen oder dem Risiko des Therapieabbruchs führen kann.

Welche Rolle spielen frühe Traumata?

Traumatische Kindheitserfahrungen behindern die Entwicklung einer stabilen Identität und Affektregulation, was die Grundlage für das spätere Bedürfnis nach Kontrolle in Beziehungen bildet.

Ende der Leseprobe aus 32 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Beziehungsgestaltung bei Borderline-Persönlichkeitsstörungen
Untertitel
Auswirkungen von frühen Bindungserfahrungen auf spätere Beziehungsdynamiken
Hochschule
Universität Kassel
Note
1,3
Autor
Sarah Wagener (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2013
Seiten
32
Katalognummer
V276809
ISBN (eBook)
9783656701774
ISBN (Buch)
9783656703907
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Borderline Borderline-Persönlichkeitsstörung Beziehungsgestaltung Persönlichkeitsstörung Soziale Arbeit Sozialpädagogik Psychologie ICD DSM Patienten Borderliner
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Sarah Wagener (Autor:in), 2013, Beziehungsgestaltung bei Borderline-Persönlichkeitsstörungen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/276809
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Leseprobe aus  32  Seiten
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