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Defizite im Gesundheitswesen - Die Soziale Regression

Title: Defizite im Gesundheitswesen - Die Soziale Regression

Scientific Essay , 2004 , 50 Pages

Autor:in: Jean-Paul Corbie (Author)

Politics - Political Systems - Germany
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Angesichts der derzeitigen Diskussion um Wirtschaftlichkeit und Qualität im bundesdeutschen „Gesundheitswesen“ und einer wieder einmal symptomorientierten Interventionen durch den Gesetzgeber, die nicht die Ursachen dieses Dilemmas beseitigen, sondern nur kurzfristige Liquiditätsprobleme der Krankenkassen lösen können, möchte ich anhand einiger Beispiele aufzeigen, dass wir keine neuen Reformen und Reglementierungen bzw. ‚neue‘ (bewiesenermaßen durch die soziale Realität überholte) us-amerikanische Konzepte – als Ausdruck der ‚Kreativität‘ unserer Gesundheitsgurus - benötigen, sondern einen gesunden Pragmatismus in bezug auf die konsequente Durchsetzung gesetzlicher Grundlagen (Qualitätskontrolle) und die Beseitigung professioneller Privilegien.

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Inhaltsverzeichnis

0. Einleitung

1. Strukturelle Probleme

2. Gesetzliche Rahmenbedingungen

3. Krankenkassen

4. Standesorganisationen

5. Schnittstellen

6. Standards

7. Qualitätskontrolle

8. Managed Care/Disease Management

9. Dokumentation

10. Die professionellen Akteure

11. Zusammenfassung

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die strukturellen Defizite im deutschen Gesundheitswesen und kritisiert die zunehmende Ökonomisierung zulasten des Solidaritätsprinzips. Das zentrale Ziel ist es, aufzuzeigen, dass anstelle neuer Reformen und importierter Konzepte eine konsequente Durchsetzung gesetzlicher Qualitätskontrollen sowie die Beseitigung professioneller Privilegien notwendig sind, um das System der Krankenbehandlung nachhaltig zu stabilisieren.

  • Kritik an der ökonomischen Marktideologie im Gesundheitswesen
  • Analyse der Machtstrukturen und des professionellen Narzissmus der Akteure
  • Notwendigkeit objektiver Qualitätskontrolle und Standardisierung
  • Die Problematik der fehlenden Transparenz bei Kosten und Dokumentation

Auszug aus dem Buch

1. Strukturelle Probleme

Das Solidaritätsprinzip ist die Basis des gesetzlichen Systems der Krankenbehandlung. In den gesetzlichen Krankenkassen sind ca. 90% der Bundesbürger versichert. Da aber jede Berufsgruppe quasi ihre eigene Krankenkasse etabliert hat und der Gesetzgeber seit Jahren eine Konkurrenz zwischen den gesetzlichen Krankenkassen fordert, ist ein Paradoxon in diesem System entstanden.

Ein auf Solidarität und Strukturausgleich basierendes System wird aufgrund des Konkurrenzdruckes konterkariert und beabsichtigt oder unbeabsichtigt in ein auf ökonomischen Marktmechanismen basierendes Modell gepreßt. Solidarität besagt aber genau das Gegenteil, die Stärke des Versicherungssystems beruht auf einer von allen Versicherten getragenen, mit gesamtgesellschaftlichem Konsens ausgestatteten, Legitimation, die den Schwächeren in der Gesellschaft im Krankheitsfall die gleiche Versorgung garantieren soll wie den ökonomisch Stärkeren.

Die Paradoxie hat dazu geführt, dass gesetzliche Krankenkassen einerseits unter dem Druck der Beitragsstabilität einen bezahlbaren Beitragssatz erhalten müssen, andererseits aber aufgrund der Konkurrenz einen niedrigen Beitragssatz anstreben, um dadurch Versicherte aus anderen Berufsgruppen an sich binden. Dieses Konkurrenzsystem führt dazu, dass die Krankenkassen mit den risikoreichsten Versicherten erhebliche Defizite verbuchen und die Beitragssätze kontinuierlich ansteigen, während Kassen mit risikoarmen Versicherten möglicherweise die Beiträge senken können.

Zusammenfassung der Kapitel

0. Einleitung: Beleuchtet das Fehlen einer präzisen Definition des Gesundheitssystems und die Problematik zwischen Experten und Laien.

1. Strukturelle Probleme: Analysiert den Widerspruch zwischen dem Solidaritätsprinzip und einem erzwungenen Konkurrenzmodell unter den Krankenkassen.

2. Gesetzliche Rahmenbedingungen: Kritisiert die Unsystematik und mangelnde Durchsetzbarkeit der gesetzlichen Normen zur Qualitätssicherung.

3. Krankenkassen: Beschreibt die Entfremdung der Krankenkassen von ihren Versicherten und ihr Versagen bei der Kontrolle der Leistungsanbieter.

4. Standesorganisationen: Untersucht das Lobby-System der ärztlichen Standesorganisationen und deren Abwehrhaltung gegen externe Kontrollen.

5. Schnittstellen: Thematisiert die Ineffizienz bei Behandlungsübergängen und die Folgen fehlender Dokumentationsstandards.

6. Standards: Definiert die Notwendigkeit verbindlicher Standards statt unverbindlicher Leitlinien zur Qualitätssicherung.

7. Qualitätskontrolle: Forderte die Etablierung externer Qualitätskontrollen, um Transparenz und Patientensicherheit zu gewährleisten.

8. Managed Care/Disease Management: Kritisiert die Übertragung US-amerikanischer Konzepte ohne Berücksichtigung der ökonomischen Realität.

9. Dokumentation: Betont, dass ohne lückenlose, standardisierte Dokumentation eine rationale Qualitätsprüfung unmöglich ist.

10. Die professionellen Akteure: Beleuchtet die rigiden hierarchischen Strukturen und die Machtverhältnisse im Krankenhauswesen.

11. Zusammenfassung: Fasst die Kritik am aktuellen System zusammen und plädiert für eine Besinnung auf soziale Verantwortung und echte Qualitätskontrollen.

Schlüsselwörter

Gesundheitswesen, Solidaritätsprinzip, Qualitätskontrolle, Krankenkassen, Standesorganisationen, Sozialpolitik, Ökonomisierung, Patientenversorgung, Leistungskatalog, Strukturreformen, Krankenhauswesen, Dokumentation, Managed Care, Disease Management, Transparenz.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die strukturellen Defizite und die zunehmende Fehlentwicklung des deutschen Gesundheitssystems, das sich unter einem falsch verstandenen ökonomischen Druck vom solidarischen Versorgungsauftrag entfernt hat.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zu den Kernbereichen gehören das Solidaritätsprinzip, die Rolle der Krankenkassen, die Machtstrukturen ärztlicher Standesorganisationen, die notwendige Implementierung von Qualitätsstandards und die Kritik an der unkritischen Übernahme von US-amerikanischen Marktkonzepten.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Hauptziel ist aufzuzeigen, dass strukturelle Probleme nicht durch Privatisierung oder neue Reformen, sondern nur durch eine konsequente, gesetzlich verankerte Qualitätskontrolle und Transparenz gelöst werden können.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine systemkritische Analyse der aktuellen gesundheitspolitischen Rahmenbedingungen, unterstützt durch den Vergleich mit soziologischen Theorien und die Auswertung bestehender Defizite in der Versorgungspraxis.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil befasst sich detailliert mit den strukturellen Problemen der Krankenkassen, dem Mangel an einheitlichen Standards, der fehlenden Transparenz in der Dokumentation und der hierarchischen Machtstruktur innerhalb der Ärzteschaft.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird maßgeblich geprägt durch Begriffe wie Sozialkonsens, Qualitätskontrolle, ökonomische Rationalität, Standesinteressen und die Notwendigkeit einer systemweiten Neuausrichtung.

Wie bewertet der Autor die aktuellen Disease-Management-Programme?

Der Autor stuft diese als ökonomisch motivierte Sonderprogramme ein, die das Grundproblem der mangelnden Qualitätssicherung eher komplizieren als lösen und die Patientenversorgung weiter ausdifferenzieren, ohne einen objektiven Nutzen zu belegen.

Welche Rolle spielt die freie Arztwahl laut der Arbeit?

Die Arbeit stellt dar, dass die freie Arztwahl in einem intransparenten System ohne Qualitätsstandards oft zu ineffizienten Doppeluntersuchungen führt und von den Akteuren zur Abwehr jeglicher Kontrolle instrumentalisiert wird.

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Details

Title
Defizite im Gesundheitswesen - Die Soziale Regression
Author
Jean-Paul Corbie (Author)
Publication Year
2004
Pages
50
Catalog Number
V27693
ISBN (eBook)
9783638296717
Language
German
Tags
Defizite Gesundheitswesen Soziale Regression
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Jean-Paul Corbie (Author), 2004, Defizite im Gesundheitswesen - Die Soziale Regression, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/27693
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